Mittwoch, 30. September 2009

„Tag der Steine in der Stadt“ 2009 in Berlin

„Tag der Steine in der Stadt“ 2009
in Berlin und der z.T. auch weiteren Umgebung

Wie bereits vielfältig 2008 soll auch in diesem Jahr an diesem Tag die Aufmerksamkeit
auf die Steine im Alltag der Stadt - an den Fassaden, dem Pflaster, den Sockeln von
Denkmalen etc. - gelenkt werden. Wie im letzten Jahr haben sich fachübergreifend vom
Künstler über den Steinmetzen bis zum Geowissenschaftler einige Kenner
zusammengefunden; sie bieten eine Reihe von unterschiedlichen Veranstaltungen in Berlin
umgebenden Bundesländern an.

Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.
Prof. J . H. Schroeder, Koordinator

Berlin
In/mit der „Urania“, An der Urania 17, Berlin-Schöneberg
U-Bahnhöfe Nollendorf- oder Wittenbergplatz, zahlreiche Busverbindungen
Ausstellung:„Steinskulptur heute“ Neue Werke aus verschiedenen Gesteinen
Silvia Christine Fohrer und Rudolf J. Kaltenbach, Berlin
Eröffnung: Bereits am Freitag, den 02.10.09, 19.00
Zu besichtigen bereits ab 25.09. und bis zum 16.10.09

Vorträge: Freitag 16.10.09
17.30 Dr. Angela Ehling, Bundesanstalt für Geowissenschaften u. Rohstoffe, Berlin
„Berlin – eine Sandsteinstadt?“
Rund um Berlin gibt es keine gewinnbaren Baugesteine. Woher kamen die
Sandsteine; z. B. am Stadtschloss oder am Brandenburger Tor? Welche Sandsteine
verwendete man in der Regierungszeit Friedrichs des Großen? Welche in den
Gründerjahren - für den Reichstagsbau? Wie wurden die schweren Steine damals
transportiert? Wie gehen wir heute damit um? Woher kommen die Sandsteine heute,
z. B. am Bundeskanzleramt?

18.30 Andreas Rentmeister Dipl. -Ing., Restaurator, steinhof -restaurierung, Werkstatt
für Steinrestaurierung, Berlin
"Steine in der Stadt: Verwitterung, Zerstörung und Erhaltung -
Einblicke in die Restaurierungspraxis"
In unserer Stadt begegnen wir tagtäglich Natursteinen. Eine unglaubliche Vielzahl
an wertvollen steinernen Zeugnissen unserer Geschichte und Kultur umgibt uns. Wir
laufen auf ihnen, flanieren zwischen ihren Fassaden und erfreuen uns an ihrem
Farbenspiel und ihrer vielfältigen Gestaltung. Doch auch Natursteine halten nicht
ewig, sie verwittern, werden beschädigt oder gar zerstört.
Der Erhaltung und der Restaurierung von Skulpturen oder Fassaden, Grabmalen oder
Reliefs, gilt heute unserer besonderen Aufmerksamkeit. Anhand von Beispielen
restaurierter Objekte, wie der Alten Nationalgalerie, dem Admiralspalast, den
beiden Marmorgenerälen Dennewitz und Scharnhorst oder der Tuileriensäule auf
Schwanenwerder wird die tägliche Arbeit des Steinrestaurators – von der
Schadenserfassung über Voruntersuchungen und Testversuche bis hin zur
Restaurierung und Dokumentation vorgestellt.

19.30 Wolfram Bleis, Dipl.- Ing, Architekt BAK, Rathenow
„Wandernde Steine“
Der Vortrag führt zurück in das 12. Jahrhundert, in die Zeit der Christianisierung
und damit eng verbunden in die Zeit der Einführung der Steinbauweise in der Mark
Brandenburg. Am Beispiel davon Bauwerken im Elb-Havel-Winkel zwischen den
Domen von Havelberg und Brandenburg soll gezeigt werden, dass nicht nur
„jungfräuliches“ Steinmaterial frisch aus dem Steinbruch auf kürzere oder längere
Reisen zu neuen Baustellen in „neue“ Länder geschickt wurde, sondern dass auch
bearbeitete, d.h. „fertige“ Werkstücke, die manchmal bereits Jahre, Jahrzehnte oder
auch Jahrhunderte Teil anderer Bauwerke waren, auf den neuen Baustellen
verwendet wurden. Was waren die Beweggründe, derartige „wandernde Steine“
einzusetzen?
Eintritt : Für die Serie: 10 €, ermäßigt 9 €, Urania Mitgl ieder 7 €; Einzelvorträge: € 5

Exkursion am Samstag den 17.10. 11.00 - 13.00
Dr. G. Schirrmeister, Dipl.-Geol., Berlin
Naturwerksteine am Pariser Platz
Mit der Eröffnung der Botschaft der U.S.A. 2008 ist die Randbebauung vollendet,
der "Salon" des alten Berlin wieder vorzeigbar. Architekten fanden individuellen
Lösungen zur Vorgabe "helle Natursteinfassaden" für die kritische Rekonstruktion
des "Vierecks". Sie verwendeten Steinsorten unterschiedlicher Zusammensetzung,
Entstehungsgeschichte, Alter und Herkunft, variierten mit Plattengrößen und
Oberflächenbearbeitung. Natürlich verweilen wir auch am wiederholt restaurierten
Wahrzeichen Berlins - dem Brandenburger Tor.
Treffpunkt: Pariser Platz 3, DZ-Bank (S Unter den Linden)
Teilnehmer-Gebühr € 8, Karten an der Kasse der Urania

Weitere Veranstaltungen am Samstag, den 17.10.
Alle mit freiem Eintritt!

Fa. Seibert Steinmetz & Steintechnik GmbH,
Scheveninger Str. Nr. 14, 12359 Berlin (U Bahnhof Blaschkow-Allee)
10.00 - 17.00: Offene Werkstatt

Nikolaus Seubert, Steinbildhauermeister, gepr. Restaurator
spezialisiert auf individuelle Grabmale
Prenzlauer Allee 7, 10405 Berlin (zu Fuß vom Alexanderplatz bequem zu erreichen)
11.00 – 17.00 Werkstattbesuch beim Steinbildhauer
15.00: Rundgang zu Grabmalen auf dem Neuen Friedhof St. Marien - St. Nikolai
Führung: N. Seubert & Dr. G. Schirrmeister
Treffpunkt an der Werkstatt (s.o.)

