Freitag, 30. Oktober 2009

Wie sind die Malediven "ertrunken"?

Das, was sich uns heute als die Inselgruppe der Malediven präsentiert und was wir aus den Urlaubskatalogen kennen, stellt nur die Spitze einer ertrunkenen Karbonatplattform dar. Durch die Übersättigung des Meerwassers an Karbonat kann unter günstigen Bedingungen leicht CaCO3 ausgefällt werden. Treffen die für die Ausfällung notwendigen Bedingungen zusammen, so kommt durch das Ineinandergreifen der Bildungfaktoren eine Produktion von Kalksediment in Gang, die enorme Mengen von Karbonatablagerungen erzeugen kann („carbonate factory“). Wenn jetzt der Anstieg des Meeresspiegels oder die Absenkungsrate der Plattform die Sedimentproduktion übersteigt, können diese Karbonatplattformen ertrinken. Genau dies ist der Plattform der Malediven bereits im Oberen Miozän passiert. Bislang war der Grund hierfür unbekannt, denn es gibt keinerlei Hinweise auf tektonische Bewegungen oder entsprechende Meeresspiegelschwankungen. Eine Arbeitsgruppe um Christian Betzler von der Universität Hamburg hat jetzt eine weitere Erklärungsmöglichkeit ins Spiel gebracht. Demnach könnte das Einsetzen des Monsuns im Neogen zu einer tiefgreifenden Störung des lokalen Närstoffhaushaltes und Sedimentverlagerungen geführt haben.
C. Betzler et al. (2009): Monsoon-induced partial carbonate platform drowning (Maldives, Indian Ocean). Geology, October 2009; v. 37; no. 10; p. 867–870; doi: 10.1130/G25702A.1;

Bildeten sich die natürlichen Reaktoren aufgrund der steigenden Sauerstoffproduktion im Archaikum?

Die These klingt recht spannend. In einem Paper der Oktoberausgabe von GSA Today schlagen Laurence A. Coogan und Jay T. Cullen von der University of Victoria (Kanada) vor, das Auftreten des natürlichen Reaktors von Oklo mit der steigenden Produktion von Sauerstoff im Archaikum zu verbinden. Damals, vor rund 2,5 bis 3 Mrd Jahren begann sich Sauerstoff in der Erdatmosphäre anzureichern. Gleichzeitig verschwand das Mineral Uraninit aus den entsprechenden geologischen Schichten, weil es unter den veränderten Sauerstoffbedingungen vom Wasser aus dem Gestein herausgelöst werden konnte. Das gelöste Uran, hier besonders 235U, konnte an anderen Stellen abgelagert werden. Heute besteht Uran zu 0,75% aus 235U. Damals, vor 2,5 bis 3 Milliarden Jahren lag dieser Wert bei ca. 3%. Das war für eine spontane Kettenreaktion ausreichend, sobald nur genug Uran irgendwo sedimentiert wurde. Das Problem allerdings ist die hohe Konstanz des Verhältnisses der Uranisotope, die sich überall auf der Erde, eben mit Ausnahme der Region um Oklo, gleichen. Bislang sind nur hier bis zu 17 natürliche Reaktoren gefunden worden.

Im Proterozoikum befand sich also im Bereich des heutigen Oklo ein grosses Flussdelta. Im oberen Einzugsbereich des Flusses wurden die kristallinen Gesteine des Basements erodiert. Dabei gelangten auch Schwerminerale ins Wasser, wo sie sich anreicherten. Vor rund 2 Milliarden Jahren begann sich unter dem Einfluss der Aktivität von Cyanobakterien der Chemismus des Wassers langsam zu ändern. Der Sauerstoffgehalt des Wassers nahm zu. Jetzt ist Uran in seiner reduzierten Form nicht wasserlöslich, wohingegen die oxidierte Form leicht gelöt werden kann. Diese leicht löslichen Uranyl-Ionen konnte der Strom in das Gebiet seines Mündungsdeltas transportieren. Dort befanden sich viele organische Stoffe, das der Sauerstoffgehalt des Wassers wieder abnahm und das Uran reduziert wurde.

Medizinische Forschung in Bildern

zum zehnten Mal wurde der Wellcome Image Awards verliehen. Es wurden Bilder ausgezeichnet, welche einen eindrucksvollen und technisch-überzeugenden Einblick in die medizinische Forschung geben.
http://www.zeit.de/wissen/2009-10/bg-wellcome-images-bilder-3

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Kreide-Tertiär-Grenze: Der Chicxulub-Einschlag und die Folgen in Europa

Das Ende der Kreidezeit wurde nach landläufiger Meinung mit einem Knalleffekt eingeläutet. Ein rund 10 Kilometer großer Asteroid schlug in der Weltgegend ein, welche heute als Halbinsel Yukatan bekannt ist. Die Folgen dieser Katastrophe haben dann die Ökosysteme weltweit schwer geschädigt und ein gewaltiges Massensterben ausgelöst. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt haben sich aber gewisse Zweifel in den Ablauf der Katastrophe geschlichen. Und auch in die Vorstellungen eines infernalischen Weltunterganges, aus dem es für die Dinosaurier kein Morgen mehr gab. Und dass der Einschlag und die Kreide-tertiär-Grenze möglicherweise nicht so zeitgleich (1,2,) waren, wie man es gerne hätte. Ins Spiel gebracht werden dann gerne auch der Dekkan-Vulkanismus und mehrere zeitnahe Einschläge. Regelmäßig wird dann ein weiterer, noch gigantischer (aber bislang immer noch unbelegter) Einschlag vor Indien auf den Tisch gelegt. Der Krater "Shiva soll mindestens 500 Kilometer Durchmesser haben. Aber auch das Zusammenwirken aller möglichen Ursachen muss sich in den damaligen Ökosystemen nachweisen lassen. Und neben der Tatsache, dass es zumindest einige Dinosaurier bis in das alleroberste Paläogen geschafft haben, muss man ja auch beachten, dass es zwar die Dinosaurier und Ammoniten beispielsweise erwischt hat (zumindest leben heute, wo weit wir wissen, keine mehr), aber Krokodile, Schildkröten, Vögel und Nautilus haben überlebt. Möglicherweise war Größe ein Problem, allem Anschein nach hat es jeden erledigt, der mehr als 10 Kilogramm auf die Waage brachte.
Jetzt hat sich ein Team um den Bonner Paläontologen Torsten Wappler die Insektenfauna in Europa in der fraglichen Zeit um und nach der Katastrophe angeschaut. Und dort keine gravierenden Auswirkungen finden können. Vermutlich hingen die direkten Auswirkungen der Katastrophe auf die betreffenden Ökosysteme auch von der Entfernung zum Einschlagsort ab. Im Vergleich mit Fundstellen der selben Zeit in Amerika zeigte sich nicht nur ein geringerer Rückgang herbivorer Insektenarten in Europa, sondern auch eine deutlich schnellere Erholung der Ökosysteme. Aber auch das ging in die Millionen Jahre. In Europa brauchte die Artenvielfalt der Insekten rund 5 Millionen Jahre und damit halb so lange wie in Amerika, um wieder den Stand vor der Katastrophe zu erreichen.

Von echten und falschen Indianern

Die Indianische Kultur wird ja auch hierzulande gerne von vielen als besonders authentisch angesehen. Viel zu oft machen sich mehr oder weniger selbst ernannte Schamanen und Heiler die Kulturen der indigenen Völker zu eigen, vielfach ist schon eine regelrechte Industrie daraus entstanden. Diesem Trend der esoterisch angehauchten Vereinnahmung wollen die entsprechenden Völker wie beispielsweise die Lakota, wohl nicht länger tatenlos zusehen. Eine vielleicht extreme, aber auch verständliche und vor allem deutliche Reaktion, wie ich finde. Wer lässt sich schon gerne seiner eigenen Kultur berauben?

