Freitag, 29. Mai 2009

Welche Faktoren beeinflussen die Neigung zur Esoterik?

Eine interessante Hausarbeit über die Faktoren, welche die Neigung zu Esoterik beeinflussen. Dabei wird zwischen moderner Esoterik, deren Bestandteile vielfach aus exotischen Religionen und fremden Kulturkreisen entlehnt sind und der klassischen Esoterik, die vielfach aus dem alten abendländischen Volksaberglauben stammt, unterschieden. Die Autoren haben esowatch dankenswerter Weise erlaubt, die Arbeit frei verfügbar zu machen.
Welche Faktoren beeinflussen die Neigung zur Esoterik?

DMG-Tagung: Hydrothermalforschung in Natur & Technik

Auf der DMG-Tagung in Halle vom 13.-18.9.09 wird eine Session "Hydrothermalforschung in Natur & Technik" organisiert, in der die Hydrothermalforschung als hochaktuelles Forschungsgebiet einerseits als "green technology" in der Materialsysnthese oder Umweltforschung und andererseits in der Petrologie, Geochemie und Lagerstättenforschung dargestellt werden soll. Als Keynot-Speaker konnte Prof. K. Byrappa, Generalsektretär der International Solvo- & Hydrothermal Association (ISHA), gewonnen werden.

Ich möchte deshalb alle Kolleginnen und Kollegen, die sich mit Themen in wässrigen bis überkritischen Systemen beschäftigen, auf diese Session aufmerksam machen und herzlich dazu einladen, sich mit Vorträgen und Postern an dieser Session zu beteiligen.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Foto: grausame Natur

Die Natur kann oftmals sehr grausam sein. Da freut man sich daran, dass ales schön blüht und dass die Magnolie so schön gedeiht. Die Bienen fliegen schön fleissig und sammeln Nektar und alles sieht perfekt freidlich aus. Und dann lauert inmitten all der Pracht der Tod. So wie hier, wo eine Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) eine Honigbiene erbeutet hat. Dabei erscheint die Biene deutlich größer als die Spinne. Die Spinne ergreift ihre Beute mit den vergrößerten Vorderbeinen und tötet sie durch einen schnell wirkenden Giftbiss, so dass Bienen und selbst Wespen keine Zeit zur Gegenwehr bleibt, wenn sie arglos auf der von der Spinne bewohnten Blüte landen.

Krabbenspinne mit Beute

Krabbenspinne mit Beute

Krabbenspinne mit Beute


Mittwoch, 27. Mai 2009

Ich bin Papst! Aber welcher?

Wer hätte das gedacht: Ich habe den Test bei New Humanist gemacht und das Ergebnis ist:
You are an amalgamation of those pesky anti-Popes Clement VII and Benedict XIII

Dinosaurier mit Schwanenhals?

(Mamenchisaurus, ein extrem langhalsiger Dinosaurier, wikimedia, public domain)

Jedes Kind kennt sie, die gigantischen Sauropoden des Erdmittelalters. Heute werden sie meist mit gerade vorgestrecktem Hals dargestellt, aber das war in früheren Zeiten durchaus anders. Man stellte sie sich mit schwanengleichem Hals und stolz erhobenem Haupt vor. Doch der Streit schien entschieden. Kann ein Herz einen Blutdruck aufrechterhalten, um einen Kopf in über 15 Metern Höhe zu versorgen? Können die Muskeln und die Knochen eines lebenden Tieres ausreichend stabil und stark sein? Kaum vorstellbar. Wenn man sich aber die rezenten Lebewesen so ansieht, so trägt kaum eines einen Kopf in neutraler Position weit vor dem Körper, auch diejenigen mit außergewöhnlich langem Hals nicht. Strauße zum Beispiel, oder eben Schwäne. Vögel gelten ja gemeinhin als gutes Modell für die Dinosaurier (sie sind sehr nahe mit den theropoden Dinosauriern verwandt, manche würden vielleicht sogar so weit gehen, sie als theropode Dinosaurier zu bezeichnen). Wäre es also doch möglich, dass die Dinosaurier ihren Kopf erhoben trugen? Auf einem gekrümmten Hals? Warum eigentlich nicht? es wird schwer sein, diesen Streit zu entscheiden.
Dzemski G, Christian A.: Flexibility along the neck of the ostrich (Struthio camelus) and consequences for the reconstruction of dinosaurs with extreme neck length. J Morphol. 2007 Aug;268(8):701-14.
Taylor et al.:Head and neck posture in sauropod dinosaurs inferred from extant animals. ACTA PALAEONTOLOGICA POLONICA 54 (2), 213–220, 2009.

Geo-Foto:Zopfströme

braided river

Als Geognost treibt man sich ja auch öfter mal in Kiesgruben herum. Normalerweise stelle ich dabei den nordischen Geschieben nach, aber so am Rande liegende sedimentäre Strukturen reizen auch immer wieder zum fotografieren. So wie in diesem Fall, wo ein Zopfstrom bzw. ein verflochtener Fluss in mein Auge fiel. Diese Flussform findet man recht häufig in Hochgebirgen, immer dort, wo neben einer hohen Sedimentfracht auch eine rasche Verringerung des Gefälles auftritt. Dadurch kann das Wasser die Sedimentfracht nicht mehr transportieren und fängt an, sich selber den weg zu blockieren. Die einzelnen Flussläufe mäandrieren zwischen Prallhang und Gleithang, sie verändern sich nach Flutereignissen oftmals drastisch. Nimmt das Gefälle noch stärker ab, bildet sich ein mäandrierender Fluss.

braided river

Die sedimente werden hauptsächlich bei niedrigen Wasserständen abgelagert. Sie sind horizontal geschichtet und zeigen keine Sortierung der Korngrößen auf. Die Schichtung ist auf dem obigen Bild recht deutlich zu erkennen.

braided river

Die einzelnen Ströme und kleinen Kanäle sind durch kleine, veränderliche Inseln voneinander getrennt. Die obige Insel zeigt auch deutlich das Erosionsvermögen des Wassers gegenüber den lockeren Sedimenten.

Montag, 25. Mai 2009

Ist Geologie jugendgefährdend?



