Montag, 11. Mai 2009

Dinosaurier im Paläozän?

Schon vor einiger Zeit fand ich einen Artikel des Paläontologen James Fassett im Geological Society Special Paper (Fassett, J.E., Zielinski, R.A., and Budahn, J.R. 2002. Dinosaurs that did not die: Evidence for Paleocene dinosaurs in the Ojo Alamo Sandstone, San Juan Basin, New Mexico, p. 307-336. In Koerble, C. and McLeod, K.G. (eds.), Catastrophic Events and Mass Extinctions: Impacts and Beyond. GSA Special Paper 356) über Dinosaurier, die möglicherweise die Katastrophe(n) am Ende der Kreidezeit überlebt und noch einige Zeit im beginnenden Tertiär gelebt haben. Das schien mir damals als ein Anzeichen dafür, dass es für das Aussterben der Dinosaurier nicht nur eine einzelne Ursache gegeben hat, sei sie auch als Katastrophe noch so gewaltig. Leider wird in den Medien meist nur über den Asteroideneinschlag berichtet, Katastrophen sind nun einmal sexy, zumindest in den Medien. Auch wenn mittlerweile die Fraktion der Anhänger multipler Ursachen (oder auch der Vulkanhypothese) wieder etwas mehr Gehör findet. Bleiben wir bei den überlebenden Dinosauriern. Da nach den Autoren ausgeschlossen werden kann, dass es sich bei den Konochen in den tertiären Ablagerungen schlicht um umgelagerte Fossilien älterer, kreidezeitlicher Sedimente handelt, dürften die Umstände am Ende der Kreidezeit zumnindest auf lokaler Ebene nicht zu tödlich für die Tiere gewesen sein. Eine Vermutung war, dass die Tiere als Eier die Zeit direkt nach der Katastrophe überlebt haben könnten. Als Modellvorstellung kann man den heutigen Komodo-Waran nehmen, der für von der Eiablage bis zum Schlüpofen rund 8 1/2 Monate benötigt. Eier, die also kurz vor der Katatsrophe abgelegt wurden, hatten also demnach etwas Zeit, die allzu lebensfeindlichen Monate direkt nach dem Einschlag zu überdauern. Eventuell sogar noch etwas mehr, wenn Dinosauriuer längere zeit für die Entwicklung im Ei benötigten. Bleibt noch die Frage der genauen datierung der Sedimente, in denen die Überreste der Dinosaurier sich befanden. Hier schient Fassett jetzt neu nachgelegt zu haben.
James E. Fassett: NEW GEOCHRONOLOGIC AND STRATIGRAPHIC EVIDENCE CONFIRMS THE PALEOCENE AGE OF THE DINOSAUR-BEARING OJO ALAMO SANDSTONE AND ANIMAS FORMATION IN THE SAN JUAN BASIN, NEW MEXICO AND COLORADO. Paleontologica electronica, Vol. 12, No. 1.
Überlebten Dinosaurier die Katastrophe?

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