Montag, 7. Dezember 2009

Kurzer Bericht von der Mineralien 2009

Wie eigentlich jedes Jahr war ich auch diesmal wieder für die Gesellschaft für Geschiebekunde auf der Messe Mineralien 2009. Der Andrang der Händler schien mir dieses Jahr etwas geringer als im letztenJahr. Vielleicht lag es an der derzeitigen Krise, aber auch letztes Jahr hatten einige wohl schon überlegt, ob sie Hamburg noch im Programm weiter führen und ob es sich für sie überhaupt lohnt. Bedauerlicherweise waren das meist die Fossilienhändler, die über eine hochwertige Ware verfügten, so dass in meinen Augen das Angebot deutlich abflachte, zumindest im Bereich der Fossilien. Gefreut habe ich mich aber über das Vortragsprogramm. In den zurückliegenden Jahren nahmen hier die Esoteriker mehr und mehr überhand und man konnte sämtliche Formen der absurdesten Kristall- und Edelsteinesoterik finden. Diesmal hatten aber die wissenschaftlichen Vorträge die Überhand, soweit ich mitbekommen habe, fiel nur ein einziger in allen drei Tagen in die Kategorie Esoterik. Schön war es auch, dass mit Kasper von Wuthenau ein Händler explizit einen Vortrag wider die Esoterik hielt und die angeblichen Wirkungen der Minerale einmal von der wissenschaftlichen Seite her beleuchtete. Dafür möchte ich ihm an dieser Stelle herzlich danken. Viele Händler sind in den letzten Jahren auf den Esoterikzug aufgesprungen und die Messe drohte immer mehr zu einem Absurdistan zu werden, wo Mondpreise für simple getrommelte Bergkristalle und Rosenquarze verlangt wurden. Interessant war es für mich, hier von einem Gerichtsurteil zu hören, das die Mode der Edelsteintherapien und "Heilsteine" explizit als Humbug feststellte. Ein aus meiner wissenschaftlichen Sicht längst überfälliges Urteil, das hoffentlich nicht alleine stehen bleibt.

Nicht unerwähnt sollen hier auch die interessanten Sonderschauen bleiben, die es wie üblich auch dieses Jahr gab. Faszinierend waren die künstlerischen Kreationen von Manfred Wild, der aus verschiedenen Quarzvarietäten, Jade und Gold vielfältige Blumen und andere Gegenstände fertigte. Vieles war in meinen Augen auch kitschig, aber die filigrane Fertigung nötigte einem doch allen Respekt ab. Die TU Bergakademie Freiberg stellte Kupfer vor, vom mineralischen Rohstoff bis zu den vielfältigen Anwendungen, Lapislazuli war ein Teil der Ausstellung und das Leben in den Urzeitgewässern, vertreten durch den Großzahnhai Carcharocles megalodon und den Quastenflosser. Drumherum gab es noch diverse kleinere Sonderausstellungen über besondere Funde in alpinen Klüften und weiteres.
hier noch einige Impressionen von der Messe:


Messestand
Der Messestand der Gesellschaft für Geschiebekunde (all rights reserved)

Carcharocles megalodon
Der Kiefer des Carcharocles megalodon. Schon ziemlich beeindruckend

Carcharocles megalodon
Ein Blick auf das Revolvergebiss.

Krokusse
Krokusse aus Amethyst, Citrin und Bergkristall mit Blättern aus Jade auf Quarzstufe. Als Sammler blutet einem irgendwie das Herz, aber die Kunstfertigkeit lässt einen auch staunen. (all rights reserved)

Rosen
Eine weitere seiner Kreationen. Rosenblüten aus Citrin mit Blättern aus Jade. (All rights reserved)

Rosen
Die filigrane Darstellung der Rosenblüten fasziniert. (all rights reserved)

Rosenquarz-Blüten
Blüten aus Rosenquarz mit Blättern aus Jade. (all rights reserved)

Kupfer
Elektrolytische Kupferabscheidung. Sonderschau der TU Bergakademie Freiberg. (all rights reserved)

Gussform für Schiffspropeller
Gussform für einen Schiffspropeller, Sonderschau der TU Bergakademie Freiberg (all rights reserved)
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