Freitag, 27. Februar 2009

James Randi über Carl Sagan

James Randi spricht mir absolut aus der Seele!

Homo erectus hatte anatomisch moderne Füße

Es zeigt sich immer deutlicher, dass der permanente aufrechte Gang, auf den wir Menschen doch so stolz sind, und der uns von fast allen anderen Säugetieren unterscheidet, eigentlich eine alte Erfindung unseres Geschlechtes ist. Die Spuren von Laetoli zeichneten es ja schon vor, selbst Lucy als Australopithecus afarensis schien vor 3,7 Millionen Jahren auf Füßen ihre Welt zu durchstreichen. Zumindest hinterliessen sie Spuren, die unseren heutigen durchaus ähnlich sehen. Allerdings waren ihre Fußgewölbe noch flacher und der große Zeh stand noch mehr ab. Und was vor 3,7 Millionen Jahren recht war, sollte doch vor 1,5 Millionen Jahren durchaus auch noch preiswert gewesen sein. Und das war es wohl auch, denn Fußabdrücke, die in 1,5 Millionen jahre alten Ablagerungen im Norden kenias gefunden wurden und Homo erectus zugeschrieben werden, zeigen es deutlich. Hier ist die große Zehe schon mit den anderen Zehen in einer Reihe und alle zehen waren vermutlich kurz.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/301030
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/982847

Donnerstag, 26. Februar 2009

Komet Komet C/2007 N3 Lulin #2

(Aufnahme Joseph Brimacombe, cc-by-2.5 Lizenz)
Der "giftgrüne" Komet C/2007 N3 Lulin hat den erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn passiert und ist bei günstigen Bedingungen auch mit dem bloßen Auge sichtbar, spätestens aber mit Hilfe eines guten Fernglases. leider ist der Himmel hier bei mir aber permanent mit ziemlich undurchdringlichen Wolken verhangen. Wer aber das Glück hat, eine Wolkenlücke zu erhaschen, der sollte sich den Kometen einmal genauer ansehen. Denn er zeigt zwei Schweife, einen Plasmaschweif, der aus geladenen Teilchen bestehend vom Sonnenwind weggeblasen wird und folglich immer von der Sonne weg gerichtet ist, und einen aus größeren Staubpartikeln.
(Harlock81, Wikimedia Commons, GNU-Lizenz)
Die Position des Kometen am Himmel kann sich am Besten am Saturn orientieren. Zur Zeit nähert er sich dem Sternbild Löwe, vom Sternbild Jungfrau kommend. Eine entsprechende Himmelskarte mit den Positionen des Kometen findet sich bei astronews. Florian Freistetter von astrodictum simplex hat noch einige interessante Anmerkungen zu Lulin.
http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/02/giftig-grun-und-wunderschon-der-komet-lulin.php

Stegosaurier mit langem Hals

In Portugal, nahe der Kleinstadt Miragaia, wurden jetzt die Überreste eines ungewöhnlichen Stegosauruis gefunden. Im Gegensatz zu seinen bekannten Vettern zeigt Miragaia longicollum einen recht ungewöhnlich langen Hals.
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/982755

noch mehr seltsame Fische

Gestern hatte ich ja ein Video über den Fisch Macropinna microstoma vorgestellt. Heute findet sich bei Spektrum direkt ein Artikel, der weiteres wissenswertes über diesen sowie einen weiteren skurrilen Meeresbewohner berichtet.
http://www.spektrumdirekt.de/artikel/982987

Mittwoch, 25. Februar 2009

Geo-Foto #4: opalisierte Belemniten

Eigenes Foto, CC-BY-SA-3.0 Lizenz
Belemniten, oder trivial auch Donnerkeile genannte Fossilien hat vielleicht schon jeder mal am Strand gefunden. Diese hier aus Australien aber sind opalisiert, was sie zu ganz besonderen Schmuckstücken macht. Manchmal bekommt man sie auf Tagungen und Messen angeboten. Da kann es schon in den Fingern jucken. Würfen sich sicher auch gut in der Vitrine machen.

Klima und Kohlendioxid. Ist die Konzentration zu gering, um etwas zu bewirken?

In den Debatten um die Klimaänderung und die Anteile, die unser anthropogener Kohlendioxidausstoss daran hat, kommt es früher oder später immer auf die Absorbtion zu sprechen. Und dass die Kohlendioxidkonzentration, spätestens aber die anthropogene Änderung viel zu gering sind, um etwas zu bewirken. Oder es wird gleich ganz jeglicher "Treibhauseffekt" bestritten. Diese "Argumente" werden dann natüprlich auch gerne in verschiedenen Diskussionsforen recycled. Das auch sehr geringe Konzentrationen von Stoffen einen deutlichen Effekt haben können, das führen Jörg Zimmermann und Georg Hoffmann in ihren Blogs mittels Kaliumpermanganat vor. Und dass dieses auch mit Kohlendioxid fuunktioniert (und messbar ist). Ein schönes Beispiel, dass viele Behauptungen der selbsternannten Klimaskeptiker oft keinen ernsthaften NAchprüfungen standhalten.
Ist die Kohlendioxidkonzentration zu klein, um etwas zu bewirken?
Kleiner Beitrag, grosse Wirkung - Zur CO2 Absorption

Fisch mit transparentem Kopf

In den Tiefen der Meere schwimmen ja einige der seltsamsten Gestalten herum. Einer davon ist der Fisch mit dem klangvollen Namen Macropinna microstoma, (Pacific barreleye). Ein deutscher Trivialname ist mir nicht bekannt. Dieses Wesen zeichnet sich dadurch aus, dass es auf seinem Kopf einen Durchsichtigen Bereich hat, in dem die Augen eingebettet sind. Das sieht dann so ähnlich aus wie das Cockpit eines Flugzeuges. Auf National Geographic ist ein Video mit diesem wirklich außergewöhnlichen Bewohner unseres Planeten zu sehen.
http://news.nationalgeographic.com/news/2009/02/090224-fish-video-vin.html

Höhenangst

Eines der Dinge, die mich wirklich immer in leichte Panik versetzen können, ist Höhe. Sprünge vom 3, 5 oder gar 10 - Meter Turm waren immer eine arge psychische Herausforderung. Ich brauche dann immer ein wenig Zeit (mal mehr, mal weniger) um mich an den Gedanken zu gewöhnen. Da kamen die Sprüche wie "der stellt sich aber an" oder so immer gut. Für alle, denen es wie mir geht, kommt jetzt die Erleichterung; Höhenangst ist kein psychisches Problem, sondern hat mit einer gestörten Wahrnehmung von Distanzen zu tun.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300917
Russell Jackson (Staatsuniversität von Kalifornien, San Marcos): Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, DOI: 10.1098/rspb.2009.0004

Dienstag, 24. Februar 2009

Kreationismus im Darwin Jahr

Es war ja irgendwie zu erwarten, dass sich auch die Kreationisten des Darwin Jahres bedienen würden, um ihre kruden Ideen unter das Volk zu bringen. Immerhin soll sich ja nach einigen Umfragen jeder fünfte Deutsche nicht an die Evolution glauben, in den USA sogar jeder dritte. Wobei ich auch nicht "an die Evolution glaube". Ich "glaube" zum Beispiel auch nicht an die Plattentektonik. Man glaubt einfach nicht an wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien. Ich halte aber die Evolution an sich ( also die Tatsache, dass Lebewesen von gemeinsamen Vorfahren abstammen)für so gut belegt wie nur irgendeine Theorie, dass man sie im Alltag getrost als Fakt ansehen darf. Gleiches gilt für die Plattentektonik (also dafür, dass sich die Lithosphärenplatten auf der Erdoberfläche bewegen). Über die zugrunde liegenden Mechanismen gibt es in allen Feinheiten sicher immer noch jede Menge Forschungsbedarf. das liegt schlicht und einfach daran, dass wissenschaftlice Theorien immer nur eine modellhafte Beschreibung der erfahrbaren Wirklichkeit darstellen. Sie sind aber eben nicht die Wirklichkeit, sie können dies auch nicht sein. Unser wissenschaftliches Wissen, die "Wahrheiten" sind immer zeitabhängig, die Theorien und Modelle werden ständig verfeinert und näher an die Wirklichkeit herangebracht.
Und wenn schon ein Schöpfer benötigt wird, dann wird es ob der vielfältigen Fehler der Schöpfung wohl kaum ein intelligenter, sondern ein unintelligenter gewesen sein. Man schaue sich doch nur mal die Schöpfung an. Unser Auge, total verwarzt. Die lichtempfindlichen seiten unserer Sehzellen, jeder Ingenieur hätte sie zum Licht ausgerichtet. Aber irgendein Diletant hat sie andersrum eingebaut. Und nun muss der Sehnerv mitten hindurch, was uns den blinden Fleck beschert. Der Konstrukteur war also allem Anschein nach nicht die hellste Leuchte im Universum.
Kreationisten verteilen Anti-Evolutions-Broschüre
Darwins Gegner holen zum Gegenschlag aus

Montag, 23. Februar 2009

Professur (W2) für Geochemie (Nachfolge Prof. Dr. C. Münker)

Am Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Rheinischen
Friedrich-Wilhelms Universität Bonn ist ab dem Wintersemester 2009/2010 die

Professur (W2) für Geochemie
(Nachfolge Prof. Dr. C. Münker)

wieder zu besetzen.
Der Stelleninhaber/die Stelleninhaberin soll das Gebiet der Geochemie in seiner
ganzen Breite in der Lehre vertreten. Der Bewerber/die Bewerberin soll durch
Forschung auf einem speziellen Gebiet der geochemischen Analytik von
Geomaterialien ausgewiesen sein und die am Institut vorhandenen analytischen
Möglichkeiten effektiv nutzen und durch eigene Forschung unterstützen. Zur
Ausstattung gehören ein isotopengeochemisches Reinraumlabor, eine
Elektronenstrahl-Mikrosonde, 1-atm und Hochdruck-Experimentallabore, RFA sowie
zusammen mit der Universität zu Köln Multikollektor ICP Massenspektrometrie,
TIMS, AMS, Gasmassenspektrometrie und in Kürze Laser-Ablation ICP
Massenspektrometrie. Wünschenswert ist ein Schwerpunkt in der hochauflösenden
Mikroanalytik von Spurenelementen und Isotopen mit Laser-Ablation ICP
Massenspektrometrie. Der Stelleninhaber/die Stelleninhaberin soll sich in
Forschungsaktivitäten anderer Disziplinen am Steinmann-Institut einbringen. Erwartet
wird auch die Bereitschaft zur wissenschaftlichen Kooperation mit der Geochemie an
der Universität zu Köln, sowie fächerübergreifend im Geoverbund ABC-J.
Voraussetzung für die Einstellung ist eine Habilitation oder das Vorliegen
gleichwertiger wissenschaftlicher Leistungen. Die Einstellungsvoraussetzungen
richten sich nach § 46 Hochschulgesetz (HG NRW). Frauen werden nach Maßgabe
des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation bevorzugt
berücksichtigt. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung
bevorzugt.
Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, sich mit den üblichen Unterlagen
(Lebenslauf, Darstellung des beruflichen Werdegangs und der Forschungs- und
Lehrperspektiven, Schriftenverzeichnis unter Beilage der fünf wichtigsten
Publikationen) bis zum 30. April 2009 an den Vorsitzenden der Fachgruppe
Erdwissenschaften der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, Herrn Prof. Dr. N. Froitzheim,
Meckenheimer Allee 166, 53115 Bonn, zu wenden.

