Samstag, 30. Januar 2010

Video: Vancouver City Featuring Linda Ganzini

Wie wunderschön doch eine Stadt sein kann, wenn Nebel aufzieht. Diesen Zauber hat TimeLapseHD in Vancouver eingefangen.




Via lensflare

Freitag, 29. Januar 2010

Entstand der Mond durch eine Kernexplosion?

Das zumindest will eine neue Theorie behaupten. Das sehe ich durchaus skeptisch., zumal eine natürliche Kettenreaktion in einem natürlichen Reaktor nicht unbedingt eine Kernexplosion zur Folge hat. Zumindest die natürlichen Reaktoren, die man bisher gefunden hat, liefen vergleichsweise harmlos und langsam. In der Gegend des heutigen Oklo in Gabun liefen vor rund 2 Milliarden Jahren mehrere natürliche Reaktoren. Da das spaltbare Isotop U 235 mit 700 Millionen Jahren Halbwertszeit schneller zerfällt als das Uran 238 mit 4,5 Milliarden Jahren, war es früher wesentlich häufiger. So lässt sich einfach berechnen, das es zum Zeitpunkt der Entstehung der Erde rund 17 % des Urans stellte.Das dürfte sicher für natürliche Kernreaktoren ausgereicht haben. Aber ob es für natürliche Kernexplosionen ausreichte, ob also irgendwo eine kritische Masse zusammengekommen ist, und ob oft genug vorkam, um den Mond von der Erde abzuspalten, halte ich gelinde gesagt für Geophantasie. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Entstand der Mond durch eine Kernexplosion?

Florian Freistetter vom astrodicticum simplex und Stryke von and the water seems inviting haben sich mal Gedanken über diese Hypothese gemacht.

Nanothermit in den Trümmern des World Trade Centers?

In meinem neuen Blog Mente et Malleo habe ich mal einen Blick auf die von Harrit et al. (2009) verwendete Analytik geworfen. Kann man mit Hilfe energiedispersiver Röntgenanalytik wirklich feststellen, ob elementares Aluminium vorliegt? Ich schätze, die Antwort ist schlicht: Nein!

Befand sich Nanothermit zwischen den Trümmern des World Trade Centers?

In dem neuen Blog will ich mich mehr auf längere Hintergrundberichte konzentrieren. Der gute alte Amphibol hingegen wird etwas mehr in Richtung Link-bait Blog degenerieren. Ich hoffe aber, dass beide ganz gut miteinander harmonieren können.

Wie man mit Zeugen Jehovas diskutiert

Die Zeugen Jehovas kennen wir doch alle. Spätestens die merkwürdigen Gestalten, die einem an den Bahnhöfen immer versuchen, ihre religiösen Schriften unter die Nase zu halten.Aber mit ihnen diskutieren? Wie soll das gehen? Sind die nicht speziell geschult, um selbst den abgebrühtesten Skeptiker schwindelig zu sabbeln? Das ist gut möglich. Aber um so lustiger ist es, wenn man sie wirklich einmal hochnimmt. So wie "Knut Hansen" (Christian Ulmen) hier.

28. Januar 1986 - Challenger

Gestern vor 24 Jahren, am 28. Januar 1986, ging der Space Shuttle Challenger verloren.



We have fed our sea for a thousand years;
And she calls us, still unfed,
Though there's never a wave of all her waves
But marks our English dead.
We have strawed our best to the weed's unrest,
To the shark and the sheering gull.
If blood be the price of admiralty,
Lord God, we have paid in full!

(Rudyard Kipling; The Seven Seas)

Donnerstag, 28. Januar 2010

American Crystallographic Association Meeting

the annual meeting of the American Crystallographic Association will take place in Chicago, USA, July 24-29, 2010. The scientific program includes a broad range of sessions of direct interest to mineralogical crystallographers, as well as talks from all three 2009 Nobel Laureates in Chemistry.

  Full details of the program and abstract submission at http://www.amercrystalassn.org/content/pages/2010-meeting

  Abstract submission deadline is March 31st.

Manifesto of Liberation of Women in Iran

Aus Solidarität mit unseren nicht-fanatischen Mitmenschen im Iran solltet ihr folgendes Manifest unterschreiben:
  1. Strafrechtliche Verfolgung der Anführer und Funktionäre der islamischen Republik wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich des übelsten Missbrauchs, der Diskriminierung und der Gewalt gegen Frauen im Iran

  2. Abschaffung aller frauenfeindlichen islamischen Gesetze und sämtlicher Gesetze, die Frauen diskriminieren; vollständige Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen ökonomischen, politischen, kulturellen, sozialen und familiären Bereichen

  3. Vollständige Trennung von Religion und Staat, dem Bildungssystem und sämtlichen Gesetzen

  4. Abschaffung der Geschlechtertrennung und -apartheid

  5. Verbot von sighe (islamisch für Mietfrau) und Polygamie; bedingungsloses Recht auf Trennung (Scheidung) für Frauen und Männer; Abschaffung aller Gesetze, welche die Zivilrechte von Frauen (wie das Recht auf Reisen, geselligen Umgang, Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten etc.) von der Zustimmung des Ehemanns, Vaters oder anderer männlicher Familienmitglieder abhängig machen; vollständige Gleichheit von Frauen- und Männerrechten wie -pflichten in Bezug auf das Sorgerecht und den Umgang mit Kindern nach einer Trennung

  6. Abschaffung des Kopftuchzwangs (hejab) für Frauen, Verbot des hejab für Kinder; volle Freiheit in der Kleiderwahl

  7. Abschaffung sämtlicher barbarischer Gesetze wie Steinigung, Hinrichtung, Vergeltung (qesas) und anderer islamischer Strafen

  8. Uneingeschränkte Ausdrucks-, Protest-, Streik-, Versammlungs-, Organisations- und Parteigründungs-Freiheit

  9. Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen

  10. Religions- und Atheismusfreiheit sowie die Freiheit, Religion zu kritisieren.


Hier geht es zum Manifesto of Liberation of Women in Iran

Ich hab als Nr. 1019 unterschrieben. Das wird sicher keinen der Verantwortlichen des iranischen regimes zum Umdenken bewegen, aber vielleicht kann es den Menschen im Iran, die teilweise unter der Drohung der Todesstrafe für ihre Freiheit kämpfen, ein klein wenig Mut machen. Dass sie sehen, sie stehen nicht alleine in der Welt.

via Aufklärung 2.0



Fotogalerie Vulkane

Der Fotograf und Geologe Bernhard Edmaier hat bei GEO.de einige faszinierende Aufnahmen von den Vulkanen der Erde vorgestellt. Sehenswert.
http://www.geo.de/GEO/fotografie/fotoshows/63036.html

Dienstag, 26. Januar 2010

Es ist Sein Zeichen! Wir müssen ihm folgen!