Das zumindest scheint die Webseite jugendschutzprogramm.de zu glauben. OK, nicht so richtig, mein Blog wird als "private pages, soft" eingestuft. Andere Wissenschaften zeigen da ein erheblich höheres Gefährdungspotential. Astronomie beispielsweise. Hmm, ob das daran liegt, dass man sich mit den Augen gen Himmel schneller den Hals bricht? Fragen über Fragen. Überhaupt scheint mir die Sperrungspolitik dieser Filtermacher ein wenig ohne Sinn und Verstand.
via astrodictum simplex

Stellenangebot: Promovierte/n Geowissenschaftler/in (DFG)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. ist die zentrale, von Bund und Ländern getragene Selbstverwaltungseinrichtung der Forschungsförderung in Deutschland. Sie unterstützt auf Antrag Forschungsvorhaben in allen Wissenschaftsgebieten.

Für die Mitarbeit in der Gruppe "Physik, Mathematik, Geowissenschaften" suchen wir baldmöglichst eine/n

promovierte/n Geowissenschaftler/in
Entgeltgruppe 13 TVöD
Kennziffer 28/2009

(unbefristet)

zur Betreuung von Teilbereichen der Geowissenschaften mit der Bereitschaft, sich in einem motivierten, leistungsfähigen Team ständig wechselnden Herausforderungen mit einem hohen Grad an Eigenverantwortung zu stellen.

Bei der DFG erwartet Sie ein äußerst vielseitiges, in weitem Rahmen gestaltbares Aufgabengebiet, das von der Stipendiatenförderung über die Betreuung von Einzelanträgen auf Forschungsförderung bis zur Unterstützung und fachlichen Begleitung großer Forschungsverbünde (z.B. Forschergruppen, Schwerpunktprogramme, Sonderforschungsbereiche) reicht. Zu Ihren Aufgaben gehören die Beratung im Vorfeld der Antragstellung, die Durchführung von Begutachtungen und die Vorbereitung von Förderentscheidungen bis zur Ergebnisbewertung in einem wissenschaftspolitischen Umfeld, das durch die Stichworte "Stärkung des Wissenschaftsstandortes Deutschland", "Nachwuchsförderung", "Internationale Wettbewerbsfähigkeit" und "fachübergreifende Ansätze" charakterisiert ist. Darüber hinaus sollen Sie im Zusammenwirken mit den Gutachtern und Gremien der DFG und der Fachcommunity die wissenschaftliche Entwicklung im betreuten Fachgebiet vorausschauend begleiten und an Konzepten zu ihrer Unterstützung mitarbeiten.

Bewerber(innen) müssen promoviert sein sowie über Berufserfahrung innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft verfügen und dabei Ihre Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten und zur kooperativen Problemlösung bewiesen haben. Für die Tätigkeit ist ein guter Überblick über die deutsche und internationale Wissenschaftslandschaft erforderlich. Breite Kenntnisse der Forschung sowie Auslandsaufenthalte belegen Ihre fachliche Kompetenz und Ihre Souveränität im Umgang mit Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Sie sollten die Fähigkeit besitzen, auch komplexe Sachverhalte in Wort und Schrift überzeugend und differenziert darstellen zu können. Die verhandlungssichere Beherrschung der englischen Sprache wird vorausgesetzt. Wir erwarten eine hohe Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit, konzeptionelles Denken und kreatives Handeln sowie ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und die Eignung zur Personalführung. Weiter sollten sie sich durch sehr gute Kommunikationsfähigkeit, Verhandlungsgeschick und Organisationstalent auszeichnen.

Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 TVöD.

Die Beachtung der Schwerbehindertenrichtlinien und der Vorschriften des Gesetzes über Teilzeitarbeit ist gewährleistet.

Ihre Bewerbungsunterlagen (ausführlicher tabellarischer Lebenslauf, Zeugniskopien) erbitten wir bis zum 05.06.2009 unter Angabe der Kennziffer 28/2009 an die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bereich Personal, 53170 Bonn. Bewerbungen per E-Mail können in Form einer einzelnen pdf-Datei eingereicht werden unter personal@dfg.de.
E-Mail: personal@dfg.de

Bewerbungsschluss: 05.06.2009

Mittwoch, 20. Mai 2009

In memoriam: Ragnar Tessloff

Am 8 Mai verstarb in Hamburg der Verleger Ragnar Tessloff. Vermutlich werden viele mit seiner Buchreihe "Was ist Was" aufgewachsen sein. Auch bei mir liegen noch rund 30 Bände in einer Kiste und warten auf den Tag, wo ich sie wieder ans Tageslicht hole. Auf einer Reise durch Amerika war Ragnar Tessloff mit Büchern der reihe "How and Why" in Berührung gekommen. Die Idee sagte ihm zu. Bücher, die auf einfache, aber verständliche Wesie Wissen vermitteln, so etwas gab es zu der Zeit in Deutschland noch nicht. Mittlerweile gibt es von dieser Reihe mehr als 127 Bände, viele mehrfach überarbeitet und aktualisiert. Mehr als eine Kerze hat er angezündet, um das Dunkel der Unwissenheit zu vertreiben.
Pressemitteilung

