Dienstag, 13. April 2010

Extrem tiefes Erdbeben unter Spanien

Am Montag, den 12. April hat es in Spanien, nur rund 25 Kilometer südöstlich von Granada ein Erdbeben der Stärke 6,3 (USGS) bzw. 5,9 (GEOFON) gegeben. Hat an der Erdoberfläche wohl kaum einer mitbekommen, denn es wurden keine Schäden gemeldet. Das wirklich bemerkenswerte an dem Beben ist die ungewöhnliche Tiefe. Mit 616 - 622 Kilometern Herdtiefe dürfte es dort eigentlich keine Beben geben. In der Tiefe befinden wir uns tief im oberen Erdmantel, an der Schwelle zum unteren Mantel und dort sind wohl keine tektonischen Spannungen mehr für die Beben verantwortlich, dafür ist es dort auch in abtauchenden Lithosphärenstücken zu heiß, sondern Phasenübergänge der Minerale, die zu Volumenänderungen führen. Allerdings ist unter dem Gebiet in Spanien, anders als beispielsweise im Tyrrhenischen Meer, das für extrem tiefe Beben durchaus bekannt ist, keine Subduktionszone zu finden. Und in der Bebenstatistik unter Südspanien gibt es unterhalb von 200 und oberhalb von 600 keine Beben. Mit Ausnahme von  vier Beben, 29 März 1954 (mit M = 7), 1973,  8. März 1990 und eben jetzt am 12. April 2010. Möglicherweise zeigt hier eine längst abgestorbene und vergessene Subduktionszone ihre letzten Todeszuckungen.
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