Dienstag, 17. März 2009

Fremdbstimmtes Bild der Tochter

Ich glaube, wir waren alle schockiert über die Nachrichten und Bilder, welche uns letzte Woche aus Winnenden erreichten. Aber das Ereignis will ich hier überhaupt nicht weiter kommentieren. Vermutlich ist alles gesagt, wenn auch wohl noch nicht von allen. Den Betroffenen in ihrem Schmerz wird oftmals durch die Sensationslüsternheit der Presse (nein, ich will das Blatt mit den vier Buchstaben nicht nennen, es steht da wohl auch nicht allein) noch zusätzlich und vorsetzlich Schmerz zugefügt. Sie fühlen sich bedrängt und in ihrer Trauer missachtet, wenn Bilder ihrer getöteten Kinder von der Presse aus den einschlägigen Internetportalen herauskopiert und coram publico ausgebreitet werden. Vermutlich hätten sie selber niemals die Erlaubnis dazu gegeben. Aber wann hat sich die Boulevardpresse schon an Gefühle von Opfern oder an deren zu schützende Identität gehalten? Das Problem ist einfach, dass viele Schüler (und auch Erwachsene, da bin ich sicher keine Ausnahme, man muss sich ja nur diesen Blog und andere Seiten von mir ansehen) eine beachtliche Schaumspur im Internet hinterlassen, der die Medien im Falle eines Falles allzu gerne folgen. Ohne Rücksicht auf Copyright, von den Gefühlen der Betroffenen ganz zu schweigen. Das sollte allen, auch Schülern klar sein. Und Eltern sollten das auch mit ihren Kindern besprechen. Alle Dten, die man ins Internet stellt, sind dort für voraussichtlich ewige Zeiten einsehbar. Das gilt für Partybilder, die ein eventueller Arbeitgeber besser wohl nicht zu Gesicht bekommt ebenso wie für Fälle wie jetzt in Winnenden. Wobei man meiner unbescheidenen Meinung nach den Medien mal ganz gehörig auf die gierigen Finger klopfen sollte. Auch wenn das bei dem ernsten Anlass vielleicht überspannt klingt; Denkt immer daran, dass andere diese Daten auch ohne eure Einwilligung nutzen könnten und ihr eventuell dann keine Chance mehr habt, sie zurückzuholen. dass dann andere über die Verwendung eurer Daten un das euer Bild in der Öffentlichkeit gebieten könnten. An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass mein Mitgefühl den Betroffenen gilt.
Das fremdbestimmte Bild der Tochter
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