Nein, die Kirche vom Fliegenden Spaghettimonster ist kein Scherz. Sein Zeichen ist über uns! Seine Nudeligkeit will uns auf den rechten Weg bringen! In hoc signo vinces! Ramen!


2010 Goldschmidt Conference: 03d: New and Old Paradigms on the Origin and Evolution of Continental Lithosphere

The 2010 Goldschmidt Conference will be held in Knoxville, Tennessee, June 13th-18th 2010.
We would like to invite you to contribute to the session:

03d: New and Old Paradigms on the Origin and Evolution of Continental Lithosphere

The deadline for abstract submission is Sunday 21st February 2010.

Keynote: Rick Carlson (DTM, Carnegie Inst. of Washington)

Session description:
Incredible advances in our understanding of the composition and structure of continental lithosphere have been made over the last several decades. However, a number of outstanding issues remain unresolved. Intrinsic chemical buoyancy and strength are thought to help preserve continental lithospheres over the long term, but the exact mechanisms are still unknown. In addition, there is growing evidence that refertilization and deformation are important in the compositional evolution of continental lithospheric mantle – and its ultimate demise - so what are their effects on the dynamics and physical properties of the lithosphere? Can our models for the origin and evolution of the deep continental lithosphere be reconciled with the geology and petrology of the continental mantle(and vice versa)? Finally, how well do we even know the petrologic structure and chemical composition of the lithosphere as inferred from magma-borne mantle fragments, given recent suggestions that they sample an unrepresentative mantle region? The purpose of this session is to discuss current paradigms and future directions and we encourage perologists, geochemists, geodynamicists, geophysicists, field geologists and beyond to participate in teasing out the lithosphere’s enduring secrets.


For additional information:
http://www.goldschmidt2010.org

On behalf of the convenors
Sonja Aulbach, Veronique Le Roux, Nina Simon, Cin-Ty Lee

Kluge Kraken

Kraken gehören wohl zu den intelligentesten Weichtieren. Diese hier mit dem hübschen Namen Amphioctopus marginatus zeichnen sich durch die Verwendung von hohlen Kokosnussschalen als Unterschlupf aus. Dabei werden passende Schalen nach der Verwendung einfach mitgenommen. 



Montag, 25. Januar 2010

IMA 2010 Budapest: Planetary mineralogy: Meteorites, shock metamorphism, and more

IMA 2010, Budapest

We would like to invite your contributions to the session

PL121: Planetary mineralogy: Meteorites, shock metamorphism, and more

Convenors: Christian KOEBERL, Wolf Uwe REIMOLD
(Email: christian.koeberl@univie.ac.at; uwe.reimold@mfn-berlin.de)

which is organized in the framework of the forthcoming 20th General
Meeting of the International Mineralogical Association (IMA2010) meeting
in Budapest, Hungary (Aug. 21-27, 2010).

Mineralogical and geochemical - including cosmochemical - studies of
meteorites as tracers of early solar system evolution and impact
processes, investigations of impactites from terrestrial impact
structures, and possible distal ejecta layers are the subject of this
session.

The session provides a forum for multidisciplinary discussion of solar
system evolution, planetary development, impact processes and the products
of catastrophic impact, and the link between large-scale impact events and
extinction horizons in the biostratigraphic record. Of particular interest
could be recent developments in shock metamorphism - especially regarding
deformation caused in the low-shock pressure regime. The session is of
wide interest from cosmochemists, meteoriticists, planetary geologists, to
all disciplines of geoscience. Ore formation in impact settings and the
related physicochemical processes could also be represented.

For general information on the IMA meeting, please see: http://www.ima2010.hu

<http://www.ima2010.hu/> For information on how to submit abstracts,
please see:
http://www.ima2010.hu/?my_view=nice&p=sp6

Please note the following deadlines:

January 31, 2010: Early bird (reduced rate) registration closes, Early
bird grant application closes

March 6, 2010: Abstract submission closes, Grant application closes, Field
trip preliminary registration closes

April 23, 2010: Abstract acceptance confirmation;

April 30, 2010:  Normal rate registration closes, Field trip final
registration closes

Donnerstag, 21. Januar 2010

Neuzugänge in der Geoblogosphäre

geoberg war mal wieder schneller. Der neue Geo-Blog der Geonauten ist bereits seit Mitte 2009 online, und mit ihm etliche interessante Berichte aus der Welt der Geowissenschaften. Als Admin fungiert Marc Szeglat, Geologe und Naturfilmer mit Schwerpunkt Vulkane. Auf seiner Seite streaming-planet.de werden einige seiner Arbeiten vorgestellt. Unbedingt mal vorbeischauen!

Die Abmahnung des Jahres oder wie ein Adblocker eine Firma auf Glatteis führte

Die Abmahnung des Jahres hat sich wohl einer der führenden Telekommunikations Distributoren geleistet. Da surfte man also in dieser Firma im Netz, und man glaubte nicht, was man dort fand. Da erdreisteten sich doch diverse fremde Leute, das eigene Firmenlogo im Netz zu verwenden.  Also was soll man da denn auch machen. Daher flugs die Abmahnmaschinerie in Gang gesetzt, und natürlich sollten die Abgemahnten auch die durch die Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei entstehenden Kosten aus einem Streitwert von 50.000 EUR erstatten. Nicht gerade ein Pappenstil, möchte man meinen. Der Schuss ging dann aber ziemlich nach hinten los und die abmahnende Firma muss jetzt mit dem Spott leben. Dabei hätte ein bisschen Nachdenken die Sache einfach geklärt.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Haiti, erneutes Erdbeben



Auf Haiti hat es heute Morgen um 6. 03 Uhr (12.03 Uhr MEZ) erneut ein schweres Nachbeben gegeben. Das beben hatte die magnitude 6,1 und das Epizentrum lag rund 56 Kilometer nordwestlich von Port-au-Prince. das Epizenterum lag mit rund 9,9 Kilometern Tiefe wieder relativ flach.


