Montag, 10. November 2008

Zillmer: Findlinge und Fossile Bäume

Da fällt mir ein: Ich wollte nach der Löschung des Forums auf meiner Seite immer noch mal wieder meine Antwort auf seine Stellungnahme zu meiner Buchrezension der "Irrtümer der Erdgeschichte" bringen. Ich denke, das hier dürfte der angemessene Rahmen sein, mit diesem löblichen Vorhaben zu beginnen.

Fangen wir also mit dem ersten Kapitel an:
Hier zeigt ishc deutlich, dass Herr Zillmer ein kleiner Spassvogel ist, schreibt er doch als Einleitung:

Hinweis des Autors

Die "Rezension" von Gunnar Ries (Ursprungstext schwarz) wird hier kommentiert (roter Text), Untersteichungen des Ursprungstextes wurde nachträglich zur besseren Veranschaulichung vorgenommen.

Leider hält er sich nicht daran. So finden sich Texte, die eindeutig aus meiner Tastatur stammen, bei ihm in rot wieder. Tststs, Herr Zillmer. Ist ihne so die Galle hochgekommen ob meiner kleinen Polemik?

Viel Lärm bzw. Rauch oder auch Haarspalterei wie Ries schreibt soll den Blick auf das Problem verschleiern. Was hat Herr Ries ausgesagt? Banalitäten aus geologischer Sicht umfangreich verpackt, gepaart mit Vermutungen und Halbwahrheiten. Sein Fazit: Das auftreten von einzelnen gerundeten Blöcken belegt alles, nur keine Sintflut in historischer Zeit. Ich hatte u.a. in diesem Fall von von Findlingen geschrieben, die wie gesät auf der Hochebene herumliegen und nicht von einem einzelnen Findling. Und zwar in diesem Fall in über 2000 Meter Höhe im Yellowstone Nationalpark. Ries behauptet (vor Ort war er dort natürlich noch nicht), dass ihre Form als auch ihr Erscheinen auf der Erdoberfläche selber nichts anderes als das Werk der Verwitterung sind. Eine klassische Ferndiagnose: ich weiß es zwar nicht, aber was nicht sein kann wird bezweifelt.

Nun, was soll ich dazu sagen? Außer dass Herr Zillmer anscheinend nicht ganz mitbekommen hat, was ich schrieb. Dass es sich um viele Blöcke handelte, war mir klar. Und ob ich dort war oder nicht, ist nicht weiter relevant. Ich kenne viele Gegenden, beispielsweise aus Afrika (Tansania, Uganda, Nigeria), wo auch Blöcke aus Granit offen auf der Erdoberfläche herumlungern. Und nein, sie werden nicht als Belege für eine Eiszeit gesehen. Warum denn auch? Und nein, eine Flut hat sie auch nicht dort abgelegt. Und ob meine Worte nun Banalitäten sind, weiß ich nicht. Für mich sind sie es, aber wer wie Herr Zillmer über die Wirkungsweise der Verwitterung im Dunkeln tappt? Aber sehen wir weiter, was er schreibt:

Errastische Blöcke bzw. glatt geschliffene Blöcke wie in diesem Fall als das Ergebnis einer Klüftung bzw. physikalischen Verwitterung zu charakterisieren und dann zu schreiben, dass sich nach dieser Verwitterungstätigkeit die Findlinge einer Erosionstätigkeit ohne jedes Anzeichen sehr lange trotzen, ist ein starkes Stück und unverfrorene Polemik. Dort in über

2000 Meter Höhe herrscht eiskalter Winter mit entsprechenden Frost-Tau-Wechseln. Ich wiederhole die Frage: Woher kommen die vielen tonnenschweren, glattgeschmirgelten Findlinge in über 2000 Metern Höhe? Ausreichende Schiebetätigkeit von Wasserfluten kann es dort oben kaum geben, deshalb die abenteuerliche Riessche Verwitterungstheorie. Wie lange bleiben diese Blöcke dort oben erhalten bzw. trotzen der Erosion? Liegen die Blöcke und schon seit der Auffaltung der Rocky Mountains vor angeblich 75 bis 60 Millionen Jahren dort oben, quasi empor gehoben? Ries hat kein Problem mit derart langen Zeiträumen. Als Bauingenieur kann ich mir nicht vorstellen, dass Gesteinsblöcke etliche oder zig Millionen von Jahren ohne Erosionsanzeichen herumliegen. Fazit: Ries hat sich mit dem von mir beschriebenen Fall gar nicht befasst, sondern irgendetwas geologisch Fachliches geschrieben, was im Einzelfall vielleicht durchaus richtig sein kann, aber sich eben nicht als Pauschalurteil bzw. lässig in die Diskussion geworfene Ferndiagnose eignet und zur Kritik im vorliegenden Fall schon gar nicht.



Herr Zillmer hat anscheinend keine Ahnung, was er hier schreibt. Nicht, dass mich das verwundert. Aber gut, ich gehe mit. Und ich erhöhe sogar: Ich behaupte, dass die rundliche Form unserer mitteleuropäischen Findlinge nicht durch das Eis verursacht ist. Sondern das Werk der Verwitterung ist. Aber nicht der physikalischen, wie Zillmer mir unterstellt, sondern der chemischen. Wie gesagt, ich kenne derartige rundliche Blöcke aus Afrika, wo definitiv kein Gletscher im fraglichen Zeitraum (also die letzten 200 Millionen Jahre) beteiligt war. Und genau da kam mein ursprünglicher Text ins Spiel. Die rundliche Form ist typisch für Granit, der von der tropischen Verwitterung bearbeitet wurde. Denn die geht bevorzugt die Ecken und Kanten eines Steines an. Und in den letzten 60 bis 80 Millionen Jahren hatten wir durchaus tropische Verhältnisse in Skandinavien. Das Eis der Eiszeit hat dann die Blöcke nur noch hier abgelegt. Rundgeschliffen hat es da nichts.

Abgesehen davon trugen auch die Rocky Mountains in der Eiszeit eine Eiskappe.
http://www.yellowstonenationalpark.com/glaciations.htm
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