Samstag, 30. Oktober 2010

Tsunami-Warnung wurde ausgelöst; die Inseln im Sunda-Bogen stehen unter hohem Risiko

Weil ja in ersten Meldungen die Behauptung aufgetauch war, dass das auch mit deutscher Hilfe errichtete Tsunami-Warnsystem beim jüngsten Erdbeben in Indonesien nicht funktioniert hätte, bringe ich hier eine Pressemitteilung des Geoforschungszentrums in Potsdam, via Informationsdienst Wissenschaft. Dazu auch auf Mente et Malleo.

Tsunami-Warnung wurde ausgelöst; die Inseln im Sunda-Bogen stehen unter hohem Risiko
Informationen zum Tsunami-Alarm in Indonesien vom 25.10.2010
Am 25.10.2010 um 14:42:21 Uhr UTC (= 21:42:21 lokaler Zeit) ereignete sich etwa 25 km südwestlich der Pagai-Inseln im Sundabogen vor Sumatra (Indonesien) ein starkes, untermeerisches Erdbeben mit der Magnitude 7,8. Dadurch wurde ein Tsunami ausgelöst, der insbesondere die Mentawai-Inseln, zu denen Pagai gehört, stark verwüstete. Über die genaue Zahl der Erdbeben- und Tsunami-Opfer ist derzeit nichts genaues bekannt, erste Schätzungen gehen von mehr als 300 Toten aus.
Bereits um 14:47:06 Uhr UTC (21:47:06 Lokalzeit, also nach 04 Min 46 sec) wurde vom Warnsystem des Tsunami-Warnzentrums in Jakarta der Tsunami-Alarm ausgelöst. Aufgrund ihrer direkten Nähe zum Erdbebenherd traf der Tsunami etwa zeitgleich bereits auf die Insel Pagai, die wohl am stärksten betroffen ist, hier wurden viele Häuser durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami zerstört.
Die Tsunami-Warnung ging vom Warnzentrum über Satellit an rund 400 Einrichtungen wie Polizei, lokale Katastrophenschutzeinrichtungen. Auch über die Medien (TV, Radio, Internet) wurde zusätzlich gewarnt. Die Mentawai-Hauptinsel empfing diesen Alarm ebenfalls.
Entgegen anderslautender Meldungen haben sämtliche Komponenten des Tsunami-Frühwarnsystems GITEWS funktioniert; Meldungen über defekte oder gar mutwillig zerstörte Systemeinheiten entbehren jeglicher Grundlage. Die Erfassung des verursachenden Bebens durch das seismologische Netz erfolgte nahezu in Echtzeit, das zugehörige Lagebild zeigte relevante Warnstufen besonders für die westlichen Küstenabschnitte der Mentawai Inseln. Die Messung des Tsunamis an Pegelstationen auf den Inseln und an der Küste Sumatras erfolgte präzise, so zeigte die Station Padang den nach 55 Min. eintreffenden Tsunami mit 31 cm Wellenhöhe korrekt an. Der Unterschied in der Wellenhöhe zwischen der Pagai-Insel und der Küste Sumatras erklärt sich durch den Bebenprozess selbst: der größte Teil der Energie wurde in Richtung Südwest, auf das offene Meer abgestrahlt, zudem wirkten die Mentawai-Inseln wie ein Wellenbrecher in Richtung Sumatra-Hauptinsel. Daher konnt der Tsunami-Alarm bereits nach 56 Minuten wieder aufgehoben werden.
Wie beim Tsunami von Samoa vom 30.09.2009 zeigt sich hier, dass es einen umfassenden Schutz vor Erdbeben und Tsunamis nicht geben kann: direkt am Entstehungsort sind das Erdbeben und das Eintreffen des Tsunamis nahezu zeitgleich. Je größer die Entfernung zum Erdbebenort ist, desto länger ist die Vorwarnzeit. Für die Bewohner der Inselkette vor Indonesien ist das Risiko sehr hoch. Das Vorhandensein eines funktionierenden Tsunami-Frühwarnsystems darf nicht in einen kompletten Schutz vor der Katastrophe umgedeutet werden. Gerade dieses trügerische Sicherheitsgefühl zu bekämpfen, ist Teil der Arbeiten für das Tsunami-Frühwarnsystems für Indonesien.

Abb. in druckfähiger Auflösung finden sich unter:
http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Public+Relations/M40-Bildarchiv/Tsunami_Okt...
Informationen zum Beben finden sich unter:
http://geofon.gfz-potsdam.de/db/eqpage.php?id=gfz2010uxkl

Schmilzt das Eis am Südpol?

