Donnerstag, 30. April 2009

Wie sich Eidechsen zudringliche Männchen vom Leibe halten

Es mag manchmal ja schon ein Kreuz sein, wenn Artgenossen des anderen Geschlechts zudringlich werden. Da stellt sich dann die Frage, wie man diese wieder möglichst umweltschonend wieder los wird. Ob aber die Methode, welche die Weibchen einer australischen Eidechsenart anwenden, auch für uns Primaten zur Nachahmung empfohlen werden kann, möchte ich bezweifeln.
Wie Eidechsen aufdringliche Liebhaber loswerden

Tagung: DMG-Jahrestagung 2009

vom 13. bis 16. September 2009 findet die 87. Tagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale statt. Wir möchten Sie dazu ganz herzlich einladen und freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Alle wichtigen Informationen finden Sie in der beigefügten Datei und auf unserer Tagungshomepage: www.dmg2009halle.de. Dort werden auch alle Aktualisierungen nachzulesen sein.
Es steht ein breites Themenspektrum zur Auswahl und Sie haben die Möglichkeit zwischen 3 Vor- und 3 Nachexkursionen sowie 4 Workshops zu wählen.
Bitte informieren Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen, die nicht Mitglied der DMG sind über unsere diesjährige Tagung.
Abgabefrist für Beiträge und Termin für die Anmeldung zu reduzierten Konditionen (Frühbucherrabatt) ist der 1. Juni 2009 !

Mittwoch, 29. April 2009

Impfsicherheit und Impfgegner

Meine eigenen Erfahrungen mit Impfgegnern sind (noch) sehr mangelhaft. Eigentlich nur das, was man aus anderen Blogs und einigen Foren so am rande aufschnappt. Aber zum Glück haben andere Leute sich ziemlich intensiv mit den "Argumenten" der Impfgegner auseinandergesetzt. Und siehe da. Herausgekommen ist (wieder einmal) eine krude Mischung aus selektivem zitieren, falsch verstandenem und böswilligen Verdrehungen. Dank an Phil Plait für den Link und Todd W, der sich die Mühe gemacht hat.

Sandspiele #2: Trockenrisse

Trockenrisse

Wenn ein feinkörniges Sedoiment sich unter Wasser, zum Beispiel in einer Pfütze, abgelagert wurde, anschliessend trocken fällt, veringert es dabei sein Volumen. Dabei muss es noch nicht einmal aus quellfähigen Tonmineralen bestehen. Es genügt schon alleine die Kraft der Oberflächen spannung des Wassers, um dieses Phänomen zu bewerkstelligen. Bei einer Temperatur von 20 °C beträgt sie 72,75 mN/m. Das Wasser möchte seine Grenzfläche zur Luft verkleinern und dieser Druckunterschied verursacht einen kapillaren Aufstieg des Wassers zur Sedimentoberfläche. Dort werden die Sedimentpartikel meniskusartig zusammengezogen und verbogen. Dabei ist die Schrumpfung um so größer, je kleiner die Kapillaren im Sediment sind. Daherw erden feinkörnige sedimente stärker schrumpfen als gröbere. Bei Vorkommen von quellfähigen Tonmineralen wie zum Beispiel Smectit wird die Schrumpfung noch zusätzlich verstärkt.

Trockenrisse

Trockenrisse

Montag, 27. April 2009

Unsere Abgeordneten und Homöopathie

In der Schweiz läuft gerade eine Volksabstimmung darüber, ob das Recht auf (erwiesenermaßen unwirksame!) alternative Heilmethoden wie Homöopathie auch in die Verfassung egschrieben werden soll. Grund genug, auch unsere Abgeordneten mal darüber zu befragen, wie sie es mit der Schulmedizin und der wissenschaftlichen Überprüfung der Wirksamkeit alternativer Methoden halten. Herausgekommen ist etwasm das mich über die Maßen erschreckt! Anscheinend wissen nur wenige Abgeordnete, was Wissenschaft überhaupt ist, und wie man die Wirksamkeit von heilmetoden zuverlässig überprüfen kann. Das alleine wäre für sie, die ja meist einen akademischen Hintergrund haben, schon mehr als peinlich. Aber diese leute wollen Entscheidungenm treffen, die über das Wohl und Wehe unseres Landes und seiner bevölkerung entscheiden! Bemerkenswert ist zum beispiel die Antwort von Birgitt Bender (Grüne):
Die gesetzliche Krankenversicherung kann nur solche Behandlungsmethoden und Arzneimittel finanzieren, deren Wirksamkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit nachgewiesen ist. Dieser Grundsatz muss selbstverständlich auch für die Heilmethoden und Arzneimittel der Komplementärmedizin gelten.
Ok, soweit kann ich durchaus mitgehen. Das sollte eigentlich auch selbstverständlich sein, oder? Danach kommt es aber hammerdick!

Wir lehnen allerdings die weit verbreitete Haltung ab, dass Wirksamkeitsprüfungen ausschließlich über randomisierte und placebo-kontrollierte Doppelblindstudien (wissenschaftliche Studien, in deren Rahmen z.B. Arzneimittel getestet werden) erfolgen könnten. Diese Haltung ignoriert die methodischen Grenzen dieser Studien und auch die besondere Wirkungsweise komplementärmedizinischer Behandlungsformen. Wir treten für vielfältige Nachweisverfahren ein, in die z. B. auch die Nutzenbewertung aus Sicht des/der einzelnen PatientInnen einfließt.
Aua! Es werden also wissenschaftliche Methoden abgelehnt, die eindeutige und überprüfbare (!) Ergebnisse liefern und durch Anekdoten ersetzt werden. Und was bitte sollen die "besonderen Wirkungsweisen komplenmentärer Medizin" sein?