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Dienstbereich Berlin
Wilhelmstraße 25 – 30, 13593 Berlin-Spandau
(Bus M 49, X 49, 632, Haltestelle Wilhelms traße)
11.00 - 16.00 Tag der Offenen Tür in den Geowissenschaf tlichen Sammlungen
(Dr. A. Ehling, A. Bebiolka)
Im Mittelpunkt steht die Präsentation der neu geordneten Naturwerkstein-Sammlung:
- Platten- und Handstück-Sammlung - Eigenschaften von Gesteinen und Mineralen
- Untersuchungsmethoden an Naturwerksteinen - Natursteinberatung für Haus und Garten
Die anderen Sammlungsbereiche können im Rahmen von thematischen Führungen besichtigt werden:
- Rundgang durch die Erdgeschichte - Lagerstätten und Rohstoffe für die Dinge des Alltag

Steinmetz-Ausbildungszentrum, Fort Hahneberg Berlin- Staaken
(Bus M 49 u.M37, Hal testelle „Hahneberg“)
11 – 16.00 Tag der Offenen Tür;
Leitung: K. Hengstmann, Obermeister, Berliner Steinmetz- und Bildhauerinnung
- Schauhauen der Steinmetzlehrlinge
- Steine selbst bearbeiten für Erwachsene und Kinder
- Informationen zum Beruf eines Steinmetzes oder Steinbildhauers
(Für das Fort als solches könnte man sich bei der Gelegenheit auch Zeit nehmen;
siehe www.forthahneberg.de)

Sonntag, den 18. 10. 09
Dr. Olaf Juschus, Berlin
15.00: Stadtrundgang: Geschiebe – die ältesten Berliner Werksteine
Treffpunkt: Ruine der Klosterkirche am U-Bahnhof Klosterstr.; Dauer ca. 2 Stunden
Vorgestellt wird die Vielfalt der eiszeitlichen Geschiebe, ihre Verwendung und
Verarbeitung an der Ruine der Klosterkirche, den Resten der Berliner Stadtmauer
und der Nikolaikirche.
Teilnahme kostenlos

Cottbus - Samstag, 17.10., 10 - 12.00
Rundgang: Der natürliche Rohstoff Stein in der Innenstadt
Führung: Dipl.-Geol. & Dipl.-Ing. R. Köbbel, Arbeitskreis „Naturstein“ des
Fördervereins Kulturlandschaft Niederlausitz e.V.
Treffpunkt: Deutsch Bank, Ewald-Haase-Str.
Teilnahme kostenlos

Magdeburg - Samstag 17.10.09, 10 Uhr:
Stadtrundgang: Historische und moderne Gebäude zwischen Hauptbahnhof,
Leiter Straße und Breitem Weg
Führung und Diskussion: Dr. S. Fricke und R. Spindler, Kultur- und Heimatverein
Magdeburg, sowie G. Sommerfeldt, Stadtführer, Urania.
Treffpunkt: Hauptbahnhof vor dem Haupteingang
Teilnahmegebühr 3 € pro Person

Potsdam - Samstag den 17.09.,
12.00: S. Haehnel, M. Krempler und D. Roeper:
Führung: Bausteine der Kolonnaden: Herkunf t - Transport – Restaurierung
Treffpunkt: An den Kolonnaden hinter dem Neues Palais; Dauer ca. 90 min
Öffentliche Verkehrsmittel: Bus 605 ab Potsdam Hbf., Haltesstelle „Neues Palais“
oder per Bahn zum Regional-Bahnhof „Sanssouci“
Teilnahme kostenlos

15.00: D. Roeper, Abt. Baudenkmalpflege, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten:
Führung: Marmorpalais ohne Gerüst – Schlesische Marmore in Baugeschichte
und Restaurierung
Auf dem Rundgang werden Marmorvarietäten aus Erbauungszeit, Anbauphasen und
vorangegangenen Arbeiten (Spolien) gezeigt, außerdem deren Schäden und
konservatorische Maßnahmen demonstriert.
Treffpunkt: Marmorpalais im Neuen Garten ( Innenhof); Dauer: ca. 90 Minuten
Öffentliche Verkehrsmittel: Ab Potsdam Hf mit Straßenbahn 92 Richtung Remise
Teilnahme kostenlos

Rathenow - 17.10.09
Fa. Neils.Stein (Inh. Gebr. Eißer), Milower Landstr. 14 a, 14712 Rathenow
13.00 W. Bleis, Rolf Eißer und Christian Eißer
Stadtrundgang: Naturwerksteine in Rathenow
Treffpunkt: Kreishaus am Platz der Freiheit; Dauer ca. 2,5 Stunden
Endpunkt: Torhaus des historischen Friedhofs (Einkehrmöglichkeit)

16.00 Christa Eißer
Führung über den historischen Friedhof von Rathenow
Treffpunkt: Torhaus des Friedhofs; Dauer ca. 2,5 Stunden
Anmeldungen werden erbeten unter 03385 / 515770
Kostenbeteiligung: € 5,00 (Spende für den Förderverein Heimatmuseum)

24.10.09 – aus organisatorischen Gründen ein hochkarätiger Nachzügler
Neuruppin
Natursteinwerk Neuruppin, eines der größten in Berlin und Brandenburg
Hermann-Riemenschneider-Straße 15, 16816 Neuruppin
Öffentliche Verkehrsmittel: Bahn bis Bahnhof „Rheinsberger Tor“, von dort
Busverbindung stündlich direkt zum Werk
Das Werk verarbeitet bis zu 20 Tonnen schwere Rohblöcke zu Fertigprodukten im
Bau-Innenausbau, Garten- und Landschaftsbau und Grabmalbereich
- Auf über 7000 m2 Außenfläche und 2.800 m2 Hallenfläche sind 100
verschiedenen Naturwerksteinsorten zu sehen.
- Unter vielen Maschinen zur Bearbeitung ist die Blocksäge mit 3,5 m Sägeblatt
ein besonderes Erlebnis – sie kann u.a. für die Steine im Sockelbereich des
Berliner Schlosses verwendet werden.
- Frisch eingetroffen ist das CNC Steinbearbeitungszentrum der neuesten
Generation, das z.B Küchenarbeitsplatten herstellt.
10.00 – 18.00 Besichtigung von Steinen, Maschinen und Produktion
Stündlich Führungen
Teilnahme kostenlos

Weitere Information, ggf . auch über später gemeldete Veranstaltungen und über
solche im übrigen Bundesgebiet demnächst unter:
www.tu-berlin.de/steine- in-der-stadt/

Durchbruch gegen AIDS? Wahrscheinlich nicht

Die letzten Tage raschelte es ja gewaltig im Blätterwald. Eine Impfung gegen AIDS schien nach einer Studie der US-Army in Thailand in greifbare Nähe gerückt. Um sagenhafte 30% sollte sie das Infektionsrisiko senken. Aller Wahrscheinlichkeit nach kann sie dieses hoch gesteckte Ziel wohl nicht erreichen. Harro Albrecht kommentiert den Fall für die ZEIT.

Tigerauge im Mineralogischen Museum Bonn

Im Mineralogischen Museum der Universität Bonn befindet sich zur Zeit der größte Edelstein, der in Deutschland ausgestellt wird. Der Tigerauge ist eine Leihgabe, soll aber nach Möglichkeit dauerhaft dort bleiben. Dazu ruft das Museum zu Spenden auf.