Die plattentektonsichen Grenzen in der Karibik. (Quelle: USGS)

Auf Wikimedia gibt es einige interessante Galerien zum Thema.

Geo-Video: Woher wissen wir, dass die Erde keine Scheibe ist?

Junior-Professor (W1) for Quaternary geology

Junior-Professor (W1) for Quaternary geology

The Institute of Geography and Geology at the Faculty of Mathematics
and Natural Science of the Ernst-Moritz-Arndt University of Greifswald
(EMAU) invites applications for the position of a
Junior-Professor (W1) for Quaternary geology

We are looking for a motivated Quaternary geologist to joint our
geoscientific research unit. The Institute of Geography and Geology is
specialised on the usage and sustainability of natural georesources
and therefore contribution and strengthening of this current focus
will be viewed favourably. The applicant should have experience in
many of the following aspects: Pleistocene and Holocene sediments,
glacial drift and till petrography/geochemistry, glacial processes and
sediment deposition, glaciotectonics, geotope site protection and a
range of state-of-the-art analytical methods of Quaternary geological
study. The institute has well equipped analytical laboratories with
facilities for water, mineral and rock analyses. Equipment includes
laser-ICP ablation, AAS, XRF, XRD, SEM and HRTEM.
Teaching duties will be 4 hours per week during term time and involve
responsibility for Quaternary geology and petrography lectures and
practical courses in our modulated B.Sc and M.Sc. programme. The
successful candidate should have obtained a doctoral degree in
geosciences within the last five years. A commitment to undertaking
some administrative duties is expected.
The employment conditions are based on 62 Abs.  1 of the
“Landeshochschulgesetz M-V”, which require a completed study at an
institute of higher education, adequate teaching abilities and a
special ability to scientific research study that in the rule should
be demonstrated by doctoral promotion work of high standard and
published achievements. Employment is initially for a term of 3 years
on a civil servant status. During the third year, application for an
extension of a further 3 year term is possible.
The Ernst-Moritz-Arndt University of Greifswald is committed to
increase the number of female faculty members and particularly invites
applications of qualified women. Applications of qualified candidates
with handicaps are encouraged as well. Enquires and requests for
further information please direct to Prof. M. Meschede
(meschede@uni-greifswald.de).
 Applications with standard documents (curriculum vitae, list of
publications, teaching and research statements) should be sent by
Febuary 14, 2010 to: Dean of the Faculty of Mathematics and Natural
Sciences, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17a, 17487 Greifswald, Germany.
Use E-mail: dekanmnf@uni-greifswald.de for applications in electronic
form.

Dienstag, 19. Januar 2010

Fotowettbewerb - Eiszeit


Die letzten Wochen waren ja mal wieder Winter vom Feinsten. Leider war hier im Norden das Licht oft  nicht ganz so freigiebig wie der Schnee. Es sollten sich aber vielleicht trotzdem ein paar brauchbare Aufnahmen finden lassen, denn auf lens-flare findet (fast schon traditionell) wieder ein Winter-Fotowettbewerb statt. Eine kompetente Jury wird auch diesmal sicherstellen, dass die tollen Preise an die richtigen Bilder verteilt werden.

Erdbeben in Haiti - Mögliche Folgegefahren

Haiti  Erdbeben 15 Jan 2010 Erdrutsche Ausschnitt
Abb. 1. Haiti und die Gegend um Port-au-Prince nach dem verheerenden Erdbeben am 12. Januar. Die Aufnahme wurde am 15 Januar 2010 vom Advanced Land Imager des NASA’s EO-1 Satelliten aufgenommen. Das Epizentrum befindet sich ziemlich genau im Zentrum der weiß umrandeten Fläche.


Die Nachrichten werden nach wie vor von dem Erdbeben vom 12. Januar in Haiti beherrscht. Der Staat, so schwach seine Strukturen auch vorher ausgeprägt gewesen sein mögen, scheint komplett zusammengebrochen zu sein und die Bevölkerung kann nur auf Hilfe aus dem Ausland hoffen. Die Hilfe ist angelaufen, aber biss alle Betroffenen erreicht werden, wird sicher noch weiter Zeit vergehen. Trotzdem sollte man die Gedanken nicht nur auf die absolut notwendige unmittelbare Nothilfe lenken, sondern auch ein klein wenig in die Zukunft schauen. Und hier könnte das Erdbeben auch noch für zusätzliche Probleme gesorgt haben. Denn Haiti leidet schon länger unter der Natur und dem Umgang mit ihren Ressourcen. Weite Bereiche des Landes wurden abgeholzt, um das Holz als Energieträger oder Baumaterial zu gewinnen. Dazu zeigt das Land in weiten Bereichen eine ausgeprägte Morphologie, wie man auf Abb. 1 erkennen kann.Zusätzlich wird das lLnd auch durch Starkregenereignisse heimgesucht, wie sie beispielsweise (aber eben nicht ausschließlich) im Gefolge tropischer Hurrikane stattfinden. Steile Hänge, gerodete Wälder und viel Regen sind ideale Voraussetzungen für Erdrutsche.
Hier hat das Erdbeben ebenfalls schwere Schäden angerichtet, wie man aus dem Vergleich der Aufnahme vom 15. Januar 2010 mit einer vom 14. September 2008 (des selben Satelliten) erkennen kann (Abb. 2 und 3).

Haiti nach Erdbeben 15 Jan 2010 potentielle Erdrutsche
Abb. 2. Die Landschaft um den Riviere Momance mit potentiellen, durch das Erdbeben ausgelösten Erdrutschen. Das Epizentrum des Bebens lag ungefähr in der Mitte des Kartenausschnitts.