We hereby and henceforth declare war against all persons who persist in exploiting, abusing, and misrepresenting the sacred traditions and spiritual practices of the Lakota, Dakota and Nakota people.
http://www.thepeoplespaths.net/articles/ladecwar.htm
http://www.thepeoplespaths.net/articles/warlakot.htm

LCROSS - Einschlag auf dem Mond

Am 9. 10 hat die Mondsonde LCROSS ihr mehr oder weniger spektakuläres Ende in einem Krater am Südpol des Mondes gefunden. Die Sache hatte natürlich ein ernsthafteres Ziel als bloß ein kleines Feuerwerk auf unserem Trabanten zu inszenieren. Was aber ist (bisher) dabei herausgekommen? Ludmila Carone von Hinterm Mond gleich links gibt eine kurze erste Zusammenfassung.
Der Mond-Einschlag von LCROSS - Kurze Zusammenfassung

Bolide über Indonesien

Am 8. Oktober ist über Indonesien ein rund 10 m großer Asteroid in die Erdatmosphäre eingedrungen und in großer Höhe, ungefähr 15 bis 20 km, explodiert. Zum Glück überstehen Gesteinsmeteriten dieser Größenklasse den Flug durch die oberen Schichten unserer Atmosphäre nicht und explodieren, meist ohne größeren Schaden anzurichten. Nur kleine Bruchstücke erreichen dann die Erdoberfläche. Die Explosion hatte immerhin das Äquivalent von rund 50 Kilotonnen TNT. Ereignisse dieser Größenordnung kommen ungefähr alle 2 bis 12 Jahre vor.
Wenn der Brocken aber ein Eisenmeteorit gewesen wäre, hätte es deutlich schlimmer kommen können. Denn dann hätte er den Belastungen des Fluges durch die Atmosphäre stand gehalten und die Erdoberfläche erreicht. Oder, wenn er nur ein kleines bisschen größer gewesen wäre., sagen wir 15 bis 20 m Durchmesser. Zum Vergleich, der mögliche Verursache des Tunguska-Ereignisses hatte einen angenommenen Durchmesser von 30 bis 80 m. Und dort waren die Folgen auf der Erdoberfläche verheerend, trafen aber glücklicherweise eine fast menschenleere Gegend.

Me before coffee


via abstruse goose

Dienstag, 27. Oktober 2009

Geo Foto: Tsunamis auf Tonga

Die Insel Niuatoputapu im Tonga Archipel, aufgenommen am 25. Juli 2006 vom Advanced Spaceborne Imaging Spectroradiometer (ASTER). In dieser Falschfarbenaufnahme ist rot und kahler Boden blassblau gefärbt. Die untere Aufnahme zeigt die selbe Insel, wie sie sich am 19. Oktober 2009 präsentierte. Die veränderten Farben des Ozeans sind auf unterschiedliche Sonnenstände zurückzuführen. Weiß sind Wolken und brechende Wellen. Auffallend sind in der Aufnahme von 2009 die dunkelroten Gebiete im Osten der Insel. Sie deuten auf die Schäden der Vegetation hin, welche die Tsunamis vom 29. September verurscht haben. Als Folge eines Erdbebens mit der Magnitude 8.0 hatten laut dem New Zealand Herald bis zu 6 m hohe Wellen die Insel überrollt.


(Aufnahmen: NASA’s Earth Observator)

Montag, 26. Oktober 2009

Video: I am a paleontologist - They might be Giants

So kann man sein Fach auch vorstellen. Schade eigentlich, dass ich kein Paläontologe bin. Könnten die da nicht auch mal was für Mineralogen bringen?

Impfung gegen H1N1 mit Pandemrix

Die Impfung gegen die Neue Grippe oder Schweinegrippe mit dem Impfstoff "Pandemrix" ist ja mittlerweile in aller Munde. Jetzt, wo die Impfstoffe ausgeliefert sind und die Impfung so langsam in greifbare Nähe rückt, drohen manche Fakten in all der Hysterie unterzugehen. Tobias Maier von WeiterGen hat einmal die Argumente für die Impfung zusammengefasst.
http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/grunde-gegen-die-impfung-mit-pandemrix.php

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Pressemitteilung des BDG: "Immer mehr Katastrophen bei Baumaßnahmen im Untergrund - BDG fordert handlungsfähige Geo-Behörden "

Zum vorigen Blogbeitrag über Staufen passt diese Pressemitteilung des BDG, die ich hier als Zitat wiedergeben möchte.

Immer mehr Katastrophen bei Baumaßnahmen im Untergrund - BDG fordert handlungsfähige Geo-Behörden

Die Notwendigkeit geowissenschaftlichen Sachverstands zeigte sich in diesem Jahr so deutlich wie nie zuvor: nicht nur bei der globalen Klimaerwärmung, Frühwarnsystemen für Naturkatastrophen und dem internationalen Rohstoffmarkt sind Geowissenschaftler gefragt. Es erhebt sich auch die Frage, ob Katastrophenereignisse wie in Köln (Einsturz des Stadtarchives), Staufen (Hebung der gesamten Altstadt) oder Kamen (Einsturz eines Wohnhauses durch Erdwärmebohrung) durch eine profitunabhängige Beratung und fachliche Begleitung durch geowissenschaftliche Fachbehörden hätten verhindert werden können.

„Gerade die Fachbehörden, die Baumaßnahmen im Untergrund überwachen sollen, wurden jedoch zerschlagen oder teilweise handlungsunfähig gemacht“ bemängelt BDG Vorsitzende Ulrike Mattig. „In den Fachbehörden ist nicht nur die fachliche Kompetenz gebündelt, hier werden auch wichtige Daten gesammelt und aufbereitet – diese sind unerlässliche Grundlage aller Planungen und Arbeiten“.

Schon vor zwei Jahren wurden bei einem gemeinsamen Workshop der Geologischen Dienste auf Initiative des BDG Ausschusses „Ämter und Behörden“ Probleme deutlich: unklare Strukturen wie die unterschiedliche Ressortanbindung (jeweils hälftig bei den Umwelt- und den Wirtschaftsressorts der Länder) sowie die strikte Kürzung der personellen und finanziellen Mittel erschwerten die Erfüllung der Aufgaben erheblich.

Der BDG fordert deshalb, den Abbau des Sachverstandes in den Behörden zu stoppen und bundesweit handlungsfähigen Strukturen in den Geo-Fachbehörden mit einer deutschland- und europaweiten Vernetzung neu zu schaffen. „Nur so“ so Mattigs Schlussfolgerung „kann zukünftig die Erfüllung der geowissenschaftlich relevanten Aufgaben wie z.B. die fachliche kompetente und unabhängige Begleitung von Bauvorhaben sichergestellt werden.“

BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler
via geoberg

Bodenhebungen unter der Altstadt Staufens - die Risiken der Geothermie

Seit September 2007 ist in Staufen im Breisgau buchstäblich die Erde in Bewegung. Damals, im Spätsommer 2007 hatte man mit Bohrungen begonnen, um das Rathaus der Stadt mit Erdwärme beheizen zu können. Nett gedacht, aber bei den Bohrungen hat man wohl eine Anhydrit-führende Schicht (Gipskeuper) durchteuft und in Kontakt mit Wasser gebracht. Mit Wasser aber entstaht Gips, und das ist mit einer Volumenzunahme verbunden. Als Folge hebt sich der Boden und beschädigt die Häuser in der Altstadt. Vielleicht hätte einfach mal jemand auf die geologische Karte schauen sollen? Oder auch nur im Leitfaden zur Nutzung der Erdwärme in Baden-Württemberg. Jetzt hat der Satellit TerraSAR X das Deformationsmuster des Bodens aufgenommen. Gut zu erkennen ist dabei die Hebung des Bodens in der Altstadt von Staufen um 3 Zentimeter im Zeitraum von Januar bis Oktober 2008.

Geo Foto: Aschenwolken vom Soufriere Hills Vulkan, Montserrat.

(Aufnahme aus der ISS vom 11. Oktober 2009 mit einer Nikon D2Xs und 400 mm Objektiv, NASA Earth Observatory.)