Sehr schön auch die Antwort von Gesine Lötzsch (Linke):

Der Fixierung auf die westliche Schulmedizin und den damit verbundenen
Glauben, Medikamente seien immer die beste Lösung zur Heilung von Krankheiten, muss - wie Sie sagen - auch überwunden werden. Viele alternative Heilungsmethoden wie die Homöopathie, aber auch fernöstliche Methoden können oft ergänzend genutzt werden bzw. stellen teilweise sogar die bessere Alternative dar. Die Dominanz und Macht der
Pharmaindustrie muss hier zumindest gedeckelt werden.
In eine ähnliche Richtung zielt auch Nina Hauer von der SPD:
Darüber hinaus hat der Gemeinsame Bundesausschuss dem gesetzlichen Gebot zur Wahrung der Therapievielfalt in seiner "Ausnahmeliste" Rechnung getragen. Denn er hat zur Behandlung der Erkrankungen, die in der "Ausnahmeliste" aufgeführt sind, auch die Verordnung von homöopathischen und anthroposophischen Medikamenten zugelassen, wenn diese Arzneimittel bei den jeweiligen Erkrankungen den Therapiestandard in der jeweiligen Therapierichtung darstellen. Den Therapiestandard in den besonderen Therapierichtungen bestimmen also die homöopathisch und anthroposophisch orientierten Ärzte und nicht etwa die Vertreter der Schulmedizin.

Das ist fast schon als wissenschaftsfeindlich zu bewerten. Hier wird ein medizinisch-wissenschaftliches Weltbild verworfen, welches uns in den letzten beiden Jahrhunderten einen beispiellosen Erfolg gegen fast alle bekannten Krankheiten beschert hat. Und das ausgerechnet zugunsten eines anderen, welches in all den Jahrtausenden auch nicht einmal ansatzweise so etwas wie einen durchschlagenden Erfolg vorzuweisen hat. Ich frage mich bei derartigen Antworten wirklich, ewie die Ansichten der betreffenden Politiker in anderen, für eine wissens- und wissenschaftsbasierte Gesellschaft essentiell wichtigen Gebieten aussieht. Ich danke den Leuten von http://www.kandidatenwatch.de und Florian Freistetter von astrodictum simplex für diese kleine Wahlhilfe.

Die Steine von Ica

Diese Steine von Ica tauchen nicht nur in der Literatur amerikanischer Kreationisten auf, sie spielen zunehmend auch in der deutschen Paläo-SETI Literatur eine Rolle und sie finden sich natürlich auch bei Zillmer. Angeblich soll die schiere Zahl der Steine, 12 000, ein Beleg dafür sein, das sie nicht gefälscht sind. Ein einsamer Fälscher würde bei 12 Stunden arbeit pro Tag 80 Jahre zu tun haben. Wenn nun aber mehrere Leute damit beschäftigt wären, sähe das natürlich schon wieder ganz anders aus.

Entdeckt wurden die Steine durch den peruanischen Arzt Dr. Javier Cabrera Darquea, der den ersten dieser Steine als Bezahlung von einem Farmer erhielt. Angeblich soll dieser Stein einen Pterosaurier gezeigt haben und Dr. Cabrera nahm auch weiterhin Steine mit Ritzzeichnungen entgegen. Nach Darstellung des Finders sollen die Steine in einer Höhle gefunden worden sein, nur hat niemand diese Höhle mit ihren angeblichen 50 000 bis 100 000 Steinen je untersuchen können, noch ist Außenstehenden ihre Lage bekannt. Jedoch werden in Ica heute von vielen Einwohnern derartige Steine hergestellt und an Touristen verkauft. Sogar der Finder der ersten angeblich echten Steine soll gegenüber den peruanischen Behörden zugegeben haben, die Steine nicht in einer Höhle gefunden, sondern selbst gemacht zu haben. Befürworter der Echtheit der Steine meinen, aus Angst vor den peruanischen Gefängnissen, da er ja archäologische Kulturgüter an Touristen verkauft hatte. Wie dem auch sei, bislang gibt es für eine Echtheit der Steine nicht den geringsten Beleg. Überhaupt gibt es noch weitere Probleme mit den Steinen. So soll ein Stein nach Dr. Cabrera einen bereits vor 5 Millionen Jahren ausgestorbenen Fisch zeigen. Allerdings konnte bislang nicht herausbekommen werden, um welchen Fisch es sich handelt und woran Dr. Cabrera den Fisch erkannt hat. Und das wäre sicher mal interessant zu erfahren.

Freitag, 24. April 2009

kosmischer Milchshake?

Wer hätte das gedacht: Unsere gute alte Milchstraße entpuppt sich so langsam als gigantischer Milchshake, und zwar mit Himbeergeschmack!

Opportunity: Visiting Professorship Uppsala

We are looking for a world leading scientist
Zennström Visiting Professorship in Environmental Science with a Particular Emphasis on Climate
Change and Impact

Zennström Philantropies has granted a generous multi-year grant for a visiting professorship in climate science at Uppsala University. The grant covers a full-time position for one year effectively, but can be used over a two year period.

The visiting professorship is intended to attract outstanding scientists who can perform cutting edge research in the areas of climate and energy, and thereby contribute to global endeavours against climate change and its impact.

Uppsala University carries out world leading research on climate change in a wider perspective. For example, in the area of sustainable energy technology there is research on wind power, wave power, photovoltaic solar cells, fuel cells, hydrogen storage, artificial photosynthesis and smart windows. Moreover, there is research in meteorology, carbon dioxide emissions from lakes and oceans, hydrology, glaciology and ecology as well as in evolutionary biology. Existing competence in computer science and mathematics is of great importance in simulations and modelling. Ongoing research in social sciences and humanities is also highly relevant, for example by studies of economy, human behaviour and attitudes.

Many different aspects or disciplines could be included. We welcome nominations from all fields relevant for climate change research. The holder of the professorship is expected to work across disciplinary borders, and act as a catalyst for new projects and collaborations, for example by teaching at graduate and undergraduate levels. The holder is expected to spend at least three months per year at Uppsala University. The visiting professorship will be announced every two years. A representative of the donor will be involved in the candidate selection. Credentials that merit appointment at the rank of full professor are required.