Dienstag, 19. Mai 2009

Ein eozäner Affe im Medienrummel; Darwinius masillae

Was eine ausgeprägte Profilneurose doch so alles bewirken kann. Zugegeben, der Fund ist mit großer Sicherheit bedeutend. Immerhin geht es um den wohl am besten erhaltenen Primatenvorfahren aus dem Eozän, der jemals in der Grube Messel bei Darmstadt gefunden wurde. Das alleine würde eigentlich schon ausreichen, um seinem Finder einigen wissenschaftlichen Ruhm zu sichern. Ein Fund, nach dem sich so mancher alle Finger lecken würde. Das kleine Wesen, ein Weibchen soll es sein, erinnert im ersten Moment an einen heutigen Lemuren, mit seinem überlangen Schwanz. In der zugehörigen Veröffentlichung wird aber angegeben, dass es nicht zu den Lemuren gehört, sondern mehr zu den Vorfahren der heutigen echten Affen zählt. So weit, so gut. Aber ein einfacher Stammvater der Primaten, das äre doch nicht genug. Also wird ein warer Medienrummel inszeniert. Darin ist sein Beschreiber Jørn Hurum in diesen Dingen erfahren. Als er 2006 auf Spitzbergen einen Saurierfriedhof ausgrub, musste es natürlich auch der größte Räuber unter den Pliosauriern sein. Darunter ging eben nichts. Werbewirksam wurde es "Predator X" genannt. Ein TV-Special mit dem gleichen namen wurde ebenfalls produziert. Ähnliches blüht jetzt auch dem viel kleineren und unschuldigeren Affenweibchen. Auf dem History Channel wird bereits am 30 Mai eine Dokumentation über den "Sensationsfund" ausgestrahlt. Meiner persönlichen Meinung nach tut die Eile der Sache aber nicht gut. Dass der Fund nicht in einem der bekannten renomierten Journale wie Science oder Nature erschien, sondern in einer Open Access Reihe wie PLoS one kann ich noch irgendwie nachvollziehen. PLoS one ist, zumindest dem eigenen Bekunden nach, ebenfalls ein peer review Journal. Was mich aber stört ist schlicht, dass hier Wissenschaftler sich wie Popstars verhalten. Dass hier interessante Funde noch künstlich gepusch werden, weil sie sonst nicht "sexy" genug sind. Was soll denn als nächstes kommen? Immer größere und furchterregendere Räuber, immer fernere "missing links" unserer eigenen Ahnen? Sind die Menschen tatsächlich schon so übersättigt, dass sie nur über vermeintliche Sensationen zu erreichen sind? Was für eine armselige Sichtweise. Ich denke Wissenschaft im Allgemeinen und Geowissenschaft im Speziellen sind "sexy". Die Neugier auf die Welt, so wie sie eben nun einmal ist, sollte ausreichen. Da muss nichts künstlich hochgejubelt werden, um hinterher ebenso schnell wieder vergessen zu werden.
Complete Primate Skeleton from the Middle Eocene of Messel in Germany: Morphology and Paleobiology
Forscher finden frühen Ahnen von Affe und Mensch

Stellenangebot: TU Freiberg, Kustos/Kustodin für die Lagerstätten- und die Petrologische Sammlung

Die TU Bergakademie Freiberg wurde im Jahre 1765
gegründet und ist eine der traditionsreichsten
Technischen Universitäten in Deutschland
________________________________________
In den Geowissenschaftlichen Sammlungen der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau ist die Stelle eines/einer

wissenschaftlichen Mitarbeiters/Mitarbeiterin
(Kustos/Kustodin für die Lagerstätten- und
die Petrologische Sammlung)

zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu besetzen.

Vergütung: Entgeltgruppe 13 TV-L
Stellenumfang: 0,5 VZÄ
Befristung: bis zu 6 Jahre mit der Option der unbefristeten Weiterbeschäftigung

Aufgabenschwerpunkte:
Sie sind u. a. verantwortlich für die Pflege und wissenschaftliche Bearbeitung des Bestandes der Lagerstätten- und der Petrologischen Sammlung. Dies umfasst auch die Mitverantwortung für den Ausstellungsbereich, Durchführung von Führungen für verschiedenste Interessengruppen, Veröffentlichungstätigkeiten, die Mitarbeit in der universitären Lehre und das Einwerben von Drittmitteln.

Anforderungen:
Sie haben eine universitäre geowissenschaftliche Ausbildung mit fundierten stofflichen und methodischen Fach-kenntnissen und sind idealerweise promoviert. Sie beweisen Kreativität, sind aufgeschlossen und zuverlässig. Die Kommunikationsfähigkeit in mindestens einer Fremdsprache wird vorausgesetzt.
Wir bieten Ihnen einen faszinierenden Arbeitsplatz in einer der bedeutendsten geowissenschaftlichen Sammlung der Welt. Das Sammlungsteam und die Mitarbeiter des Instituts für Mineralogie unterstützen Sie in Ihrer Arbeit. Die Mög-lichkeit zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation wird gegeben.

Der/Die Bewerber/Bewerberin muss zum Zeitpunkt der Einstellung arbeitslos bzw. bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend gemeldet sein oder unmittelbar die Ausbildung abgeschlossen haben.

Der Bewerber/Die Bewerberin muss die Einstellungsvoraussetzungen für den Abschluss von Arbeitsverträgen für eine bestimmte Zeit gemäß WissZeitVG erfüllen. Die TU Bergakademie Freiberg strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Lehre und Forschung an und ist daher insbesondere an Bewerbungen qualifizierter Frauen interessiert. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Schriftliche Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen sowie unter Angabe der Ausschreibungskennziffer (109/2009) sind bis zum 05.06.2009 zu richten an:
TU Bergakademie Freiberg
Dezernat für Personalangelegenheiten
09596 Freiberg
Bitte legen Sie für die Rücksendung Ihrer Bewerbung einen adressierten und frankierten DIN A 4 Umschlag bei.
Die TU Bergakademie Freiberg sucht darüber hinaus wiss. Personal unterschiedlicher Fachrichtungen. Informa-tionen unter: http://www.tu-freiberg.de/allgemein/service/ausschreibung/

Der Biss des Drachen; Komodowaran


Die großen Waran der Insel Komodo stellten die Forscher lange Zeit vor ein Rätsel. Wie konnten es die Warane schaffen, zu dem dominierenden Raubtier ihres Ökosystems zu werden. Ihre Beutetiere ist ihnen an Kraft und an Geschwindigkeit oftmals überlegen, und doch wird sie von den Waranen erbeutet. Ihr Biss ist, auch im vergleich mit gleich großen Reptilien nur schwach ausgeprägt. Lange Zeit vermutete man 8und ich würde das auch heute nicht vollkommen ausschließen), dass im Speichel der Tiere Bakterien leben, die nach einem Biss im Opfer zu einer Blutvergiftung führen. Bisse von Komodowaranen haben die Angewohnheit, auch bei medizinischer Behandlung sehr oft zum Tode zu führen. Jetzt ist es einem Forscherteam gelungen, im Maul der Echsen Giftdrüsen zu lokalisieren und sogar heraus zu präparieren. Das Gift ähnelt stark dem, welches die Krustenechse produziert, eine andere giftige Eidechsenart. Im Maul des Komodowarans wartet demnach ein ganzes Arsenal an verschiedenen Giftstoffen , welche die Blutgerinnung hemmen, zu Muskelstarre und Bewusstlosigkeit führen. Der Waran lauert am Wildwechsel auf seine Beute, bringt ihr mit einem Biss eine Wunde bei, in die dieser Cocktail an Gift hineingepumpt wird und muss jetzt nur noch warten, bis das Opfer daran verendet. Vermutlich verfügte auch ein ausgestorbener größerer Verwandter der heutigen Komodowarane, Megalania, über dieses Gift.
Giftcocktail hilft Riesenechsen beim töten
Verstecktes Drachengift
Ein Biss mit Mehrwert
Bryan G. Fry, Stephen Wroec, Wouter Teeuwissed, et al., (Universität von Melbourne): PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1073/pnas.0810883106, A central role for venom in predation by Varanus komodoensis (Komodo Dragon) and the extinct giant Varanus (Megalania) priscus