Freitag, 20. Februar 2009

Die schockierende Wahrheit über mich!

Nachdem in letzter Zeit immer mehr begründete Zweifel über meine Person aufgetaucht sind, muss ich mit der schockierenden Wahrheit ans Tageslicht!


General Upgraded Neohuman Normally for Accurate Repair, Rational Infiltration and Efficient Sabotage


Get Your Cyborg Name


Manche werden sagen, sie hätten es ja schon immer irgendwie geahnt...

Jeder achte Lehramtsstudent zweifelt an der Evolution

Man mag es kaum glauben, aber eine Umfrage unter den Lehramtskandidaten (also die zukünftigen Lehrer!) hat erschreckender Weise ergeben, dass jeder achte von ihnen an der Theorie der Evolution zweifelt und damit auch daran, das Menschen und Schimpansen gemeinsame Vorfahren haben oder dass alles Leben auf der Erde vor rund 3,6 Milliarden Jahren entstand. Und das daran nicht immer Religiöser Eifer die Schuld trägt, sondern ein viel zu naives Verständnis von Wissenschaft. Irgendwie will es nicht in meinen Schädel, dass Abiturienten in unserem land allem Anschein nach keinen blassen Schimmer haben, wie Wissenschaft funktioniert. Aber wie sollen sie auch, wenn auch ihre zukünftigen Lehrer dieses Basiswissen einer Wissen(schafts)gesellschaft während ihres Studiums vermittelt bekommen? Da wird Land auf und Land ab darüber geredet, wie man unsere zukünftige Elite besser machen kann. Hier wäre ein lohnender und wohl notwendiger Ansatz dafür. Abgesehen davon, dass ein Basiswissen über die wissenschaftliche Methode sicher auch so manchem esoterisch-religiösen Geschwurbel (Und Kreationismus ist meiner meinung ein solcher!) den garaus machen würde; Das Wissen darum, was Wissenschaft ist, und wie sie funktioniert, und auch darüber, was sie eben nicht kann, halte ich für die grundlegende Fertigkeit in einer immer komplexer werdenden Welt.
Künftige Lehrer zweifeln an Evolution
KÜNFTIGE BIO-LEHRER:"Der Trend zum Kreationismus ist ungebrochen"

Wie groß können Tsunamiablagerungen sein?

An manchen Küsten kann man Ablagerungen finden, die augenscheinlich auf Tsunamis oder zumindest extrem schwere Stürme in zurückzuführen sind. Auf Tonga konnten jetzt enorm große Gerölle einem prähistorischen Tsunami zugeschrieben werden. Dies Zeugt von der enormen Kraft, die bei Tsunamis frei gesetzt werden kann und welche Gefahren bereits kleinere unterseeische Erdrutsche darstellen.
Cliff Frohlich et al.: Huge erratic boulders in Tonga deposited by a prehistoric tsunami. Geology, February 2009, v. 37, no. 2, p. 131-134.

Seit wann gibt es den Stickstoffkreislauf?

Der Stickstoffkreislauf ist für das leben auf der Erde unverzichtbar. Aber seit wann gibt es die an ihm beteiligten Bakterien? Jetzt hat eine Untersuchung eine Antwort darauf ergeben: Seit mindestens 2,5 Milliarden Jahren.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,608757,00.html
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300718

Georg Neumayer III im ewigen Eis

Die neue deutsche Antarktisstation Neumayer III ist bezugsfertig. Pünktlich zum Ende des antarktischen Sommers. Anders als ihre beiden Vorgänger soll sie sich mit Hilfe eines ausgeklügelten hydraulischen Stelzensystems vor dem langsamen versinken im Eis schützen und so länger im Dienst bleiben. Ihre Vorgängerstation Neumayer II steckt bereits rund 12 m tief im Eis und muss aufgegeben werden. In der zeit-online findet sich eine Bildergalerie über die neue Station.
http://www.zeit.de/online/2009/09/bg-neumayer-III

Donnerstag, 19. Februar 2009

Workshop: Modeling Hydrous Environments on Mars

We would like to draw your attention at a workshop that will be held on June 1-3, 2009 at the Lunar and Planetary Institute, Houston, TX, USA.

Modeling Hydrous Environments on Mars

Forty years of investigations by many spacecraft have provided abundant evidence for the existence of water on Mars. Beyond well-known geomorphological evidence, recent orbiter and lander investigations have revealed chemical and data that point to past aqueous environments; and the number of detected aqueous-alteration related minerals is growing.

The variety of these minerals, and the potential processes which formed them, are broad. Oxides, hydroxides, salts, and phyllosilicates can be produced by processes ranging from evaporation and weathering to hydrothermal alteration caused by volcanic or impact events. These processes may have occurred under various conditions of water flow, water/rock ratios, pH, redox conditions, and temperature. Therefore, secondary minerals could provide insights on the processes that formed them at different times in Mars history.

To uncover those details, the Mars community has attacked the problem with a variety of techniques: numerical modeling, laboratory experiments, spacecraft observations, and analyses of Martian meteorites. Computer modeling has proven to be an invaluable tool in constraining the environmental conditions under which observed minerals and chemical patterns formed. To help integrate those different techniques, this workshop is aimed at bringing together Martian mineralogists, geochemists, and other interested scientists to discuss the mineralogical and chemical evidence for hydrous environments and the potential insights into their nature that numerical modeling, laboratory experiments, theory and spacecraft data analysis can provide. There will be a special focus on modeling techniques and any additional data is needed to improve them, because they are beginning to provide the interpretative framework for recent spacecraft observations.

More information can be found at: http://www.lpi.usra.edu/meetings/hydrous2009/hydrous20092nd.shtml

Note also that there are two student travel grant available. For details see the section about student travel on the web page.

Mittwoch, 18. Februar 2009

W2 Universitätsprofessur Reservoir-Petrologie RWTH Aachen

W2 Universitätsprofessur
Reservoir-Petrologie
Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik
Zum nächstmöglichen Termin wird eine Persönlichkeit gesucht, die
dieses Fach in Forschung und Lehre vertritt. Besonders erwünscht
sind Erfahrungen im Bereich der Petrologie und Geochemie von
Reservoirgesteinen. Erwartet werden vertiefte Kenntnisse
verschiedener Labormethoden (Polarisationsmikroskopie,
Geochemie, Isotopengeochemie). Bewerberinnen und Bewerber
sollten in der Lage sein, petrologische und geochemische
Fragestellungen integriert zu behandeln, möglichst unter
Einbeziehung numerischer Modellierung.
Es wird erwartet, dass die Polarisationsmikroskopie und Petrologie
auf hohem Niveau unterrichtet werden kann. Die Lehre der Professur
wird in die geowissenschaftlichen Studiengänge eingebunden sein.
Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Universitätsstudium,
Promotion und zusätzliche wissenschaftliche Leistungen, die durch
eine Habilitation, im Rahmen einer Juniorprofessur, einer
wissenschaftlichen Tätigkeit an einer Hochschule,
Forschungseinrichtung, in Wirtschaft, Verwaltung oder einem
anderen gesellschaftlichen Bereich erbracht wurden. Des Weiteren
werden Erfahrungen in der Einwerbung von Drittmitteln und
didaktische Fähigkeiten erwartet.
Den Bewerbungsunterlagen sollen Belege über Lehrerfolge beigefügt
werden.
Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte bis zum 28.03.2009 an
den Dekan der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik der
RWTH Aachen, Univ.-Prof. Dr.-Ing. K.B. Friedrich, Templergraben
55, 52062 Aachen.
Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Bei gleicher Eignung,
Befähigung und fachlicher Leistung werden Frauen in den Entgeltgruppen
bzw. Laufbahnen, in denen eine Unterrepräsentanz von Frauen besteht,
bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers
liegende Gründe überwiegen. Auf § 8 Abs. 6 Landesgleichstellungsgesetz
NW wird verwiesen.
Die RWTH Aachen ist für ihre Bemühungen um die Ausbildung und
Beschäftigung schwerbehinderter Menschen mit dem „Prädikat
behindertenfreundlich“ ausgezeichnet worden. Bewerbungen geeigneter
schwerbehinderter Menschen sind ausdrücklich erwünscht. Dies gilt auch für
Gleichgestellte im Sinne von § 2 SGB IX.

Stromboli

Jessica Ball hat auf geology.com einen recht interessanten Artikel über den Vulkan Stromboli geschrieben.
http://geology.com/volcanoes/stromboli/

Überleben der Stärksten! Wirklich?