Eligibility for appointment: Applicants/nominees are eligible for employment as professor if they have demonstrated both academic and pedagogical skills. Further, general eligibility for teaching posts includes the broad ability required to carry out fully the duties of the position. Moreover, to be appointed as a professor, the applicant must have documented academic skills in independent research that considerably exceed those necessary for the position of associate professor.

Uppsala University invites nominations and applications for the position. Please send CV, publication list and a research plan (max 5 pages) by e-mail to vicerektor@teknat.uu.se no later that June 1st 2009. Inquiries may be addressed
to the Dean of the Faculty of Science and Technology, Professor Joseph Nordgren at vicerektor@teknat.uu.se. See www.uu.se/goto/zennstrom

Heute vor 100 Jahren geboren: Bernhard Klemens Maria Grzimek

(Grabmal für Michael und Bernhard Grzimek am Kraterrand des Ngorongor Kraters. Wikimedi User Faresh. GNU)
Heute vor 100 Jahren wurde Bernhard Grzimek geboren. seinem unermüdlichen Wirken für den erhalt der natur ist es zu verdanken, dass nicht nur der Frankfurter zoo, sondern auch große Schutzgebiete wie die Serengeti und der Ngorongoro Krater in Tansania für zukünftige Generationen erhalten blieben. Außerdem zählte er zu den Gründern des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er bezahlte einen hohen persönlichen preis für sein Engagement, Sein Sohn Michael starb bei den Dreharbeiten zum Film Serengeti darf nicht sterben im Jahr 1959, als sein Flugzeug mit einem Geier kollidierte.
Bildergalerie zum 100. Geburtstag von Bernhard Grzimek

Donnerstag, 23. April 2009

Geo Foto: Dünen auf dem Mars

Diese wunderschöne Aufnahme von HiRISE zeigt, wie sich lineare Dünen mit zunehmender Entfernung in Barchane (hufeisenförmige Dünen) umwandeln. Der Wind hierfür kommt von der linken Seite und im Windschatten größerer Strukturen auf der Planetenoberfläche bilden sich zunächst parallel zur Hauptwindrichtung lineare Dünen. Der Wind umströmt das Hindernis wie die großen Plateus hier und die Windwirbel treffen auf der abgewandten Seite aus zwei unterschiedlichen Richtungen wieder aufeinander. Das vom Wind mitgeführte Sediment wird dort abgelagert und zu langen Dünenketten aufgeschichtet. Erst mit zunehmenderEntfernung vom Hindernis verringert sich die turbulente Störung des Windes wieder und die Dünenkette wird langsam auseinandergerissen. Der hier gleichmässig von eine Seite (der Hauptwindrichtung) anströmende Wind formt Barchane. Zwei weitere Phänomene sind hier noch zu beobachten. Einmal stört eine (weite große Düne von unten) Reihe älterer Barchane eine längere Dünenkette und zwingt sie zu einer Kurve. Und bei einer Dünenkette des oberen Plateaus wird die Reihe der Barchane durch einen Inselberg in zwei Barchanreihen aufgespalten.
Parteli, E.J.R and Hermann, H.J. Physical Review E 76 (2007) 041307 “Dune formation on the present Mars.” Doi: 10.1103/PhysRevE.76.041307.

Evolution der Robben

Vermutet hat man es ja schon sehr lange, aber die Belege fehlten bisher weitgehend. Unsere heutigen Robben sollen sich aus kleinen Raubtieren entwickelt haben, die man sich ungefähr so wie die heutigen Fischotter vorzustellen hat. Und anscheinend ist jetzt einer der lange gesuchten Urahnen der Seehunde gefunden worden. "Puijila darwini", als Darwins junges See-Säugetier, heisst der Fund. Gelebt hat er vor rund 20 bis 24 Millionen Jahren im Norden des heutigen Kanadas. Damit scheint die Arktis, die damals ein kühl-gemäßigtes Klima hatte, zu einem der Brennpunkte der Robben-Evolution zu werden.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,620583,00.html
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/992371

Mittwoch, 22. April 2009

Vulkan Yasur auf Vanuatu

Florian Wizorek hat auf seiner Seite einen ziemlich interessanten bericht über einen besuch beim Vulkan Yasur auf Vanuatu ins Netz gestellt. Neben einigen interessanten Bildern über die Natur und Landschaft der Gegend sind natürlich die Fotos von aktiven Vulkanen imer ein echtes Highlight, und der Yasur geizt als Fotomodell nicht mit seinen Reizen. Außerdem ist dort noch ein schönes Video der Eruptionen zu finden.

Klimawandel, eine Lüge?

Dass der Klimawandel eine großer Schwindel sei, wird ja nicht erst seit dem ominösen Film "Der Klimaschwindel" behauptet, den RTL im Juni 2007 ausstrahlte. Die dort verwursteten Behauptungen tauchen in mehr oder weniger abgewandelter immer wieder in Diskussionen zum Thema Klimawandel auf. Stefan Rahmstorf hat sich (wie auch andere englischsprachige Seiten hier und hier) einmal intensiv mit den in dem Film aufgestellten Behauptungen auseinandergesetzt. Herausgekommen ist eine interessante Sicht auf verschiedene allgemein unter Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und sonstigen Pseudowissenschaftsanhängern übliche Verhaltensweisen wie selektives Datenschnipseln, ständiges wiederkauen längst widerlegter Behauptungen und dergleichen. Auch Jörg Zimmermann vom Blog Globales Klima sieht in vielen Klimaskeptikern eine enge Verwandschaft zum gemeinen Verschwörungstheoretiker.