Wertvolles Prachtstück
Der größte Edelstein Deutschlands befindet sich zur Zeit
im Mineralogischen Museum der Universität Bonn und wird
dort hoffentlich auf Dauer verbleiben.
Bei dem Exponat handelt es sich um das derzeit größte in einem deutschen Museum
ausgestellte ‚Tigerauge‘. Der Edelstein, eine Scheibe von etwa zwei Metern Länge und
150 Kilogramm Gewicht, stammt aus der Bergkette Hamersley Range in Westaustralien.
Es handelt sich um das qualitativ beste Tigerauge-Vorkommen, das bisher gefunden
wurde.

Zukunft im Mineralogischen Museum der Universität Bonn?

Zur Zeit handelt es sich bei dem Exponat um eine Leihgabe. Eine kleinere Tigerauge-
Platte gleichen Ursprungs wurde bei einer Auktion in Texas im Juni 2008 für ganze
215.000 US-Dollar versteigert – ein Wert, der einen Eindruck von der außerordentlichen
Qualität und Seltenheit vermittelt.

Bisherige Bewunderer des Tigerauges im Mineralogischen Museum der Universität
Bonn sind sich einig, dass das Exponat auf Dauer eine Bereicherung nicht nur für das
Museum, sondern auch für die Bonner Region darstellen würde. Die attraktive Lage
des Mineralogischen Museums im Poppelsdorfer Schloss wäre ein idealer Standort.
Wir benötigen Ihre Unterstützung! Der jetzige Besitzer ist bereit, uns
im Gegenzug der Zahlung einer Aufwandsentschädigung für die Bergung und
den Transport das Tigerauge zu überlassen.

Helfen Sie uns dabei dieses außergewöhnliche Schmuckstück in Bonn
behalten zu können! Mit Ihrer Spende können wir das Tigerauge dauerhaft
in Bonn präsentieren.

Interessierte und zukünftige Sponsoren können sich ab Mitte Juli 2009 vor Ort ein detailliertes
Bild zum Tigerauge machen: Das Mineralogische Museum der Universität Bonn zeigt dann
bis Ende des Jahres eine Ausstellung mit dem Titel „Bonn im ‚Auge des Tigers‘“ mit interessanten
Hintergrundinformationen zur Entstehung und Verwendung.
Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns gerne an:

Dr. Renate Schumacher Daniela Horstmann
Mineralogisches Museum Universität Bonn
der Universität Bonn Dezernat 8 – Wissenschaftsmarketing und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 02 28 / 73-27 64 Tel. 02 28 / 73-70 51
r.schumacher@uni-bonn.de d.horstmann@uni-bonn.de

Spendenkonto
Sparkasse KölnBonn
Konto-Nr.: 57 695
BLZ: 370 501 98
Wichtig: Zugunsten PN 31 060 012 ‚Tigerauge‘



Schweres Erdbeben auf Sumatra

Heute um 12:16 gab es auf Sumatra ein schweres Erdbeben. Die Stärke wird mittlerweile mit 7,6 angegeben.
http://earthquake.usgs.gov/eqcenter/recenteqsww/Quakes/us2009mebz.php
http://www.zeit.de/gesellschaft/2009-09/erdbeben-sumatra-indonesien
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,652306,00.html

Litt Sue unter Trichomonaden?

Sues Originalschädel im Field Museum. Foto von Robert Lawton, cc-3.0 Lizenz
Der Schädel des größten und bisher am vollständigsten erhaltenen Tyrannosaurus rex, Sue, zeigt einige charakteristische Schäden. Bisher wurden verschiedene Theorien über deren Herkunft aufgestellt, darunter viele, die mit der räuberischen Lebensweise zusammen hingen, oder mit Kämpfen unter Artgenossen. Allerdings zeigen die Läsionen nicht die Ränder, die für Verletzungen aus Kämpfen zu erwarten wären, sondern sie sind mit glatten, runden Kanten versehen. Möglicherweise waren es aber Gegner ganz anderer Art, die dem T rex den garaus machten. Ein Paläontologenteam um Ewan Wolff vermutet, dass Sue unter einer Infektion mit Trichomonaden litt. Diese Geißeltierchen verursachen bei Raubvögeln strukturell sehr ähnliche Schäden am Kiefer und Rachenraum, so dass die Tiere keine Nahrung mehr aufnehmen können und verhungern. Übertragen wird die Infektion über die Beute, aber auch über Speichelkontakte innerhalb von Artgenossen. So können Hühnervögel die Trichomonaden zwar übertragen, zeigen aber selber keine Symptome.

Wolff EDS, Salisbury SW, Horner JR, Varricchio DJ, 2009 Common Avian Infection Plagued the Tyrant Dinosaurs. PLoS ONE 4(9): e7288. doi:10.1371/journal.pone.0007288


Seebeben update

Das Seebeben gestern vor Samoa hat mehr als 100 Todesopfer gefordert. Tsunamis sind auf Samoa teilweise mehr als 800 m landeinwärts gedrungen und haben mehrere Küstendörfer überschwemmt.

Tsunami auf samoa (SpON)

Heute vor 20 Jahren: Genscher in der Deutschen Botschaft in Prag



Oder, um es mit den Worten von Lord Byron zu sagen:

"Der Freiheit Kampf, einmal begonnen,
Vom Vater blutend auf den Sohn vererbt,
Wird immer, wenn auch schwer, gewonnen."
(George Gordon Byron (1788-1824), The Giaour)

Dienstag, 29. September 2009

Schweres Erdbeben bei Samoa, Tsunami Warnung im Pazifik

Bei Samoa hat es um Mittwoch, 6:48 Ortszeit (Dienstag 19:48 MESZ) ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,9 gegeben. Für Hawaii und Neuseeland gilt eine Tsunami Warnung.

Dazu auch auf SPoN

Ein schweres Seebeben im Pazifik hat nach Angaben des amerikanischen Tsunami Warning Center eine Flutwelle ausgelöst. Betroffen sind mehrere Inselstaaten. Auf Samoa sollen Dörfer zerstört worden sein.


Die Magnitude wurde zwischenzeitlich auf 8.0 heraufgesetzt.