Haiti vor Erdbeben 14 Sept 2008
Abb. 3. Der Riviere Momance vor dem Erdbeben, die Aufnahme stammt vom 14. September 2008. Die Enriquillo-Plaintain Garden Verwerfung ist mit der Versatzrichtung eingezeichnet.

Die ältere Aufnahme wurde am 14. September aufgenommen, nachdem der Hurrikan "Ike" auf Haiti zu schweren Regenfällen geführt hat. Man kann einige der neueren Erdrutsche von 2010 bereits in der älteren angelegt erkennen. Diesen Stellen sollte man in der Zukunft vermehrt Aufmerksamkeit schenken. das giklt auch für andere Erdrutschgefährtdete Stellen auf Haiti. Auf der unteren Abbildung ist auch der Verlauf der für das beben verantwortlichen Enriquillo-Plaintain garden Verwerfung mit den Versatzrichtungen eingezeichnet. Die Flüsse folgen der Richtung der Störung und zeichnen sie in der Landschaft nach. Mit diesen und anderen Aufnahmen unterstüzt die NASA das Water Center for Humid Tropics of Latin America and the Caribbean (SERVIR) bei der Identifizierung möglicher Gefahren durch Erdrutsche. Besonders in armen Ländern stellen Erdrutsche eine große Gefahr für die Menschen dar.
Aufnahmen vom NASA Earth Observatory, verändert.

Weitere Artikel zum Erdbeben in Haiti:



Macht der Klimawandel eine Pause?

Das zumindest könnte man annehmen, wenn man aus dem Fenster nach draußen schaut. So viel Schnee und auch so lange hatten wir hier im Norden schon länger nicht mehr. Und dann noch die seltsamen Nachrichten, die da aus den verschiedensten Medien herüberschwappten. Da wurde dann beispielsweise erzählt, dass der Klimawandel eine Pause einlegen würde, dass es eine Kontroverse unter den Forschern geben würde. Dass diese "Kontroverse" der Traum einiger Klimaleugner und Lobbyisten ist, und dass die "Pause" allem Anschein nach ausgefallen ist (immerhin ist 2009 das zweitwärmste Jahr seit 130 Jahren), zeigt ein Besuch in der KlimaLounge. Wir lernen: Nicht alles, was uns als Kontroverse unter Wissenschaftlern verkauft wird, ist auch eine. Ein Muster, das sich auch in den unzähligen Versuchen beispielsweise amerikanischer (und anderer) Kreationisten wieder finden lässt. Und es tut immer gut, Wetter (also dass, was wir gerade vor der Haustür haben) vom Klima zu trennen.

Montag, 18. Januar 2010

Onlinezeitschrift für Paläontologie

Mit Palaeontologia electronica findet sich eine interessante Fachzeitschrift über Paläontologie im Netz. In der aktuellen Ausgabe (Vol. 12 Ausgabe 3)  finde ich persönlich den Artikel über die Größenfrage des Allosaurus "Big Al" interessant. Die vorherige Ausgabe enthielt eine Debatte um die möglichen Funde von Dinosauriern im paläozänen San Juan Becken sowie eine Antwort von Fosset et al.
Über das eventuelle Auftreten von Dinosauriern noch im obersten Paläozän hatte ich hier im Blog und auf meiner Webseite bereits geschrieben. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Debatte entwickelt.


Freitag, 15. Januar 2010

Erdbeben in Haiti: update aus Absurdistan

Es war ja zu befürchten. Kaum passiert eine Katatstrophe irgendwo auf der Welt, scho kommen irgendwelche Wahrsager oder (in diesem Fall) Astrologen, die das ganze vorhersehen konnten. Oder in diesem speziellen Fall wohl hätten können, wenn sie Interesse gezeigt hätten. Vielleicht war ihnen Haiti zu langweilig? Oder zu weit weg? Oder die Einwohner zu arm? Oder, oder, oder. Florian Freistetter hat da ein paar Astrologen aufgelesen, die in ihrer menschenverachtenden Arroganz kaum zu überbieten sind. Sie lesen aus den Sternen, dass auf Haiti nun große Herausforderungen zukommen und eine enorme Aufbauleistung gefordert ist. Im Ernst, dazu müsste ich nicht in die Sterne schauen. ja, und natürlich hätte man im Horoskop von Haiti das Beben erkennen können, so z.B. dieser hier (der sich wohl besser an seine eigene Einleitung gehalten hätte). Man schaue sich nur mal die "astrologischen Ursachen" für das Beben an, die da so angeboten werden. Irgendwelche holografischen Effekte (wissen die eigentlich, von was sie da schwurbeln?) kommen da vor, ebnenso wie die Dauerbrenner der linearen Planetenkonstellation (hier sogar mit ganzen 11 Planeten). Oder die Nähe zur Sonne, da die Erde ja im Winterhalbjahr dieser am nächsten ist. Oder vielleicht war auch Saturn zu langsam (der meint wohl den Elektromarkt, denn der Planet hat sicher seine Bahngeschwindigkeit im fraglichen Zeitraum nicht nennenswert verändert).
Mich persönlich irritiert dabei immer, dass diese Typen immer erst hinterher aus ihren Löchern gekrochen kommen. Und immer mit der absoluten Gewissheit, all das hätte man, wenn man sie nur gefragt hätte, doch auch vorher wissen können. Wie soll man mit Leuten umgehen,  welche rund 100 000 Menschen sehenden Auges (stand doch vor ihren Augen angeblich in den Sternen) und ohne Hilfe zu leisten, umkommen lassen?  Zumindest hätte man die Hilfe rechtzeitig anlaufen lassen können und Sicherheitsmaßnahmen  ergreifen können. Ich fürchte nur, dass unsere Astrologen aus ihrer Sicht hier ein absolut reines Gewissen vorweisen können. Dabei wäre es so einfach. Da suchen die Geophysiker aller Herren Länder händeringend nach einem Verfahren, derartig schwere Erdbeben in bewohnten Gebieten rechtzeitig vorhersagen zu können. Die wären sicher beim ersten Mal skeptisch, aber die schiere Zahl der Treffer hätte sie sicher mittlerweile leicht überzeugt. Ich stimme Florian Freistetter hier absolut zu.