Montag, 18. Mai 2009

Mir droht die (virtuelle) Heimatlosigkeit

Nach über zehn Jahren droht mir quasi die virtuelle Heimatlosigkeit. Yahoo Geocities, wo ich seit mehr als zehn Jahren meine Homepage habe, will im laufe dieses Jahres dicht machen. Yahoo, als einstiger shootingstar des Internets hat ja schon seit geraumer Zeit so seine Probleme. Und nun das. Mal sehen, wo ich den ganzen Klumpatsch nun hintransferiere. Und vielleicht ist es ja auch mal eine gelegenheit, das Ganze zu überarbeiten. Aber irgendwie ist es schon traurig.

CERN und Österreich: kein Austritt!

Wie gerade auf Astrodictum simplex zu lesen ist, hat die zweite Regierungspartei in Österreich gerade die Notbremse gezogen und zu einen Austritt Österreichs bei CERN "Nein" gesagt. Manchmal bewirken Proteste eben doch was positives.

Freitag, 15. Mai 2009

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

es ist irgendwie schon eine absurde Situation: da hat die deutsche medizinische Forschung mal einen wirklich bahnbrechenden Erfolg, aber die deutsche Pharmaindustrie überlässt das Feld lieber der Konkurrenz. Dann werden Impfstoffe entwickelt, aber eine seltsame Mischung aus Dilettantismus und der allgemeinen Impfgegnerschaft zerredet die Kampagne fast bis zur Erfolglosigkeit. dabei zeigen Studien ziemlich eindeutig, dass die Impfung gegen menschliche Papillomaviren viele Frauen später vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann. Vieles an der Diskussion würde ich durchaus als "typisch Deutsch" bezeichnen.
Impfen und Schimpfen

Sandspiele #3: Schrägschichtung

P1130881

Beim letzten Ausflug in die Kiesgruben Schleswig Holsteins fielen mir die gut erkennbaren sedimentären Strukturen in den Wänden der Kiesgrube auf. So wie in dem oberen Bild aus einer Kiesgrube bei Malente, direkt im Sanderbereich eines quartären Gletschers gelegen. Die verschiedenen Kreuzschichtungen zeigen deutlich die wechselnden Bedingungen im Gletscherabfluss. Unten finden sich deutliche Erosionslagen mit anschliessender Kiesablagerung. Auch hier haben sich ruhigere Abflüsse mit feineren Sedimenten mit deutlich turbulenteren Zeiten abgewechselt.

Sand

Mittwoch, 13. Mai 2009

steinzeitliches Pin-Up Girl

In der Hohle Fels Höhle der Schwäbischen Alb wurde eine Vennus Figur gefunden. Sie ist rund 33 Gramm schwer und 35 000 Jahre alt und aus Elfenbein geschnitzt. Damit kann sie als eine der ältesten Menschendarstellungen gelten.
Steinzeit-Sexsymbol betört Forscher
Conrad, N.J.,A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany, Nature 459, 248-252 (14 May 2009)

Irreführend: Werbung mit "Heilsteinen"

Das nenne ich mal ein vernünftiges Urteil. Laut dem Lg Hamburg ist die Werbung mit den so genannten "Heilsteinen" irreführend, wenn ihnen heilende oder krankheitsvorbeugende Wirkung nachgesagt wird. Daran würde auch ein Hinweis auf fehlende wissenschaftliche Nachweise der behaupteten Heilwirkungen nichts ändern. Mal sehen, wann dieses Urteil seine Wirkung auf die Esoterikerszene entfaltet.
Irreführend: Werbung mit "Heilsteinen"

Geo-Foto: Sinterkruste auf Plastikfass

Sinterkruste Fass 2

Die Tropfwässer in Höhlen sind teilweise so kalkübersättigt, dass sie unter Umständen rasch Calcit ausfällen. So wie in diesem Fall. Hier hatte ein blaues Plastikfass als Sammelbehälter gedient, um Tropfwässer in einer Höhle zu sammeln. Das Fass lief über und das überlaufende Wasser konnte sein überschüssiges Kohlendioxid rasch an die Höhlenluft abgeben. Dadurch fiel der gelöste Calcit aus und überzog das Fass mit einer Sinterkruste. Wie das untere Bild zeigt, waren die Krusten schon relativ dick, als das Fass entfernt wurde. Es können sich also schon in ziemlich kurzer Zeit (hier waren es wenige Jahre) Sinterkrusten bilden.

Sinterkruste Fass 1

Dienstag, 12. Mai 2009

SOS - Save our Science. Petition gegen den CERN Austritt Österreichs

Österreich hat allem Anschein nach beschlossen, sich aus der modernen, aufgeklärte Welt ein klein wenig zurückzuziehen. Nicht nur die Tatsache, dass neuerdings allerlei esoterischer Schnickschnack gehuldigt wird (dem Erfinder des Ganderwassers wurde so beispielsweise sogar ein Orden verpasst), nein, der selbe Minister möchte natürlich auch noch sparen, und 15 Millionen Euro sind ihm zu viel, also wird die Mitgliedschaft Österreichs bei CERN flugs gekündigt. Mit Geld hat der esoterikbegeisterte Wissenschafts(verhinderungs)minister Johannes Hahn es eben nicht so. Da sind ihm dann natürlich die beteiligten österreichischen Forscher und Firmen egal. Die Forscher zumindest formieren ihren Widerstand gegen die Entscheidung ihres Ministers. Auf einer online Petition kann sich jeder eintragen und gegen den Austritt protestieren. Auch wenn ein Erfolg wohl zweifelhaft ist, man sollte das nicht unwidersprochen hinnehmen.

