Dienstag, 3. Februar 2009

"Was geschah vor 12.000 Jahren?" fragt Gernot L. Geise

Neues von meinem "Freund" Gernot Geise
Herr Geise treibt sich ja gerne mal an den dunklen Rändern der Geowissenschaften herum. Meistens ist sein Geschwurbel ja nicht mehr als amüsant, wenn er beispielsweise über die angebliche Mondlandung fabuliert. Mit seinem Hang zum Katastrophismus betritt er jedoch "mein Territorium" und wird also zum Blog-Thema. Schauen wir uns also einmal an, was seiner Meinung nach so vor 12 000 Jahren passiert ist.


In der Wissenschaft ist es heute unumstritten, dass zu jenem Zeitpunkt eine kataklysmische Katastrophe die Erde überfiel und die bis dahin herrschende Eiszeit beendete.

Im Ernst. Welche Katastrophe nimmt "die Wissenschaft" denn da an? Mir ist da nichts bekannt. Das Ganze ist also nichts mehr als eine unbelegte Behauptung.

Dabei ist natürlich allein die Vorstellung, vorher habe Eiszeit geherrscht, eine reine Annahme. Es wird gerade umgekehrt gewesen sein: Als Folge der Katastrophe erfolgte kurzzeitig eine Schneezeit, die bald darauf wieder abklang.

Ja, klar. Und diese kurze Schneezeit hat dann die ganzen Phänomene der Eiszeit verursacht. Als da wäre Endmoränen, Stauchendmoränen, Gletscherschrammen auf Großgeschieben und so weiter.
Dass unsere Katastrophisten gerne die Eiszeiten streichen wollen, ist ja nichts neues. Aber sie ignorieren dabei fleissig deren Belege. Das ist dann schon so eine Art dogmatische Blindheit, möchte ich meinen. Denn bisher konnte mir keiner unserer Freunde erkären, wie denn eine Schneezeit (!) diese Phänomene erzeugen könnte.

Ein weiterer Hinweis auf eine Vergletscherung zumindest Norddeutschlands sind die Gletscherschrammen, zum Beispiel die von Rüdersdorf. Sie dienten schon TORELL als Beweis für eine Vergletscherung und trugen viel dazu bei, daß sich die Gletschertheorie gegen die Drifttheorie von LYELL durchsetzte. Hier finden sich nicht nur Schrammen, sondern auch Gletschertöpfe. Nachdem die ursprünglich von TORELL gedeuteten dem Abbau zum Opfer fielen, konnten in jüngerer Zeit entdeckte gerettet werden. Derartige Schrammen finden sich auch mitunter an Geschieben, so z.B. dem Damestein in Dänemark.
Gletscherschrammen kommen im norddeutschen Vereisungsgebiet öfter vor, als man vielleicht glauben mag. So wurden sie auch auf dem Kohlenkalk bei Ratingen nordöstlich von Düsseldorf nachgewiesen. Außerdem gibt es in Nordrhein-Westfalen noch viele andere Stellen mit Gletscherschrammen. So finden sie sich in der Kiesgrube Kater, Detmold-Hiddensen, in der Saarner Mark zwischen Wedau und Großenbaum und am Blauen See bei Ratingen.

Überhaupt kann man die schönsten tektonischen Erscheinungsformen häufig in den quartären Gletscherablagerungen beobachten. Ein weiteres schönes Beispiel stellt der "Muskauer Faltenbogen dar. In dieser riesigen Stauchendmoräne finden wir Schuppentektonik, Diapire und Faltenbildung in einer Dimension von 100 bis 300 Metern.

Rezente Bildung von Stauchendmoränen kann man beispielsweise auf Island beobachteten.

Unzählige Autoren verlegen den Untergang des legendären Atlantis ebenfalls in diesen Zeitraum - auch das ist nicht belegbar, sondern nur aufgrund weniger Hinweise rekonstruiert, also angenommen.

"Erschwurbelt" wäre sicher treffender.

Doch die Wissenschaft reagiert auf solche Aktivitäten ablehnend, denn (am offensichtlichsten erkennbar in der Ägyptologie) „woher wollen diese Laien das denn wissen, sie haben es ja nicht studiert!“. Mit solchen Killer-Phrasen wird den Außenseiter-Forschern ihre Fähigkeit zum eigenständigen Denken direkt abgesprochen. Dr. Horst Friedrich hatte sich schon vor rund zehn Jahren über diese Art der schulwissenschaftlichen Ignoranz aufgeregt, bis heute hat sich jedoch nichts daran geändert. Die einmal aufgestellten Dogmen sind als Tatsachen festgeschrieben und dürfen nicht in Zweifel gezogen werden, auch wenn sich immer mehr Widersprüche auftun.