Das Bild zeigt die Insel Montserrat in den Kleinen Antillen. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und der Vulkan ist zur Zeit (genauer: seit 1995) wieder sehr aktiv. Die aktuelle Eruptionsphase begann am 4. Oktober 2009 mit Schwärmen von Erdbeben, welche die Bewegung von Magma unter dem Vulkan anzeigten. Kurz darauf kam es zu einer Serie von Aschenauswürfen, die bis zum 13 Oktober andauerten. Im Rahmen dieser Aktivitäten entstanden Plumes. Dabei wurde die Asche über große Distanzen verteilt und es kam zu pyroklastischen Strömen. Auf dem Bild kann man sehr schön die Spuren dieser pyroklastischen Ströme und der Lahare erkennen, die sich als graue Ablagerungen gegen das Grün der Vegetation auf der Insel abheben.

Streit um "Ida"

Im Mai diesen Jahres wurde mit (in meinen Augen viel zu) großem medialem Rummel ein kleines Fossil aus der Grube Messel der staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt. Aber Jørn Hurum ist auch für seine wenig zimperliche Vorgehensweise bei Funden und deren "Spaktakularisierung" bekannt. OK, klappern gehört nun einmal zum handwerk, aber man kann auch alles einwenig übertreiben. Und möglicherweise war Jørn Hurum auch ein kleines bisschen zu weit vorgeprescht. Ein ca. 10 Millionen Jahre jüngeres Fossil scheint seine Einschätzung von "Ida" als Bindeglied in unserer eigenen Vorfahrenreihe ein bisschen in Frage zu stellen. De Paläontologe Erik Seiffert vertritt nämlich die Ansicht, dass "Ida" zu einem ausgestorbenen Seitenzweig der Lemuren gehört, und damit in unserer eigenen Ahnenreihe nicht mal am Rande auftaucht.
Fossil primate challenges Ida's place; Nature 461, 1040 (2009) | doi:10.1038/4611040a
Seiffert, E. et al. (2009):Convergent evolution of anthropoid-like adaptations in Eocene adapiform primates. Nature 461, 1118-1121 (22 October 2009) | doi:10.1038/nature08429;

Engagementpreis: GWUP unterstützt SOZIALHELDEN

das Rennen um den deutschen Engegementpreis ist noch immer offen. Mittlerweile unterstützt die gesamte skeptische Blogosphäre die Sozialhelden, aber die grenzenlosen Homöopathen sind ihnen nach wie vor dicht auf den Fersen. Jetzt hat auch die gwup ihren Hut in den Ring geworfen. Und, was mich auch ein bisschen mit Stolz erfüllt, meinen Blogbeitrag verlinkt. Und weil das so schön ist, kopier ich einfach (mit Erlaubnis) den kompletten Text hier noch einmal:

Engagementpreis: GWUP unterstützt SOZIALHELDEN

ACHTUNG: Unbedingt weitersagen, siehe unten. Danke!

Eigentlich eine tolle Sache: 20 soziale Initiativen, Vereine und Projekte werben noch bis zum 15. November 2009 im die Gunst der Internet-Gemeinde beim Deutschen Engagementpreis der Kampagne “GebenGibt”. Per Maus-Klick entscheidet das Web-Volk, wer den Publikumspreis bekommt - immerhin 10.000 Euro. Echt eine tolle Sache. Doch es gibt einen Haken: Der Verein “Homöopathen ohne Grenzen” (HOG) steht im Ranking kurz vor dem Sieg - ein Verein, der in Entwicklungsländern ernsthaft Homöopathie statt Medizin als Alternative gegen HIV/AIDS empfiehlt. Zitat aus einem HOG-Projekt: “Die Homöopathie ist eine sinnvolle Alternative zu den massiven Medikationen der Schulmedizin. Die eigene Lebenskraft zu stärken nützt natürlich auch den Patienten, die unter einer HIV Infektion leiden.”

Das heißt: Handlungsbedarf! Gewinnen die Homöopathen, geraten 10.000 Euro in die falschen Hände. Dagegen protestieren bereits Skeptiker und Wissenschaftler aus aller Welt in der Blogosphäre (Links siehe unten). Einzige Chance: Stimmen sammeln für einen wirklich sozialen Verein, dessen gute Platzierung das jetzt noch verhindern kann: die SOZIALHELDEN. Wir sprachen mit Raul Krauthausen, dem Initiator des Projekts.

GWUP: Raul, seit wann gibt es die SOZIALHELDEN?

Ein genaues Gründungsdatum gibt es nicht. Es muss so um 2004 oder 2005 gewesen sein. Anfangs war es eine Idee von meinem Cousin und mir. Wir waren im Urlaub und wollten mal wieder ein gemeinsames Projekt machen. Lokal und sozial sollte es sein und Spaß musste es machen. Es geht uns nicht um’s Geldverdienen sondern darum, etwas zu bewegen, zu verändern und zu gucken, was möglich ist, wenn man sich in seiner Region für etwas einsetzt. Irgendwann meinte einer von uns beiden: “Lass uns den Namen SOZIALHELDEN nehmen”. Zum Glück war die Domain http://sozialhelden.de noch frei, als wir aus dem Urlaub zurückkamen. Nun hatten wir einen Namen und aus der Vergangenheit ein paar private Projekte.

GWUP: Das war der Startschuss. Und wie ging’s weiter?

Nach einer Party bemerkte mein Cousin die vielen Pfandtflaschen in der Wohnung und fragte, ob man diese wegen des Geldes oder wegen der Ordnung zurückbringt. Wir entschieden uns für die Ordnung und überlegten uns, ob man das Pfandgeld nicht dann auch gleich spenden könnte. Eine folgenschwere Idee war geboren: Die Zeitschrift NEON hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben. “Was fehlt in der Welt?” war die Frage. Dort reichten wir die Idee ein, gewannen ein Auto, obwohl wir beide keinen Führerschein hatten, und waren total geflasht. Einen smart-Roadster, in den mein Rollstuhl gar nicht reingepasst hätte. Das Auto haben wir dann wieder verkauft und uns entschieden, das Geld in die SOZIALHELDEN zu stecken. Von dem Geld entwickelten wir die Pfand-Spenden-Idee weiter und produzierten Prototypen. Inzwischen hat das Projekt den Namen “Pfandtastisch helfen!“. Wir kooperieren ausschließlich mit gemeinnützigen Vereinen, denen das Pfandgeld zugute kommt. Darunter sind größere wie Pro Familia und die Berliner Tafel aber auch kleinere Organisationen wie Masifunde und AllgemeinGut. Wir sind mit über 200 Sammelstellen in Deutschland vertreten und entwickeln die Idee ständig weiter. Das kostet Zeit, Geld und Kraft. Inzwischen sind wir etwa zwölf Leute, die aus den verschiedensten Richtungen kommen und realisieren ein bis zwei Projekte pro Jahr.

GWUP: Wie kam es zu eurer Nominierung beim Deutschen Engagementpreis?

Wir arbeiten, bis auf eine 400 Euro-Kraft, alle ehrenamtlich, haben kein Büro und finanzieren uns über Wettbewerbe. Da wir uns über das Internet koordinieren und organisieren, stoßen wir auch immer wieder auf neue Ausschreibungen und Preise. So auch bei GebenGibt.

GWUP: Für den Publikumspreis gibt’s 10.000 Euro. Falls ihr gewinnt - was wollt ihr mit dem Geld machen? Habt ihr schon konkrete Ideen?

Ja, wir wollen damit etwas Neues machen: Wheelmap.org - Deutschlands größte Karte für barrierefreie - also rollstuhlgerechte - Orte. Rollstuhlfahrer und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen - also Ältere und Familien mit Kinderwagen - haben bisher kaum Möglichkeiten nachzusehen, ob der Ort den sie besuchen wollen, eine Stufe am Eingang hat, oder nicht. Wir wollen diese Daten sammeln und weitergeben. Jeder User soll nach dem Wiki-Prinzip selbständig barrierefrei-Daten eingeben und aktualisieren können. Das ganze steht dann wieder unter einer offenen Lizenz der Allgemeinheit zur Verfügung. Mit dem Geld wollen das System entwickeln (Programmieren) lassen. Parallel bauen wir SOZIALHELDEN Kontakte auf, akquirieren Daten und sorgen für eine nachhaltige Plattform.