Schmilzt das Eis am Südpol?
Erstmals beobachten Schwerefeldsatelliten die Eismassenschwankungen des Antarktischen Eisschilds durch El Nino
Die Veränderung in der Eismasse der Antarktis ist eine kritische Größe im globalen Klimageschehen. Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ fanden nun heraus, dass die Massenvariationen von Jahr zu Jahr in der westlichen Antarktis im Wesentlichen auf Niederschlagschwankungen zurückgehen, die merklich durch das Klimaphänomen El Nino gesteuert werden. Sie untersuchten die GFZ-Daten der deutsch-amerikanischen Satellitenmission GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment). Die Untersuchung zeigte dabei beträchtliche regionale Unterschiede im westlichen Küstenbereich der Südpolregion.
Zwei Gebiete in der Antarktis sind nämlich wegen ihrer möglichen Sensitivität gegenüber globalen Klimaveränderungen von besonderem Interesse: die Antarktische Halbinsel, wo gegenwärtig eine den globalen Mittelwert überschreitende Erwärmung und das Verschwinden großer Schelfeisgebiete zu beobachten sind, sowie das Amundsen-Gebiet der West-Antarktis, in der derzeit die größten Fließgeschwindigkeiten und Massenverluste des Antarktischen Eisschildes auftreten. Für einige Gletscher verringert sich dabei rapide die Eismächtigkeit, Gletscher und Eisströme weichen hier deutlich ins Landesinnere zurück. Beide Regionen tragen derzeit mit ca. 0,3 Millimeter pro Jahr beträchtlich zur globalen Meeresspiegeländerung von etwa drei Millimetern pro Jahr bei.
In der Studie wurde einerseits die Massenbilanz beider Regionen aus Schwerefelddaten der Satellitenmission GRACE neu bestimmt. Dabei fielen die Schätzungen deutlich niedriger aus als bei konventionellen Massenbilanzverfahren. „In der GRACE-Zeitreihe konnte zum ersten Mal direkt beobachtet werden, wie die Eismasse in den beiden Gebieten durch Schwankungen im Niederschlag von Jahr zu Jahr variiert,“ sagte dazu der GFZ-Wissenschaftler Ingo Sasgen. Es ist seit längerem bekannt, dass das pazifische El Nino-Klimaphänomen und der Schneefall in der Antarktis miteinander zusammenhängen. Auch das Komplementärstück zur El Nino-Warmphase, die unter dem Namen La Nina bekannte Kaltphase wirkt auf das Klima ein: „So führen die kühleren La Nina-Jahre zu einem ausgeprägten Tiefdruckgebiet über der Amundsen-See, was hohe Niederschläge entlang der Antarktischen Halbinsel begünstigt - die Eismasse nimmt dort zu. Im Amundsen-Gebiet dagegen dominiert zu diesen Zeiten trockene Luft aus dem Landesinneren. El Nino-Jahre mit ihren Warmphasen führen zu genau umgekehrten Mustern: Niederschlags- und Massenabnahme in der Antarktischen Halbinsel, bzw. Zunahme im Amundsen-Gebiet“, erläutert Professor Maik Thomas, Leiter der Sektion „Erdsystem-Modellierung“ am GeoForschungsZentrum (Helmholtz-Gemeinschaft).
Die Erfassung der gesamten Eismassen am Südpol und ihre Veränderung ist eine zentrale Aufgabe der Klimaforschung und wirft noch viele ungeklärte Fragen auf. Grundsätzlich konnte die Studie zeigen, dass die kontinuierlichen Schwerefelddaten der Satellitenmission GRACE ein weiteres wichtiges mittelfristiges Klimasignal enthalten.
Sasgen, I. Dobslaw, H., Martinec, Z. and Thomas, M.: „Satellite Gravimetry Observation of Antarctic Snow Accumulation Related to ENSO“, Earth and Planetary Science Letters (2010), doi:10.1016/j.epsl.2010.09.015 .
Abbildungen in druckfähig Auflösung finden sich unter:
http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Public+Relations/M40-Bildarchiv/Bildergaler...

via Informationsdienst Wissenschaft

Kick-Off der virtuellen Klimakonferenz KLIMA 2010/CLIMATE 2010 in der Hansestadt

Termin: 01.11.2010 ab 10:00 - 07.11.2010 19:00
Anmeldeschluss: 20.10.2010
Veranstaltungsort:
HAW Hamburg
Berliner Tor 21 (Aula)
20099 Hamburg
Hamburg
Deutschland
Zielgruppe: Journalisten, Wissenschaftler
Kategorie: überregional

Biologie, Energie, Geowissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
Eintrag: 15.10.2010

Katharina Ceyp-Jeogakopulos, Presse und Kommunikation

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
institutionlogo
Klimawandel und nachhaltiges Management von Wasserressourcen erfordern grenzüberschreitende Lösungen. HAW Hamburg lädt ein zum öffentlichen Kick-Off-Event. Hochkarätige Referenten läuten die vom 1. bis zum 7. November dauernde Konferenzwoche ein.
Im Vorfeld der nächsten Runde der internationalen UN-Klimaschutzverhandlungen in Cancún/Mexico thematisiert die weltweite, wissenschaftliche und CO2-freundliche Onlinekonferenz KLIMA 2010/CLIMATE 2010 (http://www.climate2010.net) die Frage, welchen Einfluss der Klimawandel auf das Management der weltweiten Wasserressourcen haben wird. Bereits zum dritten Mal wird die Klimakonferenz von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) organisiert.

Unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers Dr. Norbert Röttgen können sich Forscher, Unternehmen, Behörden genauso wie die interessierte Öffentlichkeit auf der Konferenzplattform unter http://www.klima2010.net (deutsche Seite) und http://www.climate2010.net (internationale Seite) vom 1. bis 7. November 2010 über den Klimawandel informieren und miteinander diskutieren. Ziel der Online-Konferenz ist es, die Suche nach globalen und regionalen Lösungen gegen die Folgen des Klimawandels für die Wasserversorgung voranzutreiben und die Dringlichkeit der Thematik ins Licht der breiten Öffentlichkeit zu rücken.