Freitag, 25. September 2009

Geo-Foto: Nautilus

Das Perlboot mit seinen beiden Gattungen und sieben Arten ist eines der faszinierendsten Wesen. Und als letzte Überlebende der einstmals blühenden Ordnung der Nautiloideen stellt es ein lebendes Fossil dar. Der Fotograf Jürgen Freund spürte die bizarren Wesen vor der Nordostküste Australiens für GEO auf.
Fotostrecke


Die Bullshit-Kultur

Steuern wir auf eine "Bullshit-Kultur zu, weil kritisches und wissenschaftliches Denken in der Schule einfach keinen Raum bekommt? Wie sonst sollen wir als mündige Bürger eines demokratischen Gemeinwesens Fakten von "BS" unterscheiden? Wir erlernen einfach nicht mehr, uns vor Selbsttäuschung und noch viel wichtiger, vor Täuschung zu schützen. Ich denke, das gilt nicht nur für die Schweiz, wo die Kolumne von Patrik Etschmayer, auf die ich mich hier beziehe, erschienen ist. Auch hier in Deutschland wird es zunehmend wichtig, die richtigen Fragen zu stellen.Wir dürfen uns nicht von Populisten, Scharlatanen und mächtigen Interessengruppen mit "BS" abspeisen lassen.

Die BS-Kultur
von Patrik Etschmayer / Donnerstag, 24. September 2009

Es gibt Ausdrücke, die finden in der deutschen Sprache einfach keine Entsprechung, obwohl wir sie so sehr bräuchten. «Bullshit», fürderhin einfach als «BS» abgekürzt, um sensiblere Naturen vor dem Anblick dieses Wortes zu schützen, ist so einer. Dieses Wort, das vor allem in den USA gebräuchlich ist, wird für Dinge verwendet, die völliger Kokolores sind, aber von gewissen Gruppen als wahr, richtig oder gar wichtig dargestellt werden.

Beispiele sind (und diese unvollständige Aufzählung wird bei einigen Lesern nun rote Köpfe verursachen): Astrologie, Homöopathie, Wünschelruten, Handauflegen, Akupunktur, Hellseher, Geistheiler, Ufo-Entführungen, Löffelverbiegen und allerlei Religionen. Doch auch in der Klimadiskussion, der Gentechnikdebatte und vielen anderen politischen Themen wird fleissig BS serviert und von der Öffentlichkeit vielfach als Fakt geschluckt, ohne zu bemerken, dass die Argumente die Qualität von Stierexkrementen haben.

Die BS-Kultur, Nachrichten.ch

Happy Birthday! 60 Jahre "The Boss" Bruce Springsteen

Vor rund 60 Jahren, am 23. September 1949 wurde erblickte Bruce Springsteen das Licht dieser Welt. Grund genug, ihn sich hier selbst ein Ständchen singen zu lassen.

Donnerstag, 24. September 2009

farewell, geoberg.de

Lutz Geißler hat sich schweren Herzens entschlossen, seine Webseite geoberg.de ab Oktober zu schließen. Damit verschwindet nicht nur eines der ältesten und qualitativ hochwertigen Blogs aus der deutschsprachigen Geoblogosphäre. Geoberg.de war auch immer eine der ersten Anlaufstellen, wenn es um fundierte Informationen aus dem Bereich der Geowissenschaften ging. Glücklicherweise wird Lutz uns erhalten bleiben. Sein zweites Projekt, das Netzwerk für geowissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit, wird weiterhin aktiv sein. Hier lag in den zurückliegenden Monaten auch sein Schwerpunkt und einer der Gründe für den Entschluß, geoberg zu schliessen.

Lutz, wir sehen uns also ab jetzt auf geonetzwerk.org.

Neulich, bei meinem Guru...

Diese Szene erinnert mich immer an viele Esoteriker:

(Quelle: abstruse goose)

Tipblog Verlosung: Gewinne eine Navigon 2310

Tipblog verlost in Zusammenarbeit mit der Danto GmbH ein Navigon 2310 sowie 3 Einkaufsgutscheine im Wert von 30 € und 3 Displayfolien im Wert von 20 €. Alles, was man dafür tun muss, ist die Frage zu klären, welches für einen das wichtigste Haushaltszubehör oder das wichtigste Haushaltsartikel ist. Eine Frage, die zugegebenermaßen nicht leicht zu beantworten ist. Als alter Chauvi ist man fast versucht, hier die eigene Frau zu nennen. Aber was die Haushaltsgeräte angeht, läuft ihr die Kaffeemaschine glatt den Rang ab. Das leckere schwarze Heißgetränk ist so eine Art Lebenselixier und ich bin gewöhnlich erst nach der zweiten Tasse Kaffee ansprechbar, zumindest wenn man eine vernünftige Reaktion erwartet und kein unartikuliertes grunzen. Eine Art Zaubertrank, die einen Neandertaler in einen Homo sapiens verwandelt. Soviel auch zu den gerüchten, dass sich Geologen nur von Bier ernähren.
Gewinnspiel auf Tipblog

Mittwoch, 23. September 2009

Stellenangebot: Postdoc Stelle am Institut für Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen

Institute for Geosciences
Post-Doctoral Researcher Opportunity in Experimental Volcanology

A full-time, DFG-granted, post-doctoral position is available at the Institute for Geosciences, Eberhard Karls University of Tübingen in the frame of the project “Experimental investi-gation of ascending magmas”.

This project is focussed on the systematic experimental investigation of degassing and crystallisation processes of silicate melts during decompression at high temperature and pressure. The results are essential input data needed to develop and improve models for dynamic degassing processes of ascending magmas and volcanic eruptions.

We seek a qualified and highly motivated candidate, holding a Ph.D. degree or equivalent in Earth Sciences or Geosciences, with a strong interest and skill in experimental work, strong background in magmatic petrology and volcanology, ability to work in a team, excellent English language skills and the ability to publish the scientific results in peer reviewed international journals.

The initial appointment is for 1.5 years with the opportunity to prolongate the project for additional 1.5 years. Salary is on the federal German employee scale TV-L E13.
As the Eberhard Karls University of Tübingen intends to increase the proportion of female scientists, women are encouraged to apply for this position. In case of equal personal qualification priority will be given to disabled persons.

Applications including a C.V., a letter of motivation, a statement of research interests, list of publications, two peer reviewed publications, copies of degree certificates and contact information of two references should be sent preferentially via email to

Prof. Dr. Marcus Nowak
Institut für Geowissenschaften
Eberhard Karls Universität Tübingen
Wilhelmstraße 56
D-72074 Tübingen
Germany
Email: marcus.nowak@uni-tuebingen.de.
Review of applications will begin 31 October, 2009.