Eine der populärsten Ansichten über die Evolution ist nach wie vor die, dass immer der Stärkste am Ende gewinnt. Das ist auch ein extrem beliebtes "Argument" all derer, die nur zu gerne die Evolutionstheorie durch Kreationismus ersetzen würden. Daran wird sich wohl auch nichts ändern, auch wenn Untersucnungen deutlich zeigen, dass diese Ansicht nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben muss. Ein sehr schönes Beispiel, dass in der Evolution eben nicht immer die Stärksten am Ende die Nase vorne haben, findet sich dann, wenn mehrere Arten ringförmig konkurrieren. Daskann man sich in etwa so wie das beliebte Spiel Stein - Schere - Papier vorstellen. Hier kann der Stein die Schere schleifen, die wieder das papier schneidet. Das papier aber wickelt den Stein ein. Es handelt sich um eine ringförmige Konkurrenzsituation. In der Ökologie gewinnt in derartigen Situationen mit großer wahrscheinlichkeit nicht die stärkste, sondern fast immer die schwächste Art.
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-9526-2009-02-17.html

Everybody´s Darwin

Zum runden Geburtstag von Charles Darwin hat die Zeitschrift Nature dem britischen Naturforscher und Begründer der modernen Evolutionstheorie drei ganze Ausgaben gewidmet. Die zweite Folge ist gerade erschienen und kann auch online abgerufen werden. Dabei sind viele interessante Artikel, die Darwins Ablehnung der Sklaverei beleuchten, oder seine Sicht auf die Unterschiede von Mikroevolution (Anpassung von Arten ) und Makroevolution (Artbildung) sowie weiteres.
Nature: Everybodys Darwin
Nature insight: Evolution

Dienstag, 17. Februar 2009

Härter als Diamant

Diamanten sind frei nach Marylin Monroe "a girls best friend"! Aber nicht nur das. Ihre physikalischen Eigenschaften machen sie auch für viele technische Anwendungen interessant. Vor allem ihre enorme Härte. Davon zeugt auch sein Name. Unser Wort "Diamant" leitet sich von dem griechischen adámas her, was "unbezwingbar" heisst. Zum Glück für die Schmuckindustrie ist seine Härte zwar enorm (die Schleifhärte rund 140 mal so hart wie Korund), der Diamantkristall aber auch anisotrop, das heisst, seine Härte auch von den kristallographischen Richtungen abhängig. Daher kann man Diamanten mit Diamantenpulver schleifen. Der bedarf der Industrie an harten und belastungsfähigen Materialien wächst ständig, daher ist man auch auf ständiger Suche nach Materialien, die noch härter als der Diamant sind. Jetzt hat man zumindest theoretische Hinweise auf zei neue Kandidaten, von denen einer, Lonsdaleit, sogar ein enger Verwandter des alten Champions ist.
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/981994
Pan, Z. et al.: Harder than Diamond: Superior Indentation Strength of Wurtzite BN and Lonsdaleite. In: Physical Review Letters 102, 055503, 2009.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300638

Fossiliensuche in den Alpen

Fossiliensuche in den Alpen. Spiegel-online begleitet Paläontologen auf den Spuren von Fischen aus der Trias. Ein interessanter Einblick in die Arbeit der Veterinär Geologen ;-)

Montag, 16. Februar 2009

PhD Position Geoscience Center Göttingen

The defective nature of ice Ic and its implications for atmospheric science
A PhD position is available in the crystallography group of the Geoscience Center Göttingen (GZG) at the University of Göttingen. The position is financed by the Institut Laue-Langevin in Grenoble/ France, the PhD will be attributed by the University of Göttingen.
The work is projected for 3 years and will be mainly executed at ILL/ Grenoble with repeated stays in Göttingen. Latest starting date is September 2009.
Project description:
Ice Ic (“Cubic ice”) is an ubiquitous material and occurs in many phase transitions between water ices. Our recent efforts permit us for the first time to describe quantitatively the structure of ice Ic in terms of stacking faults (Hansen, Koza and Kuhs 2008, J.Phys. Cond.Matter 20, 285104). The defective nature of ice Ic is likely to be very relevant to atmospheric science: The unexpected supersaturations of water vapour in the upper atmosphere (the so-called “supersaturation puzzle”) could be attributed to the (so far unproven) presence of ice Ic, which appears to have a higher vapour pressure than the stable hexagonal ice (ice Ih). Crystallite size and stacking fault probabilities are likely related to the higher vapour pressure.
The lifetime of cubic ice in the atmosphere is on timescales of hours to days during which cubic ice is changing its crystallite size and perfection as a function of temperature. To elucidate these changes and clarify their possible role in solving the “supersaturation puzzle” is the main goal of the proposed work.
To achieve this, experiments under conditions similar to the upper atmosphere will be conducted using neutron diffraction and small angle scattering in Grenoble as well as scanning electron microscopy under extended vacuum (ESEM) in Göttingen. This should allow us to study the evolution of crystallite size and stacking faults and to correlate these quantities to the measured atmospheric supersaturations. A more detailed project description is available upon simple request to wkuhs1@gwdg.de.
The candidate should have some background in crystallography and some notions in physical chemistry. Applications of excellent candidates from physics, chemistry, geo- and material science or crystallography are welcome.
More information on the contract and working conditions at ILL/ Grenoble can be found under:
This announcement can also be found under “Jobs” under the following link:
http://kristall.uni-mki.gwdg.de/index.html
Please send further enquiries or your application (with motivation letter, copy of master/diploma certificate, CV and two references) to:
Prof. Werner F. Kuhs
GZG Abt. Kristallographie Goldschmidtstr. 1 37077 Göttingen Telefon +49 (0)551 39-3891 Fax +49 (0)551 39-9521
wkuhs1@gwdg.de

Herzlichen Glückwunsch, Mr. Darwin

Wie üblich komme ich mal wieder zu spät zum Gratulieren. Macht aber eigentlich auch nichts. Mr. Charles Robert Darwin hatte am 12. Februar 1809 das Licht der Welt erblickt (faszinierender Weise am selben Tag wie Abraham Lincoln). Das halte ich aus einem Grund für bemerkenswert, weil sowohl Darwin als auch Lincoln die Menschheit zusammengeführt haben. Lincoln durch die Abschaffung der Sklaverei politisch (auch wenn der weg von ihm noch lang und steinig war und auch heute noch ist). Und Darwin schlicht dadurch, dass er alle Menschen zu Verwandten machte, die gemeinsame Vorfahren haben. Und nicht, wie es viele Sklavereibefürworter damals gerne sahen, dass Menschen mit anderer Hautfarbe extra von Gott zum Sklavendasein geschaffen wurden. Um so dämlicher ist es von heutigen Kreationsiten, Charles Darwin für alles schlechte in der Welt, besonders natürlich für den immer noch grassierenden Rassismus verantwortlich zu machen. Dabei ist seine Theorie der Evolution eine Idee, die jeglichem Rassismus die Grundlage entzieht.
Die kruden Thesen deutscher Anti-Darwinisten

Research Associate Position, Dynamics of Organic Pollutants (6 years)

Research Associate Position, Dynamics of Organic Pollutants (6 years)

University of Vienna, Department of Environmental Geosciences

The Department of Environmental Geosciences, Faculty of Geosciences, Geography and Astronomy offer a fulltime 6 years research associate position to be filled as soon as possible.

We would like to employ a scientist with a research focus in the field organic pollutants (working group Prof. Hofmann, http://umweltgeologie.univie.ac.at/). The applicant has his/her research focus within the scope of process understanding, modelling, and/or dynamics of organic pollutants in soil/groundwater systems. His/her expertise is documented by a good publication record in international journals. A clear and innovative research perspective, acquisition of project funding, and the knowledge of quantitative laboratory research methods is expected. Profound knowledge in chemical analysis of organic pollutants is beneficial. The ability to work independently, handle multiple tasks simultaneously, meet deadlines, and excellent (English) written and oral communication skills are a prerequisite.

Cooperation with the working group Natural Colloids and Nanotechnology at our Department are emphasised. Apart from our comprehensively equipped laboratories (ASE, 2 GC-MS, 2 HPLC, sample preparation, inorganic analysis, and colloid analysis) and an extremely potent research environment due to co-operations with other Departments, additional field or laboratory equipment can be negotiated as a start up fund. Gross salary including 4 h/week teaching is € 52,500 (approx. US $ 67,000) year including health care and social security. Information about the offered position is available by request from environment@univie.ac.at. Applicants should submit a statement of research interests and proposed research, a curriculum vita, a list of publications and names of three potential referees, by email (as .pdf files, with the applicant name as part of the file name) to sabine.kranzl@univie.ac.at.

Vienna University aims at an increase in female percentage, particularly within leading positions and within the scientific staff, and hence invites qualified women explicitly to apply. Under conditions of similar qualification, women will be preferred.

Mittwoch, 11. Februar 2009

rezente Brachiopode: Macandrevia cranium

Ich kann eigentlich überhaupt nicht zählen, wie vielen fossilen Brachiopoden ich während meines Studiums begegnet bin, sei es in Kursen oder beim kartieren. Natürlich weiß man, dass es auch heute noch Vertreter dieser Tiergattung gibt, aber eine mal in der Hand zu halten, das war mir lange nicht vergönnt. Ein Freund von mir hatte als Seemann das Vergnügen, dieses kleine Kerlchen südöstlich von Grönland aus rund 230 - 295 m Wassertiefe an das Tageslicht zu holen. Macandrevia cranium kommt von den arktischen Gewässern bis ins Mittelmeer bis in Tiefen um 1262 m vor.

Dienstag, 10. Februar 2009

Stellenangebot: Juniorprofessorin / Juniorprofessors (W1) für Petrologie

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Geowissenschaften
In der Fakultät für Geowissenschaften ist im Institut für Geologie, Mineralogie und
Geophysik zum 01.10.2009 die Stelle einer/eines

Juniorprofessorin / Juniorprofessors (W1) für Petrologie

zu besetzen.