Das Forschungs- und Transferzentrum „Applications of Life Sciences“ der HAW Hamburg lädt ein zur offiziellen öffentlichen Eröffnungsveranstaltung am:

Montag, den 1. November 2010,
10.00 bis 13.30 Uhr,

Während der Eröffnungsveranstaltung nehmen hochkarätige Referenten zu wasserwirtschaftlichen Aspekten des Klimawandels Stellung:

• Dr. Michael Kurt Klingler, Internationale Wasserpolitik und Infrastruktur (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH)
• Rainer Scheppelmann, Internationale Klimaschutzkooperation (Leitstelle Klimaschutz)
• Prof. Dr. Walter Trösch (Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB)
• Klaus Krieger (Hamburg Wasser)

Fakten zur Klimakonferenz im Netz: http://www.klima2010.net
1. bis 7. November 2010 online und klimaneutral

Veranstalter: Forschungs- und Transferzentrum „Applications of Life Sciences“, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg)
Leiter der Konferenz: Prof. Dr. Dr. h.c. (mult.) Walter Leal

Offizielle Konferenzpartner sind das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Weltklimarat (IPCC), die Welternährungsorganisation, das Sahara and Sahel Observatory, die Global Water Partnership (GWP), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die KfW Entwicklungsbank sowie weitere renommierte Organisationen. Diverse Medienpartner wie die WELT Gruppe, NDR Info oder auch Comment:Visions begleiten die interaktive Konferenz. Auch die Daimler AG unterstützt wie in den letzten Jahren erneut die Onlinekonferenz.

Weitere Informationen:
Die Veranstalter: Das Forschungs- und Transferzentrum „Applications of Life Sciences“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg wurde im August 2007 gegründet und wird von Professor Walter Leal geleitet. Es bietet lokale, nationale und internationale projektbezogene Lösungsansätze – vor allem auf dem Gebiet der Life Sciences (inklusive Biotechnologie, Medizintechnik, Pharma- und Umweltschutztechnik) sowie bei übergeordneten Themen wie Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Kontakt und Rückfragen
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Forschungs- und Transferzentrum "Applications of Life Sciences"
Franziska Mannke
Lohbrügger Kirchstraße 65, 21033 Hamburg
Tel.: +49.40.42875-6324, Fax : +49.40.42875-6079
e-mail: franziska.mannke@haw-hamburg.de oder info@klima2010.net.

http://www.haw-hamburg.de
http://www.haw-hamburg.de/ftz-als.html
Hinweise zur Teilnahme:
Anmeldung bis 20. Oktober 2010 per E-Mail an klima@ls.haw-hamburg.de

Die Veranstaltung ist für alle kostenfrei.

Freitag, 29. Oktober 2010

Geo-Video: Just another day on the beach? - New Zealanders remember their tsunami experience

Video: Vulkanische Asche und Düsentriebwerke

Was passiert eigentlich, wenn vulkanische Asche in ein Düysentriebwerk gerät? Dieses Video zeigt Versuche dazu.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Münchner „Centrum für Geodätische Erdsystemforschung“ (CGE) gegründet

München. Mit der heutigen Unterzeichnung des Kooperationsvertrags gründen die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die TU München und die Deutsche Geodätische Kommission (DGK) mit dem Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut (DGFI) das „Centrum für Geodätische Erdsystemforschung“. Seine Aufgabe ist die Erforschung des globalen Wandels durch Messung der dadurch erzeugten Veränderungen in der festen Erde, den Ozeanen, den Eiskappen und der Atmosphäre sowie die Analyse dieser Veränderungen bezüglich der verursachenden physikalischen Prozesse.
Den Vertrag zur Einrichtung eines „Centrums für Geodätische Erdsystemforschung“ (CGE) unterzeichneten der Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Dietmar Willoweit, der Präsident der Technischen Universität München, Wolfgang A. Herrmann, der Vorsitzende der Deutschen Geodätischen Kommission, Reinhard Dietrich, und der Direktor des Deutschen Geodätischen Forschungsinstituts, Hermann Drewes.

Die Geodäsie ist in der Lage, mit modernen Satelliten- und Weltraumbeobachtungen kleinste Deformationen der Erdkruste, Veränderungen des Erdschwerefeldes und der Erdrotation sowie Variationen des Meeresspiegels zu erfassen. Die Messungen, die heute fast ausschließlich durch die Laufzeit elektromagnetischer Wellen gegeben sind, haben durch immer genauere Uhren eine unvorstellbare Präzision im Millimeter-Bereich erreicht. Leistungsfähige Computer können alle global gewonnenen Daten gemeinsam auswerten und damit zuverlässige Informationen über den globalen Wandel geben. So werden Strecken zwischen Stationen auf verschiedenen Kontinenten und die Höhe des Meeresspiegels kontinuierlich mit wenigen Millimetern Unsicherheit bestimmt.

In München sind verschiedene Institutionen mit der geodätischen Forschung befasst. 2005 hat der Deutsche Wissenschaftsrat eine Begutachtung des DGFI durchgeführt und dessen bedeutende internationale Stellung hervorgehoben. Er sprach zugleich die Empfehlung aus, das DGFI enger mit den geodätischen Institutionen der TU München zu verbinden und Überlegungen zur Bereinigung der unübersichtlichen Strukturen der geodätischen Forschungseinrichtungen am Standort München anzustellen. Daraufhin erarbeitete das DGFI gemeinsam mit dem Institut für Astronomische und Physikalische Geodäsie (IAPG) und der Forschungseinrichtung Satellitengeodäsie (FESG) der TU München sowie dem Bereich Geodäsie der Kommission für Erdmessung und Glaziologie (KEG) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die gemeinsame wissenschaftliche Struktur des neuen „Centrums für geodätische Erdsystemforschung“. Akademiepräsident Dietmar Willoweit lobt die Kooperation „als ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Errichtung eines Zentrums für Erdsystemforschung, in das weitere Bereiche der Erdsystemforschung an der LMU München und die Gletscherforschung der Akademie einbezogen werden sollen“.

