Freitag, 31. Oktober 2008

Gesellige Säbelzähne

(Smilodon fatalis)

von den am Ende der letzten Eiszeit ausgestorbenen nordamerikanischen Säbelzahnkatzen vermutete man ja schon länger, dass sie in sozialen Gruppen lebten. Darauf haben jedenfalls verheilte Knochenbrüche hingewiesen, die man bei auswachsenen fossilen Exemplaren beobachtete. Einem Einzelgänger hätte ein gebrochener Knochen das jagen verhindert und ihn so zum verhungern verurteilt. In sozialen Gruppen hätten aber möglicherweise andere Gruppenmitglieder den verletzten mit Nahrung versorgt, bis die Verletzung verheilt wäre. Jetzt hat eine andere Beobachtung der Theorie neue Nahrung gegeben. So stellte eine der ergiebigsten Fundstellen pleitozäner Großtiere, die Teergruben von La Brea im Pleistozän eine Falle für viele Tiere dar. Von den sterbenden Großtieren angelockt, fielen auch Säbelzahnkatzen den teergruben zum Opfer. Und dies in relativ hoher Zahl. Bei Versuchen, in denen in der afrikanischen Savanne Rufe von verendenden Tieren sowie streitenden Beutegreifern abgespielt wurden, interessierten sich auch sozial lebende Raubtiere überproportional für die vermeintliche leichte Beute. Also Schakale, Hyänen und Löwen. Einzelgänger wie Leoparden und andere Wildkatzen trauten sich nur selten an die Orte.
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/972073
Carbone, C. et al.: Parallels between playbacks and Plestocene tar seeps suggest sociality in an extinct sabretooth cat, Smilodon. In: Proceedings of the Royal Society Biology Letters 10.1098/rsbl.2008.0526, 2008.
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