Lithium aus dem Erzgebirge

Lithium ist spätestens seit seiner Verwendung in den modernen Akkumulatoren für Laptops, Handys und zunehmend auch im Automobilbau ein begehrter Rohstoff. Europa ist bei der Verteilung der Lithiumvorräte scheinbar nicht allzu gut weggekommen. Lithium wird hauptsächlich als Lithiumlaugen aus Salzseen gewonnen. Beispiele sind die Salar de Atacama, die rund 40 % der weltweiten Lithiumvorräte beherbergt. Aber auch andere Salzseen können Lithium enthalten, so der Great Salt Lake in den USA mit rund 60 ppm Lithium oder  Silver Peak, Nevada / USA mit 250 - 300 ppm Li. Außerdem wird Lithium auch noch  in Pegmatitlagerstätten abgebaut. Hier sind Greenbushes (Westaustralien), Kings Mt., North-Carolina oder Bikita in Zimbabwe zu nennen. Eines der Lithium-haltigen Minerale ist Zinnwaldit (KLiFeAl(AlSi3)O10(OH,F)2), ein Li-Glimmer, der in vielen Zinnrevieren vorkommt. Da passt es natürlich, dass das namensgebende Zinnrevier jetzt in den Focus bergbaulicher Erkundung gerät. Geoberg hat mehr darüber.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Haiti-Erdbeben update

h wie vor ist die genaue Zahl der Opfer des verheerenden Erdbebens vom 12. Januar in Port-au-Prince nicht bekannt. Schätzungen gehen mittlerweile von möglicherweise bis zu 100 000 Toten aus. Und wenn man sich die Bilder bei Zeit-online aus dem Katastrophengebiet anschaut (oder hier bei boston.com), dann kann man nur das schlimmste befürchten. Zum Glück scheint die erste Hilfe bereite angelaufen zu sein.
Hier will ich noch einmal einen Blick auf die Ursache des Bebens, die Enriquillo-Plaintain Garden Störung, werfen.



Das obige Bild zeigt den Verlauf der Störung (rote Linie) sowie die Lage der Epizentren des Hauptbebens und der Nachbeben. Zusätzlich zu der Nähe zur Hauptstadt sorgte die geringe Tiefe des Erdbebenherdes (nur rund 10 Kilometer) für die verheerende Wirkung des Bebens. Das Epizentrum des aktuellen Bebens liegt leicht südlich der Enriquillo-Plaintain Garden Störung. Diese Störung ist die südlichere von zwei größeren Störungen, an der die nordamerikanische Platte und die karibische Platte in Ost-West-Richtung mit rund 20 Millimeter pro Jahr aneinander vorbeigleiten. Dabei ist die Enriquillo-Plaintain Garden Störung alleine für rund 7 Millimeter pro Jahr gut. Die Störung hatte seit einigen Jahrzehnten keine größeren Erdbeben mehr produziert, so dass sich entsprechende Spannungen aufstauen konnten, bis sie sich dann schließlich am 12. Januar, 16.53 Ortszeit entluden. Allerdings wird sie für mehrere historische Erdbeben in der Region verantwortlich gemacht, so die Beben von 1860, 1770, 1761, 1751, 1684, 1673 und 1618. Ein direkter Nachweis für einen Zusammenhang fehlt aber noch.
Im Gelände kann man den Verlauf derartiger Störungen oft erkennen. Hier zum Beispiel wird der Verlauf der Störung durch ein langes Tal nachgezeichnet.

Weitere Beiträge zum Thema:
Warum passierte das Erdbeben in Haiti?  
Haiti Erdbeben update: die angekündigte Katastrophe?

Workshop on computer simulations and geochemical modelling

Via DMG Mailing list:

Dear Colleagues,

we would like to remind you that during 1-5 March the Institute of
Geosciences at the University of Frankfurt will host the Workshop
"From atomistic calculations to thermodynamic modelling".

This is the II workshop in this series. The aim is make a bridge
between experimental and quantum mechanical studies of minerals,
atomistic simulations of solid solutions, calculations of mineral and
solid-aqueous equilibria and Gibbs free energy minimization studies of
complex geochemical systems.

During the Tutorial the participants will be able to perform
force-field calculations with GULP, density functional theory
calculations with CASTEP via Materials Studio, simulate effects of
mixing with Virtual Solid Solution Laboratory, do phase equilibrium
calculations with PERPLEX and simulate solid-aqueous equilibria with
GEMS-PSI.

A more detailed information can be found at the website:
http://www.kristall.uni-frankfurt.de/workshop/

There are still few free places left, we encourage you to apply soon!

Goldschmidt 2010: June 13 - 18 Knoxville, Tennessee

Are you carrying out research on the mineralogy of dust or
the global impact of dust on climate and ecosystems?

In this case, Session 04f "Atmospheric Dust" at the
upcoming Goldschmidt Conference in Knoxville, TN provides
an ideal opportunity to present your work and to interact
with your international colleagues.

Convenors:
-    Reto Gieré, Germany
-    Bernard Grobéty, Switzerland
-    Peter Stille, France

Keynote Speaker: Peter Buseck (Arizona State
University) 


Description:
Particulate matter (PM) is ubiquitous in the atmosphere,
because it is generated through a wide range of natural
processes and human activities. In the recent past, PM
research was focused primarily on organic particles (e.g.,
soot, black carbon), produced through combustion processes
(e.g., forest fires, coal combustion). This session will be
centered on inorganic dust, which is abundant in the
atmosphere and thus has major impacts on e.g., climate,
glacial albedo, oceanic nutrient levels, and traffic. The
session aims to present recent developments in
mineralogical, geochemical and isotopic characterization of
both anthropogenic (e.g., combustion, abrasion,
construction) and naturally occurring inorganic dust (e.g.,
from volcanic eruptions or continental erosion). We invite
contributions on topics, such as, single-particle
mineralogical characterization; isotopic tracing;
inorganic–organic PM interaction (e.g. adsorption);
nutrient transport; quantitative distribution and source
allocation of various PM types; and interaction of PM with
soils, plants, glaciers, oceans and climate.