Neue Dinosaurier aus der Wüste Gobi

Die Wüste Gobi spielt als Fundstätte für Dinosaurierfossilien eine große Rolle. In jüngster Zeit sind dort Fossilien zweier wichtiger Dinosaurier geborgen worden. Darunter von einem frühen Vertreter der Tyrannosaurier, deren prominentestes Familienmitglied der Tyrannosaurus rex selber ist. Das besondere an diesem rund 100 Millionen jahre altem Saurier ist, dass er eine wichtige Lücke in der Entwicklungslinie der Tyrannosaurier schliesst, auch wenn er vermutlich kein direkter Vorfahre des T. rex ist.
Daging Li et al. (2009): A longirostrine tyrannosauroid from the Early Cretaceous of China. Proc. of the Royal Society B, doi:10.1098/rspb.2009.0249 Published online

Außerdem wurde ein Vertreter der Ornithomimosaurier gefunden, der mit seinen rund 600 Kilogramm einem großen heutigen Strauß nicht unähnlich gesehen hat.
Makovicki, P.J. et al. (2009):A giant ornithomimosaur from the Early Cretaceous of China. Proc. of the Royal Society B, doi:10.1098/rspb.2009.0236 Published online

Dienstag, 21. April 2009

Ein Herz für Blogs

der StyleSpion will die deutschsprachige Blogosphäre ein wenig enger zusammenrücken und schlägt für heute vor, dass jeder seine deutschsprachigen Lieblingsblogs vorstellt. Und damit sein Herz für Blogs zeigt. Dem will ich mich hier und heute gerne anschliessen. Vielleicht findet die Idee auch in der deutschen Geoblogosphäre Freunde. Nicht alle meine Lieblingsblogs (ich fasse den Begriff hier nicht zu eng, auch meine beiden "Internetheimaten" sollen sich hier wiederfinden) stammen aus dem Bereich der Geoblogosphäre, aber alle verfolge ich regelmäßig. Die Reihenfolge ist rein zufällig und ohne Bedeutung.

Der Astronom Florian Freistetter stellt auf seinem Blog Astrodictum simplex nicht nur verschiedene Themen rund um Astronomie vor, sondern kümmert sich auch immer wieder ausgiebig um die Randgewächse aus den pseudowissenschaftlichen Bereichen. Immer wieder eine willkommene Lektüre für einen alten Skeptiker.

Bleiben wir vorerst bei meinen besonderen Freunden aus Absurdistan. Auch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften e.V. (GWUP) hat einen Blog, der für Skeptiker eigentlich ein absolutes Muß ist. Wie nötig es immerw ieder ist, eine kleine Kerze anzuzünden, um die Dämonen des Aberglaubens wenigstens ein klein wenig auf Distanz zu halten, zeigt sich in den dort behandelten Themen immer wieder.

Mit dem Esoblog findet sich ein weiterer Blog, der sich intensiv mit Esoterik in ihren verschiedenen Spielarten kritisch auseinandersetzt. Zusammen mit dem zugehörigen EsowatchWiki eine gute Quelle, wenn man sich über modernen Aberglauben informieren will.

In die selbe Kategorie gehört auch der Wahrsagercheck´s Blog, der seine Hauptzielrichtung in Astrologie und Wahrsagerei sieht. Beides Punkte, die im modernen Aberglauben eine erstaunlich große Rolle spielen, auch wenn man es als moderner, aufgeklärter und wissenschaftlich denkender Mensch kaum glauben mag.

Auch wenn ich die Klimaskeptiker nicht in einen Topf mit meinen Freunden von der pseudowissenschaftlichen Welt werfen will, finden sich oft viele der dort zu beobachtenden Verhaltensmuster auch bei dieser besonderen Form eines Skeptikers wieder. Und oft sogar so stark, dass man sich wundert, wie sie den sonst so positiv besetzten Begriff des Skeptikers so missbrauchen können. Dieses ist das Gebiet, auf dem auch der Blog Globales Klima von Jörg Zimmermann mit rationalen Argumenten versorgt. Ebenso wie Georg Hoffmann von Primaklima.

Als Hobbyfotograf (manche würden vielleicht eher süchtig dazu sagen), verfolge ich auch einige Fotografieblogs regelmäßig. Dazu gehört (stellvetretend für all die vielen anderen Foto-Blogs) einmal Ralf-Jürgen Stilz mit seinem photoapar.at. Ebenso wie Steffen Göthling mit lensflare und Julia Stern mit ihrem Fotoholiker. Hier gibt es immer wieder interessante Tipps und Anregungen für das eigene Hobby. Und nicht zuletzt eine Vernetzung zu weiteren informativen Foto-Blogs aus diversen Bereichen, von denen man sich vieles abgucken kann.

Die deutschsprachige Geoblogosphäre ist noch etwas dünn gesät, oder meine Blogroll in diesem Gebiet etwas schwachbrüstig. Auf jeden Fall zählt der Blog von geoberg zu meiner regelmäßigen Lektüre. Hier finden sich immer interessante Neuigkeiten aus dem Bereich der Geowissenschaften und verschiedene Hinweise.

Neuigkeiten aus allen bereichen der Astronomie und anderen verwandten Wissenschaften, meist mit direkten Links auf die Originalpublikationen finden sich bei Olaf und seinem Solscape.

Und auch wenn es keine Blogs im eigentlichen Sinn sind, sondern mehr Diskussionsforen, so sollen meine beiden Internetheimaten hier nicht unerwähnt bleiben. Immerhin besteht dort eine gute Möglichkeit, mich auch mal anzutreffen.

Im Bereich der deutschsprachigen geowissenschaften dürfte das Geoversum wohl eiens der aktivsten Foren sein. Zumindest kann man hier, egal ob Laie oder Profi, immer auf das Wissen und den Rat der anderen 397 Teilnehmer zurückgreifen. Aber da es hier auch im Blogs und weniger um Foren geht; Auch Neuigkeiten aus allen bereichen der Geowissenschaften werden hier vorgestellt und oft intensiv diskutiert. Dabei kann man so manchen faszuinierenden Blick hinter so manche Schlagzeile erhaschen.

Ähnliches gilt, wenn auch erheblich allgemeiner und mehr im politischen bereich, für das Forum wirklich free. Ursprünglich als Alternative zu einem selbsternannten Freinetz gegründet, ist es mittlerweile gut etabliert. Und natürlich werden hier fast alle aktuellen Nachrichten, egal ob aus Wissenschaft, Gesellschaft oder Politik, durchgehechelt. Eben so, wie es sich für ein Forum gehört. Dabei steht aber, anders als in den Usenet Gruppen oder anderen bekannten Webforen, der gegenseitige Respekt deutlich im Vordergrund.

