Donnerstag, 22. Januar 2009

Rückseite des Mondes

Vollmond, von Luc Viatour. CC by-2.5 Lizenz
Das der Mond uns beständig nur eine Seite zudreht, das dürfte allgemein bekannt sein. Das liegt daran, dass unser treuer Begleiter in der selben Zeit, die er für eine Umrundung unsrer Erde benötigt, sich auch einmal um sich selber dreht. Das bedeutet, dass auch bezogen auf seine Bewegungsrichtung um die Erde eine Seite vorne und eine Seite hinten liegt. Ähnlich wie die Windschutzscheibe eines Autos in fahrt sollte die Vorderseite auch entsprechend mehr Meteoriten einsammeln als die das Heck. Nach Untersuchungen von Mark Wieczorek und Matthieu Le Feuvre vom Institut für Geophysik in Paris ist das auch für die jüngeren Krater, während ältere sich vermehrt auf der hinteren Seite finden. Aus den Untersuchungen von 46 Kratern konnten sie auch den Zeitraum abschätzen, an dem sich der Mond in die heutige Position drehte. Vor rund 3.9 Milliarden Jahren soll demnach ein großer Asteroid auf dem Mond eingeschlagen sein und weingen zehntausend Jahren die Drehung des Mondes an die Umlaufzeit angepasst haben. Der gedanke ist so neu allerdings auch nicht. Denn die Gravitationsanomalie der heutigen erdzugewandten Seite ist schon länger bekannt. Diese seite ist schwerer als die Rückseite, was hauptsächlich den Mondmaren zuzuschreiben ist. Die ungleiche Gewichtsverteilung dürfte zu einer nicht zu unterschätzenden Unwucht des Mondes geführt und die Rotation schliesslich stark abgebremst haben.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/299624
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