GWUP: Um eure Platzierung bei “GebenGibt” ist einiger Trubel im Web entstanden. Wie steht ihr SOZIALHELDEN denn dazu?

Wir haben das Anfangs gar nicht mitbekommen. Als wir dann merkten, dass total viele Stimmen an uns gingen, waren wir natürlich froh, dass es Unterstützer gibt. Wer wäre das nicht. Etwas schade finden wir, dass es bei den Stimmen weniger um unsere Sache als SOZIALHELDEN geht, als viel mehr um das “Nicht-Stimmen” für einen anderen Wettbewerbsteilnehmer. Wir finden Homöopathie nicht grundsätzlich schlecht. Es gibt Menschen, denen es hilft. Bei mir tut es das nicht. Wissenschaftlich ein heikles Thema. Placebo oder nicht? Wir erlauben uns da kein Generalurteil. Letztendlich ist der “Deutsche Engagementpreis” aber auch ein Publikumspreis. Das heißt, das Publikum entscheidet, wer den Preis am ehesten verdient hat.

GWUP: Warum sollten das Publikum ausgerechnet für die SOZIALHELDEN stimmen, obwohl es doch einige gute Bewerber gibt?

Ich glaube, was uns auszeichnet ist die Andersartigkeit. Wir sind neu, jung und manchmal auch ein bisschen verrückt. Wir prangern nicht an, sondern handeln. Wir versuchen nicht das Rad neu zu erfinden, sondern bestehende Mittel zu nutzen, um ein aktuelles Problem zu lösen. Dabei scheuen wir keine Herausforderung - ob es um das Entwickeln von Pfandboxen geht oder um ein reines Internetprojekt wie Wheelmap.org eines ist. Wir sind einfach anders.

GWUP: Raul, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen euch viel Erfolg - und dass viele Menschen euch hier ihre Stimme geben!

Video zum Thema:

Raul Aguayo-Krauthausen im ARD-Porträt bei “Echtzeit” (28.06.2009):


Direktlink zum Video auf Youtube

Proteste gegen die Homöopathen ohne Grenzen e.V.:

ACHTUNG: Dieser Artikel darf ausdrücklich kopiert und weiterverbreitet werden, auch gerne in andere Sprachen übersetzt! Quellenangabe bitte mit Link auf http://blog.gwup.net


Mittwoch, 21. Oktober 2009

Stellenangebot: Akademischer Rat auf Zeit, Institut für Planetologie, Uni Münster

Im Institut für Planetologie des Fachbereichs Geowissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist zum 1. Dezember 2009 die Stelle einer/eines

Akademischen Rätin/Akademischen Rats auf Zeit
(Bes.Gr. A 13 BBesO)

mit der regelmässigen Arbeitszeit von 41 Stunden wöchentlich für die Dauer von 3 Jah-ren zu besetzen. Bei Bewährung besteht die Möglichkeit der Verlängerung um weitere 3 Jahre. Die Lehrverpflichtung beträgt 4 Semesterwochenstunden.

Am Institut für Planetologie wird die Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems und seiner Planeten erforscht. Forschungsschwerpunkte beinhalten u.a. Kosmochemie und –chronologie, Entstehung und Differenzierung terrestrischer Planeten, Impaktfor-schung und kosmische Mineralogie. Das Institut für Planetologie hat Zugang zu einer um-fangreichen analytischen Ausstattung, die Mikrosonde, Transmissions- und Rasterelekt-ronenmikroskope sowie Massenspektrometer für die Spurenelement- und Isotopenanaly-se umfasst. Neue Reinstluft- und Massenspektrometrie-Labore befinden sich im Aufbau.

Von den Bewerberinnen und Bewerbern wird erwartet, dass sie in ihren bisherigen For-schungstätigkeiten ein eigenständiges Profil im Bereich der Isotopengeochemie und Kos-mochemie entwickelt haben. Der/die Bewerber/in sollte Erfahrung mit Multikollektor-ICP-Massenspektrometrie und/oder Thermionenmassenspektrometrie haben. Erfahrung in der Isotopenanalytik extraterrestrischen Materials wären von Vorteil. Es wird erwartet, dass sich die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter in zukünftige Forschungsschwerpunkte des Instituts für Planetologie einbringt und ein eigenständiges Forschungsprofil weiterentwickelt. Eine aktive Mitarbeit bei der Betreuung von Studierenden, Doktoranden und Laborgästen wird erwartet. Weiterhin wird die Einwerbung von Drittmitteln erwartet.

Voraussetzung für die Bewerbung sind eine abgeschlossene Hochschulausbildung, die Promotion mit Schwerpunkt Geochemie/Kosmochemie sowie die besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, nachgewiesen durch herausragende Publikationstätigkeit. Erfahrung im Einwerben von Drittmitteln wäre von Vorteil.

Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Frauen werden bei gleicher Eig-nung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen. Bewerbungen von Schwerbe-hinderten werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt.

Bewerbungen mit Lebenslauf, Publikationsverzeichnis, Kopien der drei wichtigsten Publi-kationen, sowie mit einem zweiseitigen Exposé über geplante Forschungsarbeiten sind bis zum 15. November 2009 zu richten an: Prof. Dr. Thorsten Kleine, Institut für Plane-ologie, Wilhelm-Klemm-Str. 10, 48149 Münster. Die Bewerbungsunterlagen sind gleichzeitig digital als PDF an cormack@uni-muenster.de zu senden.

Symphony of Science - 'We Are All Connected' (ft. Sagan, Feynman, deGrasse Tyson & Bill Nye)

Er hat es wieder getan. Erst vor einigen Tagen hatte ich hier einen Song von Carl Sagan eingestellt. Jetzt hat der Macher des Videos, John Boswell, erneut eine Symphony of Science produziert. Das Ziel ist, Wissen und Philosophie in musikalischer Form vorzustellen. Ich denke, das ist ihm mit "We are all connected" auch gelungen. Neben Carl Sagan sind hier auch Neil deGrasse Tyson und "The Science Guy" Bill Nye zu sehen, neben Richard Feynman an den Bongos.




Via Diaxs Rake

Impfungen, Infektionen und die Immunantwort

In Zeiten zunehmend hysterischer Medienberichte und Diskussionen über die Impfung gegen die neue Grippe ist es immer wohltuend, wenn man auf fundierte Informationen trifft. Was passiert eigentlich bei einer Infektion. Wie antwortet unser Immunsystem darauf und wie nutzen Impfungen diese Effekte aus. Was bedeutet eigentlich die "Immunisierung"? All das droht in dem Lärm der Boulevardmedien unterzugehen, denen es allem Anschein nur zu gehen scheint, möglichst viele Menschen durch möglichst irrationale Berichte in Panik zu versetzen. Wie schön, dass es immer noch einige wackere Blogger gibt, welche sich an den Fakten orientieren und wo man immer noch wissenswerte Fakten zum Thema findet. Quasi als Impfung gegen irrationale Panik. Dazu zählt dieser Beitrag im Blog WeiterGen von Tobias Maier, in dem Felix Bohne und Uli Brandt-Bohne die Mechanismen der Immunabwehr allgemeinverständlich beschreiben.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Impfung gegen H1N1

Zur Zeit scheint ja ein ganz besonderes Virus zu grassieren. Nein, damit meine ich jetzt nicht das Neue Grippevirus H1N1, sondern ein bisher unbekanntes Hysterievirus, das diverse Journalisten dazu bringt, jegliche Sorgfalt über Bord zu werfen und in hysterischem Tonfall von einer Zwei-Klassen-Impfung zu schreiben. Leider vergessen sie dabei, dass eine derartige ungerechtfertigte Panikmache durchaus zu ernsten Konsequenzen führen kann, wenn H1N1 im Winter in Rekombination mit der saisonalen Grippe zurückehrt. Bei kids and me findet siche eine gute und sachliche Zusammenfassung über die Probleme der beiden Impfstoffe, über die Unterschiede zwischen ihnen, und warum der angebliche "Oberschichtenimpfstoff" für Regierung und Bundeswehr nicht nur der archaischere Stoff ist (weil Ganzvirusimpfstoff), sondern aus diesem Grund auch per se durchaus zu Nebenwirkungen neigt.