Da die einzelnen Institutionen an verwandten Themen forschen, wollen sie nun durch die Kooperation ihr Wissen und ihre Kapazitäten bündeln, um mit Gewinn sowohl langfristige Forschungsarbeiten durchführen, neueste Entwicklungen schnell aufgreifen und über die Lehre den Wissenstransfer in die Praxis gewährleisten zu können. In Zukunft sollen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von DGFI und KEG an der Lehre beteiligt werden. Die Stelle des Direktors des DGFI wird künftig im Wege einer gemeinsamen Berufung mit der TU München besetzt.

Das wissenschaftliche Programm des CGE gliedert sich in fünf Forschungsbereiche: Geometrie, Schwerefeld, Erdsystemmodellierung, Methodik und neue Technologien. Am 22. und 23. November 2010 wird ein unabhängiger, international zusammengesetzter wissenschaftlicher Beirat in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften das Forschungsprogramm begutachten. Im Januar 2011 beginnen die gemeinsamen Arbeiten nach diesem Programm.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, gegründet 1759, ist eine der größten und ältesten Akademien in Deutschland. Sie ist zugleich Gelehrtengesellschaft und Forschungseinrichtung von internationalem Rang. In 42 Kommissionen mit rund 330 Mitarbeitern betreibt sie Grundlagenforschung in den Geistes- und Naturwissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf langfristigen Vorhaben, die die Basis für weiterführende Forschungen liefern und die kulturelle Überlieferung sichern, darunter kritische Editionen, wissenschaftliche Wörterbücher sowie exakt erhobene Messreihen. Sie ist ferner Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, eines der größten Supercomputing-Zentren Deutschlands, und des Walther-Meißner-Instituts für Tieftemperaturforschung.

via
Informationsdienst Wissenschaft

Geringere vermutete Öl- und Gasreserven in Alaska

Der USGS hat die Vermuteten Öl- und Gasreserven in Alaska deutlich verringert. Und zwar auf ein zehnntel des alten Wertes von 2002. Das bedeutet, dass nach neueren Erkenntnissen nur noch 896 Millionen barrel Öl unter der Erde Alaskas schlummern, anstatt wie noch 2002 angenommen 10,6 Milliarden. Beim Gas sieht die Sache nicht anders aus. 

Dienstag, 26. Oktober 2010

Riesiges Bernsteinvorkommen in Indien entdeckt

Seit zwei Jahren untersuchen Forscher der Universität Bonn zusammen mit indischen und US-Kollegen Bernsteinfunde aus dem Nordwesten Indiens. Inzwischen zeigt sich, dass es weltweit möglicherweise eines der größten Bernsteinvorkommen ist, das bislang entdeckt wurde. Die in das fossile Harz eingeschlossenen Insekten werfen ein neues Licht auf die Geschichte des Subkontinents: Dieser scheint längst nicht so lange isoliert durch die Weltmeere gedriftet zu sein wie bislang vermutet. Die Forscher berichten in der Zeitschrift PNAS über den 50 Millionen Jahre alten Schatz, der erst ansatzweise gehoben ist (doi: 10.1073/pnas.1007407107).

Wer stolz darauf ist, einen Bernstein mit einem darin eingeschlossenen Tierchen sein Eigen zu nennen, der sollte jetzt vielleicht nicht weiter lesen: Was da im Jahrmillionen alten Baumharz zu sehen ist, ist nämlich praktisch immer nur eine hauchdünne Fassade. Würde man den Stein auseinander sägen, fände man nichts weiter als einen Hohlraum, ausgekleidet mit einer Art „Insekten-Fototapete“.
Anders sieht es mit dem Bernstein aus, den der Bonner Paläontologe Professor Dr. Jes Rust und seine Kollegen seit zwei Jahren untersuchen. Die an Kräuterbonbons erinnernden Brocken haben es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Sie enthalten zahlreiche Insektenleichen, die trotz ihrer 50 Millionen Jahre währenden Gefangenschaft teilweise extrem gut erhalten sind. Noch besser: Das versteinerte Harz lässt sich auch noch sehr leicht dazu überreden, seinen Inhalt wieder freizugeben. „Der Bernstein ist nur unvollständig polymerisiert und lässt sich daher leicht auflösen“, erklärt Rust. Mehr als 700 Gliederfüßer aus 55 verschiedenen Tierfamilien haben die Forscher darin bislang gefunden – größtenteils Insekten, aber auch Spinnen, Milben und Pflanzenreste.

Die unansehnlich braunen Brocken stammen von der Küste der nordwestindischen Provinz Gujarat. Ihr Inhalt wirft ein neues Licht auf die Geschichte des Subkontinents: Dieser soll nämlich vor 160 Millionen Jahren von der ostafrikanischen Landmasse „abgebrochen“ und dann isoliert durch die Weltmeere gedriftet sein – mit einem hohen Tempo von etwa 20 Zentimetern pro Jahr. Erst vor etwa 50 Millionen Jahren ist Indien dann mit Asien zusammen gestoßen. Bei diesem Crash hat sich der Himalaja aufgefaltet.

Wenn das so stimmt, müsste Indien einhundert Millionen Jahre lang völlig isoliert gewesen sein. Diese Zeit müsste gereicht haben, um eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entstehen zu lassen. Der indische Bernstein ist vor 53 Millionen Jahren entstanden. Ähnlich wie ein uraltes Foto zeigt er also, wie das Leben in Indien kurz vor dem Zusammenstoß mit dem asiatischen Kontinent aussah. Diese Momentaufnahme  sollte dann also eigentlich vor allem Tierarten zeigen, die es anderswo nicht gibt.

