Mittwoch, 3. Februar 2010

The Lancet widerruft Studie zu Impfung und Autismus

In den Diksussionen mit so genannten Impfkritikern wird man immer wieder mit der behauptung konfrontiert, dass die Impfungen als nebenwirkungen beispielsweise Autismus auslösen können. Mit diesem Hinweis wird dann oftmals jegliche Impfung, aber besonders die Maser-Mumps-Röteln Impfung (MMR) abgelehnt. Auf Nachfragen wird einem dann eine Studie in dem Fachblatt The Lancet präsentiert, die diesen Verdacht nahelegt. Außerdem wird dann meist auch noch die Gefahr, die durch die Krankheiten wie beispielsweise Masern droht, mit dem Verweis auf "Kinderkrankheiten" heruntergespielt. Das Problem mit der Studie ist aber, dass sie das papier nicht Wert war, auf dem sie gedruckt wurde, und dass sie jetzt endlich(!) zurückgezogen wurde. Was war passiert? Eigentlich genau dass, was Impfkritiker gerne den Impfbefürwortern vorwerfen. Die Studie war demnach nicht nur methodish zweifelhaft, sondern dass der Hauptautor und die Gutachter finaziell miteinander verstrickt waren. Es ist aber peinlich, dass es bis zu diesem Schritt des Zurückziehens mehr als zehn Jahre gebraucht hat, in der Eltern weiterhin von der Impfkritikerpropaganda mit Hinweis auf die Studie zutiefst verunsichert wurden. Denn dass inzwischen eine Reihe von Studien dem postulierten Zusammenhang von Impfung und Autismus widersprochen haben, wurde hier meist schlicht verschwiegen. Das hatte dann zur Folge, dass die Impfbereitschaft stark gesunken ist und der Plan der WHO, Masern endgültig auszurotten ins Leere lief. Masern ist, vor allem in den Entwicklungsländern, eine der führenden Todesursachen bei kleinen kindern.

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