Hoffentlich habe ich jetzt keinen vergessen....

Montag, 20. April 2009

Buchrezension: Noch mehr Strandsteine von Frank Rudolph

Noch mehr Strandsteine. Noch ein Buch über Geschiebe. Wem das erste Buch über die Strandsteine nicht mehr ausreicht, vielleicht weil er auf seinen Strandspaziergängen immer wieder Steine findet, die er nicht kennt, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Dabei ist dies keine einfache Fortsetzung oder ein "update", die man ohne den Anfang (Strandsteine) nicht verwenden kann. Es ist, auch wenn der Titel vielleicht etwas anderes suggeriert, ein eigenständiges Bestimmungsbuch. Und wer vorher nichts mit Geologie oder Steinen am Hut hatte, dieser handliche Begleiter klärt schnell über die Geschichte der Steine auf. Eine kurze, allgemeinverständlich formulierte Einführung macht einen mit den grundlegenden Begriffen und Gegebenheiten der Geologie, der Mineral- und Gesteinsbestimmung sowie dem richtigen Umgang mit den Steinen selber vertraut. Den Hauptteil macht, wie es sich für ein richtiges Bestimmungsbuch gehört, der gut bebilderte Bestimmungsteil aus. Die häufigsten oder interessantesten Steine, jeder mit einem guten Bild vorgestellt und mit allen Merkmalen und wissenswerten Fakten. Mit Hilfe der qualitativ hochwertigen Abbildungen ist jeder schon nach sehr kurzer Zeit in der Lage, selbst seltenere Steine am Strand oder in der Kiesgrube zu erkennen, so dass die Erfolgserlebnisse nicht auf sich warten lassen. Dieses Buch ist ebenso wie die anderen Bücher der reihe ein unerlässlicher Begleiter für alle, die die Geschichten der Steine besser verstehen wollen, denen sie auf einem ganz normalen Spaziergang an Nord- und Ostseeküste begegnen.

Freitag, 17. April 2009

Wechselnder Sauerstoffgehalt und Wachstum bei Sauriern

Im Verlauf der Erdgeschichte lag der Sauerstoffgehalt unserer Atmosphäre nicht immer bei den heutigen rund 21 %, sondern hat teilweise beträchtlich geschwankt. Damit ist nicht nur die fast vollständige Abwesenheit von molekularem Sauerstoff in der Erdfrühzeit gemeint, sondern auch die jüngere Erdgeschichte mit ihrem vielzelligen Leben. Mit verschiedenen Methoden konnten die jeweiligen Gehalte mit einiger Unsicherheit abgeschätzt werden. Für die Zeit der Dinosaurier bedeutet das, dass sie zu Beginn ihrer Zeit mit relativ niedrigen Werten von nur rund 13 % im Perm bis zu Gehalten von möglicherweise mehr als 26 % während des Jura zu tun hatten. Und das wird sicher seine Auswirkungen auf die damalige Lebewelt gehabt haben. Tomasz Owerkowicz und sein Team haben als Modelorganismus Alligatoren untersucht, die sie während ihrer Entwicklung im Ei in Brutkästen verschiedenen Sauerstoffgehalten ausgesetzt haben. Alligatoren sind hinreichend eng mit Dinosauriern verwandt, so dass die Dinosaurier sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich verhalten haben. Und bei den heutigen Alligatoren zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen Sauerstoffgehalt und Größenwachstum des Körpers und einzelner Organe.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/302578

Emausaurus in Gefahr

1963 wurde in der Tongrube bei Klein Lehmhagen der einzige in Mecklenburg Vorpommern gefundene Saurier geborgen. Das Tier, nach seinem Finder und der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald Emausaurus ernsti benannt, hatte im Unteren Jura einen gewaltsamen Tod gefunden. Vermutlich hat ein Krokodil den noch nicht ganz ausgewachsenen Saurier erlegt und die unverdaulichen Knochen anschliessend ausgespuckt. Als problematisch zeigt sich nun die Präparierung des wertvollen Fundes mit Ameisensäure (um ihn aus dem Kalk zu lösen) und Geiseltallackk, der der Knochensubstanz zusätzlich zu schaffen macht.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,619348,00.html

Mittwoch, 15. April 2009

Geofoto: Sandspiele #1

In den Kiesgruben kann man jetzt am Anfang der Vegetationsperiode oft ganz interessante Ablagerungsmuster vorfinden.

Sand

Hier ein Schuttfächer, wie man ihn auch in den ariden Gebieten der Welt häufig vorfindet. Zuletzt scheint ein lehmhaltiger Schlammstrom den Hang hinunter gelaufen zu sein. Die Reste der Baggerspur am rechten unteren Bildrand geben einen Eindruck von den Größenverhältnissen.

Sand

Entfernt ähnelt es viskoser Lava, die aus einer Vulkanflanke ausgetreten und im hinabströmen erkaltet ist. Hier war wohl relativ wenig Wasser mit verhältnismäßig viel Sediment beladen.

