Dienstag, 31. März 2009

Giftige Aga Kröten; es gibt Hoffnung

(Wikimedia commons; User Bigdee, CC-by-3.0 Lizenz)
Bislang schienen die Aga-Kröten in Australien unaufhaltsam zu sein. Kaum ein Tier konnte den hochgiftigen Froschlurchen Widerstand leisten. Die um 1935 dort eingeführten Kröten sollten eigentlich Zuckerrohrschädlinge bekämpfen. Allerdings stellte sich das als ein Trugschluß heraus, stattdessen entwickelten die Kröten einen unbändigen Appetit auf alles was in Australien kreucht und fleucht, während ihre potentiellen Freßfeinde an ihrem Gift reihenweise zugrunde gingen. Um wenigstens den Vormarsch der Froschlurche ein klein wenig zu stoppen und der bedrängten australischen Tierwelt eine kleine verschnaufpause zu gönnen, werden in regelmäßigen Abständen alle erreichbaren Kröten von Freiwilligen eingesammelt und getötet, so wie jüngst, als Ende März wieder die Jagd auf die Kröten eröffnet war. Allerdings sind diese Aktionen immer nur von sehr begrenzter Wirkung gewesen und konnten den Siegeszug der Kröten kaum gefährden. Jetzt scheint den Menschen und den bedrängten Tieren in Australien von unerwarteter Seite Hilfe zu komen. Fleischameisen der gattung Iridomyrmex reburrus. Diese Ameisen leben bevorzugt an seen und Bächen und sind tagsüber unterwegs. Eine Tatsache, der die meisten australischen Lurche mit Nachtaktivität begegnen. Nur die gierigen Kröten nicht. Besonders die Jungtiere sind ebenfalls am tagaktiv, und fatalerweise bevirzugen sie ähnliche Lebensräume. Daher greifen die Ameisen verstärkt junge Aga Kröten an, während die einheimische Lurchfauna unbehelligt bleibt.
Ward-Fear, G. et al: Maladaptive traits in invasive species: In Australia, cane toads are more vulnerable to predatory ants than are native frogs. In: Functional Ecology 10.1111/j.1365-2435.2009.01556.x, 2009.
Ameise stoppt Kröten Kreuzzug
Ameisen gegen giftige Kröten
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