Dienstag, 11. November 2008

Zillmer; Findlinge und fossile Bäume, die zweite.

Nochmal zu Herrn Zillmer seiner Stellungnahme:

Ein entsprechendes Szenario beobachtete man 1980 beim Ausbruch des Vulkans Mount Saint Helens im US-Bundesstaat Washington. Die Baumstümpfe wurden in den Spirit Lake gespült und stehen dort senkrecht, als wenn sie in situ gewachsen wären. Die nachfolgenden Schlamm- und Aschemassen begruben diese Baumstümpfe schnell. Und nach der ebenfalls schnellen Erhärtung dieser Schichten entsteht das beschriebene Phänomen. Sollten Geologen in ein paar tausend Jahren keine Kenntnis von dem Vulkanausbruch haben, wird man den blitzschnell gebildeten Gesteinsschichten ein Alter von etlichen Millionen Jahren im Sinne des lyellistisch-darwinistischen Dogmas geben. (Zillmer, Irrtümer der Erdgeschichte, S. 25)
Nun hatte ich dazu geschrieben (Zillmers Kommentare in Rot)

Das würde ich als äußerst unwahrscheinlich ansehen (wirklich? oder nur vielleicht?), denn die hier beschriebenen Ablagerungsmilieus sind den Geologen durchaus auch aus der Erdgeschichte bekannt (Spinnerei, denn keiner kennt die Umstände der Ablagerung in der Erdvergangenheit wirklich) . Man kennt also sehr wohl Vorgänge, in denen mächtige Schichtenpakete innerhalb einer kurzen Zeit (in diesem Fall Minuten und Stunden) entstehen können und kann (wie das denn?) sie oftmals durch eine genaue Geländeaufnahme auch erkennen (man kann zwar Brüche bzw. Verwerfungen und auch Wassertätigkeit erkennen, etc. Aber wie misst er denn die Stunden in der Erdvergangenheit?). Spätestens bei einer faziesanalytischen Untersuchung sollte der bearbeitende Geologe Gewissheit haben (tatsächlich? Also eine Art Stundenbuch der Erdvergangenheit? Dann dürfte ja auch keine Neu- oder Umdatierungen geben). Zillmer baut hier also ein Problem auf, das mit der wissenschaftlichen Wirklichkeit nichts zu tun hat. Und Lahare, also vulkanische Schlammablagerungen und auch die Ablagerungen sogenannter pyroklastischer Ströme sind uns auch aus der Erdgeschichte bekannt (vergleiche Pyroklastische Ströme). Hat keiner bestritten.

Was soll man dazu sagen? Auße,dass Zillmer mal wieder den ahnungslosen gibt. Natürlich kann man, wenn man die heutigen Ablagerungsmilieus erforscht, auch Rückschlüsse auf frühere Bedimngungen machen. Vulkanausbrüche werden sich auch in der Vergangenheit der Erde in ähnlicher Weise abgespielt haben, wie sie es heute tun. Es gibt keinen Grunbd, daran zu Zweifeln. Zumal wenn sich die Ablagerungen so stark ähneln, wie sie es sehr häufig tun. Von daher sind Geologen sehr gut in der lage, aus den gefundenen Ablagerungen auf vergangene Ereignisse zu schliessen. Wenn man aber Zillmers Einwand weiterspinnt, dann würde nicht nur jegliche Geologie als Wissenschaft unmöglich werden, auch Zillmer würde keinerlei Chance mehr haben, seine Ideen zu belegen.

Bemerkenswert sind seine Kommentare zur "Geologischen Geländeaufnahme". Wer seine Bücher mal aumerksam gelesen hat, den verwundern sie nicht. Denn so etwas hat er bisher strikt vermieden.
Zum Thema Faziesanalyse. Genau darum geht es eben nicht. Faziesanalyse ist kein geologisches Stundenbuch, noch ein Datierungsverfahren. Wie kommt Herr Zillmer nur auf dieses schmale Brett? Die Faziesanalyse dient der Feststellung, welcher Fazies ein vorgefundenes Gestein angehört, also unter welchen Ablagerungsbedingungen es entstanden ist.

Ries schreibt, dass ich im dunklen Wald pfeife. Ich habe nicht behauptet, dieses Problem als Erster angesprochen zu haben. Im Gegenteil, es gibt genügend Publikationen über dieses Problem, auchb geologische. Ist es nun kein so grosses Problem für die Geologie, aber eben doch ein kleineres grosses Problem oder wie jetzt?
Es ist genau genommen überhaupt kein Problem. Und das ist es schon sein über 100 jahren nicht, wenn man das Werk von Dawson aufmerksam liest. Und wenn man das tut, wird man schnell merken, dass diese Fossilien ein Problem für jegliche Sintflutverfechter darstellen.

Nur, wenn man ein Problem kennt, hat man – wie Ries und die Geologie allgemein – noch keine Erklärung dafür. Dokumentation und Erklärung sind zwei Paar Schuhe.
Ja, Dokumentation ist noch keine Erklärung. Aber Dawson hat neben einer ausführlichen Dokumentation auch eine schlüssige Erklärung geliefert. Nämlich dass die Fossilien in situ stehen. Sie zeigen deutlich Spuren von Wurzeln im Untergrund, also können sie kaum angeschwemmt worden sein. Vielmehr können sie bei einem Sturmflutereignis ertrunken sein, wie es auch heute noch verschiedentlich bei Dammbrüchen und Sturmfluten passiert.

Probleme erkennen und logisch erklären sind zwei ganz verschiedene Sachverhalte. Ries gibt mir also recht, dass „polystrate“ Baumfossilien mehrere geologische Schichten durchstoßen. Er sieht dies aber nicht als Problem an. Das Problem ist, dass globale


Ja, das will ich nicht bestreiten. Warum auch?

Erscheinungsformen immer durch lokale Szenarien erklärt werden. In vielen Fällen auf der ganzen Welt durchstoßen diese Bäume bis zu zig geologischer Schichten, besonders in Kohle, siehe Abbildung auf Seite 278 in „Irrtümer der Erdgeschichte“ – ein Beispiel von sehr vielen. Hier werden Schichten durchstoßen, die geologisch uralt sein sollen.


Ja und? In vielen Gegenden der Erde und zu vielen Zeiten sind Meere und Flüsse über die Ufer getreten.

Denn nach Ries bzw. der Torfmoor-Theorie von Potonie entstehen Kohleschichten als nacheinander und aufeinander gewachsenen Wäldern bzw. Mooren. Das dauert jeweils lange, man überlege wie viel organisches Material nötig wäre um eine Kohleschicht zu erzeugen.


Wo liegt das Problem?

Dawson, J.W., 1868. Acadian Geology. The Geological Structure, Organic Remains, and Mineral Resources of Nova Scotia, New Brunswick, and Prince Edward Island, 2nd edition. MacMillan and Co.: London, 694pp.

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