Montag, 8. Februar 2010

Eine-Welt-Preis an Homöopathen ohne Grenzen?

Kann mir mal irgendeiner verraten, was in unsere nordelbische lutherische Kirche gefahren ist, dass sie ausgerechnet die Homöopathen ohne Grenzen mit einem Ehrenpreis zum Eine-Welt-Preis bedenken musste? Einem Verein, der es sich zum selbsternannten Ziel gemacht hat, die "Segnungen" der Zuckerkügelchen auch in den entferntesten Winkel der Welt zu tragen. So jedenfalls ihre Selbstbeschreibung:
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Homöopathie in Länder zu tragen, deren Gesundheitssystem die medizinische Versorgung der Bevölkerung aus verschiedensten Gründen nicht leisten kann. Homöopathie leistet auch und besonders in Kriegs- und Krisensituationen große Dienste bei der Heilung physischer und psychischer Verletzungen. 
Mit anderen Worten: Wirkungslose Zuckerkügelchen an Menschen verteilen, die sich nicht adäquat dagegen wehren können. Menschen medizinische Hilfe vorgaukeln, wo eigentlich evidenzbasierte Medizin dringend notwendig wäre. Und dabei sich auch noch als der absolute Gutmensch fühlen dürfen, jetzt sogar mit dem Segen des Entwicklungsdienstes der nordelbischen evangelischen Kirche. Das lässt ja tief blicken.

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