Der / Die Juniorprofessor/in muss über ein abgeschlossenes Hochschulstudium und
eine mathematisch-naturwissenschaftliche Promotion verfügen, die nicht länger als 5
Jahre zurückliegen soll. Der / Die Juniorprofessor/in soll im Rahmen der Lehrverpflichtung
von zurzeit 4 Stunden pro Woche Lehrveranstaltungen sowohl im Bachelor- als
auch im Masterstudiengang „Geowissenschaften“ abhalten. Die Lehraufgaben sollen
die geowissenschaftliche Grundausbildung im Gelände einschließen.
Der Forschungsschwerpunkt sollte bevorzugt auf der quantitativen Untersuchung
großskaliger Prozesse im Erdinneren liegen, wobei die Fähigkeit, einen unmittelbaren
Bezug zu Beobachtungen im Gelände herzustellen, erforderlich ist. Es wird erwartet,
dass der/die Berufene Drittmittel im eigenen Arbeitsfeld einwirbt. Kenntnisse der
deutschen Sprache zum Zeitpunkt der Besetzung sind erwünscht, aber nicht zwingend
notwendig.

Die Ruhr-Universität strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und
Lehre an und fordert deshalb nachdrücklich geeignete Wissenschaftlerinnen auf, sich
zu bewerben. Bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung werden Frauen
bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende
Gründe überwiegen. Die Bewerbungen geeigneter Schwerbehinderter sind erwünscht.
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Curriculum vitae, wissenschaftlicher
Werdegang, Publikationsliste, bisherige Lehrtätigkeit, Forschungsperspektiven) werden
bis zum 30. April 2009 erbeten an die Dekanin der Fakultät für Geowissenschaften,

Prof. Dr. Uta Hohn, Ruhr-Universität Bochum, D-44780 Bochum, Email:
geodekanat(at)rub.de.

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Ruhr-University Bochum
Faculty of Geosciences
The Faculty of Geosciences at Ruhr-University Bochum (Department of Geology,

Mineralogy, and Geophysics) seeks to appoint a junior-professor (W1)

(approximately equivalent to the rank of an assistant professor / lecturer) in Petrol
ogy
by October 1, 2009.

The successful candidate should have a Ph.D degree in a relevant field of science
that was obtained not longer than five years ago. The position is not tenure track a
priori, but possibility of getting tenure, subject to evaluation of performance, is not
excluded. The Junior-professor will have a teaching obligation of four hours per week
per semester at the B. Sc- and M. Sc levels within the Geoscience curriculum of the
department. The candidate is required to be able to provide basic training in field
work to students.

Research interest should preferentially cover some aspect of the quantitative
investigation of large-scale processes in the Earth’s interior with direct connection to
field observations. It is expected that the successful candidate will be able to acquire
external research funding. At the time of appointment, proficiency in German is a plus
but not a requirement.

Ruhr-University Bochum seeks to increase the number of women in its faculty and
thus explicitly invites applications from qualified women. We welcome applications
from qualified academics with handicaps.
Applications should include a statement on current and planned research activities,
teaching experience and a statement of teaching philosophy, a curriculum vita, and a
list of publications. The deadline for application is April 30, 2009. Applications should
be sent to the Dean of the Faculty of Geoscience (Geowissenschaften), Ruhr-
University Bochum, D-44780 Bochum, Germany.

Montag, 9. Februar 2009

Goldschmidt 2009: 5h - Kinetics of Metamorphic and Igneous Processes.

the abstract deadline for the upcoming Goldschmidt meeting (21-26. June 2009) in Davos, Switzerland is approaching and we would like to draw your attention to the session:
5h: Kinetics of Metamorphic and Igneous Processes.
Please find below the session description:

Conditions and processes that lead to the formation of a rock may be recorded in multiple ways and on different scales. Mineral compositions and phase assemblages were usually interpreted based on equilibrium thermodynamics to obtain estimates for the conditions during rock or magma evolution. Process information was largely derived by empirical comparison of observed reaction microstructures and textures. More recently, sophisticated micro-analytical tools allow detecting compositional variations and textural features on decreasing scales and in three dimensions. The combination of new analytical and theoretical tools allows quantifying the temporal evolution of igneous and metamorphic systems with unprecedented high resolution. This session aims at the kinetics of mineral reactions and its influence on igneous and metamorphic crystallization. In particular, it focuses on the rates and timescales of chemical evolution and texture formation in various geological settings. Contributions based on field observations, experimental investigations, theoretical as well as numerical studies are welcome.

Keynote: Sumit Chakraborty (new elected Geochemistry Fellow!!) - Ruhr-Universität Bochum
Invited presentations: Rainer Abart - FU Berlin
Yan Liang - Brown University

Convener: Thomas Müller, Fidel Costa, Fred Gaidies

The Abstract-Deadline for the Goldschmidt meeting: 22.February 2009
Please find more detailed information on the webpage: http://www.goldschmidt2009.org/

Komet C/2007 N3 Lulin

Ein außergewöhnlicher Anblick könnte der Komet Komet C/2007 N3 Lulin werden, wenn er in den nächsten Tagen mit bloßem Auge am Nachthimmel sichtbar wird. Er leuchtet giftgrün, weil in ihm enthaltene zweiatomige Kohlenstoffe und Cyan zum leuchten angeregt werden.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,606237,00.html

Freitag, 6. Februar 2009

So eine Sch...!!!

So ein Sch... aber auch. Da opfert ein junger , aufstrebender Wissenschaftler Jahre seines Lebens und dann kommt eine Putzkolonne, und wirft den ganzen Mist weg. Ich weiß schon, warum ich auf meine Proben aufpasse wie der sprichwörtliche Schießhund (nein, bitte jetzt nicht auch noch die Buchstaben vertauschen). Mein Mitgefühl!
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,605968,00.html

Wölfe und Hunde

(Grauwolf, eigenes Bild, some rights reserved)

Die Fellfarbe der freilebenden Wölfe variiert von fast weiß bis fast schwarz und alle möglichen Zwischenstufen. Dabei zeigen die Wölfe in den nördlichen Wälder kanadas bis zu 62 % schwarze Exemplare. Manche der schwarzen Wölfe scheinen ihre Färbung erst in jüngerer Zeit erhalten zu haben, als sich ihre Vorfahren mit Haushunden gepaart haben. Das jedenfalls haben genetische Untersuchungen an amerikanischen Grauwölfen gezeigt. Damit scheint das Gen für die Schwarzfärbung eines der ersten bekannten Merkmale zu sein, das vom Menschen ausgewählt auch ihren trägern in der freien Natur verbesserte Überlebenschancen sichert.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300226
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/980990

Donnerstag, 5. Februar 2009

Sibirische Trappbasalte und Massensterben

Das bislang größte Massenaussterben geschah an der Grenz von Perm zur Trias und kostete geschätzte 90 % aller Arten das leben. Über die Ursachen wurde und wird noch heftig gestritten. Manche möchten auch hier gerne außerirdische Verdächtige verhaften, aber bislang konnten weder ein Krater noch eindeutige Spuren eines solchen gefunden werden. Auf der anderen Seite drängen sich die sibirischen Trappbasalte fast auf, die ein passendes Alter haben. Und immer wieder verdichten sich auch Hinweise, dass hoch im heutigen Norden ein alter Killer versteckt ist.
http://dsc.discovery.com/news/2009/02/04/volcano-mass-extinction.html

Riesenschlange entdeckt

Das war bestimmt nichts für Leute mit einer Schlangenphobie. In einer kolumbianischen Kohlengrube wurden fossile Reste einer wirklich gigantischen Schlange gefunden. Auf gut und gerne 13 Meter länge (und da ist noch Luft für einige Meter) und über eine Tonne Gewicht wird Titanoboa cerrejonensis geschätzt. Der Fund wirft auch neues Licht auf die Klimabedingungen vor rund 60 Millionen Jahren, also kurz nach dem Abtreten der Dinosaurier.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300193
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,605514,00.html
http://www.spektrumdirekt.de/artikel/980718
http://www.hmnh.org/archives/2009/02/04/titanoboa-cerrejonensis/

Mittwoch, 4. Februar 2009

Höhle: Bärenschlurf

Bärenschlurf
(Eigenes Foto, BY_NC_ND_SA 2.0)
Manche Höhlen dienten auch größeren Säugetieren als jahreszeitlicher Unterschlupf. Besonders während der Kaltzeiten waren diese Höhlen bei den Tieren beliebt, welche die garstigen Monate lieber verschliefen. Über die Jahrhunderte schliff sich so an Engpässen in der Höhle das Gestein durch die vorbeikommenden Tiere immer mehr ab. So wie in diesem Fall kann man dann auch heute noch "Bärenschlurf" an den Höhlenwänden finden. Das sollte aber nicht mit einer jüngeren Bildung verwechselt werden, denn in all den Höhlen, in denen sich die Speleologen heute so tummeln, findet sich meist auch rezenter "Speleologen-Schlurf", der im Einzelfall sicher nicht zu unterscheiden wäre.

Entgasung von Lake Nyos


Der Nyos See in Kamerun hat ja eine traurige Berühmtheit erlangt, als im August 1986 plötzlich große Mengen an Kohlendioxid aus dem see austraten und in den umliegenden Dörfern mindestens 1700 Menschen tötete. Seither ist man sich der permanenten Gefahr bewusst, welche der so friedlich scheinende See beherbergt, und seit 2001 versucht man nun, die Gefahr wenigstens ein wenig zu bannen, in dem man das gas kontrolliert ablässt. Und so ziert den see seit dem januar 2001 eine rund 50 Meter hohe Fontäne als weithin sichtbares Zeichen. Eine Webcam ermöglicht es, den Vorgang auch aus der ferne zu beobachten.
http://pagesperso-orange.fr/mhalb/nyos/disaster/indexdisaster.htm

Dienstag, 3. Februar 2009

"Was geschah vor 12.000 Jahren?" fragt Gernot L. Geise

Neues von meinem "Freund" Gernot Geise
Herr Geise treibt sich ja gerne mal an den dunklen Rändern der Geowissenschaften herum. Meistens ist sein Geschwurbel ja nicht mehr als amüsant, wenn er beispielsweise über die angebliche Mondlandung fabuliert. Mit seinem Hang zum Katastrophismus betritt er jedoch "mein Territorium" und wird also zum Blog-Thema. Schauen wir uns also einmal an, was seiner Meinung nach so vor 12 000 Jahren passiert ist.