Insel-Hopping vor dem großen Crash

Genau das tut sie aber nicht: Ähnliche Insekten-Fossilien wie in Gujarat wurden auch in Europa oder gar in Mittelamerika gefunden. „Das spricht dafür, dass es schon lange vor Entstehung des Bernsteins einen regen Artenaustausch gegeben hat“, spekuliert Rust. Möglicherweise gab es damals an der Grenze zwischen den Kontinentalplatten lange Ketten vulkanischer Inseln, ähnlich wie heute in Japan oder Indonesien. Per „Insel-Hopping“ könnten sich so die Insektenarten in Indien und Asien vermischt haben – und das schon viele Millionen Jahre vor dem großen Crash. Von Asien aus hätten sie sich dann weiter ausgebreitet.

Auch der Bernstein als solcher wirft Rätsel auf: Dass Pflanzen oder Tiere im Baumharz kleben bleiben und schließlich davon umschlossen werden, passiert nämlich ziemlich häufig. Normalerweise verwesen sie dann jedoch mit der Zeit. „In unserem Bernstein scheint dagegen irgendein Bestandteil des Harzes die Insekten imprägniert zu haben“, sagt Rust.

Zudem stammt das Harz augenscheinlich von Bäumen aus der Familie der Flügelfruchtgewächse, die ihren Verbreitungsschwerpunkt heute im indo-malayischen Raum haben. Bislang dachte man, dieser Pflanzentypus habe seine Blütezeit vor 25 Millionen Jahren erlebt. Jes Rust: „Der indische Bernstein beweist, dass dort bereits vor mehr als 50 Millionen Jahren ausgedehnte tropische Wälder von Flügelfruchtgewächsen existiert haben müssen. Das ist ein große Überraschung.“

via
Informationsdienst Wissenschaft

Video: Facebook & Twitter security FAIL (& how you can stay safe)

Ein wirklich wichtiger Tipp, um seine Passwörter im Internet zu sichern. Wer hätte geglaubt, wie leicht sonst Passwörter und Accounts von sozialen Netzwerken und dergleichen zu hacken sind. In dem Video wird nicht nur sehr plakativ die Sicherheitslücke vorgeführt, sondern auch die entsprechenden Gegenmaßnahmen.



via Zeit.de

Montag, 25. Oktober 2010

Video: Die Entstehung des Mondes

In diesem Video wird die aktuelle Vorstellung von der Entstehung des Mondes dargestellt. Dabei ist ein rund marsgroßer Himmelskörper mit der noch jungen Erde kollidiert. Mitgewirkt an dem Video hat auch William K. Hartmann, der maßgeblich an der aktuellen Kollisionstheorie mitgewirkt hat.


via Solscape

Freitag, 22. Oktober 2010

Stichwort Rotschlamm

Nachdem am 4.Oktober in Ungarn oberhalb des Dorfes Kolontár ein Becken mit Rotschlamm nach einem Dammbruch seinen Inhalt in die unterhalb gelegenen Dörfer ergoss und etliche Menschen dabei umkamen, ist Rotschlamm wohl jedem ein Begriff. Hierzu auch ein Video aus der Reihe "Periodic Table of Videos.



Donnerstag, 21. Oktober 2010

Eiskalte Eruptionen – Satellitenaufnahmen sollen vor Vulkanausbrüchen warnen

Land der Extreme: Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und gleichzeitig zu rund zehn Prozent von Gletschern bedeckt. Die vulkanische Aktivität ist für die Bewohner der Insel eine Gefahr, kann aber auch – wie die jüngsten Ausbrüche eindrucksvoll zeigten – für den europäischen Flugverkehr zum Risiko werden. Als Leiter eines Radarsatellitenprojekts mit dem deutschen Satelliten TerraSAR-X hat der LMU-Geologe Dr. Ulrich Münzer im März und April in einer internationalen Zusammenarbeit die Vulkanausbrüche und ihre Auswirkungen nahezu in Echtzeit überwacht.
Land der Extreme: Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und gleichzeitig zu rund zehn Prozent von Gletschern bedeckt. Die vulkanische Aktivität ist für die Bewohner der Insel eine Gefahr, kann aber auch – wie die jüngsten Ausbrüche eindrucksvoll zeigten – für den europäischen Flugverkehr zum Risiko werden. Als Leiter eines Radarsatellitenprojekts mit dem deutschen Satelliten TerraSAR-X hat der LMU-Geologe Dr. Ulrich Münzer im März und April in einer internationalen Zusammenarbeit die Vulkanausbrüche und ihre Auswirkungen nahezu in Echtzeit überwacht.
Darauf aufbauend soll nun ein satellitengestütztes Frühwarnsystem eingerichtet werden. Grundlage der Analysen sind hochauflösende Radaraufnahmen des Satelliten TerraSAR-X, der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen betrieben wird. „Wir konnten die Ausbrüche Fimmvörduháls und am Eyjafjallajökull in einer sehr engmaschigen Zeitserie verfolgen und erstmals auch einen Gletscherlauf im Detail erfassen“, berichtet Münzer. „Möglicherweise können in Zukunft Vulkanausbrüche unter Gletschern und andere Naturereignisse fast lückenlos überwacht werden. Ab nächstem Jahr soll auch der Schwestersatellit TanDEM-X Daten liefern und so mit dem TerraSAR-X ein globales Oberflächenmodell der Erde mit bislang unerreichter Genauigkeit ermöglichen.“ (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation, Oktober 2010)

