Donnerstag, 27. November 2008

Der Geologe



Der Geologe (Homo sapiens geologicus)
Kosmopolit. Länge und Höhe 100 -140 cm, aufgerichtet 150-190 cm. Gestalt lässig-wuchtig, muskulös und breitschultrig, gelegentlich auch schmächtig, nach vorn übergebogen, mit kurzen Beinen. Die kleinen Augen liegen tief unter starken Überaugenwülsten. Die Nase ist kugelig, das Maul breit, hat dicke Lippen. Hat mit Abstand die längsten Arme unter allen Menschen; die Finger erreichen fast die Fußknöchel. Alles in allem ein würdevolles Geschöpf, trotz seiner abstoßenden Hässlichkeit.
Fast behäbig, auf alle Fälle schwerfällig, watschelt und wackelt er aufrecht gehend über das Gelände, wobei er sich auf die umgeknickten Knöchel der Finger stützt. In unregelmäßigen Abständen werden Löcher gewühlt; ein kartierender Geologe bewegt bis zu 400 m3 Erdreich. Da der Geologe i.d.R. solitär lebt, hält sich der Flurschaden in Grenzen. Tritt er hingegen in Horden auf, werden ganze Landstriche verwüstet. Er ist ein lichtscheues, gutmütiges Wesen. Wird er aber bedroht, entfaltet er sein Drohgebärdenrepertoire. Er fletscht die Zähne, schäumt, schreit gellend, brüllt gewaltig, schwingt den Hammer, zieht den Kopf tief in die Schultern, hüpft auf und ab und rüttelt wie verrückt an Bäumen. In Gefangenschaft ist er leicht zu zähmen und lässt sich sogar zur Sauberkeit erziehen, degeneriert geistig aber meist sehr schnell.
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