Evolution Live!

Evolution, so heißt es landläufig, dauert für menschliche Beobachter viel zu lange. In den allermeisten Fällen stimmte das auch, weil die Generationenfolge viel zu langsam ist. Aus diesem Grund haben Richard Lenski und seine Kollegen bereits 1988 ein Experiment mit E. coli Bakterien gestartet. Jetzt, nach über 20 Jahren und rund 40 000 Generationen der Bakterien haben sie ein erstes Fazit gezogen. Die Ergebnisse stimmen gut mit unseren Vorstellungen über die Wirkungsweise der Evolution überein, aber es gibt auch einige überraschende Ergebnisse. So verlief die Evolution der Kulturen bis zur 20 000 Generation relativ gleichmäßig und die Mutationsrate blieb relativ konstant. Dabei war aber nur Anfangs auch eine konstante Zunahme der Fitness zu beobachten. Die Bakterien wuchsen messbar besser. Jedoch nahm diese Verbesserung in der Fitness später nicht mehr in dem Maße zu, obwohl die Mutationsrate konstant bleib. Ab der 26 000 Generation scheint eine Mutation die Mutationsrate selbst zu beeinflussen. Die zahl der beobachteten Mutationen stieg sprunghaft und deutlich an. Waren in den ersten 20 000 Generationen nur 45 Mutationen nachweisbar, lag nach 40 000 Generationen die Zahl der beobachteten Mutationen bei 653, das Genom dieser Bakterien war um ca. 1,2 % kürzer als das der ersten Generation.
Richard Lenski et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1038/nature08480
Evolution, Live und in Farbe

Homöopathen ohne Grenzen...

Die für den deutschen Engagementpreis nominierten "Homöopathen ohne Grenzen" (wer noch nicht abgestimmt hat, sollte es jetzt tun. Man kann auch für mehrere der Nominierten stimmen, für alle außer den Homöopathen) kennen allem Anschein nach wirklich keine Grenzen (des Anstandes) mehr. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sie allen Ernstes Homöopathie als echte Alternative in der Behandlung von schwersten Krankheiten wie Beispielswesie AIDS sehen? DAss sie allen Enstes hilf- und wehrlosen Menschen Zuckerkügelchen und Wasser gegen Geld als wirkungsvolle Medizin andrehen wollen? Und dass sie dafür auch noch einen Engagementspreis haben wollen? Jörg Rings von Diaxs Rake hat das mal aufgeschlüsselt.

Montag, 19. Oktober 2009

Video: Irgendwann, in der Notaufnahme in Köthen...

Köthen will ja nach eigenem Bekunden das Mekka der Homöopathie werden und hat zu dem Zwecke nicht nur die Europäische Bibliothek der Homöopathie eingerichtet, sondern in Zusammenarbeit mit Hogwarts der Uni Magdeburg soll es ja auch einen Masterstudiengang in Voodoo Homöopathie geben. So etwas ist natürlich nur lobenswert und wird, wie ich auf einer kurzen Zeitreise in die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses sehen durfte, nur positive Auswirkungen auf die medizinische Versorgung haben.

Gewinnspiel: Samsung NC20 und 64GB SSD Festplatte

Auf netbooknews.de gibt es die Chance, ein Netbook der Marke Samsung vom Typ NC20 zu gewinnen sowie eine 64 GB Runcore Pro IV SSD Festplatte. Letztere wird unter allen teilnehmenden Bloggern verlost. Um teilzunehmen, gibt es mehrere Möglichkeiten.
  1. Ihr hinterlasst einen Kommentar auf diesen Artikel
  2. Ihr folgt diesem Twitter Account (und twittert ueber diese Gewinnspiel! Nutzt dafuer den Retweet Button am Ende des Artikels)
  3. Ihr abonniert diesen Youtube Kanal
  4. Ihr bloggt ueber dieses Gewinnspiel (unbedingt Pingback senden, ansonsten euren Artikel in den Kommentaren verlinken!)
Hauptpreis ist ein Samsung NC20 (Wert ca. 400 Euro)
mit einem 1.3Ghz VIA Nano U2250, der sich automatisch bis 1.6Ghz übertaktet. 1GB RAM, 160GB HDD, Windows XP Home, 12.1″ Displaygröße mit einer Auflösung von 1280×800 px. Der Bloggerpreis ist die Runcore Pro IV SSD 64 GB Kapazität (Wert ca. 200 Euro).

Freitag, 16. Oktober 2009

Fotowettbewerb: Musik

Julia Stern vom Blog fotoholiker.com und Charisma.Digital Mediendesign bitten um Bilder, auf denen man seinen persönlichen Ausdruck von Musik darstellt. dabei ist es egal, ob es sich um ein Konzertfoto oder um ein Musikisntrument handelt. Als Preis gibt es eine Pressekarte plus ein Ticket für eine Begleitung für die Subculture Society am 29. Januar 2010 zu gewinnen. Dabei handelt es sich um eine Catwalk-Party (was immer das sein soll) , bei der auch die Bands Doomsday Diva und LORD of the Lost auftreten.
fotoholiker Wettbewerb: Musik

Homöopathie an der Uni, Part II

Am Dienstag hatte Christian Reinboth ja bereits über die Absicht der Otto-von Guericke-Universität in Magdeburg berichtet, einen Masterstudiengang Homöopathie einzurichten. Ich hatte auch bereits einen entsprechenden Kommentar hier verfasst. Jetzt hat Florian Freistetter ein paar Fragen an die Verantwortlichen der Universität gesendet. Einige Antworten (oder auch Nichtantworten?) hat er bereits bekommen. Die sind durchaus aufschlußreich. Aber die Zweifel an dem ganzen Unterfangen konnten sie nicht wirklich ausräumen. Und die Sorgen, dass jetzt die Pseudowissenschaft Einzug in die universitäre Landschaft in Deutschland hält, auch nicht. Wirt sollten mit dem kleinen flackernden Licht der Aufklärung nicht allzu sorglos umgehen.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Sinnfreie Worthülsen

In vielen Diskussionen und Meldungen trifft man immer wieder auf Worte, die bei Lichte betrachtet nur als totaler Unsinn bezeichnet werden können. Anstatt eine Sache richtig zu benennen, spielen sie mit meist irrationalen Ängsten und machen auf diese Weise eine sachliche und rationale Diskussion von vorne herein unmöglich. Das ist, so vermute ich, auch ihr Zweck. Und aus diesem Grund werden sie verbreitet. Sie sichern ihren Verwendern die Meinungshoheit und drängen jeden, der mit Argumenten und rational abwägend daherkommt, von Anfang an in die Defensive. Zwei gute Beispiele sind die Begriffe "Klimakatastrophe" und Gen-Food" in allen seinen Abwandlungen (wie da wären: Gen-Tomate, Gen-Mais, Gen-Milch, etc.).

"Klimakatastrophe": Ein Wort, das eigentlich all das ausdrückt, was man an der Klimaänderung falsch verstehen kann. Es offenbart in meinen Augen nur ein absolutes Unverständnis über unseren Planeten, über das Klima, und über unsere Bedeutung. Dass sich das Klima ändert, steht außer Frage. Ob und wie viel Anteil wir daran haben? Wie auch immer, Klimaänderungen hat es schon immer gegeben, und es wird sie auch immer geben. Möglich, dass auch Katastrophen dabei zunehmen, wenn sich das Klima ändert. Aber das ist eine absolut anthropozentrische Sicht der Dinge. Nein, die Natur schlägt nicht zurück. Denn sie ist keine gottähnliche, planende und wohl- oder übelmeinende Entität. Aber wir werden uns auf Veränderungen einstellen müssen. Manche werden negativ, andere (wenn wohl auch seltener) positiv sein. Und wir sollten uns im klaren darüber sein, dass die Erde als Ganzes ein System voller Rückkoppelungen ist. Und dass jeder Eingriff unsererseits auch seine Folgen haben wird.

