Mittwoch, 4. März 2009

Nochmal Glück gehabt

Das hätte ganz schön hübsch gerumpelt, aber wir sind wohl noch einmal mit einem Warnschuss davon gekommen. Am Montag nachmittag hat der erst am Freitag von Robert McNaught entdeckte auf rund 21 bis 47 Meter Durchmesser geschätzte Himmelskörper hätte bei einem Volltreffer wohl die vergleichbare Wirkung wie das bekannte Tunguska-Ereignis gehabt. Die damalige Explosion hatte eine Sprengkraft von ca. 10 bis 15 Megatonnen TNT, also das 1150-fache der Atombombe, die auf Hiroshima abgeworfen wurde. Manche gehen sogar von 50 Megatonnen aus, was ungefähr der stärksten jemals gezündeten Atombombe vergleichbar ist. Mehr als ausreichend, um selbst eine große Stadt auszuradieren. Vor rund 50 000 Jahren schlug ein ähnlich großer Eisenmeteorit in Nord Arizona ein und schuf den Barringer-Krater. Er schlug mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 40.000 km/h ein. Der Einschlag verursachte eine Explosion, die dreimal so stark wie das berühmte Tunguska-Ereignis war. Es wurden ungefähr 175 Millionen Tonnen Gestein weggeschleudert und dadurch ein ursprünglicher Krater von 1.200 Metern Durchmesser und 170 Meter Tiefe freigelegt; dabei wurden auch 30 Meter große Kalksteinblöcke herausgeschleudert. Am Einschlagpunkt wurde das Material aufgeschmolzen und verdampft, so dass neue Mineralien gebildet wurden, unter anderem Diamanten und Lonsdaleiten. Der Einschlag führte zu einem Erdbeben der Stärke 5,5 auf der Momenten-Magnituden-Skala.

In einem Umkreis von vier Kilometern wurde alles Leben ausgelöscht, der entstandene Feuerball breitete sich auf 10 Kilometer aus, die Schockwelle verwüstete mit einer Geschwindigkeit von 2.000 km/h alles im Umkreis von 14 bis 22 km, außerhalb erreichte sie noch Hurrikanstärke bis zu einer Entfernung von 40 Kilometern. Trotz dieser gewaltigen Zerstörungen hatte der Einschlag jedoch keine globalen Auswirkungen und die Region wurde von der lokalen Flora und Fauna bereits innerhalb eines Jahrhunderts neu besiedelt.

Diesmal hatten wir Glück und konnten den Vorbeiflug aus sicherer Distanz beobachten. Doch bei der kurzen Vorwarnzeit ist es fraglich, ob wir überhaupt irgendwelche Maßnahmen hätten treffen können, um die gefährdete Region und die dort lebenden Menschen hinreichend zu schützen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,610840,00.html




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