In der Wissenschaft ist es heute unumstritten, dass zu jenem Zeitpunkt eine kataklysmische Katastrophe die Erde überfiel und die bis dahin herrschende Eiszeit beendete.

Im Ernst. Welche Katastrophe nimmt "die Wissenschaft" denn da an? Mir ist da nichts bekannt. Das Ganze ist also nichts mehr als eine unbelegte Behauptung.

Dabei ist natürlich allein die Vorstellung, vorher habe Eiszeit geherrscht, eine reine Annahme. Es wird gerade umgekehrt gewesen sein: Als Folge der Katastrophe erfolgte kurzzeitig eine Schneezeit, die bald darauf wieder abklang.

Ja, klar. Und diese kurze Schneezeit hat dann die ganzen Phänomene der Eiszeit verursacht. Als da wäre Endmoränen, Stauchendmoränen, Gletscherschrammen auf Großgeschieben und so weiter.
Dass unsere Katastrophisten gerne die Eiszeiten streichen wollen, ist ja nichts neues. Aber sie ignorieren dabei fleissig deren Belege. Das ist dann schon so eine Art dogmatische Blindheit, möchte ich meinen. Denn bisher konnte mir keiner unserer Freunde erkären, wie denn eine Schneezeit (!) diese Phänomene erzeugen könnte.

Ein weiterer Hinweis auf eine Vergletscherung zumindest Norddeutschlands sind die Gletscherschrammen, zum Beispiel die von Rüdersdorf. Sie dienten schon TORELL als Beweis für eine Vergletscherung und trugen viel dazu bei, daß sich die Gletschertheorie gegen die Drifttheorie von LYELL durchsetzte. Hier finden sich nicht nur Schrammen, sondern auch Gletschertöpfe. Nachdem die ursprünglich von TORELL gedeuteten dem Abbau zum Opfer fielen, konnten in jüngerer Zeit entdeckte gerettet werden. Derartige Schrammen finden sich auch mitunter an Geschieben, so z.B. dem Damestein in Dänemark.
Gletscherschrammen kommen im norddeutschen Vereisungsgebiet öfter vor, als man vielleicht glauben mag. So wurden sie auch auf dem Kohlenkalk bei Ratingen nordöstlich von Düsseldorf nachgewiesen. Außerdem gibt es in Nordrhein-Westfalen noch viele andere Stellen mit Gletscherschrammen. So finden sie sich in der Kiesgrube Kater, Detmold-Hiddensen, in der Saarner Mark zwischen Wedau und Großenbaum und am Blauen See bei Ratingen.

Überhaupt kann man die schönsten tektonischen Erscheinungsformen häufig in den quartären Gletscherablagerungen beobachten. Ein weiteres schönes Beispiel stellt der "Muskauer Faltenbogen dar. In dieser riesigen Stauchendmoräne finden wir Schuppentektonik, Diapire und Faltenbildung in einer Dimension von 100 bis 300 Metern.

Rezente Bildung von Stauchendmoränen kann man beispielsweise auf Island beobachteten.

Unzählige Autoren verlegen den Untergang des legendären Atlantis ebenfalls in diesen Zeitraum - auch das ist nicht belegbar, sondern nur aufgrund weniger Hinweise rekonstruiert, also angenommen.

"Erschwurbelt" wäre sicher treffender.

Doch die Wissenschaft reagiert auf solche Aktivitäten ablehnend, denn (am offensichtlichsten erkennbar in der Ägyptologie) „woher wollen diese Laien das denn wissen, sie haben es ja nicht studiert!“. Mit solchen Killer-Phrasen wird den Außenseiter-Forschern ihre Fähigkeit zum eigenständigen Denken direkt abgesprochen. Dr. Horst Friedrich hatte sich schon vor rund zehn Jahren über diese Art der schulwissenschaftlichen Ignoranz aufgeregt, bis heute hat sich jedoch nichts daran geändert. Die einmal aufgestellten Dogmen sind als Tatsachen festgeschrieben und dürfen nicht in Zweifel gezogen werden, auch wenn sich immer mehr Widersprüche auftun.

Die Wissenschaft reagiert nicht auf den Laienstatus ablehnend, sondern darauf, dass sich die betreffenden Personen keinerlei Mühe gemacht haben, die herkömmlichen Theorien auch nur ansatzweise zu verstehen.

Brüchmann besorgte sich Sandproben von den unterschiedlichsten Wüstengegenden und verglich sie, wobei er feststellte, dass die Sandkörner identisch sind, obwohl das aufgrund der unterschiedlichen Gesteinsmaterialien recht unwahrscheinlich sein müsste, wenn der Sand sich daraus durch Erosion gebildet haben soll.

Hier ist so ein Beispiel. Denn einen Geologen verwundert das überhaupt nicht. Sand besteht aus einem einfachen Grund zum größten Teil aus Quarz, auch wenn die ursprünglichen Ausgangsgesteine noch andere Minerale enthielten. Quarz ist eines der widerstandsfähigsten Minerale. Andere häufige gesteinsbildende Minerale wir Feldspäte verwittern erheblich leichter. Das wurde hier im Blog ja schon einige Male gezeigt.

Hinzu kommt, dass die Sandkörner merkwürdigerweise keine Erosionserscheinungen zeigen. Das heißt, es gibt keinen Sand, der zu Staub zerrieben wurde, was - legt man jahrmillionenlange Erosion zugrunde - unmöglich sein muss.

Dann hat er sich die Sandkörner noch nie genau angesehen. Unter dem Elektronenmikroskop lassen sich diverse Spuren der Lösung, von Neuwachstum und von mechanischem Abrieb beobachten. Und den Staub, den kann ein jeder finden, wenn er bis nach Europa geweht wird, wo er zu den bekannten Phänomenen des "roten Schnees" führt. Oder wenn er von Satelliten beobachtet wird, wie er über den Atlantik bis in das Amazonasbecken geweht wird.

Dabei darf man sich die Erdoberfläche nicht so vorstellen, wie sie heute aussieht. Sie dürfte überwiegend aus einer gleichmäßigen Verteilung von flachen Festlandssockeln, umgeben von ebenso flachen Meeren, bestanden haben, wobei das Festland aus ausgedehnten gleichmäßigen Sumpflandschaften bestand, aus denen sich nur vereinzelt einige Vulkane erhoben, und die von vielen kleinen und größeren seichten Seen unterbrochen waren.

Was leider überhaupt nicht mit den entsprechenden Gesteinen übereinstimmt. Aber seit wann haben Feldbefunde unsere Schwurbelkönige jemals gestört?

Die weitaus dichtere Lufthülle erzeugte einen globalen meteorologischen Hochdruck, der für die gleichmäßigen globalen Temperaturen mitverantwortlich war, denn es weiß jeder aus Erfahrung, dass ein Hochdruckgebiet keine Wolken und damit keinen Regen produziert.

Davon hat Herr Geise also auch keine Ahnung.

Es kann deshalb damals kein Wetter, keine Wolken gegeben haben (und damit auch kaum Flüsse, die abgeregnetes Wasser zurück in die Meere befördern konnte), gleichmäßige subtropisch heiße Temperaturen von Pol zu Pol.

Nein, keine Wolken, kein regen, keine Flüsse. Aber flache Sumpflandschaften. Und wer hat dann die Landpflanzen bewässert? Freundliche Marsmenschen mit einer Gießkanne?

Aus dem Explosionszentrum werden nach allen Seiten freie Elektronen abgestrahlt, die spontan von den umgebenden Stickstoffatomen der Luft ,eingefangen’ werden. Die zusätzlichen Elektronen werden derart in die Elektronenschalen der Stickstoffatome eingebaut, dass sich ein (im Periodischen System der Elemente benachbartes) anderes chemisches Element bildet: Es entsteht Silicium.

Au weia! Wenn ich Stickstoff zwei Elektronen in die Schale packe, habe ich immer noch Stickstoff. Allerdings als zweifach negativ geladenes Ion.

So, und jetzt muss ich mir erstmal die Lachtränen trocknen.

Ausgewählte Methoden der wissenschaftlichen Dialogologie

Wer kennt sie nicht, die endlosen Konferenzen und Kongresse, auf denen wir und andere Wissenschaftler unsere mehr oder weniger wichtigen Ergebnisse vorstellen. Aber wie sollen wir uns da verhalten? Eine kleine Dialogologie gibt uns Hilfestellung.

Ausgewählte Methoden der wissenschaftlichen Dialogologie

Die zahlreichen Kongresse, Tagungen und Kolloquien, die heute zum Zweck des wissenschaftlichen Gedankenaustauschs, der Pflege des persönlichen Kontaktes, Befriedigung der Reiselust und der Verminderung der defizitären Lage der Verkehrsunternehmen veranstaltet werden, lassen sich nur dann mit Gewinn und Nutzen besuchen, wenn man sich am wissenschaftlichen Gespräch aktiv beteiligt. Hochgestellte Persönlichkeiten sind das einfach ihrem Renommee schuldig, welches sie verpflichtet, einen Diskussionsbeitrag zu liefern. Juniorforschern bietet sich die einzigartige Chance, durch geschicktes Eingreifen in die Debatte von sich reden zu machen und so die Karriere zu fördern. Ein weiteres, nicht zu vernachlässigendes Anliegen von Diskussionen besteht darin, persönliche Animositäten gegen den Vortragenden abzureagieren. Dabei bemüht man sich, der ursprünglichen Bedeutung von discutere gerecht zu werden, nämlich den geschätzten Redner zu beuteln, oder, um es in der Vulgärphraseologie auszudrücken, ihn fertig zumachen bzw. ihn abzuschießen.

Die vorliegende Studie der wissenschaftlichen Dialogologie, die die wichtigsten Diskussionsmethoden an Hand von praktischen Beispielen darbietet, will einerseits erfahrene Diskussionsredner zur Verfeinerung ihrer Technik anregen, andererseits jüngeren Leuten ihre Scheu vor Debatten überwinden helfen. Sie will ferner abgehetzte Personen in die Lage versetzen, auch dann bei Diskussionen ihren Mann zu stehen, wenn sie die Zeit des Vortrages zu einem erquickenden Schläfchen genutzt haben.