"Gen-Food" und seine Varianten: Auch hier wird mit den Ängsten der Menschen und mit ihrem oft mangelhaftem Wissen über Genetik und Gentechnik gespielt. Es impliziert, dass nur Gentechnik-freie Nahrung auch gesund sein kann (und verschweigt, dass genetisch modifizierte Nahrung durchaus gesundheitliche Vorteile haben kann). Und ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass hier eben auch auf die Unwissenheit der Menschen gebaut wird, die sich selber für aufgeklärt und informiert halten. Ich weiß, mir werden jetzt viele widersprechen wollen. Aber warum wird denn allzu oft als Gegenteil von Gen-Mais, Gen-Milch und Gen-Tomaten auf gen-freie Nahrung verwiesen? Als ob natürlich gezüchtete Tomaten keinerlei genetisches Material enthielten. In die Panik um Milch von eventuell mit Gentechnik veränderten Futtermitteln gefütterte Kühe schwingt die Angst mit, Gene aus dem Futter könnten über die Milch in den Menschen gelangen und diesen dann krank machen. Das, mit Verlaub, ist totaler Blödsinn, auch wenn so "glaubwürdige" Organisationen wie Greenpeace diese Behauptungen wohl aufstellen mögen.

Um sinnvolle Diskussionen über Themengebiete nicht von vorneherein und unnötig zu emotionalisieren halte ich es für absolut nötig, hier sprachlich präziser zu werden.

Vulkanasche und Zahnschmelz

Über eine interessante Wirkung von Tephra schreibt Ludmila Carone in ihrem Blog. Die pyroklastischen Sedimente, die beim Ausbruch des Laacher See Vulkans vor rund 13 000 Jahren die Umgebung bedeckten, könnten neben anderen Wirkungen auch direkt die Zähne der Lebewesen angegriffen und auf diese Weise deren Sterblichkeit erhöht haben. Wobei Tephra ja nicht nur auf mechanischem Wege die Zähne beschädigen kann. Der feine Staub ist auch für die allgemein übliche Lungenatmung sicher nicht förderlich (Stichwort: Silikose). Und auch der Chemismus der Asche selber kann Auswirkungen haben. So starb das Vieh bei mehreren Ausbrüchen des isländischen Vulkans Hekla an hohen Gehalten an Fluoriden in der Tephra.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Workshop: "Wie erreiche ich Kinder und Jungendliche mit Wissenschaft?" Wissenswerte 2009

Die WissensWerte beginnt am 9. November um 12h mit der Begrüßung und dem anschließenden Eröffnungsvortrag (in diesem Jahr gehalten von Dr. Bernd Buchholz, Vorstandsvorsitzender von Gruner & Jahr).

Abweichend von der Tradition wird es in diesem Jahr aber vor der offiziellen Eröffnung eine spannende Veranstaltung geben:

„Wie erreicht man Kinder und Jugendliche mit Wissenschaft?“ lautet der Titel des dreistündigen Workshops (9.11.2009, 9-12h), der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird .

Der Besuch des Workshops ist kostenlos, d.h. auch ohne Eintrittskarte zur WissensWerte möglich. Unabhängig vom WissensWerte-Besuch müssen sich Interessierte allerdings für den Workshop anmelden (ganz formlos mit einer einfachen Mail), damit die Messe Bremen die Veranstaltung besser planen kann. Wie das geht, finden Sie ebenfalls in der angehängten pdf erklärt.

Wee sich sich für die gesamte WissensWerte-Konferenz interessiert, findet die Details zum Programm und zu den Referenten auf folgender Webseite: (www.wissenswerte-bremen.de). Dort ist es auch möglich, sich online anzumelden.

Darwinopterus und die Evolution der Flugsaurier

Ein Fund nahe der ostchinesischen Stadt Zhucheng könnte eine wichtige Lücke in der Evolution der Flugsaurier schließen helfen. Dort wurden mehrere Skelette einer bisher unbekannten Flugsaurierart geborgen, die dem Begründer der modernen Evolutionstheorie zu Ehren Darwinopterus modularis genannt wurde. Gelebt hat der Flugsaurier or 160 Millionen Jahren und steht entwicklungsgeschichtlich zwischen den primitiven langschwänzigen Flugsauriern und den späteren kurzschwänzigen. Zu den letzteren gehören die größten fliegenden lebewesen aller Zeiten. Der Kopf und der Nackenbereich zeigten bei Darwinopterus bereits deutliche Ähnlichkeit mit den späteren Vertretern, während er gleichzeitig noch über einen langen Steuerschwanz verfügte. Auch sein Kiefer war noch mit Zähnen bewehrt, im Gegensatz zu den späteren Flugsauriern.
Junchang Lü et al. 2009:Evidence for modular evolution in a long-tailed pterosaur with a pterodactyloid skull. doi: 10.1098/rspb.2009.1603 Proc. R. Soc. B published online 14 October 2009

Schon Baby-Dinos mussten um ihr Leben rennen

Gerade mal zehn Zentimeter groß war der kleine Dino, der , kaum geschlüpft, schon um sein Leben rennen musste. Das Drama hat sich vor rund 110 Millionen Jahren auf der heutigen Changseon-Insel (Süd Korea) abgespielt. Die Fußabdrücke, die der kleine Theropode bei seiner Flucht im weichen Boden hinterlassen hat, sind mit 1,27 bis 1,51 Zentimetern Länge die kleinsten bisher bekannten Dinosaurierspuren. In der Nähe fanden sich auch Abdrücke anderer fleischfressender Saurier wie beispielsweise Velociraptor, die sicher nichts gegen einen kleinen Imbiss gehabt hätten.
Baby dinosaur made tracks as it fled for its life

Bolide über Norddeutschland

Eine spektakuläre Lichterscheinung war gestern gegen 19:00 Uhr über Norddeutschland zu beobachten. Ein kleiner Bolide war in der Erdatmosphäre hell aufgeglüht. Leider waren die automatischen Kameras wegen des frühen Abends noch nicht eingeschaltet, so dass eine exakte Bahn der Feuerkugel nicht bekannt ist. Eine Suche nach etwaigen Überresten wird sich daher als schwierig zeigen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Homöopathie an der Uni?

Manchmal möchte man nur noch verzweifeln. Wenn ich Christian Reinboth richtig verstehe, verpulvert das Land Sachsen Anhalt nicht nur rund 2,6 Millionen € in eine Europäische Bibliothek für Homöopathie, nein, es soll an der Universität von Magdeburg auch noch ein berufsbegleitender Masterstudiengang Homöopathie eingerichtet werden. Man soll dort also eine Methode studieren können, die, wenn sie denn wirksam wäre, die bisher bekannten Regeln der Chemie und der Physik gleichsam komplett ad absurdum führen würde.
Ich halte es da mit Tim Minchin (Storm):
If you show me
That, say, homeopathy works,
Then I will change my mind
I’ll spin on a fucking dime
I’ll be embarrassed as hell,
But I will run through the streets yelling
It’s a miracle! Take physics and bin it!
Water has memory!
And while it’s memory of a long lost drop of onion juice is Infinite
It somehow forgets all the poo it’s had in it!



Ich beginne langsam damit, mir ernsthafte Sorgen um den Bildungsstandort Deutschland zu machen. Das bisschen Licht, das die kleine Kerze der Rationalität verbreitet, flackert schon bedenklich und die Dämonen des Aberglaubens und der Irrationalität rücken wieder ein bisschen näher...

Candle in the dark




Update: Christian Reinboth hat noch einige interessante Updates zum Thema Homöopathie an der Uni und in der Stadtplanung ausgegraben. Demnach hat die Magdeburgisierung der Aufklärung bereits gute Fortschritte gemacht. He, liebe Magdeburger Bildungsplaner! Wie wäre es mit einem Master in Hexerei? Was die in Hogwarts können, dass solltet ihr doch auch schaffen, oder? Mein persönlicher Tipp wäre aber ein Studiengang für angehende Jedi-Ritter!

