Mittwoch, 26. August 2009

Die Lampen-Verschwörung!


Achtung Trollfutter!
Man kann ja vieles gegen die neuen Energiesparlampen haben. Manchen ist ihr Licht zu kalt und zu künstlich. Allerdings gibt es auch Energiesparlampen, die ein warmes Licht produzieren, ja, sogar dimmbare Energiesparlampen gibt es mittlerweile. Sie sind teurer als herkömmliche Glühbirnen, sollen aber auch länger halten (was eventuell, je nach Verwendung, übertrieben sein kann). Und sie enthalten Schadstoffe, dürfen daher nicht in den normalen Hausmüll. Letzteres wäre eigentlich ein Hauptargument gegen sie. Denn wie ich meine Zeitgenossen einschätze, werden viele der Energiesparlampen trotzdem ihren Weg in die ganz normale Mülltonne finden, womit der Umweltschutzgedanke letztlich ad absurdum geführt wird. Man sieht also, die Diskussionen für und wider die Energiesparlampen sind noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn die EU sich daran macht, die alten Glühbirnen langsam (oder schneller, je nach deren Leistungsbereich) bis 2012 zu verbannen. Da können die üblichen Trolle und Esoteriker natürlich nicht zurückstehen. Focus online und Welt online, beide eigentlich nicht besonders trollverdächtig, haben ihnen bereits den nötigen Raum zur Verfügung gestellt. Sie haben einen Agenturtext übernommen, der ursprünglich von der Neuen Osnabrücker Zeitung stammt. Darin durfte der Heidelberger Arzt Alexander Wunsch seine etwas unkonventionelle Sicht der Dinge verbreiten. Er behauptet, dass das Lichtspektrum der Energiesparlampe allerlei Krankheiten von Herz-Kreislauf Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose bis hin zu diversen Krebserkrankungen begünstigen würde. Im Gegensatz zu den Glühbirnen, die für ihn die "natürlichste Lichtquelle der Welt" sind. Die schädlichen Wirkungen der Energiesparlampen sollen "bei falschem Umgang" auftreten. Wobei er sich darüber ausschweigt, was denn dieser "falsche Umgang" genau ist. Die Ursache sei eine "fehlgesteuerte hormonelle Anpassung". Was das genau sein soll, erfahren wir leider auch nicht. Wann hat schon einmal ein Troll die Hosen heruntergelassen? Wo kämen wir denn da hin? Der Chef der Uni-Augenklinik, Johann Roider in Kiel stellt dazu auch nur fest, dass hier ein Spiel mit der Angst der Menschen getrieben wird. Derartige Aussagen würden keiner kritischen Überprüfung stand halten. Das Leuchtstoffröhren schon seit Jahrzehnten in allerlei Anwendungsbereichen ohne Beanstandungen betrieben werden, scheint hier auch nicht zu stören. So gedeihen meine Fische schon seit mehr als 20 Jahren unter einer ganz prächtig. Ich bin mir aber sicher, dass die üblichen Verdächtigen und Verschwörungstheoretiker auch nach diesem schönen fetten roten Hering gierig schnappen werden. Na denn, wohl bekomms!
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