Mittwoch, 21. Januar 2009

Pilzsinter


Pilzförmige Sinter in einer fränkischen Höhle. Eigene Fotos, cc by-nc-nd-2.0 Lizenz

Pilzförmige Sinter finden sich stets in gut ventilierten Bereichen der Höhlen. Der annähernd kreisförmige Hut der kleinen Sinterpilze dokumentiert saisonal gegenläufige Windrichtungen. Diese hübsche Sinterform entsteht durch Aerosoltransport in den Höhlen. Die Aerosole in den Höhlen entstehen meist durch das Zerspratzen von kleinen Tröpfchen, die von den Höhlendecken fallen. Bei dem Zerspratzen wird schlagartig die Oberfläche des Tröpfchens erhöht. Dadurch kannein CO2 Überschuß der Lösung an die Höhlenluft abgegeben werden. Hierdurch wird die Lösung in dem Aerosol übersättigt. Selbst kleinste Luftbewegungen vermögen es, diese übersättigte Aerosole zu transportieren. Trifft diese Luftströmung auf kleine Hindernisse, so kann hier Kalk aus dem Aerosol abgeschieden werden. Mit der Zeit wachsen die Hindernisse und lenken die wandnahe Luftsrömung hufeisenförmig ab. Ein kleiner Luftwirbel entsteht, der die Hutzone bevorzugt mit Lösungsfracht beliefert, nach unten zur Wand hin abgelenkt wird und dann um das Hindernis herum führt.
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