Video: Mr. Deity und P.Z.Myers

Der skeptische Blogger und Biologe PZ Myers unterhält sich mit Gott über das schlechte Design des Menschen. Das wäre ja auch eher ein Fall für die unintelligent design-These.



via aufklärung 2.0

Die vegetarische Spinne

Alleine schon der Name gefällt mir: Bagheera kiplingi. Benannt nach dem schwarzen Panther aus Rudyard Kiplings "Dschungelbuch". Aber auch das Leben dieser Spinne ist ungewöhnlich. Sie ist hauptsächlich Vegetarierin und lebt von den Futterkörpern, die an den Spitzen von Akazien wachsen. Diese sind allerdings eigentlich für die "Leibwächter" der Akazien reserviert. Ameisen, die in hohlen Dornen der Bäume leben und eifersüchtig über "ihren" Baum wachen und Pflanzenfresser attackieren. Nur dank ihrer Agilität und einer ausgeklügelten Strategie kann Bagheera kiplingi den Patrouillen der Ameisen entgehen. Ihre Nester baut sie weit weg von den frischen Trieben mit den Futterkörpern an alten Zweigen. Außerdem sehen ihre Jungen den Ameisen ähnlich.

Christopher Meehan et al: (2009): Herbivory in a spider through exploitation of an ant–plant mutualism. Volume 19, Issue 19, 13 October 2009, Pages R892-R893

Montag, 12. Oktober 2009

Archaeopteryx wuchs nur langsam

(Archaeopteryx bavarica, Paläontologisches Museum, München. Photo: Wikimedia User Luidger. CC-by-sa-3.0 Lizenz)
Die Frage, ob die Vögel nun von Dinosauriern abstammen oder ob beide einen gemeinsamen Vorfahren haben, wird ja nach wie vor kontrovers diskutiert. Dessen ungeachtet aber zeigen die frühen Vögel, wie der Archaeopteryx, noch sehr deutliche Merkmale der Dinosaurier. Ein weiteres wurde jetzt von einem Team um Greg Erickson von der Florida State University enthüllt. Er hatte Knochenproben des Bayerischen Exemplars mikroskopisch untersuchen dürfen und diese mit den Knochenstrukturen von Dinosauriern und jüngerer Urvögel verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Knochen des Archaeopteryx sehr dicht, parallelfaserig und nur spärlich mit Blutgefäßen versehen. Sie ähnelten mehr den Knochen von Echsen als den Knochen heutiger Vögel. Der Urvogel zeigte vermutlich ein für Vögel langames Wachstum. Obwohl er nur etwa taubengroß gewesen ist, brauchte er wohl rund 970 Tage, also zweieinhalb Jahre, bis er ausgewachsen war. Heutige Vögel vergleichbarer Größe benötigen dafür nur wenige Wochen.
Greg Erickson (Florida State University, Tallahassee) et al.: Plos One (doi:10.1371/journal.pone.0007390).


Wissenschaft ist Faschismus?

Nur damit wir das endlich mal wissen. Bill O’Reilly wird es schließlich wissen wovon er spricht, oder?



@ Silke: Danke, ich habs ausgetauscht.

Freitag, 9. Oktober 2009

Congratulations, Mr. President!

Der Friedensnobelpreis 2009 geht an Barrack Obama. Begründung ist seine Bemühung für für die internationale Diplomatie und die Verständigung zwischen den Menschen.
"Nur sehr selten hat ein Mensch im gleichen Ausmaß wie Obama die Aufmerksamkeit der Welt gefangengenommen und seinem Volk Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Seine Diplomatie gründet auf der Vorstellung, dass diejenigen, die die Welt führen sollen, dies auf der Grundlage von Werten und Einstellungen tun müssen, die von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden."
Der Preis verleiht seine Wort und seinen Bemühungen sicher mehr Gewicht. Er wird ihm aber viele Entscheidungen auch nicht unbedingt leichter machen.
Herzlichen Glückwunsch, Mr. President!
tagesschau.de
SpON
heise online

Die Begründung für die Preisverleihung findet sich auch auf tagesschau.de

Donnerstag, 8. Oktober 2009

"Erdbebensturm" in Südostasien

Seit einiger Zeit wird die Region in Südostasien von starken Beben heimgesucht. Letzte Woche erst eines mit Tsunami vor Samoa, Tags darauf ein starkes beben auf Sumatra. Auch heute wieder eine Handvoll stärkerer Beben in beiden Gebieten. Besonders der Raum um Sumatra ist für seine verheerenden Starkbeben bekannt, spätestens seit ein extrem starkes Beben vor fünf Jahren (immerhin das drittstärkste je gemessene Beben) einen Tsunami auslöste, der mehr als 230 000 Menschenleben forderte. Unzweifelhaft, hier steht die Erdkruste unter extremer Spannung. Und diese Spannung ist noch lange nicht abgebaut. Keine beruhigenden Aussichten für das gebeutelte Land.
Eine Kaskade von Erdbeben

Foto-Wettbewerb: Panoramafotos

Auf lens-flare hat ein neuer Fotowettbewerb begonnen. Diesmal geht es um Panoramafotos. Bis zum 5. November 2009 kann man mit (je einem pro Teilnehmer) Panoramafotos mit bis zu 1200 Pixeln Kantenlänge unde iner Größe von 1 MB teilnehmen. Zu gewinnen gibt es gibt es wieder interessante Preise:
1. Preis: Eine Panorama-Fotoleinwand in der Größe 120 x 40 cm
2. Preis: Eine Panorama-Fotoleinwand in der Größe 100 x 50 cm
3. Preis: Eine Panorama-Fotoleinwand in der Größe 90 x 30 cm
4. Preis: Eine Panorama-Fotoleinwand in der Größe 60 x 30 cm
Und nicht nur als Teilnehmer kannman gewinnen. Für diezeit des Wettbewerbs gibt es bei Top-Fotoleinwand einen Gutschein über 20% Rabatt über lens-flare.

Video: Optische Illusion

Wenn man es nicht selber sehen würde, man würde es kaum glauben. Aber manchmal lässt sich das menschliche Gehirn mit einfachen Mittel austricksen.





via astropixie

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Engagementpreis für Homöopathen?

Der Deutsche Engagementpreis soll nach eigenem Bekunden dem bürgerliche Engagement in Deutschland Anerkennung verschaffen und engagierten Personen und beeindruckenden Projekten ein Gesicht geben. Über rund 900 zur Auswahl stehende Projekte kann auf der Seite von "geben gibt" abgstimmt werden. Darunter auch sehr wichtige und bekannte Projekte wie das Hamburger Spendenparlament oder Sozialhelden e.V. Deutlich (ich will mich weigern, es "uneinholbar zu nennen, die Abstimmung geht noch bis zum 15. November!) in Führung liegt aber eine Gruppe, die sich ausgerechnet zum Ziel gesetzt hat,
die Homöopathie in Länder zu tragen, deren Gesundheitssystem die medizinische Versorgung der Bevölkerung aus verschiedensten Gründen nicht leisten kann. Homöopathie leistet auch und besonders in Kriegs- und Krisensituationen große Dienste bei der Heilung physischer und psychischer Verletzungen.
Die Truppe nennt sich "Homöopathen ohne Grenzen", in deutlicher Anlehnung an Ärzte ohne Grenzen. Die Zielsetzung besteht imho aus Anti-Aufklärung in Reinkultur. Ich bin der Meinung, dass die 10 000 € des Preises nicht dafür verwendet werden sollten, ein esoterisches und irrationales Weltbild in Länder zu exportieren, die sich nicht oder kaum dagegen wehren können. Und wir sollten auch selber nicht ein esoterisches und irrationales Weltbild noch zusätzlich adeln, indem wir dafür einen Preis verteilen. Homöopathie hat in keiner mir bekannten wissenschaftlichen Studie auch nur ansatzweise so etwas wie eine Wirksamkeit belegen können, die oberhalb der eines Placebos lag.

Wissenschaft und Religion...

...sind allem Anschein nach Ansicht der zuständigen Personen beim ORF ein und das selbe. Da bin ich jetzt aber mal gespannt, wann diese bahnbrechende Erkenntnis zu unseren öffentlich rechtlichen Fernsehmanagern durchdringt. Auf dass es nur noch "Opium fürs Volk" gibt. Dokusoaps, ein bisschen Unterhaltung und ab und an etwas geistig erbauliches. Wer braucht schon informative Wissenschaftssendungen, nicht wahr? Womöglich auch noch kritisch. Also ehrlich....
Ich bin sprachlos, wie tief unsere südlichen Nachbarn gesunken sind.

