Freitag, 29. Januar 2010

Entstand der Mond durch eine Kernexplosion?

Das zumindest will eine neue Theorie behaupten. Das sehe ich durchaus skeptisch., zumal eine natürliche Kettenreaktion in einem natürlichen Reaktor nicht unbedingt eine Kernexplosion zur Folge hat. Zumindest die natürlichen Reaktoren, die man bisher gefunden hat, liefen vergleichsweise harmlos und langsam. In der Gegend des heutigen Oklo in Gabun liefen vor rund 2 Milliarden Jahren mehrere natürliche Reaktoren. Da das spaltbare Isotop U 235 mit 700 Millionen Jahren Halbwertszeit schneller zerfällt als das Uran 238 mit 4,5 Milliarden Jahren, war es früher wesentlich häufiger. So lässt sich einfach berechnen, das es zum Zeitpunkt der Entstehung der Erde rund 17 % des Urans stellte.Das dürfte sicher für natürliche Kernreaktoren ausgereicht haben. Aber ob es für natürliche Kernexplosionen ausreichte, ob also irgendwo eine kritische Masse zusammengekommen ist, und ob oft genug vorkam, um den Mond von der Erde abzuspalten, halte ich gelinde gesagt für Geophantasie. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Entstand der Mond durch eine Kernexplosion?

Florian Freistetter vom astrodicticum simplex und Stryke von and the water seems inviting haben sich mal Gedanken über diese Hypothese gemacht.

3 Kommentare:

Fischer hat gesagt…

Es gibt m.E. ein ziemlich schlüssiges Gegenargument: Eine solche Explosion muss vom Planetenkern ausgegangen sein. D.h. die Explosionswolke war Kugelsymmetrisch. Aus einer kugelsymmetrischen Materialwolke werden nur dann zwei Körper, wenn sich zwischendrin aus der Wolke ein Zentralkörper mit Scheibe bildet. Und eine Solche Scheibe hätte eine wesentlich kleinere Masse als der Mond.

Oder hab ich was übersehen?

Florian Freistetter hat gesagt…

Hmm - wie sich aus einer Wolke Körper bilden weiß ich auch nicht so genau. Das müssen die Planetenentstehungsmenschen beantworten. Aber ein anderes Gegenargument gibts noch: bei so einer Explosion hätte sich der Mond auf jeden Fall in der Bahnebene der Erde gebildet. Die Mondbahn ist aber um 5 Grad geneigt...

Stryke hat gesagt…

Das mit der Explosionswolke ist ein faszinierendes Argument, so genau kenn ich mich mit der Dynamik auch nicht aus.

Allerdings gehen die Autoren nicht von einer Explosion im Kern aus, sondern irgendwo zwischen Mantel und Kern, in der Äquatorialebene.

Research Blogging Awards 2010 Winner!
 
Creative Commons License
Amphibol Weblog von Gunnar Ries steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.