Die rote Farbe des Mars

Die charakteristische rote Farbe des "roten" Planeten Mars wird auf die Anwesenheit des Minerals Hämatit zurückgeführt. Dabei reichen schon sehr geringe Spuren davon aus, um ein Gestein intensiv rot zu färben. Über dessen Ursprung auf dem mars ist jetzt eine neue Hypothese auf den Tisch gelegt worden. Demnach soll sich Hämatit auch unter trockenen bedingungen, also unter Abwesenheit von Wasser aus Magnetit bilden können. Jedenfalls bei gleichzeitiger Anwesenheit von Quarzstaub. So weit, so gut. Bei Spiegel Online findet sich ein Artikel darüber, bei dem ich mir einige Anmerkungen nur schwer verkneifen kann. Denn der Hämatit ist wohl nicht das stärkste Indiz für sie Anwesenheit von Wasser, zumindest in der geologischen Vergangenheit des Mars. Und um welche Verbindungen die Marsrover gefunden haben wollen, die beim Kontakt mit Wasser zerstört worden wären, wird sich ausgeschwiegen. Dabei sind die Hinweise auf Wasser, ob in der Vergangenheit oder auch heute noch, auf dem Mars vielfach nachgewiesen worden, ob als ausgetrocknete Seen in Einschlagbecken, als Hinweise auf frühere oder auf aktuelle Gletscher, minerlogische Hinweise in Form von Opal, Hinweise auf urzeitliche Seen oder Anzeichen für rezentes Schmelzwasser. Das bedeutet natürlich nicht, dass der gesamte Planet zu irgendeinem Zeitpunkt seiner Geschichte überflutet worden ist. Soweit ich weiß, hat das aber auch niemand bisher ernsthaft behauptet. Kommen wir aber zur alternativen Theorie von Jonathan Merrison vom Aarhus Mars Simulation Laboratory in Dänemark. Er hat Quarzsand einfach unter den Marsbedingungen in rotierenden Glaszylindern zu Staub mahlen lassen, bis nach zehn Monaten genug Quarzstaub produziert worden war. Dann gaben sie Magnetit hinzu und liessen das mahlen weiter gehen. Der Inhalt begann sich rot zu verfärben.
Die Wissenschaftler vermuten, dass in den Flaschen das Mineral Hämatit entstanden ist. Das Auseinanderbrechen der Sandkörner habe neue chemische Reaktionen möglich gemacht, bei denen je ein Sauerstoffatom von Quartz zum Magnetit gewandert sei. Dadurch sei das Hämatit entstanden - ganz ohne das Vorhandensein von flüssigem Wasser. Eine unabhängige Bestätigung für die Ergebnisse gibt es allerdings noch nicht. (SpON)
Sie vermuten also, das Hämatit entstanden ist. Dabei sollte sich Hämatit doch relativ einfach nachweisen lassen. Und die beschriebene Reaktion, dass also ein zweiwertiges Eisen zu dreiwertigem oxidiert und gleichzeitig Quarz, also SiO2, reduziert wird, sollte auch ihre Spuren hinterlassen haben. Wir sollten dann so etwas wie elementares Silizium vorfinden. Allerdings enthält die Marsatmosphäre rund 0,13 Vol% Sauerstoff. Das ist durchaus genug, um fein gemahlenen Magnetit zu Hämatit zu oxidieren. Zumal wenn man durch Mahlen die Oberfläche des Magnetits stark vergrößert. Es war wohl auch nicht das Wasser, das als "rostige Brühe" (SpON) den Mars rot färbte, sondern die photochemische Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff, wober der Wasserstoff in den Weltraum entwich und der Sauerstoff sich anschliessend einen neuen Partner suchen durfte. Da kam ihm das zweiwertige Eisen in den Magnetiten gerade recht. Das vorhanden sein von fließendem Wasser kann diesen Prozess noch zusätzlich beschleunigen. Dazu muss aber nicht der gesamte Planet geflutet werden. Vereinzelte Seen oder schon morgendlicher Tau reichen vollkommen aus.

Dienstag, 22. September 2009

Workshop 'Uranium deposits' in Freiberg

An der TU Bergakademie Freiberg findet von 7.-12.12. der Workshop 'Uraniumbdeposits' statt.
http://www.mineral.tu-freiberg.de/econgeology/index.html

Bye bye, Mary Allin Travers!

Bereits am 16. September verstarb Mary Travers. Sie wurde vor allem als Mitglied der Folk-Gruppe Peter, Paul and Mary bekannt. Eines ihrer schönsten Lieder ist für mich Puff, the Magic Dragon.



Ol Doinyo Lengai. Spuren der aktuellen Eruptionen

Der Ol Doinyo Lengai ist der einzige aktive Vulkan, der karbonatitische Laven fördert. Die aktuelle effusive Phase begann im September 2007. Zwei Photos der NASA vom 16. Juli 2004 und 12. september 2009 zeigen die Veränderungen, die durch die aktuelle Eruptionsphase verursacht wurden.
http://geology.com/nasa/ol-doinyo-lengai-eruption/

Stellenangebot: Mineralogin/Mineraloge am Landesmuseum Kärnten (Kustos)

Das Landesmuseum Kärnten sucht eine/n
Mineralogin/Mineralogen
(Kustodenstelle)

Das Landesmuseum Kärnten sucht eine qualifizierte wissenschaftliche Fachkraft mit ausgewiesenen Kenntnissen und Erfahrungen in den Bereichen Mineralogie und Petrologie.

Sie verfügen über ein abgeschlossenes Studium der Mineralogie/ Petrologie, idealer weise kombiniert mit Erfahrung im Bereich Geologie, Erdwissenschaften oder Paläontologie und haben bereits in einem Museum Sammlungsverantwortung getragen. Erfahrungen mit dem digitalen Inventarisierungsprogramm IMDAS und in den Bereichen des Projektmanagements sind wünschenswert.

Die Stelle erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, Flexibilität, Zielstrebigkeit und Freude eine der interessantesten Mineral- Fossil- und Gesteinssammlungen Österreichs wissenschaftlich aufzuarbeiten und museal zu vermitteln.

Überdurchschnittliche kommunikative Fähigkeiten, Teamorientiertheit sowie die Bereitschaft zur computerunterstützten Inventarisierung des umfangreichen Sammlungsbestandes werden vorausgesetzt.


Die Aufnahme erfolgt in ein privatrechtliches Vollzeitarbeitsverhältnis zur Anstalt Landesmuseum Kärnten, vorerst befristet auf die Dauer eines Jahres. Es handelt sich um kein Dienstverhältnis zum Land Kärnten. Dienstort: kärntenweit. Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen mit 2 Referenzen bis spätestens 9.10.2009 an das Landesmuseum Kärnten, z. Hd. Frau Mag. Edda Mayrhuber, Museumgasse 2, 9021 Klagenfurt am Wörthersee. [Fax: +43 (0)50536-30540, edda.mayrhuber@landesmuseum-ktn.at]
Eine detaillierte Stellenbeschreibung finden Sie unter: www.landesmuseum-ktn.at


Klagenfurt, am 14.9.2009

Für das Landesmuseum Kärnten:
Direktor Mag. Erich Wappis

Stellenangebot: Postdocstelle in der Hochdruckmineralphysik GFZ Potsdam

Postdocstelle (TVöD EG13 100%, 3 Jahre) in der Hochdruckmineralphysik zu vergeben. Thema: Bestimmung der elastischen Parameter von Olivin unter Bedingungen der subduzierten ozeanischen Lithosphäre. Die Stelle ist am GFZ in der Sektion "Chemie und Physik der Geomaterialien" angesiedelt.
http://goethit.kristall.uni-frankfurt.de/spp1236/PDF-Dateien/Job%20Ad_GFZ.pdf
http://www.gfz-potsdam.de

Geologische Sonderausstellung gesucht

Das Naturkunde Museum in Bielefeld sucht noch für die Saison Ende 2010 /erste Hälfte 2011 zwei geologisch-mineralogische Sonderausstellungen. Zur Verfügung stehen zwei Ausstellungsflächen zu 150-200 qm und ) 80 qm. Interessenten können sich an Dr. Mustafa Cevrim wenden. Naturkunde Museum Bielefeld, Adenauerplatz 2,Adenauerplatz 2, 33602 Bielefeld Tel. (0049) 0521/51 3680 Mail: Mustafa.Cevrim@bielefeld.de. Die aktuelle Ausstellung lautet: CO2 - Ein Stoff und seine Geschichte.