(Wikimedia, User Kafziel)
Für unsere österreichischen Freunde:
Wissenschaft fliegt euch zum Mond, Religion in hohe Gebäude!

Video: Element Song by Tom Lehrer

Wo wir ja gerade beim Chemie-Nobelpreis waren: Das Periodensystem, gesungen.

Nobelpreise 2009

So langsam werden sie bekannt, die Nobelpreisträger des Jahres 2009. Als Hobbyfotograf freut mich der Physik-Nobelpreis an Willard Boyle und George Smith ganz besonders. Natürlich soll auch die andere Hälfte des diesjährigen Physik-Nobelpreises, Charles Kao, nicht vergessen werden, ohne den das Internet wohl nie das geworden wäre, was es heute ist. Nicht vergessen sollen natürlich auch die Preise für Medizin und Chemie.
Herzlichen Glückwunsch!

Montag, 5. Oktober 2009

Atheistenpreis für Quacksalber?

Da fragt man sich doch, was bei den Leuten von der Atheist Alliance International los ist. Am Freitag bekam der Atheist und bekennnde Impfgegner Bill Maher den Richard Dawkins Preis für seinen Film „Religulous“. Angesichts seiner mehr als nur schrägen Ansichten zum Thema Impfungen und Krankheiten (er lehnt Viren und Bazillen beispielsweise total ab, glaibt nicht, das HIV irgendwas mit AIDS zu tun hat und dass die Pharmafirmen die Amerikaner vegiften wollen). Ich persönlich kann mich da nur dem Blog Aufklärung 2.0 anschliessen. Atheismus sollte kein Ersatz für religion sein. Vielmehr sollte die Ablehnung jeglicher übergeordneter Mächte auf der Basis eiens wissenschaftlichen Weltbildes erfolgen. Nur dann macht es wirklich einen Sinn und dient nicht als Deckmäntelchen für esoterische Weltbilder.

Vorsicht mit Handy-Notrufnummern!

Seit einiger Zeit geistern verschiedene Meldungen durch das Netz, dass die Rettungsorganisationen empfehlen, Nummern von Angehörigen mit einem ICE-Kürzel (ICE = In Case of Emergency) zu versehen. Das sollte im Falle des Falles den Rettungskräften die Kontaktaufnahme mit den Angehörigen erleichtern. Mal als Ketten E-Mail, mal als SMS an mehrere Empfänger verschickt und jetzt sogar bei Heise online zu finden, mit Berufung auf die DLRG. Eine kurze Suche direkt bei der DLRG hat keine Meldung mit diesem Inhalt zu Tage gefördert. Und vermutlich ist Heise online diesmal auf einen Hoax hereingefallen. Denn der Arbeiter Samariter Bund warnt auf rettungsdienste.de davor, diese Kürzel zu verwenden. Explizit wird dort dementiert, dass die Rettungsdienste, zu denen ja auch die DLRG gehört, zu einer Verwendung dieser Kürzel raten. Der Grund ist schlicht und einfach: Rettungskräfte haben zumeist keine Zeit, sich am Telefon mit den Angehörigen auseinanderzusetzen, sondern sie sind meist mit dem Patienten vol beschäftigt. Außerdem ist die Kontaktaufnahme mit Angehörigen von Unfallopfern nicht einfach und sollte speziell egschulten Kräften überlassen werden. Außerdem sei eine mißbräuchliche Verwendung dieser Nummern nicht auzuschliessen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man so sensible Daten auf seinem Handy für jedermann ersichtlich macht.

Video: Carl Sagan - 'A Glorious Dawn' ft Stephen Hawking (Cosmos Remixed)

Danke an astropixie für das Vorstellen dieses Videos. Eine interessante Hommage an zwei bedeutende Wissenschaftler und Menschen., die nur nebenbei zu meinen persönlichen Helden zählen.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Bin ich eine linke Socke?

Wer hat sich nicht schon gefragt, wo er politisch wirklich steht. Klar, die allermeisten verorten sich irgendwo in der Mitte, aber dieses "irgendwo" ist doch auf die Dauer ein etwas schwammiger Begriff. Also gut, ich habe mal den Political Compass - Test gemacht. Ich glaube, dafür muss ich mich jetzt nicht schämen, oder?
Economic Left/Right: -2.25
Social Libertarian/Authoritarian: -6.56




Alter Bernstein

Aus den Steinkohlenwäldern des Karbon stammt der bislang älteste Bernstein, das ein Team um Sargent Bray und Ken Anderson von der Southern Illinois University, Carbondale, in einer Kohlegrube in Illinois fand. Auch wenn es damals vor 320 Millionen Jahren noch keine Bedecktsamer gab, ähnelt das fossile Harz stark dem Harz heutiger Bäume. Vermutlich wurde schon damals Harz zur Abwehr von Insekten oder zum Wundverschluss benötigt. Die dafür benötigten Harze waren also vermutlich schon sehr frühzeitig in der Pflanzenevolution angelegt. Die Harze bestanden laut Analyse hauptsächlich aus Terpenen, damit stellen sie echte Bernsteine dar und unterscheiden sich von bereits früher gefundenen, wachsartigen Fossilien.
Das Harz ähnelt deutlich dem der heutigen Jatoba-Bäume, die im Amazonasgebiet vorkommen und als Copallieferanten bekannt sind.

P. Sargent Bray und Ken B. Anderson, Department of Geology, Southern Illinois University Carbondale, Carbondale. Science, Vol. 326, 2. Oktober 2009, pp 132-4, DOI 10.1126/science.1177539

Geoblogger-Survey

die von geoberg.de schon länger angekündigte Geoblog-Umfrage ist jetzt online gegangen. Bis zum 1. November werden sich hoffentlich viele Geoblogger daran beteiligen. Die ersten Ergebnisse sollen, wennn alle mitmachen, schon im Dezember auf der Herbsttagung der AGU vorgestellt werden.
http://geoblogs.stratigraphy.net/survey/

Stellenangebot: 3 year - PhD position Thermochemical reactions in petroleum and gas reservoirs

3 year - PhD position
Thermochemical reactions in petroleum and gas reservoirs

The Institute for Mineralogy at the Leibniz Universität Hannover in cooperation with the Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR) in Hannover offers a 3-year PhD position. The aim of the project is to investigate reactions occurring in hydrocarbon reservoirs between organic compounds and inorganic materials at elevated temperatures and pressures. This includes reactions of hydrocarbons with oxidizing species such as sulphate (thermochemical sulphate reduction). The experimental expertise at the Institute for Mineralogy with high pressure – high temperature techniques will be combined with high-tech analytics (liquid- and gas chromatography, mass spectrometry, isotope ratio mass spectrometry) at the BGR.

Precondition for the application is a diploma, master or equivalent certificate in geosciences, mineralogy or chemistry. We are looking for a person with a strong commitment to research, a solid background in (geo)chemistry and/or geosciences, and experience in laboratory and analytical work. Very good language skills in English are required for Non-German applicants.

The PhD student will work within the research initiative on Earth Subsurface Processes at the Leibniz Universität Hannover and the BGR, but will also be integrated in national and international collaborative research efforts. Employment could start as soon as possible. Payment is ½ E13 of the collective labour agreement of the German States (TvL).

As an equal opportunity employer, the Leibniz Universität Hannover strongly encourages women to apply. Equally qualified disabled applicants will be given preference.

To ensure consideration, submit application by October 20, 2009. Applications including the common documents (CV, certificates, possible reference persons) should be sent either by mail or electronically to:


Prof. Dr. Harald Behrens
Institut für Mineralogie
Uni Hannover
Callinstr. 3
D-30167 Hannover GERMANY

Tel. 0049 (0)511/762-8054
Fax 0049 (0)511/762-3045
e-mail: h.behrens@mineralogie.uni-hannover.de
Internet: http://www.min.uni-hannover.de/
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