Mittwoch, 28. Juli 2010

Gegen den wissenschaftlichen Analphabetismus!

Florian Freistetter hat hier einen wunderbaren Blogbeitrag verfasst, von dem ich jetzt mal dreisterweise Blogtitel und Video entführe und auf dessen Blog ich eh gerne verweise (Lesebefehl!). Es geht um den grassierenden (oder bilde ich mir das nur ein?) Analphabetismus. Jedenfalls habe ich zunehmend das Gefühl, dass die Wissenschaft an sich in unserer Gesellschaft einen immer geringeren Stellenwert einnimmt. Bildung und Wissen werden gering geschätzt, und viel zu oft ist der Bildungsverweigerer das bewunderte Vorbild. Und das gilt nicht nur für die vielbeklagten "bildungsfernen Schichten", wer immer das auch wieder sein mögen. Die Szene, die Neil DeGrasse Tyson hier zum Besten gibt, hat sicher jeder schon einmal beobachtet. Wenn auf einer pary oder sonstwo die rede auf Mathematik oder Physik kommt, wird sicher mindestens einer der Umstehenden ohne Probleme erzählen, dass: 1. er von Mathe nie wirklich was verstanden hat und 2. er trotzdem was geworden ist. Und 3. werden ihm seine Kumpels auf die Schulter klopfen. Vergleichbares gilt auch für Physik, Chemie und wohl auch andere naturwissenschaftliche Fächer. Selbst die Geologie ist gerne ein Opfer bestenfalls gutmütigen Spotts. Faszinierender Weise gilt das weniger für Geisteswissenschaften. Oder hat schon mal jemand auf einer Feier geprahlt, Von Sozialkunde oder dergleichen keinen Plan gehabt zu haben? Und dabei ist fast unsere gesamte Zivilisation auf den Fundamenten dieser geschmähten Naturwissenschaften aufgebaut. Ohne zumindest grundlegende Kenntnisse wird man auf die Dauer bei vielen auch gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen kaum mitreden können.

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