Freitag, 23. Januar 2009

Sinter: Excentriques


Für die Entstehung der Pilzsinter (und Teil 2) war sowohl eine jahreszeitlich wechselnde Bewegungsrichtung des Aerosols in der Höhle vorbedingung als auch die Entwicklung einer laminaren Grenzschicht der Luftströmung an den Höhlenwänden. Die Aerosole werden aber auch außerhalb diser Grenzschicht transportiert. In diesem Fall sind dann nur die Bewegungsrichtung und die Position eines etwaigen Hindernisses für die Abscheidung der Aerosolfracht entscheidend. Eine Bündelung an bestimmten Punkten des Hindernsisses wie im Falle des Hufeisenwirbels um die Pilze tritt in diesem Fall nicht auf. Unter günstigen Bedingungen können sich so an Hindernissen wie Sinterröhrchen dünne, zufallsorientierte fingerartige Strukturen aus Sinter bilden; Excentriques. Die obige Aufnahme stammt aus dem Geisloch bei Oberfellendorf (Franken). Durch die Aufarbeitung älterer Sinter ist die Lösungsfracht dieser Höhle für Franken extrem arm an Magnesium. Daher sind die Sinterröhrchen und auch die Excentriques hier fast reine und grobkristalline Calcitsinter. Die Excentriques bilden sich während erhöhter Tropfphasen und sind ebenso wie die Röhrchen hier weiß und durchscheinend. Dies macht das Geisloch zu einer der schönsten Höhlen die ich kenne.

Der selbe Excentrique noch einmal mit frontalem Blitz. (Bilder unter CC-by-nc-nd 2.0)

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