Montag, 21. September 2009

Zwei Tote nach Gruppentherapie

Nach einer Gruppentherapiesitzung starben in Berlin zwei Menschen und einer liegt im Koma. Der Therapeut, ein zugelassener Arzt, hatte seinen Patienten einen wilden Drogenmix verabreicht, und dabei die goldene Pfuscherregel No. 1 verletzt; Behandle deine OpferPatienten nur mit etwas harmlosem. Wenn man den Spuren des "Arztes" Garri R. im Netz so folgt, stößt man auf ein ganzes Sammelsurium an esoterischem Gedankengut. Garri R. und seine Frau waren anscheinend in esoterischen Kreisen durchaus aktiv, so zum Beispiel als Referenten einer Schweizer Einrichtung geführt, die sich Therapeutisch-Tantrisch-Spirituelle Universität nennt und sich auf psycholytisches Arbeiten spezialisiert hat. Geplant ist im nächsten Jahr laut Programm im Internet ein Vortrag in Berlin sowie ein Seminar zum Thema "Heimat finden, Heimat schaffen, Heimat sein" (SpON). Eigentlich müsste man als normalsterblicher skeptischer Patient spätestens hier hellhörig werden. Problematisch dabei ist ja nur, dass zu diesen Therapiesitzungen meist Menschen kommen, die wirklich ernsthafte Probleme haben und die dringend Hilfe benötigen, also für esoterische Scharlatane die idealen Opfer darstellen. Außerdem wird es in meinen Augen dann absolut kritisch, wenn die man auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin dann die entsprechende Seite des Arztes abruft und dort die "qualitätsgesicherten" Leistungen bewundern darf. Da dürfte es dann auch nicht viel helfen, wenn der Vorsitzende der Berliner Ärztekammer Günther Jonitz im Tagesspiegel auf die Frage, wie Patienten sich vor derartigen Scharlatanen schützen können, sagt:
Indem sie schon bei der Wahl des Arztes darauf achten, dass seine Methoden von den Kassen anerkannt sind und indem sie bei Zweifeln bei ihrer Krankenkasse oder der Ärztekammer nachfragen.
Abgesehen davon scheint man es dort mit einigen Dingen nicht übermäßig genau zu sehen. Wurde doch ein Wilhelm Reich Kongress (das ist der mit der Orgon-Energie) mit sage und schreibe 16 Punkten zertifiziert. Und auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin kann man sich über diverse Fortbildungsmaßnahmen im esoterischen Bereich wie zum Beispiel Akupunktur, Homöopathie und dergleichen informieren. Wer bitte schön, soll denn den Hilfe suchenden Patienten noch im Dschungel der esoterischen und meist wirkungslosen "komplementären" Medizin beistehen und ihnen einen Wegweiser in die Hand geben, mit dessen Hilfe sie sich vor Scharlatanen und Abzockern (und, wie wir hier gesehen haben) schlimmeren schützen können?


Freitag, 18. September 2009

Video: Monty python - universe song

Monty Python erklärt uns musikalisch das Universum

Raptorex kriegsteini, der T rex für den Hausgebrauch

Heute erkennt wohl fast jedes Schulkind einen Tyrannosaurus rex selbst auf der schlechtesten Skizze. Mit seinem gewaltigen Schädel mit den kraftvollen Kiefern und den langen Zähnen, seinen winzigen Vorderarmen sowie dem langen Schwanz. Aus welchen Vorfahren sich diese königliche Tyrannenechse letztlich entwickelt hat, blieb lange Zeit rätselhaft. Als mögliche Kandidaten galten der Allosaurus aus dem Jura, der durchaus eine vergleichbare Größe besaß, aber leichter gebaut war. Jetzt kommt ein neuer Vorfahre ins Spiel. Raptorex kriegsteini, der vor rund 125 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen China lebte. Er besaß schon sat alle Merkmale, die seinen Nachfahren auszeichneten. Dazu gehört neben dem charakteristischen Äußeren auch die Hinweise auf einen exzellenten Geruchssinn und die scharfen Zähne. Alles, was ein erfolgreicher Jäger braucht. Allerdings war er im Vergleich zu seinen Nachfahren geradezu handlich klein, das wahrscheinlich fast ausgewachsene Exemplar maß nur 3 Meter Länge., ein ausgewachsener T rex brachte es immerhin auf gut 13 Meter. Daher sieht das aktuelle Modell der T rex Evolution nun kleinere Vorfahren, in denen sich die Merkmale entwickeln konnten. Der Schritt in Richtung Riesenwuchs erfolgte erst später.
Winziger Tyrannosaurus - Wissenschaft.de
Mini T-rx Made in China - SpON
Sereno et al. (2009): Tyrannosaurid Skeletal Design First Evolved at Small Body Size. ScienceExpress 17 September 2009 / Page 2 / 10.1126/science.1177428
Video mit einem Interview (Englisch) mit Paul Sereno zum Thema Raptorex

Mittwoch, 16. September 2009

Wer sagt, dass Masern eine harmlose Kinderkrankheit ist?

Ein aufschlussreiches Video, das deutlich die gefahren zeigt, die von Masern ausgehen können. Masern sind eben keine harmlose Kinderkrankheit, die man nicht weiter ernst nehmen muss. Das Video ist ziemlich hart und nichts für schwache Nerven. der Begleittext sagt:

Natalie ist unheilbar krank. Sie ist ein Opfer des Masernvirus. Sie ist auch ein Opfer der Aktivitäten von Impfgegnern die Lügen über die Masern und die Masernimpfung verbreiten.
Natalie stirbt einen langsamen grausamen Tod. Sie ist leider kein Einzelfall. Es sind mehrere Fälle in Deutschland bekannt. Durch eine Impfung wären diese Fälle alle zu vermeiden. Natalie infizierte sich mit Masern in einem Alter als sie noch nicht geimpft werden konnte.
Angesteckt hat sie sich bei einem elfjährigen Jungen, dessen Eltern ihn nicht gegen Masern impfen liesen.




