Mittwoch, 30. September 2009

„Tag der Steine in der Stadt“ 2009 in Berlin

„Tag der Steine in der Stadt“ 2009
in Berlin und der z.T. auch weiteren Umgebung

Wie bereits vielfältig 2008 soll auch in diesem Jahr an diesem Tag die Aufmerksamkeit
auf die Steine im Alltag der Stadt - an den Fassaden, dem Pflaster, den Sockeln von
Denkmalen etc. - gelenkt werden. Wie im letzten Jahr haben sich fachübergreifend vom
Künstler über den Steinmetzen bis zum Geowissenschaftler einige Kenner
zusammengefunden; sie bieten eine Reihe von unterschiedlichen Veranstaltungen in Berlin
umgebenden Bundesländern an.

Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.
Prof. J . H. Schroeder, Koordinator

Berlin
In/mit der „Urania“, An der Urania 17, Berlin-Schöneberg
U-Bahnhöfe Nollendorf- oder Wittenbergplatz, zahlreiche Busverbindungen
Ausstellung:„Steinskulptur heute“ Neue Werke aus verschiedenen Gesteinen
Silvia Christine Fohrer und Rudolf J. Kaltenbach, Berlin
Eröffnung: Bereits am Freitag, den 02.10.09, 19.00
Zu besichtigen bereits ab 25.09. und bis zum 16.10.09

Vorträge: Freitag 16.10.09
17.30 Dr. Angela Ehling, Bundesanstalt für Geowissenschaften u. Rohstoffe, Berlin
„Berlin – eine Sandsteinstadt?“
Rund um Berlin gibt es keine gewinnbaren Baugesteine. Woher kamen die
Sandsteine; z. B. am Stadtschloss oder am Brandenburger Tor? Welche Sandsteine
verwendete man in der Regierungszeit Friedrichs des Großen? Welche in den
Gründerjahren - für den Reichstagsbau? Wie wurden die schweren Steine damals
transportiert? Wie gehen wir heute damit um? Woher kommen die Sandsteine heute,
z. B. am Bundeskanzleramt?

18.30 Andreas Rentmeister Dipl. -Ing., Restaurator, steinhof -restaurierung, Werkstatt
für Steinrestaurierung, Berlin
"Steine in der Stadt: Verwitterung, Zerstörung und Erhaltung -
Einblicke in die Restaurierungspraxis"
In unserer Stadt begegnen wir tagtäglich Natursteinen. Eine unglaubliche Vielzahl
an wertvollen steinernen Zeugnissen unserer Geschichte und Kultur umgibt uns. Wir
laufen auf ihnen, flanieren zwischen ihren Fassaden und erfreuen uns an ihrem
Farbenspiel und ihrer vielfältigen Gestaltung. Doch auch Natursteine halten nicht
ewig, sie verwittern, werden beschädigt oder gar zerstört.
Der Erhaltung und der Restaurierung von Skulpturen oder Fassaden, Grabmalen oder
Reliefs, gilt heute unserer besonderen Aufmerksamkeit. Anhand von Beispielen
restaurierter Objekte, wie der Alten Nationalgalerie, dem Admiralspalast, den
beiden Marmorgenerälen Dennewitz und Scharnhorst oder der Tuileriensäule auf
Schwanenwerder wird die tägliche Arbeit des Steinrestaurators – von der
Schadenserfassung über Voruntersuchungen und Testversuche bis hin zur
Restaurierung und Dokumentation vorgestellt.

19.30 Wolfram Bleis, Dipl.- Ing, Architekt BAK, Rathenow
„Wandernde Steine“
Der Vortrag führt zurück in das 12. Jahrhundert, in die Zeit der Christianisierung
und damit eng verbunden in die Zeit der Einführung der Steinbauweise in der Mark
Brandenburg. Am Beispiel davon Bauwerken im Elb-Havel-Winkel zwischen den
Domen von Havelberg und Brandenburg soll gezeigt werden, dass nicht nur
„jungfräuliches“ Steinmaterial frisch aus dem Steinbruch auf kürzere oder längere
Reisen zu neuen Baustellen in „neue“ Länder geschickt wurde, sondern dass auch
bearbeitete, d.h. „fertige“ Werkstücke, die manchmal bereits Jahre, Jahrzehnte oder
auch Jahrhunderte Teil anderer Bauwerke waren, auf den neuen Baustellen
verwendet wurden. Was waren die Beweggründe, derartige „wandernde Steine“
einzusetzen?
Eintritt : Für die Serie: 10 €, ermäßigt 9 €, Urania Mitgl ieder 7 €; Einzelvorträge: € 5

