Freitag, 20. November 2009

Die Evolutionslehre steht im Gegensatz zur Nazi-Ideologie

Auch 150 Jahre nach ihrer Vorstellung wird die Evolutionstheorie immer noch und immer wieder gerne von allen möglichen Ideologien dazu missbraucht, um das eigene krude Weltbild mit einem wissenschaftlichen Anstrich zu versehen. Das begann bereits kurz nach ihrer Vorstellung und damit noch zu Darwins Lebzeiten und setzte sich bis zum traurigen Höhepunkt im Nationalsozialismus fort.
Und auch heute noch werden die Ideologie des Sozialdarwinismus und die naturwissenschaftliche Theorie gerne als Synonym genommen. Das "survival of the fittest" als Begründung, warum der "Starke" den "Schwachen" beherrschen, ja gegebenenfalls ausmerzen soll. Oder, wie es zeitgenössische Gegner der Evolutionstheorie gerne tun, um den Vertretern der Evolutionstheorien unlautere Motive oder eben einfach "Dreck am Stecken" vorzuwerfen. Dann wird gerne die Behauptung auf den Tisch gelegt, der Darwinismus hätte die schrecklichen Untaten des Holocaustes (Hans-Joachim Zillmer zum Beispiel: "Aber trotzdem ist der Darwinismus mit verantwortlich für die Massenmorde, die Stalin und Hitler inszeniert haben" und auch in seinem Buch " Die Evolutionslüge" ein ganzes Kapitel über "Ideologie, Rassismus und Terrorismus") erst möglich gemacht oder er wäre ja die eigentliche Ursache des Terrorismus.
Er sei folglich eine feindliche, ja regelrecht menschenfeindliche Ideologie und eben keine naturwissenschaftliche Theorie. Es war daher Zeit, mal mit ein paar Mythen aufzuräumen. So stammte das "survival of the fittest", das uns heute als synonym für Darwins Theorie vorkommt, garnicht von ihm, sondern von Herbert Spencer. Werner Bartens von der Süddeutschen hat sich einmal die Mühe gemacht, die Unterschiede zwischen der Theorie und der Ideologie aufzuzeichnen.
Von Darwin zum Rassenwahn
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