Mein Gott Walter! Bischof Mixa und der Atheismus

Da hat der alte Bischof Walter Mixa mal wieder abgrunddtief in die Toilette gefasst. Verbal zumindest. Für ihn, den gestandenen Kirchenmann ist nicht nur der Atheismus die Hauptursache an Nazionalsozialismus und Kommunismus nebst deren Verbrechen, nein, es sind natürlcih auch die Christen, welche die Hauptopfer sind und welche besonders unter der Verfolgung zu leiden hatten. Nun, irgendwie ist mir zumindest letzteres etwas anders aus dem geshichtsunterricht und aus diversen Quellen bekannt gewesen.
Wo Gott geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet. Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden“
Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang mal en all diegewalttaten erinnern, welche anderen Menschen, bevorzugt Atheisten und Andersgläubigen, im Namen Gottes und der Kirche angetan wurden. Da müssen wir weder nur nach Südamerika schauen noch Giordano Bruno als Zeugen bemühen, der für seine Überzeugung und sein Eintreten für das, was sich später zu der uns heute bekannten Wissenschaft entwickeln sollte, von der Inquisition auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde. Noch sollten wir al die religiös motivierten progrome gegen die jüdischen Bevölkerungsgruppen verschiedener deutscher Städte vergessen, welche den Hintergrund für das bildeten, was in den Jahren 1933 bis 1945 in deutschland und den besetzten gebieten ablief. Ohne diese wäre der Holocaust so sicher auch nicht abgelaufen. Die Kirche und ihre Vertreter haben über all die Jahrhunderte fleissig mitgehetzt. Und die Katholische Kirche (andere genauso, aber hier geht es ja um Herrn Mixa) hat dem Katholiken Hitler auch nicht besonders deutlich die Meinung gesagt, oder versucht, die Greueltaten der nazis in deutlicher Weise zu unterbinden. Manche der kleinen Vorstöße, die sich der damalige Papst Pius XII geleistet hat, sind nichts als bessere Kosmetik. Udn was mich genauso aufregt wie die moralische Selbstünberhöhung (ohne jegliche Grundlage) des Chrsten Mixa ist die pauschale verunglimpfung aller Nichtgläubigen. Auch Atheisten können sich an humanistische Ideale halten. Die Ablehnung eines Gottes ist nicht gleichzusetzen mit der Ablehnung ethischen Verhaltens. Genausowenig wird ethisches Verhalten erst durch die Autorität eines Gottes möglich. Hier unterliegt der Bischof einem Trugschluss. Ich bin aber gerne gnädig mit ihm. Vielleicht hat ihm der viele Weihrauch zum Fest auch ein wenig die Sinne vernebelt.
Mixas Atheisten Predigt empört Nichtgläubige

Donnerstag, 9. April 2009

Frühling und Ostern!

Geschlossen




Endlich! So langsam kann man die kalte Jahreszeit vergessen und abschliessen.
Nach Ostern beginnt dann hoffentlich wieder die Geländesaison!


Schneeglöckchen

Mittwoch, 8. April 2009

Geo-Foto #6: Ataxioceras sp.

Ataxioceras sp

Diese beiden hübschen Burschen sind mir in Gräfenberg / Franken zugelaufen

Deutschsprachige Fotoblogs

auf kwerfeldein.de ist eine (sicher noch lange nicht vollständige) Liste deutschsprachiger Fotoblogs zu finden. Wer sich für das Thema Fotografie im Allgemeinen und im Besonderen interessiert, dem dürfte diese Liste eine echte Fundgrube sein.

Dienstag, 7. April 2009

Raubzug im Internet - wie gewisse Medien Privatfotos im Internet stehlen

Ich hatte ja schon einmal anlässlich des Amoklaufes von Winnenden darüber lamentiert, dass manche Medien sich gerne in den einschlägigen Communities des Web 2.0 bedienen, ungeachtet der rechtlichen Situation oder des Urheberrechtes. Das Blatt mit den vier Buchstaben ist da kein Einzelfall. Unter gegebenen Umständen wird gerafft, was das Zeug hält und auf nachfrage dann erklärt, dass das öffentliche Interesse über den Interessen der betroffenen Menschen steht. Rechtlich ist diese Vorgehensweise mehr als nur angreifbar, aber es wird darauf gesetzt, dass die betroffenen Menschen dafür weder die Kraft oder das nötige Durchhaltevermögen haben. Und außerdem ist eine mehrfache Verwendung eh nicht geplant, der Gewinn durch Auflagensteigerung / TV-Quote übersteigt eventuelle Strafen und Schmerzensgeldzahlungen. Vielleicht kann der Beitrag des NDR-Magazins Panorama hier deutlich machen, welche Risiken mit einer Veröffentlichung privater Inhalte im Internet verbunden sind. Auch, wenn man mit den eigentlichen Ereignissen nichts weiter zu tun hat, als das selbe Hobby oder den Namen. Gedanken, die auch mir kommen, wenn ich meine Bilder unter freien Lizenzen in das Netz stelle.
Raubzug im Internet - Wie Medien Privatfotos stehlen; Panorama vom 26. März 2009

Paläontologische Zeitschrift; freier Zugang zu den pdfs

Springerlink bietet für die paläontologische Zeitschrift freien Zugang zu den Artikeln als pdf an. Das gilt für die Jahrgänge 1957 bis heute.
http://www.springerlink.com/content/121153

Erdbeben in Italien; wurde es vorhergesagt?