Exkursion am Samstag den 17.10. 11.00 - 13.00
Dr. G. Schirrmeister, Dipl.-Geol., Berlin
Naturwerksteine am Pariser Platz
Mit der Eröffnung der Botschaft der U.S.A. 2008 ist die Randbebauung vollendet,
der "Salon" des alten Berlin wieder vorzeigbar. Architekten fanden individuellen
Lösungen zur Vorgabe "helle Natursteinfassaden" für die kritische Rekonstruktion
des "Vierecks". Sie verwendeten Steinsorten unterschiedlicher Zusammensetzung,
Entstehungsgeschichte, Alter und Herkunft, variierten mit Plattengrößen und
Oberflächenbearbeitung. Natürlich verweilen wir auch am wiederholt restaurierten
Wahrzeichen Berlins - dem Brandenburger Tor.
Treffpunkt: Pariser Platz 3, DZ-Bank (S Unter den Linden)
Teilnehmer-Gebühr € 8, Karten an der Kasse der Urania

Weitere Veranstaltungen am Samstag, den 17.10.
Alle mit freiem Eintritt!

Fa. Seibert Steinmetz & Steintechnik GmbH,
Scheveninger Str. Nr. 14, 12359 Berlin (U Bahnhof Blaschkow-Allee)
10.00 - 17.00: Offene Werkstatt

Nikolaus Seubert, Steinbildhauermeister, gepr. Restaurator
spezialisiert auf individuelle Grabmale
Prenzlauer Allee 7, 10405 Berlin (zu Fuß vom Alexanderplatz bequem zu erreichen)
11.00 – 17.00 Werkstattbesuch beim Steinbildhauer
15.00: Rundgang zu Grabmalen auf dem Neuen Friedhof St. Marien - St. Nikolai
Führung: N. Seubert & Dr. G. Schirrmeister
Treffpunkt an der Werkstatt (s.o.)

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Dienstbereich Berlin
Wilhelmstraße 25 – 30, 13593 Berlin-Spandau
(Bus M 49, X 49, 632, Haltestelle Wilhelms traße)
11.00 - 16.00 Tag der Offenen Tür in den Geowissenschaf tlichen Sammlungen
(Dr. A. Ehling, A. Bebiolka)
Im Mittelpunkt steht die Präsentation der neu geordneten Naturwerkstein-Sammlung:
- Platten- und Handstück-Sammlung - Eigenschaften von Gesteinen und Mineralen
- Untersuchungsmethoden an Naturwerksteinen - Natursteinberatung für Haus und Garten
Die anderen Sammlungsbereiche können im Rahmen von thematischen Führungen besichtigt werden:
- Rundgang durch die Erdgeschichte - Lagerstätten und Rohstoffe für die Dinge des Alltag

Steinmetz-Ausbildungszentrum, Fort Hahneberg Berlin- Staaken
(Bus M 49 u.M37, Hal testelle „Hahneberg“)
11 – 16.00 Tag der Offenen Tür;
Leitung: K. Hengstmann, Obermeister, Berliner Steinmetz- und Bildhauerinnung
- Schauhauen der Steinmetzlehrlinge
- Steine selbst bearbeiten für Erwachsene und Kinder
- Informationen zum Beruf eines Steinmetzes oder Steinbildhauers
(Für das Fort als solches könnte man sich bei der Gelegenheit auch Zeit nehmen;
siehe www.forthahneberg.de)

Sonntag, den 18. 10. 09
Dr. Olaf Juschus, Berlin
15.00: Stadtrundgang: Geschiebe – die ältesten Berliner Werksteine
Treffpunkt: Ruine der Klosterkirche am U-Bahnhof Klosterstr.; Dauer ca. 2 Stunden
Vorgestellt wird die Vielfalt der eiszeitlichen Geschiebe, ihre Verwendung und
Verarbeitung an der Ruine der Klosterkirche, den Resten der Berliner Stadtmauer
und der Nikolaikirche.
Teilnahme kostenlos