Island ist ein geologischer Hotspot mit beeindruckender Bilanz: Seit der letzten Eiszeit sind auf der Insel etwa 200 Vulkane ausgebrochen und haben dabei bis zu 500 Kubikkilometer Magma, also flüssiges Gestein aus dem Erdinneren, zutage gefördert. Seit der Besiedlung Islands vor mehr als 1.100 Jahren sind noch immerhin rund 30 Vulkansysteme aktiv. Feuer bestimmt die Geologie der Insel aber nicht allein: Zu rund zehn Prozent liegt Island unter Eis. „Unter den Gletschern gibt es gewaltige subglaziale Vulkanausbrüche, die durch seismische Aktivitäten ausgelöst werden“, berichtet Dr. Ulrich Münzer vom Department für Geo- und Umweltwissenschaften, Sektion Geologie, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. „Die Eruptionen schmelzen große Teile des Eises ab, was zu verheerenden Gletscherläufen führen kann.“

Bislang konnten subglaziale und frei an der Erdoberfläche ablaufende Ausbrüche nicht zuverlässig und vor allem nicht frühzeitig vorhergesagt werden. Seit 2008 liefert der Radarsatellit TerraSAR-X, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR betreibt, aber aus mehr als 500 Kilometern Höhe hochauflösende Daten bis zu einer Bodenauflösung von einem Meter. „Der Satellit hat eine Wiederholungsrate von elf Tagen, um die gleiche Orbitposition zu bekommen“, berichtet Münzer. „Weil Island so weit nördlich liegt, können die Untersuchungsgebiete auf der Insel fast täglich zweimal aufgenommen werden. Die Satellitendaten stehen uns Forschern dann wenige Stunden nach der Aufnahme zur Verfügung.“

Damit ist erstmals eine satellitengestützte Überwachung fast in Echtzeit möglich. Dies wiederum erlaubt auch eine Frühwarnung vor Eruptionen, weil Veränderungen am Vulkan lückenlos verfolgt und untersucht werden können. Das Team, dem neben Münzer auch isländische Wissenschaftler sowie Glaziologen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und des DLR angehören, konnte sogar einen Gletscherlauf im Detail erfassen. Dabei lässt ein Vulkanausbruch gigantische Mengen Eis abschmelzen, die in kurzer Zeit ablaufen und ganze Landstriche verwüsten können – was eine Frühwarnung essenziell macht.

Wie einige andere isländische Zentralvulkane liegt auch der 80 Quadratkilometer große Eyjafjallajökull unter Eisschichten, die bis zu 200 Meter dick sind. Noch mächtiger aber ist der benachbarte Myrdalsjökull unter 600 Quadratkilometern Eisfläche mit dem Vulkan Katla, der kontinuierlich durch TerraSAR-X überwacht wird, weil ein Ausbruch seit Längerem erwartet wird. Ab 2011 soll TerraSAR-X in engem Formationsflug mit dem Schwestersatelliten TanDEM-X den Planeten vermessen. „Innerhalb von knapp drei Jahren soll die gesamte Landfläche der Erde aufgenommen werden“, sagt Münzer. „Das wird uns neue aktuelle digitale Oberflächenmodelle von bislang unerreichter Genauigkeit liefern“. (suwe)

Publikation:
„NRT-Monitoring am Vulkanausbruch Eyjafjallakökull (Island) mit TerraSAR-X“, Ulrich Münzer et.al., Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation, PFG 2010, Heft 5, S. 337-352, Oktober 2010 DOI: 10.1127/1432-8364/2010/0060

via Informationsdienst Wissenschaft

Junge Forscher diskutieren über das globale Problem der Wasserknappheit

Weltweite Probleme der Wasserknappheit stehen im Mittelpunkt einer interdisziplinären „Herbstschule“ des Marsilius-Kollegs, die vom 9. bis 17. November 2010 an der Universität Heidelberg stattfindet. Eine Forschungsgruppe des Kollegs unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Aeschbach-Hertig (Umweltphysik), Prof. Dr. Olaf Bubenzer (Geographie) und Prof. Dr. Ute Mager (Rechtswissenschaft) hat dazu namhafte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zu Vorträgen und Diskussionen mit 30 ausgewählten Nachwuchswissenschaftlern aus dem In- und Ausland eingeladen. Die Veranstaltung wird von der BASF SE gefördert, die auch an der Durchführung der „Herbstschule“ beteiligt ist.
 Die Herbstschule des Marsilius-Kollegs wird im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg (IWH) durchgeführt. Nähere Informationen zu der Veranstaltung können im Internet unter der Adresse http://www.bridging-the-water-gap.uni-hd.de abgerufen werden.

International Stratigraphic Chart

Die International Stratigraphic Chart in der Version von 2009 kann unter http://www.stratigraphy.org/upload/ISChart2009.pdf als pdf heruntergeladen werden.

via Carbonate Sedimentology

Wo Elefanten zu Zwergen werden

Manchmal fühlt man sich klein. Das kann auch großen Leuten passieren. Und dann muss man sich auch mal auf die Hinterbeine stellen. Das geht nicht nur uns Menschen so, sondern auch Elefanten. Sehr schön zu erkennen auf dem Bild im zoonar-Blog. Dort wird nämlich heute der Tierfotograf Stephan Tüngler vorgestellt.