Methode der modifizierten Randbedingungen

In einem Vortrag über ein experimentelles Arbeitsgebiet seien die Versuchsparameter eingehend erörtert worden. So wurde etwa gesagt, dass der Druck 10 at und die Temperatur 80oC betragen habe. In der Aussprache wird man dann, die Bedingungen mehr oder weniger stark modifizierend, fragen: ,,Haben Sie auch bei 20 at gearbeitet“? oder ,,Lohnt es sich, auf wesentlich höhere Drücke überzugehen, und was ist dann zu erwarten“? Ähnliche Fragen lassen sich ohne Schwierigkeiten auch für die Temperatur und alle übrigen Parameter formulieren. Was die Temperatur angeht, sollte man die naturgesetzliche untere Grenze beachten und sich nicht im Überschwang der Kühnheit zu der Frage hinreißen lassen:

,,Warum haben Sie nicht Ihre Versuche bei -300oC durchgeführt“? Im Allgemeinen empfiehlt es sich jedoch, extremale Bedingungen zu eruieren bzw. vorzuschlagen. Es sind vor allem solche Bedingungen zu postulieren, von denen man nach Anhören des Vortrages weiß, dass sie dem Referenten experimentell nicht zugänglich waren und auch in Zukunft nicht zugänglich sein werden.

Nach der Methode der modifizierten Randbedingungen wird also der Vortragende rasch in seine Schranken verwiesen, was hybride Ansätze jüngerer Kollegen schon im Keime zu ersticken gestattet, während der Fragesteller selbst vor dem Zuhörerkreis als versierter und vorausschauender Experte erscheint, der nicht nur das Problem völlig beherrscht, sondern auch die zukünftigen Perspektiven aufzeigt. Die Methode der modifizierten Randbedingungen stellt nur geringe Anforderungen an Intelligenz, Wissen und Erfahrung, so dass sich sogar Anfänger ihrer gefahrlos bedienen können.

Eine Blamage ist nahezu ausgeschlossen. Selbst bei der ungünstigsten Konstellation – der Vortragende ist eine anerkannte Kapazität, der Diskussionsredner noch reichlich jung und die Bemerkung etwas abwegig – lässt sich doch eine vorteilhafte Wirkung erzielen. Ohne unwirsch zu werden, wird der Referent auf die Fragen eingehen und mit dem Publikum den Eindruck gewinnen: Ein aufgeweckter junger Mann, den man im Auge behalten und fördern sollte.

Skeptizistische Methode

Die skeptizistische Methode, bei der der Zweifel zum Prinzip erhoben wird, ist dem wissenschaftlichen Nachwuchs kaum anzuraten, da die Skepsis ein Vorrecht des reifen Alters ist.

Vor einem chemisch orientierten Gremium wird bevorzugt die Frage gestellt: ,,War die verwendete Substanz wirklich rein“? Da diese Frage naturgemäß nie uneingeschränkt bejaht werden kann, ist die Glaubwürdigkeit des Referenten stark angeschlagen. Bei Seminarbesprechungen wird der Professor den Studiosus häufig anschließend mit markigen Sätzen attackieren: ,,Wenn Sie so unsauber arbeiten, dann ist mir natürlich alles klar! Das kann ja nie was werden“! Auf dem physikalischen Sektor lauten die Fragen gewöhnlich so:

,,Gelten die abgeleiteten Beziehungen wirklich im strengen Sinne“?, ,,Meinen Sie nicht, man hätte relativistisch rechnen sollen“? oder ,,Glauben Sie, das Problem ohne Quantenmechanik lösen zu können“? Mit solchen bewusst allgemein gehaltenen Fragen vergibt man sich nichts, demütigt aber den Referenten, der in der Regel um eine gute Antwort verlegen ist, und erscheint selbst im besten Licht.

Die Generalisierung der skeptischen Methode gipfelt in der Bemerkung: ,,Von den Ausführungen des Redners habe ich nicht das Geringste verstanden“! Diese Worte aus dem Munde eines Mannes von Rang und Namen bedeuten den geistigen Exitus des Vortragenden; denn sie wollen keinesfalls als Eingeständnis altersbedingter Schwerhörigkeit aufgefasst werden, sondern in euphemistischer Umschreibung zum Ausdruck bringen, dass der Vortrag eine seltene Akkumulation von Unsinn war. Würde dagegen ein Student naiven Gemütes die gleiche Bemerkung wagen, erschiene er ohne Zweifel als Ignorant und gäbe sich der Lächerlichkeit preis.

Die skeptizistische Methode ist also sehr delikater Natur. Ihr subjektiver Zuschnitt beschränkt die Anwendbarkeit auf gereifte Persönlichkeiten, die allerdings gut Erfolge damit verbuchen können.

Methode der Autapotheose

Die Methode der Autapotheose oder Selbstbeweihräucherung trägt dem auch in Wissenschaftlerkreisen sehr weit verbreitete Geltungsbedürfnis Rechnung und kommt dann zur Anwendung, wenn der Weihrauch von anderer Seite unverdient ausgeblieben ist.

Die hohe Schule der Autapotheose macht zur Auflage, das Angeben nie zu übertreiben und nie zu dick aufzutragen. In subtiler Filigrantechnik wird der perfektionierte Autapotheotiker daher den Hinweis auf sich selber stets in einen Nebensatz kleiden. Da dieser aber die Hauptsache erhält, soll hier nur auf ihn eingegangen werden.

Soll der familiäre Kontakt mit wissenschaftlichen Koryphäen die eigene Stellung verdeutlichen, empfehlen sich Wendungen wie ,,Als ich die gleiche Frage vorige Woche mit meinem lieben Kollegen Werner Heisenberg ventilierte...“ oder, noch besser, ,,Wie mir kürzlich mein Freund Linus, dem gerade der zweite Nobelpreis verliehen wurde, versicherte...“ Wem so feiner Umgang nicht vergönnt ist, der muss auf die zweite oder dritte Garnitur zurückgreifen.

Neben der soziologischen Spielart der Autapotheose existiert noch eine zweite, die historische. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass Reminiszenzen an vergangenen Zeiten aufgefrischt werden. Es wird darauf verwiesen, dass man aus einem berühmten Institut oder einer renommierten Firma hervorgegangen ist. Daneben werden die früheren, schon in Vergessenheit geratenen Verdienste und Leistungen aufgezählt.

Zur Illustrierung diene folgende Passage: ,,Seinerzeit in Göttingen – Sie wissen, ich entstamme der Göttinger Schule – standen wir vor genau den gleichen Aufgaben, und ich muss sagen, ich habe sie zusammen mit

Winteracker, dem Nestor dieses Zweiges der Physik, einfach glänzend gelöst. Sie sollten mal meine grundlegenden Arbeiten aus den dreißiger Jahre lesen“! Ob jemand Anhänger der Autapotheose historischer Spielart ist, lässt sich auch an seinen Veröffentlichungen erkennen, nämlich an der Anzahl und dem Alter der im Literaturverzeichnis aufgeführt Eigenzitate.

Methode der Repetition


Auf die Methode der Repetition wird nur im äußersten Notfall, und auch dann nur vom Diskussionsleiter, zurückgegriffen. Sie stellt die ultima ratio der Dialogologie dar. Die Methode der Repetition ist mühsam und undankbar: sie erfordert unglücklicherweise Sachkenntnis und angespannte Aufmerksamkeit während des Vortrages. Ihre Anwendung ist jedoch unumgänglich, wenn die Ausführungen eines eigens eingeladenen, hochgestellten Gastes ohne Echo bleiben. Der Gastgeber muss sich dann damit behelfen, den Inhalt des Referates mehr oder weniger langatmig und zutreffend zu wiederholen, um so den Zuhörern Gelegenheit zu geben, in der Zwischenzeit Diskussionsfragen vorzubereiten. Bleibt die Diskussion auch dann noch aus, so ist mit irreparablen Persönlichkeitsschäden beim Referenten zu rechnen. Solche Peinlichkeiten lassen sich bei dem anschließenden Empfang zu Ehren des Gastes durch ein exquisites kaltes Büfett nebst äquivalenten Getränken in etwa verwischen.

Präparative Methode

Die vorgenannte, absolut protokollwidrige Situation, dass die Diskussion mangels Sachverständnisses oder Interesse entfällt, ist a priori zu vermeiden, wenn man nach der präparativen Methode verfährt. Nach Bekanntwerden des Vortragthemas werden kluge Diskussionsbemerkungen mit Sorgfalt von langer Hand ausgearbeitet. Das dazu nötige Schrifttum kann nicht früh genug beschafft werden, weil die Gefahr besteht, dass ein wahrer Run nach der einschlägigen Literatur einsetzt. So empfiehlt sich auch, prophylaktisch Dias anfertigen zu lassen, nach dem Motto ,,Bilder machen sich gut, Bilder beleben“.

Von allen bekannten Methoden ist die präparative, zumindest in der soeben dargelegten Form, die bei weitem arbeits- und kosten-, nicht jedoch lohnintensivste. Hier wird Genie durch Fleiß ersetzt, was dem heutigen Lebensstil eigentlich nicht mehr entspricht.

Wesentlich rationeller ist eine unter guten Bekannten gelegentlich geübte Art der präparativen Methode: In Erwartung der gegenseitigen Meistbegünstigung überlässt der Redner seinem Freund, der den Vortrag besuchen will, das Manuskript mit einem detaillierten Verzeichnis der gewünschten Diskussionsfragen und entsprechender Antworten. Obwohl alles minutiös vorbereitet ist, darf die spätere öffentliche Aufführung keinesfalls den Eindruck eines ballettartigen Pas de deux machen. Sie muss vielmehr ungezwungen und spontan sowie ganz natürlich erscheinen.

