Freitag, 5. Juni 2009

Forschungsreaktoren und Nuklearmedizin

Den meisten Menschen ist die Nukleartechnik spätestens seit dem Unglück von Tschernobyl ein Dorn im Auge. Diese starke Skepsis gegen die Atomtechnologie hat aber auch ihre Schattenseiten. Die Medizin ist dringend auf radioaktive Stoffe für Diagnostik und Therapie angewiesen. Beispielsweise im Bereich der Krebsmedizin. Bei Knoten in der Brust wird mit Hilfe von schwach radioaktivem Technetium geprüft, ob der Tumor schon in die umgebenden Lymphknoten gestreut hat. Dieses Technetium wird aber in nur 5 Forschungsreaktoren auf der ganzen Welt hergestellt, die alle so langsam in die Jahre kommen. Altersschwäche der über 40 Jahre alten Anlagen sorgt in den letzten Jahren ständig dafür, dass nur wenige Anlagen arbeiten und dass daher der Nachschub an Technetium ins stocken gerät. Eine Möglichkeit wäre, den relativ jungen, erst 2004 in betrieb gegangenen Forschungsreaktor Garching II auf die Herstellung von radioaktivem Molybdän und damit für die Herstellung des dringend benötigten Technetiums auszubauen.
Reaktoren für den Kampf gegen Krebs. Spektrum online
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