Mittwoch, 7. Oktober 2009

Engagementpreis für Homöopathen?

Der Deutsche Engagementpreis soll nach eigenem Bekunden dem bürgerliche Engagement in Deutschland Anerkennung verschaffen und engagierten Personen und beeindruckenden Projekten ein Gesicht geben. Über rund 900 zur Auswahl stehende Projekte kann auf der Seite von "geben gibt" abgstimmt werden. Darunter auch sehr wichtige und bekannte Projekte wie das Hamburger Spendenparlament oder Sozialhelden e.V. Deutlich (ich will mich weigern, es "uneinholbar zu nennen, die Abstimmung geht noch bis zum 15. November!) in Führung liegt aber eine Gruppe, die sich ausgerechnet zum Ziel gesetzt hat,
die Homöopathie in Länder zu tragen, deren Gesundheitssystem die medizinische Versorgung der Bevölkerung aus verschiedensten Gründen nicht leisten kann. Homöopathie leistet auch und besonders in Kriegs- und Krisensituationen große Dienste bei der Heilung physischer und psychischer Verletzungen.
Die Truppe nennt sich "Homöopathen ohne Grenzen", in deutlicher Anlehnung an Ärzte ohne Grenzen. Die Zielsetzung besteht imho aus Anti-Aufklärung in Reinkultur. Ich bin der Meinung, dass die 10 000 € des Preises nicht dafür verwendet werden sollten, ein esoterisches und irrationales Weltbild in Länder zu exportieren, die sich nicht oder kaum dagegen wehren können. Und wir sollten auch selber nicht ein esoterisches und irrationales Weltbild noch zusätzlich adeln, indem wir dafür einen Preis verteilen. Homöopathie hat in keiner mir bekannten wissenschaftlichen Studie auch nur ansatzweise so etwas wie eine Wirksamkeit belegen können, die oberhalb der eines Placebos lag.
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