Methode der dummen Frage


Für Vortragende außerordentlich gefährlich ist die Methode der ,,dummen“ Frage. Sie ist daran erkennbar, dass der Diskussionsredner seine Bemerkungen beginnt mit der Formulierung: ,,Gestatten Sie mir eine ganz dumme Frage...“ Diese Worte sind nicht so offen gemeint, wie sie klingen, und sie sollten den Referenten nicht vorzeitig frohlocken machen, sondern im Gegenteil zu erhöhter Wachsamkeit und Vorsicht gemahnen: Es bahnt sich Schlimmes an. Der einleitende Satz ,,Gestatten Sie mir eine ganz dumme Frage“ ist nur als Präambel gedacht und wird meist gefolgt von einer Reihe höchst diffiziler Fragen, die der Referent kaum zu beantworten vermag. Der so bei den Zuhörern induzierte Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass die Fragen ja ausdrücklich als simpel und harmlos deklariert wurden.

Die Methode der dummen Frage zielt also darauf ab, den Vortragenden mit einem Blattschuss aus dem Hinterhalt zu erledigen. Philantrophen werden diese Methode ablehnen, da sie den trotz des Triumphes unvermeidlichen herb-bitterlichen Nachgeschmack scheuen.

Methode der Deviation

Die Methode der Deviation hat zum Vorbild den Konversationsstil, der auf Cocktailparties gepflegt wird. Schneidet bei einer solchen Gelegenheit Ihr Gesprächspartner, oder besser, Ihre Gesprächspartnerin beispielsweise das Thema Moderne Kunst an, wovon Sie als Kristallograph nichts verstehen, so wird es Ihnen bei einigem Geschick nicht schwer fallen, von der modernen Kunst sukzessive zur Kristallographie überzuwechseln.

Die Brücke vom einen zum anderen Gebiet würde Kubismus bilden. Ihr Deviationsmonolog müsste etwa folgendermaßen lauten: ,,Sehen Sie, von der modernen Kunst halte ich wenig. Nehmen Sie nur den Kubismus! Was sind doch Metzinger oder Braque für ausdrucksarme Gesellen. Ihre Welt besteht einzig aus Würfeln, aus lächerlichen orthogonalen, isometrischen Parallelepipeden. Wo bleibt da das Spannungsfeld, das Holoedrie, Hemidrie und Tetratoedrie aufspannen? Ein Hexaedrist hat natürlich nie den Formenrausch von Bisphäroiden, Skalenoedern, Trapezoedern, Dodekaedern und anderen -edern erlebt; ihm geht das Pyramidale wie das Bipyramidale völlig ab. Sie sollten die Mannigfaltigkeit des Symmetriegefühls genießen, wie sie uns durch die Raumgruppen dargeboten wird.“ Bei einem so oder ähnlich geführten Überleitungsgespräch ist der Erfolg in der Gesellschaft gesichert. Man wird Sie als einen charmanten, geistessprühenden Unterhalter schätzen, der auf allen Gebieten zu Hause ist. Wenn Sie neben der Methode der Deviation noch die Kunst des Bridgespieles beherrschen, sollten Sie die diplomatische Laufbahn einschlagen.

Auch für Examina kann die Methode der Deviation eine wertvolle Hilfe bedeuten. In diesem Zusammenhang sei an die bekannte Geschichte einer Physikumsprüfung im Fach Zoologie erinnert: Der Professor prüft ausschließlich auf Würmer, was die Kandidaten wegen der Fülle des Stoffs und aus einem angeborenen oder erworbenen Sinn für das Wesentliche dazu veranlasst, sich nur mit diesen munteren Tierchen zu beschäftigen. Als nun der Professor an einem Tage bereits zehn Kandidaten nach gewohnter Modalitt examinierte hatte und ihm demzufolge die Würmer bald zum Halse herausmarschierten, befragte er den elften Kandidaten über den Elefanten. Die Antwort war: ,,Der Elefant ist ein Säugetier mit einem langen, wurmartigen Rüssel. Die Würmer teilt man in folgende Klassen ein...“ Mittels dieser Deviation konnte bekanntes Territorium erreicht und die Prüfung zu einem befriedigenden Ende gebracht werden. Bei wissenschaftlichen Aussprachen ist die Methode der Deviation so anzuwenden, dass man zunächst die Ausführungen des Vortragenden als höchst interessant begrüßt, dann eine kurze Verbindung zwischen dem Gesagten und dem, was man selbst sagen will, anklingen lässt, um sich schließlich langatmig über seine eigenen Arbeiten, die nichts mit dem Thema gemein haben sollten, zu verbreitern. Nur recht selten wird es vorkommen, dass ein rabiater Diskussionsleiter einem das Wort entzieht, weil die Bemerkungen deviativ, d.h. abwegig sind.

Methode der ex cathedra – Entscheidung

Wagt jemand in einem Vortrag neuartige, von der bisherigen Auffassung stark abweichende Gedanken zu entwickeln, die dazu noch in sträflicher Weise den Thesen einer anwesenden Kapazität zuwiderlaufen, so muss er damit rechnen, in der Diskussion scharf angegriffen zu werden. Sind die vorgebrachten Argumente unwiderlegbar, so wird die Koryphäe die normative Kraft ihrer Persönlichkeit und Autorität spielen lassen und die neue Ansicht mit einigen axiomatischen Äußerungen abtun. Es sind dann Sätze zu hören wie: ,,Junger Freund! Was Sie uns da entwickelt haben, hört sich ja ganz passabel an, kann aber nicht stimmen. Wie Sie wissen, bin ich nach langjähriger Forschung zu völlig anderen Ergebnissen gekommen, an denen ich unbedingt festhalten muss. Sie sollten das Problem nochmals in Ruhe überdenken. Da müssen Fehler drinstecken.“ Die Bereitschaft, die stringente Beweisführung hic et nunc zu wiederholen, wird regelmäßig aus angeblichem Zeitmangel dankend abgelehnt: ,,Nein, nein, lassen Sie das mal! Dafür haben wir doch jetzt keine Zeit! Bei der Ihnen eigenen Intelligenz werden Sie den Fehler schon allein finden.“

Während obiges Beispiel noch einen Rest väterlichen Wohlwollens erkennen lässt, zeugt die folgende Formulierung von unüberbietbarer Überheblichkeit und Intoleranz: ,,Alles, was zu dem angeschnittenen Thema zu sagen ist, habe ich bereits in meinem Lehrbuch, 7. Auflage, auf den Seiten 457 bis 498 ausgeführt.“ Die Diskussion ist damit erledigt: Roma locuta, causa finitia. Eine Wiederaufnahme der Debatte ist nicht möglich, da die höchste Instanz entschieden hat.

Methode des gezielten Missverständnisses


Als letzte Methode sei hier die des gezielten Missverständnissen genannt. Sie ist anspruchslos und dennoch sehr wirkungsvoll. Ihr Anwendungsbereich ist schlechthin universell, sowohl hinsichtlich des Themas als auch hinsichtlich der Person. Die Konzeption der Methode des gezielten Missverständnisses ist denkbar einfach. Ein Faktum des Vortrags wird herausgegriffen und seine Inversion als Diskussionsfrage formuliert. Die Definition mag vielleicht zu abstrakt erscheinen und soll daher durch ein typisches Beispiel aus der Praxis illustriert werden:

War in einem Vortrag erwähnt worden, dass eine Substanz eine blaue Farbe besitzt, so wird mit Sicherheit jemand bei der Diskussion erklären: ,,Wenn ich den Herrn Redner richtig verstanden habe, soll die von ihm beschriebene Verbindung grau sein. Das kann aber nach allem, was man über derartige Dinge weiß, nicht richtig sein. Ich glaube vielmehr, dass unsere bisherigen theoretischen Ansätze die Behauptung zulassen, dass die Farbe eindeutig als blau, allenfalls noch als graublau anzusehen ist. Es ist mir unverständlich, wie man die Blaufärbung übersehen konnte“! Der Vortragende wird erwidern: ,,Ich möchte den Herrn Diskussionsredner auf ein Missverständnis aufmerksam machen. Ich habe in einem Vortrag ausdrücklich von blauer Farbe gesprochen. Zum anderen bin ich erfreut zu hören, dass auch die Theorie blau oder graublau verlangt. Und wenn ich meine Befunde kritisch rekapituliere, muss ich sogar sagen, dass in Übereinstimmung mit den Ansichten des Herrn Diskussionsredners ein gewisser Graustich unverkennbar war.“ – Wie die kleine Geschichte zeigt, ist die Methode des gezielten Missverständnisses frei von verletzender Schärfe. Sie ist eine fürbass ideale Methode, da sie alle beteiligten Parteien befriedigt, den Vortragenden, den Diskussionsredner und – last not least – die Zuhörer.


Josef Liebertz, Phys. Blätter 21 (1965), 70-76 (Fastnachtsrede am

11.02.1964)





Africa Atlas

Die vergangenen 50 Jahre sind nicht immer freundlich mit Afrika umgesprungen. Besonders die Natur, die uns immer wieder fasziniert, ist zunehmenden Problemen ausgesetzt. Bevölkerungsdruck und die für die Produktion benötigte Landfläche hinterlassen ihre Spuren. Der Wandel geschieht aber meist so schleichend, dass er vor Ort oft genug überhaupt nicht auffällt. Erst wenn man alte Fotos anschaut, wird einem die Veränderung gegenwärtig. Aus diesem Grund hat das United Nations Environment Programme (UNEP) jetzt einen Atlas über Afrika herausgebracht. Mehr als 300 Bilder zeigen die Situation "vorher" und "Nachher" im Verlauf der letzten 36 Jahre. Und sie unterstreichen die Probleme und Herausfordeungen, vor denen dieser besondere Kontinent steht.