Goldschmidt 2010: June 13 - 18 Knoxville, Tennessee

<http://www.goldschmidt2010.org>

Session "Atmospheric Dusts" under Theme 04: Physics and
Chemistry of Earth Materials (Session 04f)

Abstract deadline: February 21

via DMG Mailing list

Mittwoch, 13. Januar 2010

Haiti Erdbeben update: die angekündigte Katastrophe?



In diesem Film von CNN wird noch einmal kurz der dem Erdbeben zugrunde liegende Mechanismus aufgezeigt. Zusätzlich wird auf ein Paper von Paul Mann et al. verwiesen, welches auf der 18th Caribbean Geological Conference im März 2008 in Santo Domingo, Dominikanische Republik, vorgestellt wurde. Dabei ging es um eine Risikoabschätzung der Enriquillo-Plantain Garden Störungssystems. Es wurde auf die hohe Spannung in dem Gebiet hingewiesen und darauf, dass hier seit ca. 40 Jahren eine sehr auffällige seismische Ruhe herrscht. Sie schätzten das Potential des Störungsystems auf rund 7,2 Moment-Magnitude (Mw), was ziemlich gut mit dem aktuellen Wert des Erdbebens vom 12. Januar (7,0 Mw) übereinstimmt.

update: Bilder des Erdbebens auf boston.com
Haiti bittet die Welt um Hilfe - Zeit online 
Spendenkonten für die Opfer des Erdbebens


Warum passierte das Erdbeben in Haiti?

Gestern, am 12. Januar um 16.53 Uhr Ortszeit wurde Haiti von einem schweren Erdbeben der Magnitude 7 erschüttert. Viele Gebäude, darunter auch der Präsidentenpalast in Port-au-Prince wurden zerstört und viele Menschen verloren ihr Leben. Die genaue Zahl der Toten steht noch nicht fest, wird aber möglicherweise hoch sein. Die Karte in Abb. 1 zeigt das Epizentrum und die Zentren der Nachbeben. Das Epizentrum lag rund 15 Kilometer von der Stadt entfernt in 10 Kilometer Tiefe. Die Nähe zur Stadt erklärt auch die große Zerstörung, welche die Stadt erfahren hat.



  (Abb.1: Epizentren vom Hauptbeben in Haiti und der Nachbeben sowie der dazugehörigen Störungen.Quelle: Earth Image of the Day)

Ursache für das Beben ist eine Blattverschiebung (strike-slip-fault), an der zwei Teile der Erdkruste seitlich aneinander vorbei gleiten (Abb.2). Der Hauptteil der Karibik befindet sich auf einer eigenen kleinen Platte, die von den großen Platten mit Nord- und Süd-Amerika umgeben ist. Diese beiden großen Platten bewegen sich im Verhältnis zur karibischen Platte mit einer Geschwindigkeit von rund 2 – 3 Zentimetern pro Jahr in Richtung Westen. Am östlichen Rand der karibischen Platte findet sich also eine direkt entgegen gesetzte Bewegung der beiden Platten statt und folglich liegt dort eine Subduktionszone mit dem entsprechenden Inselbogenvulkanismus. An ihrer nördlichen Grenze gleiten dagegen die karibische und die nordamerikanische Platte aneinander vorbei. Hier passierte auch das aktuelle Erdbeben. Hier ist die Kruste in mehrere kleinere Untereinheiten zerbrochen, so dass Bewegungen auch in größerer Entfernung zur eigentlichen Plattengrenze auftreten können. Eine dieser parallel zur Plattengrenzen verlaufenden Störungen, möglicherweise die Enriquillo-Störung, war dann auch die Ursache des Erdbebens. Aus plattentektonischer Sicht sind hier schwere Erdbeben durchaus an der nicht ungewöhnlich. Haiti ist als eines der ärmsten Länder der Welt aber vergleichsweise verwundbar und kann nur sehr wenig Vorsorge treffen.


(Abb. 2: Tektonische Situation in der Karibik mit dem Epizentrum. Quelle: USGS)

Schreie und Schutt - Zeit online
Heftiges Erdbeben erschüttert Haiti - Spon-Panorama

Nachtrag: Die American Geological Society hat einige ihrer Paper zum Thema Erdbeben in der Karibik online frei zugänglich gemacht.


Dienstag, 12. Januar 2010

Der längste Flug - Küstenseeschwalben als Rekordflieger



 (Abb. 1: Küstenseeschwalbe. Dirk Ingo Franke CC-by-sa-2.0)
In meiner Jugend fiel mir ein Buch von Jeremy Lucas in die Finger, in der er die Reise einer jungen Küstenseeschwalbe beschreibt, welche zum ersten mal ihre Geburtsregion in Schottland verlässt, um auf eine Reise um den halben Globus zu gehen. Eine Reise, die erst in der Antarktis endet, dort, wo die Küstenseeschwalben den Winter verbringen. Schon damals fand ich es faszinierend, wie diese doch recht kleinen und leichten Vögel diese enormen Entfernungen zurücklegen können. Immerhin wiegen sie nur knapp 125 g bei 38 cm Länge. Rund 40 000 Kilometer sollen diese Vögel pro Jahr zurücklegen. Jetzt hat man 11 Küstenseeschwalben mit Brutgebiet in Grönland und Island mit Geolokatoren ausgerüstet, um ihren Flug in den Süden zu verfolgen. Dabei fanden sich mehrere interessante Ergebnisse. Der erste ist schlicht der, dass die bisher angenommenen 40 000 Kilometer pro Jahr viel zu kurz gegriffen waren. Bis zu 80 000  (59 500 - 81 600) Kilometer legen die kleinen Vögel pro Jahr zurück. Das macht bei rund 30 Jahren Lebensdauer mehr als 2,4 Millionen Kilometer oder schlicht dreimal die Strecke zum Mond.


(Abb. 2: Küstenseeschwalbe, Verbreitung und Zuglinien. Rot - Sommer, Türkis - Winter. 

