Montag, 10. November 2008

Die Landkarte Gottes


In manchen Foren geistert ja eine vermeintliche, 120 Millionen Jahre alte Landkarte Gottes herum. Das Ganze wird ja wahlweise als Beleg für Aliens, antike Superzivilisationen oder Götter genommen. Das ist aber weniger geheimnisvoll, als man uns da gerne weissmachen will:

Die unterste Schicht, ca. 14 cm dick, ist eine natürliche Steinplatte
aus hartem Dolomitgestein. Darüber liegt, knapp 2 cm stark, eine Schicht
aus Diopsidglas, aufgetragen mit einer Technik, die uns heute unbekannt
ist. In dieser Glasschicht ist das eigentliche Relief herausgearbeitet.
Darüber liegt dann noch eine knapp 2 mm starke weiße Schicht aus
Calcium-Porzellan, die offenbar die empfindliche Oberfläche stoß- und
schlagfest machen sollte und die dem Stein das charakteristische
Aussehen verleiht.

Das Ganze ist möglicherweise so entstanden: Wir haben einen Kalkstein(Dolomit ist Magnesiumhaltiger Kalk), der mit einem Magma in Berührung kam. Kommen Gesteinsschmelze und Kalk in Kontakt, entsteht das Mineral Diopsid. Das nennt man Kontaktmetamorphose.
ch vermute mal stark, das die vorgeblichen Bergsymbole duch die kristallographischen Richtungen des die Karte aufbauenden Minerals vorgegeben. Denn Kalk bricht spatig,, er hat eine Spaltbarkeit. Dabei bilden sich Spaltrhomboeder mit der Abbildung vergleichbaren Winkeln. Vergleiche Doppelspat, was nichts anderes als ein Spaltrhomboeder aus klarem Calcit ist.
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