Heute Geburtstag: Gideon Mantell

Am 3. Februar 1790 wurde in Lewes, Sussex, England der britische Arzt und Paläontologe Gideon Algernon Mantell geboren. Er sammelte vorwiegend in Sussex Fossilien von Meerestieren, die - wie man heute weiß - aus der älteren Kreidezeit stammten. Als er 1819 auch mit der Sammlung von Fossilien aus dem Fundort Whiteman's Green in der Nähe von Cuckfield begann, kamen diese jedoch aus der jüngeren Kreidezeit und stammten von Land- sowie von Süßwasserlebewesen. Unter seinen Cuckfield-Funden im Jahre 1820 befanden sich auch sehr große Knochen, die in Größe sogar die übertrafen, die William Buckland in Stonesfield, Oxfordshire entdeckt hatte. Kurz bevor er sein erstes Buch "The Fossils of South Downs or Illustrations of the Geology of Sussex" abschloss, fand er außerdem einige sehr große Zähne, deren Herkunft er nicht erklären konnte. Die oft überlieferte Version, dass er den Fundort für diese außergewöhnlichen Überreste seiner Frau Mary zu verdanken hatte, die ihm für die Illustration seiner Sammlung hilfreich zur Seite stand, ist nicht belegt. Wissenschaftler ordneten Mantells außergewöhnlichen Fundstücke Fischen oder Säugetieren aus einer wesentlichen jüngeren Periode zu. Selbst der berühmte französische Wissenschaftler Georges Cuvier identifizierte einen der Zähne zunächst anhand der damaligen Disziplin "vergleichende Anatomie" als oberen Schneidezahn von einem Nashorn. Mantell dagegen war sich sicher, dass die abgenutzten Zähne, die Einkerbungen aufwiesen und auf eine Pflanzen fressende Tierart hindeuteten, aus dem Mesozoikum stammten und dass sie denen eines Leguans (Iguana) ähnelten, nur dass dieses Tier 20 mal so groß war. Georges Cuvier schloss sich bald Mantells Meinung an, nachdem er die Untersuchung der gesamten fossilen Zähne vorgenommen hatte und die Funde auf die frühe Existenz einer unbekannten riesigen Echse zurückführte. Mantell nannte seine Entdeckung anfangs „Iguanosaurus“, änderte jedoch bald darauf die Bezeichnung in Iguanodon (Leguan-Zahn) um.

Der heftigste Widerspruch, der Mantells Ansichten entgegen gebracht wurde, kam von dem hochangesehenen Wissenschaftler Richard Owen, der vehement die Ansicht vertrat, dass diese Zähne nur von einem Säugetier stammen könnten. Im Laufe der folgenden Jahre sammelte Mantell weitere Fossilien, um zum einen zu belegen, dass die Vorderbeine dieses Dinosauriers wesentlich kürzer waren als die Hinterbeine und damit zu keiner noch existierenden Art gehören könnten und zum anderen, um zu zeigen, dass die Fossilien, die Owen unterschiedlichen Wirbeltieren zuordnete, alle dem Iguanadon zuzurechnen wären.

1825 publizierte Mantell seine Notice on the Iguanodon, a Newly Discovered Fossil Reptile, from the Sandstone of Tilgate Forest, in Sussex, die er das erste Mal auf einem Treffen der Royal Society mit Erfolg präsentierte. Als Folge davon wurde er zum Mitglied der Royal Society gewählt und Ehrenmitglied des Institut de Paris. Er wurde außerdem mit der Wollaston-Medaille der Geological Society of London geehrt.

1833 zog Mantell nach Brighton um, der wirtschaftliche Erfolg seiner Arztpraxis litt jedoch unter dem Umzug. 1839 verließ ihn seine Frau und sein jüngster Sohn emigrierte nach Neuseeland. Das von ihm in Brighton eingerichtete Museum seiner Fossilien war ebenso ein finanzieller Misserfolg, da er regelmäßig auf Eintrittsgeld verzichtete, so dass Mantell gezwungen war, aufgrund seiner finanziellen Engpässe seine Sammlung zu verkaufen.

Durch einen schweren Unfall mit einer Kutsche verkrüppelt und unter ständigen Schmerzen setzte er trotzdem seine wissenschaftlichen Arbeiten fort und veröffentlichte bis zu seinem Tode eine Reihe wissenschaftlicher Publikationen. 1852 starb er an einer Überdosis Morphium, das er normalerweise als Schmerzmittel benutzte.

Im Jahre 2000 wurde in Erinnerung an Mantells Entdeckung und seiner Leistungen für die Paläontologie in Whiteman's Green, Cuckfield ihm zu Ehren ein Denkmal eingeweiht.

(Wikipedia)


Fette Beute für CoRoT? Terrestrischer Exoplanet entdeckt?

Allem Anschein nach hat der europäische Satellit CoRoT seine Feuertaufe glänzend bestanden. Der erste terrestrische Exoplanet, der seine Sonne im Sternbild Einhorn umkreist. der neu entdeckte Planet soll die sechsfache Masse der Erde haben und seinen Stern in knapp 21 Stunden umrunden. Also definitiv kein Ort, um nach irgendeiner Form von leben zu fahnden.
CoRoT entdeckt ersten transitierenden terrestrischen planeten
CoRoT hat etwas Tolles Entdeckt
Zweite "Erde" entdeckt

Geo Foto des Tages #3: Karst im Bikovo Gebirge

Eine tief stehende Sonne bescheint das Bikovo Gebirge in Kroation mit dem 1762 m hohen Sveti Jure. Etwas abseits des Schnee bedeckten Berges finden sich Karstgebiete. Die Berge von Bikovo bestehen aus mesozoischen Kalken, die in warmen und flachen Meeren abgelagert und später durch tektonische Vorgänge in ihre jetzige Postion gehoben wurden. Durch die Verkarstung ist das Gebiet heute extrem trocken, nur dort, wo die Kalke auf Flysche treffen sind Quellen zu finden. Das Foto, aufgenommen von der Internationalen Raumstation gibt einen schönen Überblick über eine Landschaft, in der Geosphäre und Atmosphäre direkt in das Leben der Menschen eingreifen.
http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=36849

Montag, 2. Februar 2009

Geo-Foto des Tages #2: Ol Doinyo Lengai

GEO hat die Leser über das GEO-Foto des Jahres abstimmen lassen. Und gewonnen hat mein Favorit, eine Aufnahme des nächtlichen Ol Doinyo Lengai. Der einzigartige Vulkan (der einzige weltweit, der eine karbonatitische Lava fördert) steht unter einem nächtlichen Sternenhimmel, beleuchtet vom Vollmond. Seine Flanken werden durch einen Lavastrom deutlich gegen den Nachthimmel herausgearbeitet, während über seinem Gipfel eine von Natrium (er fördert Natriumkarbonatit) grüngefärbte Flamme aufleuchtet. So schön kann Geologie auch sein.
Im Banne der Glut, GEO Foto des Jahres 2008

Impfmüdigkeit tötet!

Mal eine interessante Meldung über Spiegel online. Impfmüdigkeit beziehungsweise übertriebener Impfskeptizismus kann tödlich sein. Das belegt unter anderem eine Masern Epidemie in Nordrhein-Westfalen 2006 mit immerhin 2 Toten und 95 schweren Erkrankungsfällen. nebenbei verhindert diese übertriebene Angst vor der Impfung auch die Ausrottung dieser leider allzu oft verharmlosten Krankheit, die weltweit nach wie vor rund 200 000 Menschen pro Jahr tötet.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,604918,00.html

wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlichen Mitarbeiter Inst für Geowissenschaften Uni Kiel

Am Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle

für eine / einen wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlichen
Mitarbeiter mit überwiegender Tätgkeit in der Lehre

im Rahmen des Hochschulpakts 2020 befristet bis zum 30.09.2010 zu besetzen.


Es besteht die Möglichkeit einer Verlängerung. Bei Vorliegen der
tariflichen Voraussetzungen erfolgt die Eingruppierung in die Entgeltgruppe
13 TV-L, die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt die einer/eines
entsprechend Vollzeitbeschäftigten (zzt. 38,7 Stunden) mit einer
Lehrverpflichtung von 16 LVS. Gegebenenfalls ist auch eine Halbtagsstelle
mit einer Lehrverpflichtung von 8 LVS möglich.


Tätigkeitsbeschreibung:
Die Lehrkraft wirkt im Bachelor-Studiengang 'Geowissenschaften' mit. Der
Schwerpunkt soll auf den obligatorischen geowissenschaftlichen Kursen
(insbesondere Übungen und Geländepraktika) der ersten beiden Studienjahre
liegen. Die Bereitschaft zur Mitwirkung in der akademischen
Selbstverwaltung wird vorausgesetzt.


Einstellungsvoraussetzungen:
Einstellungsvoraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium im
Fach Geowissenschaften, Geologie oder Mineralogie, die Promotion in einem
dieser Fächer, fundierte Kenntnisse in den genannten Lehrbereichen,
didaktische Kompetenzen und Lehrerfahrung.


Die Hochschule ist bestrebt, den Anteil von Wissenschaftlerinnen in
Forschung und Lehre zu erhöhen und fordert deshalb entsprechend
qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden bei
gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig
berücksichtigt. Schwerbehinderte werden bei entsprechender Eignung
bevorzugt berücksichtigt.


Die Hochschule setzt sich für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen
ein. Daher werden schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber bei
entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.


Weitere Auskünfte erteilt Astrid Holzheid unter der E-Mail-Adresse: holzheid(at)min.uni-kiel.de

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugniskopien,
Schriftenverzeichnis und Themen der bisher abgehaltenen Lehrveranstaltungen
bzw. beruflichen Tätigkeit) sind bis spätestens 20.02.2009 zu richten an:

Prof. Dr. Astrid Holzheid
Instituts für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
24098 Kiel

Junger Krater auf dem Mars

(JPL/NASA)

Das obige Bild zeigt einen frischen Krater im nördlichen Tiefland des Mars. Der rund 300 m durchmessende Krater ist deutlich vom Auswurf umgeben und wurde möglicherweise von einem rund 20 m großen Asteroiden verursacht. Die Aufnahme von HiRISE zeigt auch einige interessante Details des Auswurfes. Die Größe der ausgeworfenen Trümmer reicht von 9 - 10 Meter Durchmesser nahe am Krater bis hin zu kleineren Blöcken, die HiRISE gerade noch auflösen kann. Manche der Blöcke sind auch in den Krater zurück gefallen und bedecken den Kraterboden. Dies belegt, dass dieser Krater erheblich jünger ist als die in seiner Umgebung. Auf der rechten, östlichen Seite des Kraters zeigen sich auch einige Hinweise auf Staublawinen, und der Boden des Kraters scheint mit Staub bedeckt, der die Konturen weichzeichnet.
http://hirise.lpl.arizona.edu/PSP_010624_2045
Research Blogging Awards 2010 Winner!
 
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