Neue Arten in Höhlen entdeckt

Verschiedene Höhlen in New Mexico und Arizona wurden unter der Führung des US Geological Survey untersucht. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf den dortigen Ökosystemen, die sich in den lichtlosen und vor allem nährstoffarmen Höhlensystemen entwickelt haben. Unter anderem wurden bei dieser Aktion 15 neue, bisher unbeschriebene Arten entdeckt, darunter einige, die nur in einer einzigen Höhle vorkommen.
Southwest Caves Reveal New Forms of Life

Wozu diente Ocker in der Steinzeit?

Unsere Vorfahren haben ihre Waffen und Werkzeuge gerne mit rotem Ocker eingefärbt. OK, so dachte man lange, die blutrote Farbe des mineralischen Pigments würde der Magie dienen, also eine fettere Beute versprechen. Möglicherweise hat man unsere Vorfahren damit aber sträflich unterschätzt, denn Experimente unter realen Bedingungen zeigten, dass die Beimengung von Ocker einen positiven Effekt auf die Haftkraft der verwendeten pflanzlichen Klebstoffe hat. Vielleicht hatte also die Färbung weniger mystische Gründe als handfest praktische. Zumal auch auffällig viele Geräte eben nicht oder nur am Schaft und nicht an der Klinge eingefärbt waren,
Steinzeitliches Chemielabor
Chemie am Lagerfeuer
Wadley, L. et al.: Hafting tools with compound adhesives in the Middle Stone Age, South Africa: Implications for complex cognition. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 10.1073/pnas.0900957106, 2009.

Montag, 11. Mai 2009

Ol Doinyo Lengai

Am Donnerstag kam ja auf Nature ein Artikel über den Ol Doinyo Lengai, den einzigen Vulkan, der karbonatitische Lava fördert. Ich hatte mich ja auch darüber ausgelassen, und die Geoblogosphäre klingt auch noch ziemlich nach. Bei der National Science Foundation kann man auch noch mal die Fakten nachlesen. Die Lava des Ol Doinyo Lengai ist nicht nur in ihrer Zusammensetzung einzigartig, Natriumkarbonatit, (eigentlich überhaupt Karbonatit) fördert sonst kein einziger Vulkan heutzutage. Und Karbonatite, also magmatische Kalksteine, gehören insgesamt zu den seltensten Gesteinen der Welt (vielleicht einer der Gründe, warum mich das Zeug interessiert). Sie ist aich kälter und dabei flüssiger als gewöhnliche Lava.
Auf Youtube sind einige Impressionen dieses ungewöhnlichen Feuerbergs zu finden.









Dinosaurier im Paläozän?

Schon vor einiger Zeit fand ich einen Artikel des Paläontologen James Fassett im Geological Society Special Paper (Fassett, J.E., Zielinski, R.A., and Budahn, J.R. 2002. Dinosaurs that did not die: Evidence for Paleocene dinosaurs in the Ojo Alamo Sandstone, San Juan Basin, New Mexico, p. 307-336. In Koerble, C. and McLeod, K.G. (eds.), Catastrophic Events and Mass Extinctions: Impacts and Beyond. GSA Special Paper 356) über Dinosaurier, die möglicherweise die Katastrophe(n) am Ende der Kreidezeit überlebt und noch einige Zeit im beginnenden Tertiär gelebt haben. Das schien mir damals als ein Anzeichen dafür, dass es für das Aussterben der Dinosaurier nicht nur eine einzelne Ursache gegeben hat, sei sie auch als Katastrophe noch so gewaltig. Leider wird in den Medien meist nur über den Asteroideneinschlag berichtet, Katastrophen sind nun einmal sexy, zumindest in den Medien. Auch wenn mittlerweile die Fraktion der Anhänger multipler Ursachen (oder auch der Vulkanhypothese) wieder etwas mehr Gehör findet. Bleiben wir bei den überlebenden Dinosauriern. Da nach den Autoren ausgeschlossen werden kann, dass es sich bei den Konochen in den tertiären Ablagerungen schlicht um umgelagerte Fossilien älterer, kreidezeitlicher Sedimente handelt, dürften die Umstände am Ende der Kreidezeit zumnindest auf lokaler Ebene nicht zu tödlich für die Tiere gewesen sein. Eine Vermutung war, dass die Tiere als Eier die Zeit direkt nach der Katastrophe überlebt haben könnten. Als Modellvorstellung kann man den heutigen Komodo-Waran nehmen, der für von der Eiablage bis zum Schlüpofen rund 8 1/2 Monate benötigt. Eier, die also kurz vor der Katatsrophe abgelegt wurden, hatten also demnach etwas Zeit, die allzu lebensfeindlichen Monate direkt nach dem Einschlag zu überdauern. Eventuell sogar noch etwas mehr, wenn Dinosauriuer längere zeit für die Entwicklung im Ei benötigten. Bleibt noch die Frage der genauen datierung der Sedimente, in denen die Überreste der Dinosaurier sich befanden. Hier schient Fassett jetzt neu nachgelegt zu haben.
James E. Fassett: NEW GEOCHRONOLOGIC AND STRATIGRAPHIC EVIDENCE CONFIRMS THE PALEOCENE AGE OF THE DINOSAUR-BEARING OJO ALAMO SANDSTONE AND ANIMAS FORMATION IN THE SAN JUAN BASIN, NEW MEXICO AND COLORADO. Paleontologica electronica, Vol. 12, No. 1.
Überlebten Dinosaurier die Katastrophe?

Geo-Foto: Meganeura monyi

Meganeura monyi

Vor einigen Tagen erinnerte mich ein überlebensgroßes Modell einer rezenten Libelle an Meganeura monyi. Im Berliner Naturkundemuseum ist ein lebensgroßes Modell der urzeitlichen Riesenlibelle zu finden. Man kann daran (im vergleich zu der rezenten Libelle) auch erkennen, wie sich das Design der Flügel leicht verändert hat. Was hat die Inskten des Karbon eigentlich so groß werden lassen? Eine Möglichkeit wäre es, wenn der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre größer war. Und genau darauf gibt es einige Hinweise.


