Donnerstag, 30. Oktober 2008

"Das grüne Paradoxon"

Der berüchtigte (man muss es wohl so sagen) Chef des Münchener Ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, hat ja erst kürzlich mit seinem Vergleich von Managern und Juden für Aufregung im Blätterwald gesorgt und seine eigene (imho) mangelnde Urteilsfähigkeit unter Beweis gestellt. Jetzt, nachdem er jahrelang allen, egal ob sie es hören wollten, mit seinen marktradikalen Thesen eine Frikadelle ans Ohr genagelt hat, versucht er sich auf einem neuen gebiet. Wen wunderts, sind doch die marktradikalen Thesen seit der real existierenden (und aus den freien Märkten hervorgegangenen) Finanzkrise ein klein wenig mit der Wirklichkeit aneinandergeraten (quasi als Theorie falsifiziert worden), versucht er sich als Heilsbringer auf einem neuen Gebiet. Diesmal hat er die Umweltbewegung im Visier. Und da ganz besonders die Anstrengungen für den Klimaschutz. Nein,, so meint er, Klimaschutzbemühungen in Deutschland und Europa würden nichts bringen, wel jede Tonne hier eingespartes CO2 halt wo anders freigesetzt werden würde. Mit anderen Worten, das könnten wir uns sparen. Als Beispiel würden unsere Versuche, Kohle und Öl einzusparen, diese Rohstoffe verbilligen. Und die Ölscheichs würden aus Angst, auf ihrem Saft sitzen zu bleiben, diesen auf den Markt schleudern. (ja, haben wir in diesem Jahr gesehen...). Das würde zu einem so genannten Leakage-Effekt führen. Dass andere Ökoneomen einen weit geringeren Leakage-Effekt sehen, berührt Herrn Sinn naturgemäß wenig. Auch dass die Menge des förderbaren Öls mit den Preisen am Mark schwankt, also billiges Öl zu geringeren (förderbaren) Reserven führt, spielt für ihn keine Rolle. Wenn der Rest seines Ökologie-kritischenWerkes ebenso viel Substanz hat, wie seine sonstigen Thesen zur Ökonomie, dann kann man sich die 480 Seiten getrost sparen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,587192,00.html
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