Dienstag, 20. Oktober 2009

Evolution Live!

Evolution, so heißt es landläufig, dauert für menschliche Beobachter viel zu lange. In den allermeisten Fällen stimmte das auch, weil die Generationenfolge viel zu langsam ist. Aus diesem Grund haben Richard Lenski und seine Kollegen bereits 1988 ein Experiment mit E. coli Bakterien gestartet. Jetzt, nach über 20 Jahren und rund 40 000 Generationen der Bakterien haben sie ein erstes Fazit gezogen. Die Ergebnisse stimmen gut mit unseren Vorstellungen über die Wirkungsweise der Evolution überein, aber es gibt auch einige überraschende Ergebnisse. So verlief die Evolution der Kulturen bis zur 20 000 Generation relativ gleichmäßig und die Mutationsrate blieb relativ konstant. Dabei war aber nur Anfangs auch eine konstante Zunahme der Fitness zu beobachten. Die Bakterien wuchsen messbar besser. Jedoch nahm diese Verbesserung in der Fitness später nicht mehr in dem Maße zu, obwohl die Mutationsrate konstant bleib. Ab der 26 000 Generation scheint eine Mutation die Mutationsrate selbst zu beeinflussen. Die zahl der beobachteten Mutationen stieg sprunghaft und deutlich an. Waren in den ersten 20 000 Generationen nur 45 Mutationen nachweisbar, lag nach 40 000 Generationen die Zahl der beobachteten Mutationen bei 653, das Genom dieser Bakterien war um ca. 1,2 % kürzer als das der ersten Generation.
Richard Lenski et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1038/nature08480
Evolution, Live und in Farbe
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