Sonntag, 10. Mai 2009

Gesellige Trilobiten

Die ausgestorbenen Trilobiten, von Sammlern und Paläontologen als Leitfossilien geliebt, hatten möglichersweise so etwas wie ausgeprägtes Sozialverhalten. Darauf deuten die häufigen Funde vieler gleichartiger Häutungshemden hin. Möglicherweise wurde die Häutung durch ähnliche Hormone gesteuert wie die Fortpflanzung, so dass sich viele Trilobiten der selben Art in einem bestimmten Gebiet trafen und gleichzeitig ihre alten Panzer auswechselten. Die neuen, noch weichen Panzer könnten auch die Paarung erleichtert haben. Ein jetzt gefundenes, 21 Zentimeter langes Schwanzschild könnte auch zu dem größten bekannten Trilobiten gehört haben. Die Größe des kompletten Tieres lag möglicherweise bei rund 90 Zentimenter. Der bisher größte bekannte Trilobit war 72 Zentimeter groß. Warum habe ich nicht mal das Finderglück??
Gesellige Urzeitkrebse

Stellenangebot: Ausschreibung eines/r Universitätsprofessors/Universitätsprofessorin für Mineralogie und Kristallographie Uni Wien

Ausschreibung eines/r Universitätsprofessors/Universitätsprofessorin für Mineralogie und Kristallographie an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie

Mit der in ihrem Entwicklungsplan (http://www.univie.ac.at/rektorenteam/ug2002/entwicklungsplan.html) festgelegten Strategie stärkt die Universität Wien ihre Rolle als Forschungsuniversität. Attraktive Studienangebote basierend auf forschungsgeleiteter Lehre, Förderung von NachwuchswissenschafterInnen und die hochrangige Besetzung von Professuren sind zentrale Elemente ihrer Strategie.

An der Fakultät für Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie der Universität Wien ist die Stelle eines/einer

Universitätsprofessors/Universitätsprofessorin für Mineralogie und Kristallographie

(privatrechtliches Dienstverhältnis, Vollbeschäftigung, unbefristet) zu besetzen. Die Universität Wien strebt eine Erhöhung des Frauenanteils, insbesondere in Leitungsfunktionen und im wissenschaftlichen Personal, an und fordert deshalb qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Frauen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig aufgenommen.

Von den Bewerbern/innen werden durch einschlägige wissenschaftliche Arbeiten ausgewiesene fachliche Kenntnisse auf den Gebieten der Mineralogie, der mineralogischen Kristallographie, der Kristallchemie und der Kristallstrukturforschung erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass der/die erfolgreiche Kandidat/in mit den erdwissenschaftlich und physikalisch-chemisch orientierten Fachgebieten der Fakultät und der Universität zusammenarbeitet, insbesondere in Zusammenarbeit mit und Ergänzung zu der bestehenden Professur für Mineralogie und Spektroskopie.

Erfolgreiche KandidatInnen qualifizieren sich durch:

- Doktorat und Post-Doc Erfahrung an einer Universität oder einer anderen Forschungseinrichtung (eine der Verwendung entsprechende abgeschlossene inländische oder gleichwertige ausländische Hochschulbildung)
- Hervorragende Leistungen in der Forschung, internationale Reputation und exzellente Publikationstätigkeit, Einbettung in die internationale Scientific Community
Erwünscht ist eine facheinschlägige Habilitation (venia docendi) oder eine international anerkannte gleichwertige Qualifikation.
- Erfahrung in Konzeption, Einwerbung und Leitung größerer Forschungsprojekte sowie Bereitschaft und Fähigkeit zur Führung von Forschungsgruppen.
- Erfahrung in der universitären Lehre und die Fähigkeit und Bereitschaft in allen curricularen Stufen (Bachelor, Master, Doktorat) zu lehren, Abschlussarbeiten zu betreuen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.
Die Universität Wien erwartet, dass der/die StelleninhaberIn innerhalb von 3 Jahren Deutschkenntnisse erwirbt, die für den Unterricht in Bachelorstudien und die Mitarbeit in universitären Gremien ausreichen.
Die Universität Wien bietet
- einen attraktiven und sich dynamisch entwickelnden Forschungsstandort in einer Stadt mit hoher Lebensqualität, in einem Land mit einem gut ausgebauten Instrumentarium der Forschungsförderung
- Ein attraktives/adäquates, verhandelbares und erfolgsabhängiges Gehalt; Pensionskasse
- Ein "start-up"-Paket zum Aufbau von Forschungsprojekten
- Unterstützung bei der Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach Wien
Interessentinnen und Interessenten senden bitte eine Bewerbung mit zumindest folgenden Inhalten:
- Wissenschaftlicher Lebenslauf
- Verzeichnis der Publikationen inkl.
a) Kenntlichmachung der fünf im Sinne der ausgeschriebenen Professur wichtigsten Veröffentlichungen mit Kommentierung im Bewerbungsschreiben
b) Angabe eines Internetlinks zum Download (PDF-Versionen) dieser fünf Veröffentlichungen oder eine CD-Rom mit diesen PDF-Dateien
- Verzeichnis der Vortragstätigkeit sowie detaillierte Angaben über eingeladene Hauptvorträge bei internationalen Tagungen
- Kurze Beschreibung der derzeitigen Forschungsinteressen und der Forschungspläne für die nähere Zukunft
- Angaben über eingeworbene Drittmittelprojekte
- Kurze Beschreibung der bisherigen Schwerpunkte in der akademischen Lehre und Angaben über betreute Dissertationen
Bewerbungen sind bis spätestens 12. Juni 2009 in englischer Sprache unter Angabe der Kennzahl 5/I/1-09 in elektronischer Fassung (bevorzugt als pdf) an das Dekanat der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie, Althanstraße 14, A- 1090 Wien, Ingrid.Mayrhofer@univie.ac.at, zu senden.
Die Bewerbungsfrist beginnt am 07.05.2009 und endet am 12.06.2009.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Höhlen: "Seeanemone"

Seeanemone

Dieser aparte Jungstalagmit zeigt mit seinen Lösungskarren eine große Ähnlichkeit mit einer handelsüblichen Seeanemone. Grund für die Lösung an seiner Spitze sind die frischen, übersättigten Tropfwässer, die in die Lösungsreste fallen und so durch die Mischungskorrosion die Lösung wieder Kalkaggessiv machen.

Geheimniss der Karbonatit Vulkane gelüftet?

Ol Doinyo Lengai eruption 1966From U.S. Geological Survey; "Photograph by Gordon Davies, courtesy of Celia Nyamweru, St. Lawrence University, Canton, New York."