Entfernte Galaxie in einem jungen Universum

Europäischen Astronomen haben mit Hilfe des VLT die bisher entfernteste galaxie aufgenommen. Runde 13 Milliarden Lichtjahre entfernt von der Erde befindet sich UDFy-38135539. das Licht dieser Galaxis stammt also aus einer Zeit, in der das Universum mit rund 600 Millionen Jahren noch ziemlich jung war und sich dementsprechend von unserem heutigen Anblick unterschied.


Astronomen entdecken am weitesten entfernte Galaxie - wissenschaft.de

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Geo-Video: Neue Hydrothermalquellen entdeckt

Bremer Wissenschaftlern vom MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften Bremen,  an Bord des Forschungsschiffes Meteor haben rund 500 Kilometer südwestlich der Azoren neue, bislang unbekannte Hydrothermalquellen entdeckt. Möglich wurde das durch den Einsatz eines neuen, so genannten Fächerecholotes, welches die Wassersäule bis zum Meeresboden in bisher unerreichter Genauigkeit bildlich darzustellen. Damit entdeckten die Wissenschaftler eine Fahne von Gasbläschen im Wasser. Anschliessend bestätigte eine Tauchfahrt mit dem Tauchboot Marum-Quest die Entdeckung. Die bsiherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass es weit mehr kleinere, aktive Gebiete entlang der ozeanischen Rücken geben könnte, als bislang angenommen. Hydrothermale Quellen könnten auf diese Weise mehr zum Wärmebudget der Meere beitragen als bislang vermutet.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Geschiebesammlertreffen am 30. und 31. Oktober in Eutin-Sielbeck

Liebe Sammlerfreunde,

am 30. und 31. Oktober findet wieder das alljährliche Geschiebesammlertreffen in Eutin-Sielbeck statt. Seit fast 40 Jahren treffen sich Sammler aus ganz Norddeutschland einmal im Jahr, um sich auszutauschen, neue Funde zu zeigen, Bestimmungshilfen zu bekommen, u.v.m.

Der Samstag-Vormittag ist der Ausstellung und Präsentation von Fundstücken gewidmet. Klönschnack und Fachsimpeln gehören dazu. Jeder darf hier neue Funde vorstellen, aber auch problematische oder unbekannte Stücke zeigen. Gemeinsam lässt sich so manches Rätsel lösen. Am Nachmittag gibt es einige Vorträge. Der Abend klingt mit einem gemütlichen Beisammensein aus.

ACHTUNG! Auf der diesjährigen Mineralien-Messe in Hamburg ist eine größere Feuersteinausstellung geplant. Dazu gehören auch einige Fossil-Vitrinen, die noch gefüllt werden müssen. Wir brauchen dafür noch ein paar optisch ansprechende oder seltene Feuerstein-Fossilien. Haben Sie Haizähne, Fische, Seeigel mit Stacheln, Seesterne, Krebse, Ammoniten, Nautiliden, Schnecken oder andere Besonderheiten, die Sie für die Ausstellung zur Verfügung stellen können? Wenn ja, bringen Sie diese doch bitte nach Eutin-Sielbeck mit oder schicken Sie eine e-mail (mit Fund-Foto) an info(at)fossilbuch.de. Selbstverständlich erhalten Sie Ihre Funde nach der Messe umgehend und unversehrt zurück! Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!

Am Sonntag steht eine gemeinsame Exkursion an die Küsten oder in die Kiesgruben Ostholsteins auf dem Programm, näheres dazu wird auf dem Treffen bekannt gegeben.

Jeder ist herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist nicht Vereine oder Sammlergruppen gebunden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer allerdings im Uklei-Fährhaus übernachten möchte, sollte dort direkt buchen. Dort kann man auch sehr gut 'à la Carte' essen.

Der Tagungsort: http://www.uklei-faehrhaus.de

Das Programm finden sie hier: http://strandsteine.de/GS-Treffen.htm

Um den Vortragenden zumindest die Fahrtkosten erstatten zu können, wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von 3,00 Euro erbeten.

Die ersten chilenischen Bergleute sind oben!

Das sind die Bilder, auf die wir lange gewartet haben. 69 Tage waren die chilenischen Bergleute in der Tiefe gefangen, während sich oben die Rettungskräfte mühten. Und jetzt ist es endlich so weit. Die ersten 5 Bergleute sind oben und auf dem flickr-Blog und unter rescate mineros sind die ersten Bilder der Rettung zu finden. Jetzt heisst es Daumen drücken, bis auch der Letzte aus der Tiefe wieder ans Tageslicht gekommen ist. Und ein herzliches "Glück auf" von hier aus Hamburg!
First miners in Chile rescued - flickr blog
rescate mineros

Dienstag, 12. Oktober 2010

Asteroid fliegt an der Erde vorbei

 (Credit: NASA/JPL)
Heute, um 10:51 UTC hat ein kleiner Asteroid mit der Bezeichnung 2010 TD54, die Erde in einem Abstand von nur rund 45 000 Kilometern passiert. Mit einem Durchmesser von 5 bis 10 m hätte er auch bei einem Treffer die Erdoberfläche nicht erreicht, sondern hätte uns ein wirklich spektakuläres Schauspiel geboten. Der Amateurastronom Patrick Wiggins hat das Objekt auf einem Video aufgenommen, kurz bevor es den geringsten Abstand zur Erde erreichte.

via bad astromony

Mini-Asteroid rast knapp an der Erde vorbei - Spiegel online

Hangrutsch auf dem Mars

Auf dem Mars an den Hängen des Valles Marineris, einem System von Tälern, das sich über 4000 Kilometer entlang des Marsäquators erstreckt, finden sich gewaltige Höhenunterschiede auf kürzester Distanz.  Zum Beispiel das Melas Chasma, wo sie rund 9000 m betragen. Hier wurde von der Sonde Mars Express ein gewaltiger Hangrutsch entdeckt und mit der hochauflösenden Stereokamera HRSC fotografiert.

