Dienstag, 13. Januar 2009

Wahrsager: Überprüfung unerwünscht

Die Überprüfung der Vorhersagen von Wahrsagern hat sich Michael Kunkel auf die Fahne und seinen Blog geschrieben. Dass die allermeisten Vorhersagen entweder trivial (Erdbeben in Indonesien etc.) , mehrdeutig oder schlicht falsch sind, macht die Arbeit gerade am Jahresende hier nicht einfacher. Hinzu kommt noch, dass so manchem Wahrsager anscheinend die magere Trefferquote nicht so richtig in den Kram passt. Nein, nicht dass daraus dann die Lehre gezogen wird, in Zukunft entweder mit Vorhersagen vorsichtiger zu sein oder sie besser gleich ganz zu lassen. Nein, wo kämen wir denn da auch hin. Was also macht der wahrsager von Welt? Er verbietet einfach die Überprüfung. So auch dieser paranormale Zeitgenosse, der Michael Kunkel juristisch verbieten möchte, die nicht eingetretenen Vorhersagen zu erwähnen. Also hat er Herrn Kunkel aufgefordert, alle Zitate oder Verlinkungen auf die Vorhersagen von sich gefälligst zu löschen, andernfalls würde er einen Medienanwalt einschalten. Dieser freundlichen Aufforderung wurde nachgekommen. Allerdings genügte das dem Wahrsager wohl nicht, denn auch weiterhin wurden die nicht eingetroffenen Vorhersagen erwähnt. Bleibt abzuwarten, ob wirklich ein Medienanwalt eingeschaltet wird, denn zitieren ist, so weit meine eigenen bescheidenen rechtlichen Kenntnisse hgier reichen, nicht verboten. Und die Vorhersagen wirden ja selbst im internet dem Publikum zugänglich gemacht. Man muss also kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass sich unser paranormal Begabter hier vermutlich selber auf rechtlich dünnem Eis bewegt. Man könnte natürlich auch zu der Feststellung gelangen, dass nur getroffene Hunde bellen...
Ich drücke Herrn Kunkel jedenfalls die Daumen. Es wäre schlimm für jeden von uns, wenn man einmal coram publico abgegebene Vorhersagen (nicht nur im paranormalen Bereich) und Behauptungen nicht überprüfen und gegebenfalls widerlegen dürfte.
Update: Herr D., verschwundene Prognosen, taggenaue Treffer und ein Deja-Vu
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