Dazu passt auch dieser Beitrag von Kontraste.

Spinophorosaurus nigerensis, Urahn der Sauropoden

Im Niger wurden die Fossilien eines ca 13 Meter langen Urahns der Sauropoden gefunden. Das Tier mit dem Namen Spinophorosaurus nigerensis lebte vor rund 170 Millionen Jahren. Über die frühe Evolution der Sauropoden, zu denen die größten und schwersten jemals lebenden Landtiere gehörten, ist noch vergleichsweise wenig bekannt.
Remes K, Ortega F, Fierro I, Joger U, Kosma R, et al. 2009 A New Basal Sauropod Dinosaur from the Middle Jurassic of Niger and the Early Evolution of Sauropoda. PLoS ONE 4(9): e6924. doi:10.1371/journal.pone.0006924

Atommüll und die Asse

Bei Lichte betrachtet erscheint es fast als absurd, warum ausgerechnet ein ausgelutschtes Saltbergwerk wie Asse II als erstes "Forschungsbergwerk" zur Atmmüllendlagerung herhalten musste. Ein Grund war vermutlich, das der Bund das Teil fast geschenkt bekam, weil der Betreiber es los werden wollte, und weil man den zukünftigen Atomkraftwerksbetreibern irgendwie glaubhaft machen musste, man hätte das Endlagerproblem bereits gelöst. Denn entgegen der landläufigen Meinung waren die zu Anfang wohl reichlich skeptisch gegenüber der Atomkraft und der sicheren Endlagerung des daraus entstehenden Mülls. Wenn man dem Artikel von Roland Kirbach in der Zeit (das Lügengrab) folgt, war Asse von Anfang an als Endlager und nicht, wie man der Bevölkerung glauben machte, als Forschungsbergwerk geplant. Eine krude Mischung aus Überschätzung, Dreistigkeit und dem verdrängen von Gefahren gepaart mit Lügen führte zu der heutigen Situation, den es kam, wie es kommen musste. Asse war als Endlager absolut ungeeignet. Und so wie ich die Sache sehe, hätte man das auch schon von Anfang an wissen können. Die Fakten lagen ja bereits auf dem Tisch.

Vor 10 Jahren in Hamburg: der "Alte Schwede"

Dieser Tage vor 10 Jahren wurde in der Elbe der größte Findling Hamburgs gefunden und anschließend, im zweiten Versuch geborgen. Beim ersten mal rutschte der 217 Tonnen Findling aus den Halteseilen, kaum dass er aus den Fluten aufgetaucht war. Ich schrieb damals

Mitte September 1999 wurde bei Baggerarbeiten in der Elbe vor Oevelgoenne ein grosser Findling gefunden. Mit einem geschaetzten Gewicht von 120 bis 160 Tonnen wurde vermutet, das es sich um den bisher groessten Findling auf Hamburger Gebiet handeln koennte. Als sich die Frage stellte, sprengen oder bergen, wurde sich daher fuer eine Bergung ausgesprochen. Am 18. Oktober sollte es dann soweit sein. Um 8:00 Uhr naeherte sich der Schwimmkran Tak Lift 4 der Stelle, wo der Findling im Flussbett ruhte. Einige Zeit spaeter gingen auch zwei Taucher ins Wasser, um die Haltegeschirre am Findling anzulegen. Dieses gestaltete sich aber problematisch, denn der am Freitag zuvor freigelegte Stein hatte sich mittlerweile durch die Strömung wieder tiefer in das Flussbett eingegraben.

Somit hatten die Taucher inder trueben Elbe alle Haende voll zu tun, den Stein erneut freizuspuelen. Dabei hatten sie aber nur begrenzte Zeit zur Verfuegung, denn nur bei Hoch- bzw. Niedrigwasser ist keine Stroenmung in der Elbe. Bei erneut einsetzendem Tidestrom wuerden sie grosse Probleme mit der Stroemung bekommen. Daher wurden an Land und auf den begleitenden Schiffen alle mit fortschreitender Zeit langsam nervoes.

Erst sehr spaet gelang es den tauchern, dem Stein das Spezialgeschirr anzulegen, so das der Kran ihn langsam aus dem Wasser heben konnte. Wie ein grauer Wal tauchte der Stein aus den Fluten auf, waehrend alles den Atem anhielt. Aber, wie das leben so spielt: Alle Vorsicht war vergebens. Als alle schon dachten, das waere es gewesen, rutschte das Geschirr ab und der Stein verschwand wieder in der Tiefe, in der er sich so lange Zeit befunden hatte.

Am Sonnabend, den 23. Oktober 1999 wurde ein weiterer Bergungsversuch unternommen. Diemal gelang es und der Findling kann jetzt am Ufer von Oevelgoenne bewundert werden. Mit einem Gewicht von 217 Tonnen und einem Umfang von 19,70 Metern ist er der groesste Findling Hamburgs, noch weit vor dem im Maerz 1998 gefundenen Findling von Othmarschen mit "nur" 60 Tonnen. Die groessten Findlinge in Nordeutschland sind der "Buskam" vor Ruegen mit geschaetzten 1600 Tonnen, der "Grosse Stein von Altentreptow mit 360 t und der Giebichenstein bei Nienburg mit 330 t.

Wie kann ein so gewaltiger Stein in die Elbe kommen? Vergleichbares Gestein findet sich erst weit im Norden, in Skandinavien. Und von dort ist auch unser Findling zu uns gekommen, und zwar mit den Gletschern der Eiszeit. Das zeitalter der Eiszeit begann vor rund 1,6 Millionen Jahren und seitdem sind mindestens dreimal gewaltige Gletscher aus Skandinavien in die Norddeutsche Tiefebene vorgestossen. Dabei haben aber nur zwei auch das Stadtgebiet Hamburgs vollstaendig ueberfahren. Die dritte und letzte Eiszeit, die sogenannte Weichsel-Eiszeit, ist nördlich vor den Toren Hamburgs stehengeblieben. Es ist daher anzunehmen, das nur die beiden aelteren Vereisungen unseren Stein hierher gebracht haben koennen. Aufgrund der bekanten Transportrichtungen fuer beide Eiszeiten, die aeltere Elster- und die zweite, die Saale-Vereisung, sind es wahrscheinlich die Gletscher der Saale-Eiszeit gewesen, die den Stein aus seiner urspruenglichen Heimat hierher gebracht haben. Dafuer spricht auch der Othmarschener Findling, fuer den ein Saalezeitlicher Transport als gesichert gilt und der nicht nur in der Naehe (rund 1 km NW vom Elbfindling) geborgen wurde, sondern auch seine skandinavische Heimat in der direkten Nachbarschaft unseres Findlings aus der Elbe hat. Denn beide Findlinge stammen aus Ostsmåland.
Die Transportweise laesst sich auch sehr schoen an unserem Findling ablesen. Ein Teil seiner Aussenflaechen ist durch Eisschliff geglaettet worden. Das kann man deutlich fuehlen, wenn man mit der Hand darueberfaehrt. Er wurde von dem Gletscher mit Gewalt aus seiner Heimat entfuehrt, eine steile Kante scheint eine Abbruchkante darzustellen, an der er aus seinem heimatlichen Granitmassiv gerissen wurde.