Montag, 11. Oktober 2010

Fingerspitzengefühl: Wie man eine Libelle aus dem Stein kitzelt

Es gleicht irgendwie jedesmal einem Wunder. Aus einem vergleichswesie unscheinbaren Stein wird unter der kundigen Hand des Präparators ein wunderschönes Zeugnis früherer Welten sichtbar. In diesem Fall ist es eine Libelle, die hier nach langer zeit wieder das Licht der Welt erblickt.
Fingerspitzengefühl: Wie man eine Libelle aus dem Stein kitzelt - Steinkern.de

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Galileo, oder: Wie funktioniert der Kompass


Dass die privaten Sender nicht unbedingt führend sind, was ihre Wissenssendungen angeht, ahnen ja viele (was nicht heißt, dass die anderen unbedingt so viel besser sind als ihr Ruf). Aber letzten Montag  (04.10.2010) hat die Sendung "Galileo" auf Pro 7 wohl mal wieder einen neuen Tiefpunkt erreicht. Man kann Erklärungen nur bis zu einem gewissen Grad einfach gestalten, ab dem sie dann grottenfalsch werden. Und genau dass passierte, als ( ab Minute 43:02) der Sprecher die Funktionsweise des Kompasses zu erklären versuchte. Ludmila Carone hat sich dankenswerter Weise um das Thema gekümmert. Da wird doch allen Ernstes die Behauptung aufgestellt, die Kompassnadel werde von Eisenbergen unter dem Nordpol angezogen. Himmel! Ist es denn wirklich so schwer, sich wenigstens ansatzweise über das Thema zu informieren? Und zwar, bevor man sich bis auf die Knochen blamiert? Ich hoffe doch, dass es den Redakteuren der Sendung wenigstens ein klein bisschen peinlich ist. Und vielleicht lesen sie sich Ludmilas Beitrag einmal bis zum Ende durch. Sie könnten dabei glatt noch was lernen...

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Dinosaurier vermutlich älter als gedacht

Eine amerikanisch-polnische Arbeitsgruppe um Stephen Brusatte hat im Heiligkreuzgebirge im Südosten polens Fußspuren von Dinosauriern gefunden. Die Spuren werden auf ein Alter von 249 - 251 Millionen Jahre datiert und stellen somit das älteste bekannte Zeugnis von Dinosauriern dar.
Dinosaurier älter als angenommen - SpON
Footprints pull origin and diversification of dinosaur stem lineage deep into Early Triassic - Proceedings of the Royal Society B

Montag, 4. Oktober 2010

Weg mit den Fleischfressern - Nachtrag

Vor einigen Tagen hatte ich auf mente et malleo Jeff McMahan vorgestellt, der doch allen Ernstes fordert, alle Fleischfresser auf der Erde aus moralischen Gründen auszulöschen und durch friedfertige Pflanzenfresser zu ersetzen. Mir kan das Ganze schon von Anfang an recht seltsam vor, und abgehoben von jeglichen Tatsachen. Jetzt hat Brian Switek von Lealaps sich der Sache angenommen, und sein Beispiel zeigt trefflich, warum die Gedanken von McMahan weder zielführend noch realisierbar sind. Vielmehr scheien sie einem bambisierten Weltbild entsprungen zu sein.

Video: Penicillin

Letzte Woche ist ja ein Geburtstag ziemlich unbemerkt vorübergegangen: Penicillin wurde am 28. September 1928 entdeckt. Vermutlich hat sich kaum eine einzelne Entdeckung vorher jemals so stark auf den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung der Menschheit ausgewirkt.

Freitag, 1. Oktober 2010

Magna Germania

Ptolemäus’ Atlas der Ökumene entstand im 2. Jahrhundert n. Chr. Die darin enthaltene Landkarte von „Magna Germania“ (Großgermanien) enthält 137 geografische Angaben, darunter 94 Städte. Allerdings waren viele der Angaben aufgrund von Ungenauigkeiten nicht genau zuzuordnen. Einem interdisziplinärem Forscherteam* ist es nun erstmals gelungen, die von Ptolemäus genannten 94 Orte zu lokalisieren.

Tarnen und Täuschen - der Karnevalstintenfisch

Tarnen und Täuschen kann in der freien Wildbahn über das Leben entscheiden. Wer gut getarnt durch sein Leben geht, hat auch gute Chancen, dass der hungrige Feind einen nicht zum Mittagessen einläd. Oder, er kommt selbst zu einer schmackhaften mahlzeit, wenn er seine Beute überrumpelt. Ein Meister der Tarnung selbst unter den Oktopussen ist der Karnevalstintenfisch Thaumoctopus mimicus. Die unten stehenden Videos belegen seine Künste, egal ob er einen Rotfeuerfisch, eine giftige Scholle oder eine Seeschlange imitiert. Jetzt wurde untersucht, wie er seine nahezu perfekten Tarnungskünste entwickelt hat.



Aber auch andere Cephalopoden haben erstaunliche Tricks auf Lager, wenn es um das Täuschen und Tarnen geht.

Diese hier mit dem hübschen Namen Amphioctopus marginatus zeichnen sich durch die Verwendung von hohlen Kokosnussschalen als Unterschlupf aus. Dabei werden passende Schalen nach der Verwendung einfach mitgenommen.

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