Manchmal gehört Klappern anscheinend zum Handwerk. So auch die Meldung, dass jetzt das "Geheimniss" des Karbonatit-Vulkans gelüftet sei. Gut, in gewissem Sinne ist da ja auch was dran. Karbonatitische Magmen sind nach wie vor eines der größeren Rätsel, welches uns die Vulkane aufgeben. Gesteine, die eindeutig vulkanischen Ursprungs sind, und die dennoch fast vollständig aus Kalk bestehen. Die Entstehung wurde lange zeit (und wird auch heute noch) durchaus kontrovers diskutiert, und die neuen daten könen duchaus zu einer Klärung helfen. Aber so verwunderlich ist es auch nun wieder nicht, dass die Gase des Ol Doinyo Lengai denen so ähnlich sind, die aus den Mittelozeanischen Rücken entweichen. Der Vulkan steht immerhin in direktem Zusammenhang mit dem Ostafrikanischen Grabensystem, das als kontinentale Zerrstruktur ein Gegenstück zu den ozeanischen Spreizungsgebieten der Mittelozeanischen Rücken darstellt. Mancher stolze Ozean hatte einst mit nicht viel mehr begonnen. Damit steht seine enge Verwandschaft eigentlich schon fest und die Unterschiede zu den bekannteren Vulkanen der Subduktionszonen oder der Hot-Spots sollten einen nicht mehr so verwundern. Es hat also einen Grund, warum Karbonatite weltweit mit kontinentalen Gräben in Verbindung gebracht werden (wie zum Beispiel in Ostafrika). Kommen wir aber zu den wirklich interessanten Dingen: Wie um alles in der Welt kann es in einer fast komplett aus Silikaten aufgebauten Welt so etwas wie karbonatische Magmen geben? Der Vulkan nutzt (wahrscheinlich ebenso wie alle anderen, älteren Karbonatite weltweit) keine spezielle, nur aus Karbonat bestehende Quelle, sondern das selbe silikatische Magmenreservoir wie die ozeanischen Rücken. Aus dem Verhältnis von CO2 und3He konnte auf einen Kohlenstoffgehalt von 300 ppm geschlossen werden, was dem einer typischen Mantelquelle für Ozeanrücken entspricht. Erst in höheren Stockwerken der Erdkruste trennt sich dann durch Magmendifferentiation und Unmischbarkeiten zwischen silikatischen und karbonatischen Magmen das typische karbonatitische Magma vom nephelinitischen Magma ab. Aus diesem Grund werden die Karbonatite dieser Welt auch meist von nephelinitischen und anderen alkalischen Gesteinen begleitet. Wenn man Kalk (und Karbonatit ist chemisch nichts anderes) unter den Bedingungen der Oberfläche erhitzt, beispielswesie in einem Kalkofen, dann wird Kohlendioxid frei und Branntkalk (CaO) bleibt zurück. So etwas passiert auch unter Vulkanen, die dann das Kohlendioxid abgeben. Der Natriumkarbonatit des Ol Doinyo Lengai hingegen bleibt stabil. Dies ist einer der Gründe, warum diese Lava in einem Vulkan gefördert wird, während die anderen Karbonatite uns alle nur als subvulkanische Gesteine begegnen.

Upper-mantle volatile chemistry at Oldoinyo Lengai volcano and the origin of carbonatites. Nature 459, 77-80 (7 May 2009)

Mittwoch, 6. Mai 2009

Geo-Foto: Riesenlibelle

Riesenlibelle

Diese Schönheit ist das Modell einer rezenten Großlibelle, gefunden im Park der Wasserwelten von Malente in der Holsteinischen Schweiz. Das mag einem eine ungefähre Vorstellung davon geben, wie es wäre, wenn man einer Meganeura des ausgehenden Karbon begegnet wäre. Hier mag Wikipedia irren, denn wenn Meganeura in den Schichten des Stephaniums (Pennsylvanium) gefunden hat, gehört sie in das oberste Karbon und nicht ins Perm.

Carl Sagan - Cosmos

Wer erinnert sich noch? Damals als Kind habe ich Woche für Woche gebannt vor dem Fernseher gehangen und ihm quasi jedes Wort von den Lippen abgelesen. Nicht zuletzt war es auch diese Serie und Carl Sagan, der meinen Geist für die Wunder der Welt geöffnet hat.



Natürlich soll dabei auch nicht die Musik vergessen werden, die für mich zu der serie gehört. Vangelis; Heaven and Hell Part I


Dienstag, 5. Mai 2009

Erdbeben erschüttert Baden Württemberg

Heute morgen um 3:39 Ortszeit hat ein Erdbeben der Stärke 4,5 den Landkreis Lörrach erschüttert. Das Epizenmtrum liegt in der Nähe des Ortes Steinen in rund 10 Kilometern Tiefe. Die Erschütterungen waren noch im Umkreis von 100 Kilometern zu spüren.

Carl Sagan vs. The Matrix

Das legt die Vermutung nahe, dass Agent Smith und Carl Sagan ein und die selbe Person sind. Interessante Idee für die nächste Vorlesung...




via Bad Astronomy

Morgen vor 150 Jahren gestorben: Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt,Gemälde von Joseph Stieler, 1843

Morgen, am 6 Mai vor 150 Jahren starb der deutsche Naturforscher und (ich glaube, man kann das mit einigem recht behaupten) Universalgelehrte Alexander von Humboldt mit 90 Jahren in Berlin. Neben seinen vielen Verdiensten ist er der Begründer der Geographie als empirische Wissenschaft. Seine Reisen führten ihn quer über den amerikanischen Doppelkontinent, wobei er besonders in Südamerika den Nachweis der vulkanischen Entstehung der Gesteine führte und somit den Streit zwischen den Neptunisten und den Plutonisten zu entscheiden. Nicht zuletzt soll eines sein Versuch einer wissenschaftlichen Gesamtschau vergessen werden. Mit seinem Kosmos gelang es ihm, das Wissen der damaligen Zeit zu sammeln und anschaulich darzustellen.
Ausbruch aus "Schloss Langweil".