Die Wissenschaft reagiert nicht auf den Laienstatus ablehnend, sondern darauf, dass sich die betreffenden Personen keinerlei Mühe gemacht haben, die herkömmlichen Theorien auch nur ansatzweise zu verstehen.

Brüchmann besorgte sich Sandproben von den unterschiedlichsten Wüstengegenden und verglich sie, wobei er feststellte, dass die Sandkörner identisch sind, obwohl das aufgrund der unterschiedlichen Gesteinsmaterialien recht unwahrscheinlich sein müsste, wenn der Sand sich daraus durch Erosion gebildet haben soll.

Hier ist so ein Beispiel. Denn einen Geologen verwundert das überhaupt nicht. Sand besteht aus einem einfachen Grund zum größten Teil aus Quarz, auch wenn die ursprünglichen Ausgangsgesteine noch andere Minerale enthielten. Quarz ist eines der widerstandsfähigsten Minerale. Andere häufige gesteinsbildende Minerale wir Feldspäte verwittern erheblich leichter. Das wurde hier im Blog ja schon einige Male gezeigt.

Hinzu kommt, dass die Sandkörner merkwürdigerweise keine Erosionserscheinungen zeigen. Das heißt, es gibt keinen Sand, der zu Staub zerrieben wurde, was - legt man jahrmillionenlange Erosion zugrunde - unmöglich sein muss.

Dann hat er sich die Sandkörner noch nie genau angesehen. Unter dem Elektronenmikroskop lassen sich diverse Spuren der Lösung, von Neuwachstum und von mechanischem Abrieb beobachten. Und den Staub, den kann ein jeder finden, wenn er bis nach Europa geweht wird, wo er zu den bekannten Phänomenen des "roten Schnees" führt. Oder wenn er von Satelliten beobachtet wird, wie er über den Atlantik bis in das Amazonasbecken geweht wird.

Dabei darf man sich die Erdoberfläche nicht so vorstellen, wie sie heute aussieht. Sie dürfte überwiegend aus einer gleichmäßigen Verteilung von flachen Festlandssockeln, umgeben von ebenso flachen Meeren, bestanden haben, wobei das Festland aus ausgedehnten gleichmäßigen Sumpflandschaften bestand, aus denen sich nur vereinzelt einige Vulkane erhoben, und die von vielen kleinen und größeren seichten Seen unterbrochen waren.

Was leider überhaupt nicht mit den entsprechenden Gesteinen übereinstimmt. Aber seit wann haben Feldbefunde unsere Schwurbelkönige jemals gestört?

Die weitaus dichtere Lufthülle erzeugte einen globalen meteorologischen Hochdruck, der für die gleichmäßigen globalen Temperaturen mitverantwortlich war, denn es weiß jeder aus Erfahrung, dass ein Hochdruckgebiet keine Wolken und damit keinen Regen produziert.

Davon hat Herr Geise also auch keine Ahnung.

Es kann deshalb damals kein Wetter, keine Wolken gegeben haben (und damit auch kaum Flüsse, die abgeregnetes Wasser zurück in die Meere befördern konnte), gleichmäßige subtropisch heiße Temperaturen von Pol zu Pol.

Nein, keine Wolken, kein regen, keine Flüsse. Aber flache Sumpflandschaften. Und wer hat dann die Landpflanzen bewässert? Freundliche Marsmenschen mit einer Gießkanne?

Aus dem Explosionszentrum werden nach allen Seiten freie Elektronen abgestrahlt, die spontan von den umgebenden Stickstoffatomen der Luft ,eingefangen’ werden. Die zusätzlichen Elektronen werden derart in die Elektronenschalen der Stickstoffatome eingebaut, dass sich ein (im Periodischen System der Elemente benachbartes) anderes chemisches Element bildet: Es entsteht Silicium.

Au weia! Wenn ich Stickstoff zwei Elektronen in die Schale packe, habe ich immer noch Stickstoff. Allerdings als zweifach negativ geladenes Ion.

So, und jetzt muss ich mir erstmal die Lachtränen trocknen.
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