Das Erdbeben in der Region um die Stadt L´Aquila hat bislang mehr als 170 Tote gefordert. dabei dürfte es wohl aber nicht bleiben, wenn man sich die Zerstörungen ansieht. Auf Flickr sind einige Bilder aus der Erdbebenregion zu finden. In Italien, und wohl nicht nur dort streitet man sich darüber, ob der Physiker Giampaolo Giuliani das beben nun vorhergesagt hat oder nicht. Giuliani hat in der Region die Austritte des radioaktiven Edelgases Radon gemessen. Dieses Gas ist ein Produkt der Zerfallsreihen von Uran und Thorium, die in verschiedenen Kineralen der Erdkruste eingebaut werden können. Das Gas selber hingegen kann unter gewissen Umständen aus den Mineralen und dem Gestein austreten. Besonders dann, wenn sich viele kleine Mikrorisse in das Gestein hineinziehen, wie es bei starker Beanspruchung der Erdkruste passiert. Beispielsweise wenn direkt vor einem Erdbeben die Spannung in den Gesteinen steigt. Dies macht das Gas für die Vorhersage von Erdbeben interessant, wenn man dabei parallel die Häufigkeit und die Intensität von Erdbewegungen misst. Es ist also nicht ganz so, wie Giuliani im Hamburger Abendblatt sagt:
"Die herkömmliche Erdbebenforschung misst Erdbeben, während sie sich ereignen." Seine eigene Methode könne das Leben vieler Menschen retten, da sie helfen könne, die Erdstöße bis zu 24 Stunden im Voraus anzukündigen.
Weder ist er der erste, noch der einzige, der Radon als Möglichkeit nutzt, Erdbeben vorherzusagen. An der San Andreas Verwerfung wird routinemäßig Radon in Bohrlöchern gemessen. Das Problem dabei ist bisher immer gewesen, dass bestenfalls Zufallstreffer produziert wurden. Manche Erdbeben konnten mit hinreichender genauigkeit vorhergesagt werden, andere hingegen nicht. Es ist also gut möglich, dass Giuliani etwas gemessen hat. Aber daraus nun eine Vorhersage zu machen, wird schon schwieriger., vor allem wenn man die Fakten seiner Vorhersage betrachtet: Ein Erdbeben um den Ort Sulmona (rund 30 Kilometer von L´Aquila entfernt) am 29. März, also um ein konkretes gebiet zu einer konkreten Zeit. Das ist nicht eingetreten. Passiert ist es aber in L´Aquila und am 6. April, also gut eine Woche später. Könnte ein Treffer sein, aber es könnte auch Zufall sein. Jedenfalls ist die Ungenauigkeit in Raum und Zeit für Entscheidungsträger problematisch. Was wäre gerettet worden, wenn man den Ort Sulmona evakuiert hätte und L´Aquila nicht? Oder die Bewohner des einen Ortes in die Stadt gebracht hätte? Wie lange muss eine Warnung aufrecht erhalten werden und nach welchen Signalen kann entwarnung gegeben werden?

Montag, 6. April 2009

Stellenangebot: Post-Doc Stelle in der experimentellen Petrologie zu besetzen Uni Bochum

Post-Doc Stelle in der experimentellen Petrologie zu besetzen (2Jahre)

Im Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Ruhr-Universität Bochum ist zum nächst möglichen Zeitpunkt im Bereich der Petrologie/experimentellen Mineralphysik eine Post-Doc Stelle für 2 Jahre zu besetzen. Die Stelle ist Teil des von der DFG geförderten, interdisziplinären Forschungsprojekets „Rheologie der Erde – von der Oberkruste bis in die Subduktionszone“ (Sonderforschungsbereich 526).
Zu den Aufgaben des/der erfolgreichen Bewerber/in gehört die Durchführung von Hochdruck- und Hochtemperaturversuchen, sowie die Organisation des Laborbetriebs. Fähigkeiten im Umgang mit der Automatisierung der Labore und Data logging sind erwünscht, aber nicht zwingend notwendig.Das Institut ist ausgestattet mit mehrern Hochdruck-Stempelpressen, einem Multi-Anvil Modul (Walker Typ), einem Hydrothermallabor, sowie mehreren 1-atm Öfen mit kontrollierter Atmosphäre. Zur analytischen Ausstattung gehören eine Elektronenstrahlmikrosonde, ein Rasterelektronenmikroskop, eine Kathodolumineszenz und ein Interferenzspektroskop, sowie die routinemäßigen chemischen und kristallographischen Analysemethoden. Des weiteren besteht Zugang zum Teilchenbeschleuniger der Universität und der damit verbundenen Analytik (RBS, PIXE). Bisherige Forschungsschwerpunkte lagen auf der Bestimmung von Diffusionskoeffizienten, Phasengleichgewichten und verschiedenen kinetischen Prozessen.
Die Ruhr-Universität strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an und fordert deshalb nachdrücklich geeignete Wissenschaftlerinnen auf, sich zu bewerben.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte an:

Prof. Sumit Chakraborty (Sumit.Chakraborty@rub.de)
Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik,
Ruhr Universität Bochum,
Universitätstrasse 150
D-44801 Bochum

Germany

Die Vergütung der Stelle erfolgt nach dem gültigen Tarifsystem der Länder (TV-L E13). Bewerbungen werden angenommen bis zum 30. April bzw. bis zur erfolgreichen Besetzung der Stelle.

Weitere Infos auch auf unserer Webseite: http://www.mineralogie.ruhr-uni-bochum.de/



Stellenanzeige: Wissenschaftlichen Mitarbeiter/in Uni Münster

Stellenausschreibung
Am Geologisch-Paläontologischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster,
ist im Rahmen eines DFG-Projektes baldmöglichst die Stelle
einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines Wissenschaftlichen Mitarbeiters
mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit zu besetzen. Die Stelle ist auf zwei Jahre
befristet. Die Stelle wird nach Entgeltgruppe 13 TV-L (0,5) vergütet. Die Arbeitszeit beträgt
für die halbe Stelle zurzeit 19 Stunden 55 Minuten wöchentlich.
Das DFG-Projekt ist Teil der multidisziplinären wissenschaftlichen Auswertung des
internationalen Bohrprojektes FAR DEEP im Rahmen des Internationalen Kontinentalen
Bohrprogramms (ICDP). Die Wiss. Mitarbeiterin/der Wíss. Mitarbeiter wird Untersuchungen
des organischen Materials (Stabile Isotope, Organische Geochemie) in frühpaläoproterozoischen
Sedimentgesteinen durchführen. Vor allem die organischgeochemischen
Untersuchungen werden in Kooperation mit Kollegen am Massachusetts
Institute of Technology durchgeführt.
Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Frauen werden bei gleicher Eignung,
Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person
eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.
Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.
Bewerbungen mit Lebenslauf und Kopien der Zeugnisse richten Sie bitte in elektronischer
Form (pdf) bis zum 15.05.2009 an:
Prof. Dr. Harald Strauß
Geologisch-Paläontologisches Institut
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Corrensstr. 24
48149 Münster
Email: hstrauss@uni-muenster.de

Erdbeben in Italien

Italien, genauer gesagt die Region Abruzzen ist heute Morgen von einem Erdbeben der Stärke 6,3 erschüttert worden. In der Stadt L´Aquila liegt die historische Altstadt in Trümmern. Ähnlich dürfte es auch in vielen Dörfern der Region aussehen. Die gemeldeten Opferzahlen steigen immer noch und es werden noch weitere unter den Trümmern vermutet. Die Bilder auf Zeit-online lassen jedenfalls noch schlimmes vermuten.