Auch die Zugwege sind komplexer als bisher angenommen. Die Vögel folgen grob den in Abb.2 gezeigten Routen. Die Grönländer ebenso wie das Exemplar aus Island überquerten den Atlantik, um sich auf der Höhe von Spanien und Nordafrika mit ihren Europäischen Artgenossen zu treffen. Allerdings legten sie östlich von Neufundland im tiefen Wasser einen Zwischenstopp ein, der rund 24 tage andauerte. Hier treffen kalte, nährstoffreiche nördliche Strömungen auf warme aus dem Süden. Von Westafrika flogen sie die afrikanische Küste entlang bis Kap Verde. Dort teilten sich die Routen. Sieben Vögel folgten der Küste Afrikas weiter in den Süden, während die anderen erneut den Atlantik überquerten und die brasilianische Küste südlich entlang flogen. Ab dem 38 - 40 südlichen Breitengrad schwenkten dann alle Tiere von südlicher in eine Ost-West Richtung um. Dabei flogen drei Vögel sogar bis weit (ca 105°E) in den Indischen Ozean. Den Südsommer verbrachten sie dann irgendwo südlich von 58° S und zwischen 0 - 61° W.
Ihren Rückflug begannen sie in der ersten Aprilhälfte. Dabei mieden sie die Nähe der Küste und flogen fast ausschließlich über tiefem Wasser in einem weiten, S-förmigen Bogen in den Norden.
Eine wirklich bewundernswerte Leistung und vielleicht einer der Gründe, warum die Küstenseeschwalbe mit zu meinen Lieblingsvögeln gehört.

Carsten Egevang, Iain J. Stenhouse, Richard A. Phillips, Aevar Petersen, James W. Fox, and Janet R. D. Silk: Tracking of Arctic terns Sterna paradisaea reveals longest animal migration. In: PNAS Early Edition. january 2010. doi:10.1073/pnas.0909493107

Evolution of the Earth in 60 seconds



via Weird Science

EXPERIMENTAL MINERALOGY, PETROLOGY and GEOCHEMISTRY EMPG XIII - International Conference

EXPERIMENTAL MINERALOGY, PETROLOGY and GEOCHEMISTRY
EMPG XIII - International Conference
April 12-14, 2010 - Toulouse, France

Due to the late starting of the online registration we are pleased to
inform you that the deadline for the abstracts submission to the EMPG
XIII is postponed by 15 days and now scheduled on the* 28th of January
2010.* Web-site:_ http://www.empg2010.com

_Make sure to arrive early in Toulouse to participate to the Ice-breaker
on Sunday evening at the Museum of Natural History and do not leave
before the Gala Dinner at the Salons Marengo on the roofs of Toulouse on
Tuesday night. (Included in registration fees)
See attached photo and link below
_http://www.museum.toulouse.fr/connaitre_museum_2/museum_histoire_naturelle_59/index.html?lang=fr
_

*Conference Themes
*Core and Mantle* (1)
*Volatiles in solids and melts, hydrous magmatism and fluid processes* (2)
*Deformation processes, transport properties, reaction mechanisms and
kinetics* (3)
*Melting, Chemical and Physical properties of melts and glasses* (4)
*Planets, planetary interior, meteorites and solar system materials* (5)
*Trace elements, isotopes and partitioning* (6)
*Biomineralisation, mineral surface properties and solution chemistry* (7)
*Applied Mineralogy, natural resources and geomaterials* (8)
*Phase equilibria, mineral chemistry and redox conditions* (9)
*Hydrothermal fluid chemistry* (10)
*New developments in experimental methods and open session* (11)*

(via DMG Mailing list)

Montag, 11. Januar 2010

Geovandalismus

Wenn man sich des öfteren in geologischen Aufschlüssen aufgehalten hat, hat man sie auch gesehen. Die Lebensspuren der Paläomagnetiker und Geochemiker. Kleine Bohrlöcher, aus denen sie ihre Proben genommen haben. Dabei kann eine übermäßige Probennahme auch den Aufschluss selber zerstören oder zumindest stark beschädigen. Normalerweise sicher kein Problem, wenn es sich um aktive Kliffs oder Steinbrüche handelt und so die Spuren der Probennahme rasch wieder beseitigt werden. Etwas anders mag es dort aussehen, wo die Aufschlüsse anerkannte Lehrbuchbeispiele geologischer Strukturen zeigen. Hier nimmt man die Proben besser an Stellen, die nicht direkt einsehbar sind. In Großbritannien hat man sich daher schon Ende der 1980´er Jahre Gedanken gemacht und einen Codex entworfen. Demnach sollen die Proben in möglichst an schlecht einsehbaren Stellen genommen werden, nur in der absolut nötigen Anzahl und es sollte anschließend versucht werden, die Löcher mit dem selben Material wieder abzudecken. Leider werden diese Richtlinien nicht immer und überall beherzigt. Das führte jüngst zu einigen sehr unschönen Probenahmeserien, bei denen bekannte und wichtige Aufschlüsse nahezu zerstört wurden. Die Scottisch Natural Heritage musste feststellen, dass besonders in ihrem Bereich einige der klassischen Lokalitäten von internationaler Bedeutung dem Forscherdrang zum Opfer gefallen waren. Darunter einige Stellen am Arthurs Seat in Edinburgh, hier besonders am Salisbury Craig. Auch ein Aufschluss in Clachtoll bei Stoer, nahe Ullapool, bei dem man eine Diskordanz sehen und bisher gut fotografieren konnte, die rund 1,2 Milliarden Jahre zwischen dem Torridonian und dem Lewisian Gneis repräsentiert. Jedenfalls bis 2006. Besonders traurig war der Verlust  (jedenfalls im fotografischen Sinn) einer Stelle bei Oban, bei der man Bilderbuch-Beispiele glazialer Sedimente aus dem Dalradian sehen konnte. Diese bereits 2005 beschädigte Lokalität war vom Geological Conservation Review als Site of Special Scientific Interest geführt worden.
Es ist traurig, wenn diese "nach uns die Sintflut" Mentalität Schule macht. Manche Lokalitäten sollten für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Auch sie stellen einen Teil unseres natürlichen Erbes dar, das es zu erhalten gilt.

Natürliche Auslese

Hier wird auf recht humorvolle Weise erklärt, warum die Menschheit nicht einfach immer klüger geworden ist und heute doch (zumindest gefühlt) die Vollhonks gegenüber uns Intelligenzbestien (puh! Eigenlob....) so in der Überzahl sind.

