Montag, 8. Juni 2009

Schienennetze als Seismografen?

Auf den ersten Blick klingt es eigentlich einfach. Viele Schienennetze in der Welt sind bereits mit Sensoren ausgestattet, die Erschütterungen, wie beispielsweise Erdbeben, feststellen können und damit auch schnell deren Stärke, das Epizentrum und zu erwartende Schäden erfassen. dadurch könne nicht nur Züge rechtzeitig gestoppt werden, bevor sie durch gebrochene Schienen oder verschüttete Tunnel in Gefahr geraten (ein vergleichbares System existiert in Japan zum Schutz des Hochgeschwindigkeitszuges vor Erdbeben). Mit Hilfe des Schienennetzes sollte es auch möglich sein, Entwicklungsländer flächendeckend und dabei kostengünstig seismisch zu überwachen. Der Teufel liegt aber mal wieder im Detail. Schienen sind anfällig für Erschütterungen, und man muss die Erschütterungen von Zügen, die sich ja auf ihnen bewegen, eindeutig von Erschütterungen unterscheiden, die von Bebenwellen stammen. Lokal können die aber deutlich schwächer sein, als die vom gerade auf den Schienen fahrendem Güterzug. Und das könnte einen totalen Umbau der Gleisanlagen bedingen. Was ein System wieder unerschwinglich für die meisten Länder macht. Trotzdem halte ich die Idee für Wert, weiter verfolgt zu werden.
Schienennetz als größter Seismograf der Welt. Die Welt, 05. Juni 2009.
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