Mittwoch, 9. März 2011

Schlammvulkane im Schwarzen Meer

In der Reihe MARUM-Report ist jetzt ein neues Video online gestellt worden. Darin berichtet Prof. Gerhard Bohrmann über eine spannende Expedition an Bord der MARIA S. MERIAN zu den Schlammvulkanen in den Tiefen des Schwarzen Meeres. Der Beitrag ist auf YouTube in einer deutschen sowie einer englischen Version abrufbar. In den letzten Jahren sind Schlammvulkane am Meeresgrund in den Fokus der Forschung gerückt. Denn sie speien nicht nur Schlamm, sondern fördern meist auch leicht brennbares Methan; ein hoch wirksames Treibhausgas. Zwar kommen Schlammvulkane weltweit vor. In Regionen wie dem Schwarzen Meer, in denen Erdplatten auf Kollisionskurs sind, treten sie allerdings gehäuft auf. Der Grund: Die aufeinander zu driftenden Die Erdkrustenteile wirken wie ein Schraubstock. Sie pressen mächtige Sedimentpakete zusammen. Wasser, das tief unter dem Meeresboden in den haarfeinen Poren des Sediments zirkuliert, wird dabei herausgedrückt. Schließlich kann sich ein Gemisch aus Wasser, Ton und Gas durch Risse und Klüfte den Weg zum Meeresboden bahnen und dort Schlammvulkane bilden.


Um grundlegend zu erkunden, was es mit den Schlammvulkanen im Meer auf sich hat, haben MARUM-Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Gerhard Bohrmann im Sommer vergangenen Jahres eine Expedition in das Schwarze Meer unternommen. Das Gewässer bedeckt eine Fläche, die weitaus größer ist als die Deutschlands. Es ist im Mittel 1 270 Meter, maximal 2 245 Meter tief. Mit dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN suchte das Forscherteam in verschiedenen Regionen des Schwarzen Meeres nach Schlammvulkanen, kartierte mit Hilfe des autonomen Tauchfahrzeugs MARUM-SEAL den Meeresboden und nahm Bodenproben. Zudem erfassten die Wissenschaftler Methanquellen im Bereich der Schlammvulkane. Für diese Arbeiten setzten sie neben dem SEAL auch den ferngesteuerten Tauchroboter MARUM-QUEST ein.

via Informationsdienst Wissenschaft
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