(abstruse goose, CC-by-nc3.0)

Neuzugang in der deutschen Geoblogosphäre

Es gibt einen Neuzugang in der deutschen Geoblogosphäre zu begrüßen. Hören tut er auf den klangvollen Namen And the Water seems inviting und auf Sendung ist er bereits seit November letzten Jahres. Die ersten Artikel sind schon einmal sehr vielversprechend. So wird unter anderem erklärt, dass der Name "Grönland" eben keine Widerlegung des Klimawandels bedeutet, sondern ein Marketing-Gag war.
Herzlich Willkommen!

via astrodictum simplex

Freitag, 8. Januar 2010

Erstes Video einer Sumatra-Tigerin mit Jungen

Auf diesem Video zeigt eine Sumatra-Tigerin mit ihren Jungen eindeutig ihr Interesse für eine Kamera der World Wildlife Federation. Mittlerweile dürfte es nur noch rund 400 Sumatra Tiger in freier Wildbahn geben. Es ist also fraglich, ob diese Unterart die Verfolgung durch Wilderer und die Zerstörung ihres Lebensraumes in Indonesien noch lange überstehen wird. Diese speziellen, vom Wild aktivierten Kameras werden vom WWF seit rund 5 Jahren verwendet, aber es ist das erste mal, das eine Tigerin mit ihren Jungen darauf zu sehen ist.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Spuren im Devon - Wann wurde das Land erobert?


So ähnlich wie dieser Acantostega gunnari muss der Verursacher der Spurenausgesehen haben.  
Mateus Zic, CC-by-3.0 Lizenz
Bislang ging man davon aus, dass die Eroberung des Landes irgendwann vor rund 375 Millionen Jahren statt fand. Darauf deuteten die ältesten Funde von Tetrapoden, also vierfüßigen Lebewesen hin. Eines der Wesen, die sich damals aufmachten, das Wasser zu verlassen, war Tiktaalik. Jetzt scheint ein neuer Fund aus einem Steinbruch in Polen den "großen Süßwasserfisch" ein wenig auf die undankbaren Plätze zu verweisen. Im heutigen Heiligkreuzgebirge im Südosten Polens lebte bereits vor rund 395 Millionen Jahren ein anderes vierfüßiges Wesen, welches seine Spuren in den Schlamm eines Wattengebietes prägte. Die Fußabdrücke, die ein Team um Per Ahlberg dort jetzt fand, sind damit noch rund 20 Millionen Jahre älter als Tiktaalik und immer noch rund 10 Millionen Jahre älter als die bisher sicher datierten ältesten Spuren der Elpistostegalia. Die verschiedenen Fährten, die man dort gefunden hat, wurden von ca. 40 bis 50 Zentimeter großen Tieren hinterlassen. Die größten Abdrücke deuten sogar auf rund zweieinhalb Meter große Tiere hin, die deutlich erkennbare Zehen besessen haben. Damit dürften sie in der Entwicklung vom Fisch zum Landlebewesen noch einen ganzen Schritt weiter gewesen sein als Tiktaalik, dessen Extremitäten noch in Flossenstrahlen endeten. Damit stehen die Elpistostegalia und Tiktaalik nicht mehr am Beginn des Überganges zum Landleben, sondern könnten "nur" noch später überlebende Relikte einer älteren Zeit darstellen.
Per Ahlberg et al.: Nature, Band 463, S. 43).doi:10.1038/nature08623
 Auf Nature gibt es noch einen schönen Podcast zum Thema: Walking with Tetrapods
 

Carl Sagan - words of pure poetry

Kein Wunder, dass die Worte von Carl Sagan so gerne als Grundlage für die Symphony of Science verwendet werden. Er benutzte in seinen Werken ja selber sehr oft Worte, die in meinen Augen absolut an Poesie grenzen. So auch in diesem Video, das sich auf seinen Text zum pale blue dot bezieht. Ich glaube, viel besser könnte man es nicht ausdrücken und würde diese Worte auch gerne in Stein gemeißelt sehen, damit all die Spinner unter uns, die für ihre kurzsichtigen egoistischen Interessen nur allzu gerne das Blut anderer Leute vergießen, sie immer vor Augen haben. Leider ist die Musik im Verhältnis zum Text etwas zu laut geraten.

Wissenschaft in Bildern

Beu Reuters findet sich eine Bildershow zum Thema Wissenschaft mit wirklich eindrucksvollen Bildern.

Symphony of Science - 'The Unbroken Thread' (ft. Attenborough, Goodall, Sagan)

Das ist der vierte Song aus der Serie "Symphony of Science", diesmal mit David Attenborough, Jane Goodall, und Carl Sagan.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Geologe, der 32. beste Job der Welt...

Jetzt wissen wir es ganz genau. Geologe ist unter den besten Jobs  die Nummer 32.

Ähem. Nun denn...

"Bissiger" Haiku

Carcharocles megalodonDas ist das wunderbare an den Creative Commons-Lizenzen. Manchmal werden andere Leute durch Werke unter diesen Lizenzen zu einer Weiterverarbeitung inspiriert. So wie mein Bild von den Kiefern eines Carcharocles megalodon. Das hatte Larry Bullock von Haiku 575 zu einem hübschen Haiku inspiriert:

Giant set of jaws
row upon row of sharp teeth
thankfully extinct

Dienstag, 5. Januar 2010

Digitale Naturfotografie

Steffen Göthling hat sich für das neue Jahr wieder etwas feines ausgedacht. Für alle Freunde der digitalen Naturfotografie wird das Buch Digitale Naturfotografie verlost. Man sollte nur einen Kommentar unter dem Blogbeitrag hinterlassen, welches Genre der Naturfotografie einen besonders reizt.

Montag, 4. Januar 2010

Richard Dawkins: Open Your Eyes

Das neue Blogjahr möchte ich mit einem Text von Richard Dawkins beginnen. Ich finde, es passt wunderbar zu diesem Jahresanfang. Allen Lesern wünsche ich ein wunderschönes neues Jahr.




via Johannes Lochmann
Research Blogging Awards 2010 Winner!
 
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