Montag, 4. Mai 2009

Kompasstricks

Der selbsternannte übersinnlich begabte Uri Geller kann ja nicht nur Löffel verbiegen, sondern auch Kraft seines Geistes eine Kompassnadel ablenken. Nun, wie auch immer, mir fallen da ganz spontan einige andere Möglichkeiten ein, wie man das bewerkstelligen kann. Und der zauberkünstler James Randi lässt uns mal ein wenig an den Tricks mittelmäßiger Zauberkünstler teilhaben.


Dinoprotein aus Sandstein

Normalerweise halten Proteine in Fossilien nicht allzu lange Lagerzeiten durch und sind schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit abgebaut. Daher war es eine nicht ganz kleine Sensation, als ein Forscherteam um Mary Schweitzer vor einiger Zeit angeblich Proteine in alten Knochen eines T rex fanden. Mittlerweile ist eine heftige Debatte darum entbrannt, ob die Proben durch rezente Fremdproteine beispielsweise vom Strauß verunreinigt sind. Jetzt legt das Team von Mary Schweitzer noch einen nach. In Fossilien verschiedener Dinosaurier aus sandsteinen wollen sie weitere Proteine gefunden haben. Und die Proteine sollen eine enge Verwandschaft zu Vögeln, aber eine weit weniger enge zu Alligatoren zeigen.
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/303065.html

Akademische Rätin/ Akademischen Rat Uni Bonn

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sucht zum 01.07.2009 für die
Dauer von zunächst drei Jahren eine/einen
Akademische Rätin/
Akademischen Rat
Das Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie führt
Grundlagenforschung u.a. auf dem Gebiet der experimentellen Petrologie,
Petrophysik, Strukturgeologie und Geochemie durch und leistet die geowissenschaftliche
Ausbildung für die Studierenden des Bachelor-/Master-Studienganges
Geowissenschaften sowie für die auslaufenden Diplom-Studiengänge Geologie,
Mineralogie und Paläontologie. Die Abteilung Endogene Prozesse des Steinmann
Institutes befasst sich mit der experimentellen und stofflichen Quantifizierung
geowissenschaftlicher Prozesse in Erdkruste und Erdmantel. Weitere Informationen
über das Institut, insbesondere zur apparativen Ausstattung und zu laufenden
Forschungsprojekten erhalten sie unter www.min.uni-bonn.de.
Sie haben: - ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie Promotion in
Geologie oder Mineralogie
- die besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit,
nachgewiesen durch herausragende Publikationstätigkeit
- Erfahrung im Einwerben von Drittmitteln
- im Rahmen Ihrer bisherigen Forschungstätigkeiten ein
eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt, das sich
inhaltlich im Steinmann-Institut wiederfindet.
Aufgabengebiete: - Wir erwarten, dass sich die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter
substantiell in schon bestehende Forschungsschwerpunkte am
Institut einbringt
- Die aktive Mitarbeit bei der Betreuung von Studierenden und
Laborgästen sowie die
- Durchführung von mineralogischen Lehrveranstaltungen im
Umfang von 4 Semester-Wochenstunden im Rahmen des
Bachelor- und Masterstudienganges Geowissenschaften
Wir bieten: - bei Vorliegen der Voraussetzungen Besoldung nach BesGr. A
13 BBesO
- Akademische Räte auf Zeit werden für die Dauer von drei
Jahren beschäftigt; eine Verlängerung um weitere drei Jahre ist
möglich.
- die Möglichkeit, ein Job-Ticket zu erwerben
Frauen werden nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher
Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Schwerbehinderte werden bei gleicher
Eignung bevorzugt eingestellt.
Interessenten werden gebeten, ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum
15.05.2009 an Prof. Dr. Christian Ballhaus, Steinmann-Institut für Geologie,
Mineralogie und Paläontologie, Abt. Endogene Prozesse, Poppelsdorfer Schloss,
53115 Bonn (Tel.: 0228-732933) zu senden.
Die Bewerbung hat ausschließlich auf schriftlichem Wege zu erfolgen. E-Mail
Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.
Wir bitten um Verständnis, dass Bewerbungsunterlagen nur dann zurückgesandt
werden können, wenn ein adressierter und ausreichend frankierter Rückumschlag
beigefügt ist.

Short Course, Environmental Chemistry of Heavy Metals, Uni Heidelberg

Short Course, Environmental Chemistry of Heavy Metals

13-16 July 2009

Hosted by
Institute of Earth Sciences,
University of Heidelberg

Goals
This four-day short course is designed to expose participants to
unifying concepts and critical issues in our understanding of the chemical
behavior of heavy metals in the environment. It will cover the basic
chemistry and biochemistry of heavy metals in the environment and the
influence of metal speciation on risk assessment and risk management. The
lectures are in English and will be given by leading experts in these
fields and will be complemented by hands-on laboratory experience on
how to minimize sample contamination during collection, processing and
analysis.
A preconference field trip to the Harz Mountains is planned for people
interested in a case study of the chemical behavior of heavy metals around
mining sites.
The four-day intensive course is aimed at graduate students, senior
undergraduate students with strong background in chemistry and scientists
in government agencies, industries and academia interested in recent
advancements in the field.

This four‐day short course is designed to expose participants to unifying concepts and critical issues in our understanding of the chemicl behavior of heavy metals in the environment. It will cover the basic chemistry and biochemistry of heavy metals in the environment and the influence of metal speciation onrisk assessment and risk management. The lectures are in English and will be given by leading experts in these fields and will be complemented by hands‐on laboratory experience on how to minimize sample contamination during collection, processing and analysis.

A preconference field trip to the Harz Mountains is planned for people interested in a case study of the chemical behavior of havy metals around mining sites.

The four‐day intensive course is aimed at graduate students, senior undergraduate students with strong background in chemistry and scientists in government agencies, industries and academia interested in recent advancements in the field.


Enrollment

Limited to 30 participants; early registration is strongly encouraged


Venue

Institute of Earth Sciences, University of Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 236,

D‐69120, Heidelberg, Germany

Working language

English

Deadline for registration

June 30, 2009

Contact

Dr. Basem Shomar
Email: bshomar@ugc.uni‐heidelberg.de
Phone: +49 6221 546009
Fax : +49 6221 54 5228

Course fees

150 Euro.

Covers lectures and course materials; participants are responsible for their
transportation, accommodation, and meals

Field Trip

100 Euro.

Covers transportation, one night, one meal
Research Blogging Awards 2010 Winner!
 
Creative Commons License
Amphibol Weblog von Gunnar Ries steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.