Mittwoch, 28. Januar 2009

Pompeji, 19 Stunden bis zur Ewigkeit

Blick von Pompeji auf den Vesuv. So ähnlich wie die Pinie im Vordergrund kann man sich die kilometerhohe Eruptionssäule des Vulkans vorstellen. Eigenes Foto

Die Katastrophe vom Pompeji ist uns dank der guten Beobachtungen von Plinius dem Jüngeren auch heute noch gegenwärtig. Dazu kommen noch die Erkenntnisse der Archäologen, welche die Überreste der alten römischen Stad beim heutigen Neapel ausgraben. Und je mehr man sich mit der Geschichte beschäftigt, desto grauenvollere Details aus den letzten Stunden der Bewohner Pompejis komen an das Tageslicht. So beispielsweise die Geschichte der Familie von Julius Polybius, einem reichen Kaufmann mit luxuriöser Villa. Seine Familie, zu der auch die hochschwangere Fraunseines Neffen gehört, ist nicht in kopfloser Flucht aus der Stadt gestürmt, als der Berg vor der Stadt beschloß, Amok zu laufen. Das war auch nicht ratsam, denn auf dem freien Feld waren die Menschen dem Bombardement aus dem berg vollkommen schutzlos ausgeliefert. Heiße Asche und vor allem die größeren vulkanischen Bomben dürften die meisten der Flüchtlinge erschlagen haben. Nein, sie blieben im Haus, wo sie vor den gefahren aus der Luft erst einmal relativ sicher waren. relativ, denn der Vulkan hatte noch mehr auf Lager. Mit der zeit regnete sio viel Asche auf das Dach des Hauses, dass es einstürtzte. Die Famile zog sich daher in Bereiche mit einenm steileren Dach zurück, auf dem keine Asche liegen blieb, und das daher nicht einsturtzgefährdet war.

Ablagerungen des Vesuvausbruchs von 79 n.Chr. bei der Nekropole Pompejis. Oberhalb einer Aschenlage, die aus der plinianischen Säule und der daraus resultierenden Aschenwolke ausgefallen ist, sind die Ablagerungen eines pyroklastischen Stromes zu sehen. Eigenes Foto

Man mag sich die Verzweiflung nicht vorzustellen. Der Berg bliess seine Eruptionssäule unter ohrenbetäubendem Getöse bis auf 32 Kilometer in den Himmel, wo sie die Sonne verdeckte und Asche und Gesteinsbrocken herabregnen lies. Im hinteren Bereich des Hauses konnten sie bis in die frühen Morgenstunden des 25 August relativ sicher überleben, aber dann brach die gewaltige Säule aus heißen Gasen und Asche in sich zusammen. als eventuell der Gasdruck nachlies, oder sich der Schlot erweitert hatte. Die Folgen waren tödlich. Eine Mischung aus heißen Gasen und Gesteinspartikeln, ein so genannter pyroklastischer Strom, raste mit mehreren 100 Kilometernm pro Stunde den Hang des Vulkans herab, genau auf die Stadt zu, überrannte die Stadtmauer und fegte alles weg, was sich ihm in den Weg stellte. Der pyroklastische Strom traf von Norden her den hinteren teil des Hauses. Heiße Gase und Asche drangen durch Ritzen und töteten alle Menschen in sehr kurzer Zeit. Und wer den ersten Schlag überlebte, den trafen die nachfolgenden Ströme, denn immer wieder brach die Eruptionssäule in sich zusammen und ließ erneut einen pyroklastischen Strom auf die Umgebung los.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,602458-2,00.html
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