Cottbus - Samstag, 17.10., 10 - 12.00
Rundgang: Der natürliche Rohstoff Stein in der Innenstadt
Führung: Dipl.-Geol. & Dipl.-Ing. R. Köbbel, Arbeitskreis „Naturstein“ des
Fördervereins Kulturlandschaft Niederlausitz e.V.
Treffpunkt: Deutsch Bank, Ewald-Haase-Str.
Teilnahme kostenlos

Magdeburg - Samstag 17.10.09, 10 Uhr:
Stadtrundgang: Historische und moderne Gebäude zwischen Hauptbahnhof,
Leiter Straße und Breitem Weg
Führung und Diskussion: Dr. S. Fricke und R. Spindler, Kultur- und Heimatverein
Magdeburg, sowie G. Sommerfeldt, Stadtführer, Urania.
Treffpunkt: Hauptbahnhof vor dem Haupteingang
Teilnahmegebühr 3 € pro Person

Potsdam - Samstag den 17.09.,
12.00: S. Haehnel, M. Krempler und D. Roeper:
Führung: Bausteine der Kolonnaden: Herkunf t - Transport – Restaurierung
Treffpunkt: An den Kolonnaden hinter dem Neues Palais; Dauer ca. 90 min
Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 605 ab Potsdam Hbf., Haltesstelle „Neues Palais“
oder per Bahn zum Regional-Bahnhof „Sanssouci“
Teilnahme kostenlos

15.00: D. Roeper, Abt. Baudenkmalpflege, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten:
Führung: Marmorpalais ohne Gerüst – Schlesische Marmore in Baugeschichte
und Restaurierung
Auf dem Rundgang werden Marmorvarietäten aus Erbauungszeit, Anbauphasen und
vorangegangenen Arbeiten (Spolien) gezeigt, außerdem deren Schäden und
konservatorische Maßnahmen demonstriert.
Treffpunkt: Marmorpalais im Neuen Garten ( Innenhof); Dauer: ca. 90 Minuten
Öffentliche Verkehrsmittel: Ab Potsdam Hf mit Straßenbahn 92 Richtung Remise
Teilnahme kostenlos

Rathenow - 17.10.09
Fa. Neils.Stein (Inh. Gebr. Eißer), Milower Landstr. 14 a, 14712 Rathenow
13.00 W. Bleis, Rolf Eißer und Christian Eißer
Stadtrundgang: Naturwerksteine in Rathenow
Treffpunkt: Kreishaus am Platz der Freiheit; Dauer ca. 2,5 Stunden
Endpunkt: Torhaus des historischen Friedhofs (Einkehrmöglichkeit)

16.00 Christa Eißer
Führung über den historischen Friedhof von Rathenow
Treffpunkt: Torhaus des Friedhofs; Dauer ca. 2,5 Stunden
Anmeldungen werden erbeten unter 03385 / 515770
Kostenbeteiligung: € 5,00 (Spende für den Förderverein Heimatmuseum)

24.10.09 – aus organisatorischen Gründen ein hochkarätiger Nachzügler
Neuruppin
Natursteinwerk Neuruppin, eines der größten in Berlin und Brandenburg
Hermann-Riemenschneider-Straße 15, 16816 Neuruppin
Öffentliche Verkehrsmittel: Bahn bis Bahnhof „Rheinsberger Tor“, von dort
Busverbindung stündlich direkt zum Werk
Das Werk verarbeitet bis zu 20 Tonnen schwere Rohblöcke zu Fertigprodukten im
Bau-Innenausbau, Garten- und Landschaftsbau und Grabmalbereich
- Auf über 7000 m2 Außenfläche und 2.800 m2 Hallenfläche sind 100
verschiedenen Naturwerksteinsorten zu sehen.
- Unter vielen Maschinen zur Bearbeitung ist die Blocksäge mit 3,5 m Sägeblatt
ein besonderes Erlebnis – sie kann u.a. für die Steine im Sockelbereich des
Berliner Schlosses verwendet werden.
- Frisch eingetroffen ist das CNC Steinbearbeitungszentrum der neuesten
Generation, das z.B Küchenarbeitsplatten herstellt.
10.00 – 18.00 Besichtigung von Steinen, Maschinen und Produktion
Stündlich Führungen
Teilnahme kostenlos

Weitere Information, ggf . auch über später gemeldete Veranstaltungen und über
solche im übrigen Bundesgebiet demnächst unter:
www.tu-berlin.de/steine- in-der-stadt/
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