Herzlichen Glückwunsch nachträglich

Am 3. April wurde die bekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall 75 Jahre alt. Auch von mir aus möchte ich dieser großen Frau, Forscherin und Tierschützerin alle Gute zum Geburtstag wünschen, und noch viele gute Jahre Kraft und Gesundheit.

Klimaoptimum im Mittelalter

Im Mittelalter war es in Europa durchaus wärmer als heute. In dem Zeitraum der grob von 1000 bis 1200 dauerte, konnten die Wikinger Grönland dauerhaft besiedeln und Weinanbaugebiete bis weit nach Osteuropa ausgedehnt werden. Gleichzeitig zogen sich auch die Alpengletscher weit zurück. Beendet wurden diese Zustaände von der so genannten "Kleinen Eiszeit", die erst gegen 1850 zu Ende ging. Der genaue Mechanismus dieses Klimaphänomens ist noch nicht vollständig verstanden, aber im Gegensatz zu dem Klimawandel, dem wir uns heute gegenübersehen, war dieser nur auf Europa beschränkt. Auch wenn viele Klimaskeptiker dieses vorindustrielle Klimaoptimum gerne als Beleg gegen eine Beteiligung des Menschen an der gegenwärtigen heranziehen. Für die mittelalterlichen Temperaturen war die Nordatlantische Oszillation verantwortlich (ebenso wie für die nachfolgende "Kleine Eiszeit").
Trouet, V. et al.: Persistent Positive North Atlantic Oscillation Mode Dominated the Medieval Climate Anomaly. In: Science 324, S. 78-80, 2009.
http://www.spektrumdirekt.de/artikel/987949

Donnerstag, 2. April 2009

April, April

Gestern war es wieder so weit. Der erste April lauerte, und man konnte kaum einer Meldung so richtig entspannt über den Weg trauen. Denn viele Redakteure und Blogger gaben sich alle erdenkliche Mühe, ihre Mitmenschen auf den Holzweg zu führen. Einige gelungene Beispiele verdienen es, auch am zweiten April noch einmal gesondert vorgestellt zu werden. Bei der ersten Meldung bin ich mal gespannt, wann sie in der Literatur der "Zeitenhopser" als echt verwurstet wird. Immerhin ist mein alter Freund und Kupferstecher Hans-Joachim Zillmer ja auch schon einmal auf einen Aprilscherz hereingefallen, in dem T. rex unterstellt wurde, er hätte Feuer speien können.
Da tauchten auf einmal begründete Zweifel an der Echtheit der Himmelsscheibe von Nebra auf. Ein Zufallsfund belegte eindeutig, dass sie nicht mehrere tausend , sondern allerhöchstens 35 Jahre auf dem Buckel hatte und ein werbegeschenk einer Solarpanelfabrik der DDR war.
Zweifel an der Echtheit des Jahrhundertfundes

Dagegen scheint die Abwrackprämie der Bundesregierung ein wirklich durchschlagender Erfolg zu sein. Nicht nur dass sie den einheimischen Markt für Altfahrzeuge leerfegt und die Verkaufszahlen von Kleinwagen in die Höhe schnellen lässt, auch den amerikanischen Präsidenten schlägt sich anscheinend in ihren Bann. Denn was für alte Autos gilt, solltze für alte Raumfahrzeuge doch eenfalls gelten, oder? Da kann die NASA ja bald ihre Oldtimer gegen was neues und sparsameres austauschen.
Obama will Abwrackprämie für Raumfahrzeuge

Und auch die gute alte ESA bekommt noch etwas. Um den ewigen Streit in der zweisprachigen Organisation um die Sprache zu beenden, ist die Einführung von Latein als Amtssprache geplant. Das könnte man doch auf die ganze EU ausdehnen, oder? Viele Verordnungen wprden dadurch jedenfalls nicht unverständlicher.



Kohlendioxid Einlagerung

In den Diskussionen um den Klimawandel und um die Senkung der Kohlendioxid Emissionen kommt es immer wieder zu der Frage, ob man das ganze Kohlendioxid nicht einfach wieder unter die Erde bringt und in den ehemaligen Lagerstätten von Öl und Gas endlagert. Dort, so die Hoffnung, soll es für geologisch lange Zeiträume aus der Atmosphäre herausgehalten werden und den anstehenden Klimawandel zumindest verzögern. Kritiker halten dem entgegen, dass das Verhalten des Gases in der Tiefe nicht bekannt sei, und damit auch nicht der zeitraum, über den es dort unten gebunden bleibt. Neuere Untersuchungen einer Arbeitsgruppe um Stuart Gilfillan von der Universität Manchester haben jetzt gezeigt, dass Kohlendioxid aus Erdgasvorkommen über zwei Wege dauerhaft in der Tiefe gebunden wird. Einmal über die Lösung in den Porenwässern des Gesteins und einmal über die Neubildung von Karbonat. Letzterer Mechanismus kommt hauptsächlich bei silikatischen Speichergesteinen zum tragen, während bei karbonatischen Speichergesteinen die Löung die Hauptrolle spielt.
Gilfillan, S. et al.: Solubility trapping in formation water as dominant CO2 sink in natural gas fields. In: Nature 458, S. 614-618, 2009.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/302128
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/987647

Mittwoch, 1. April 2009

Paneth Trust grants for meteorite studies

The Paneth Trust is now inviting applications for the 2009 awards of grants for the study of meteorites by undergraduate students. Please see the below website for further details.


Applicants are requested to carefully read the 'small print' and are reminded that the request should be made by the supervisor/host and that funds WILL NOT be paid for instrument time etc.
Research Blogging Awards 2010 Winner!
 
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