Woran kann man eigentlich erkennen, woher der Findling stammt. Nun, viele der Gesteine in Skandinavien sind relativ typisch fuer eine Region. Der Geologe spricht dann von "Leitgeschiebe". Von diesen Steinen ist die Herkunftsregion gut bekannt, und zusammen mit dem Fundort kann man dann die Richtung des Gletschers bestimmen. Zu unserem Glueck ist auch der Oevelgoenner Findling ein derartiges Gestein. Es ist ziemlich typisch fuer die Region von Ostsmåland. Seine Kennzeichen sind unter anderem die groesse der ihn aufbauenden Minerale. Hier sind sie alle ungefaehr von der gleichen Groesse. Der Geologe spricht dann von einem gleichkoernigen Gefuege. Das Gestein hat im Durchschnitt eine graue Farbe, einige seiner Mineralien haben jedoch eine abweichende Eigenfarbe. So sind seine Quarze z.B. leich blaeulich gefaerbt, die Feldspaete sind manchmal leicht gruenlich (Plagioklas) oder grau bis blass rosa (Kalifeldspat). Ausserdem zeigt der Granit noch relativ viele dunkle Einschluesse, sogenannte Xenolithe.
Diese Granite sind typisch fuer die Gesteine des Raumes von Vaexjoe, also die oestliche Ecke von Småland. Diese Granite haben sich im Rahmen einer Gebirgsbildung vor rund 1800 Millionen Jahren gebildet. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass auch der bereits im Maerz 1998 in Othmarschen gefundene 60-Tonnen-Findling das selbe geographische Herkunftsgebiet hat. Nur mit dem Unterschied, das er aus der roetlichen Variante des Gesteins besteht. Somit liegen sie nicht nur jetzt nah beieinander, nur rund 1 km Luftlinie voneinander entfernt, sie stammen auch aus der selben Gegend.

Vor rund 200 000 Jahren sind also beide Findlinge mit den Gletschern der Saale-Eiszeit aus dem Norden hierher gekommen und haben sich waehrend dessen kaum voneinander wegbewegt. Bei der Ablagerung des Oevelgoenner Findlings hat es allerdings die Elbe in ihrer heutigen Lage und Form noch nicht gegeben. Sie hat sich erst wesentlich spaeter ihren Lauf hier gesucht und dabei den grossen Findling langsam freigespuelt. Jetzt ruht er am Elbestrand als schwer zu uebersehender Zeuge fuer eine Zeit, als sich die hiesige Landschaft erst noch formte. Bei einem Elbspaziergang laesst er sich gut besichtigen. Hoffen wir, das er hier auch einen wuerdigen Ruheplatz gefunden hat.



aus Findling aus der Elbe. Dort sind auch einige Bilder des Unternehmens als (leider schlechte) Scans von Dias zu sehen. Auch das Hamburger Abendblatt widmet Hamburgs ältestem Einwanderer zum Jahrestag einen Beitrag: "Alter Schwede" - der Koloss aus der Kälte

Dienstag, 15. September 2009

Initiative Wissenschaftsjournalismus: Programm der WissensWerte 2009

Den Programmflyer der diesjährigen WissensWerte (9.-11. November 2009) inkl. einer Übersicht über die knapp 70 Referenten finden Sie hier:

http://www.initiative-wissenschaftsjournalismus.de/fileadmin/Downloads/Downloads_rechter_Rand/WiWe2009_Programmflyer.pdf

Abweichend zu den Vorjahren beginnt die WissensWerte in diesem Jahr am 9. November (9-12h) mit einem Workshop zum Thema „Wie erreicht man Kinder und Jugendliche mit Wissenschaft?“. Diese Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) und kann auch unabhängig vom Besuch der WissensWerte separat besucht werden. Details zu diesem Workshop und den Referenten dort werden wir in einem eigenen Mailing in etwa einem Monat bekannt geben.

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie auch in Ihrem Umfeld potenziell Interessierte auf die Veranstaltung aufmerksam machen könnten. Mitglieder der journalistischen Verbände WPK, TELI, VDMJ und DJV erhalten einen ermäßigten Eintritt, wenn sie sich bis zum 23. Oktober anmelden. Eine Anmeldung ist auch online unter www.wissenswerte-bremen.de möglich.

Montag, 14. September 2009

Stellenangebot: Professor of Geochemistry (salary scale W3)

WESTFAELISCHE WILHELMS-UNIVERSITAET
MUENSTER
Institut für Mineralogie
Corrensstr. 24 . 48149 Münster, Germany

The Faculty of Geosciences, University of Münster, invites applications for a

Professor of Geochemistry (salary scale W3)

in the Institut für Mineralogie.

Applicants should have a strong background in both research and teaching with emphasis in the area of isotope and trace element geochemistry applied to understanding mechanisms and geochronology of mantle and crustal processes. A fieldwork element is desirable. The ideal candidate will have broad interests in geosciences with an established track-record in publications and research funding as well as an international research profile in mass spectrometry and/or in-situ methods.

The successful candidate will be responsible for teaching B.Sc.- and M.Sc.-level courses in geochemistry, supervising postgraduate students as well as participating in the organisation of field trips.

Prerequisite for the application are scientific achievements as a junior professor and/or a postdoctoral lecture qualification (habilitation) or as a research scientist at a school of higher education/university, non-university institute, industry, administration, or other fields of society within or outside Germany.
The Westfälische Wilhelms-University Münster is an equal opportunity employer and is committed to raising the proportion of women scientists in senior positions. Consequently, we actively encourage applications from suitably-qualified women. Women with the qualifications and disciplinary expertise required will be preferentially considered. We also welcome applications from candidates with severe disabilities who, with suitable qualifications, will be preferentially considered.

Applications with a C.V., including teaching experience and publication list, copies of degree certificates, and a statement of past and future research interests, should be made by October 2, 2009 to the Dean of the Faculty of Geosciences:

Dekanat des Fachbereichs 14 - Geowissenschaften
Westfaelische Wilhelms-Universitaet Muenster
Robert-Koch-Str. 26-28
48149 Muenster
Germany

preferably by e-mail as a single pdf file to: dekangeo@uni-muenster.de

Further information about the Institute may be found at: www.uni-muenster.de/Mineralogie. Informal enquiries about this position may be made to Prof. Andrew Putnis: putnis@uni-muenster.de, Tel: +49 251 8333451
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