Montag, 1. März 2010

Das Erdbeben in Chile

Am Sonnabend um 3.34 Uhr lokaler Zeit wurde Chile von einem Erdbeben der Magnitude 8,8 erschüttert. Das Erdbeben gehört damit zu den 5 stärksten jemals gemessenen, und war rund 100 mal so stark wie das vom 12. Januar in Haiti. Parallel mit dem Erdbeben ging eine Tsunami-Warnung für alle Anrainer des Pazifik raus. Zum Glück blieb die Welle aber hinter den Befürchtungen zurück. Daran waren mehrere Mechanismen beteiligt. Zum einen lag der Bebenherd in einer vergleichsweise geringen Wassertiefe und ein guter teil der aufgestauten Energie wurde in Nachbeben freigesetzt. Außerdem hatte auch die lange Vorwarnzeit ihren Anteil, dass die Welle auf Hawaii und Japan beispielsweise meist als spektakuläres Naturschauspiel angesehen werden konnte. Die Chilenische Küste selber hatte aber unter einem größeren Tsunami zu leiden, so dass hier zusätzlich zu den Verheerungen des Bebens noch die des Wassers hinzukommen. Bislang wird von mindestens 700 Todesopfern gerechnet, es werden aber sicher noch mehr werden. Andererseits zeigt sich auch, dass man Gebäude durchaus gegen Erdbeben härten kann. Viele Gebäude in Santiago oder der nahe dem Epizentrum gelegenen Stadt Conception konnten dem Beben durchaus trotzen. Erdbebensicheres bauen war aber allem Anschein auch hier eine Frage des Geldes, so dass wie so häufig die ärmeren Leute auch am stärksten von dem Beben betroffen sind. Ihre Gebäude konnten nicht nur dem Standard nicht genügen, sondern waren wohl auch zumeist auf entsprechend günstigem aber dafür auch gefährlichem Grund errichtet. Sandige und sumpfige Böden sind zwar billiges Bauland, aber sie übertragen die Bebenenergie auch sehr gut auf das Gebäude und neigen während eines Bebens dazu, sich zu "verflüssigen", das heißt, sie verhalten sich wie eine Flüssigkeit.





Tsunamis im Pazifik
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