Freitag, 18. März 2011

Vorgezogene Abschaltung alter Kernkraftwerke – Auswirkungen auf die Stromerzeugung in Deutschland

Aufgrund neuer Sicherheitsbedenken hat die Bundesregierung entschieden, die sieben ältesten deutschen Atommeiler umgehend vom Netz zu nehmen. Welche Auswirkungen auf die deutsche Energieversorgung sind dadurch zu erwarten? Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. hat einige Punkte zusammengestellt.
Bei einem dauerhaften Abschalten der sieben Reaktorblöcke fallen 7 GW Leistung weg, was etwa 7 % der gesamten in Deutschland installierten konventionellen Kraftwerksleistung entspricht. Bei einer veranschlagten Auslastungsdauer von 7.500 Stunden pro Jahr entsteht in der Stromproduktion eine Lücke von jährlich 53,1 TWh, die aus anderen Quellen gedeckt werden muss. Den Kernkraftwerksbetreibern entgeht voraussichtlich ein Gewinn von 1,2 Mrd. Euro (nach Abzug der Kernbrennstoffsteuer), wobei von einem durchschnittlichen Großhandelsstrompreis von 50 €/MWh ausgegangen wurde. Für den Staat bedeutet die Abschaltung Mindereinnahmen durch die Kernbrennstoffsteuer von etwa 900 Mio. Euro pro Jahr.

Bis zum tatsächlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien muss die wegfallende Strommenge durch konventionelle Kraftwerke ersetzt werden. Bei einem Anteil von zwei Dritteln Steinkohle und einem Drittel Erdgas ist mit zusätzlichen 36 Mio. Tonnen CO2 zu rechnen, was einem Anteil von 5 % der energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland (Basis 2008) und 11 % der Emissionen im Stromsektor entspricht.
via Informationsdienst Wissenschaft

4 Kommentare:

Bettina hat gesagt…

Aber wie sieht es mit den weiteren AKWs aus? Könnten diese die "offene" Menge durch höhere Auslastung übernehmen?

DerTheoretiker hat gesagt…

Laut Wikipedia ist Biblis B außer Betrieb und Brunsbüttel nicht am Netz. Dann würden ja zur Zeit statt 7GW nur 5GW weniger Leistung zur Verfügung stehen. 2009 haben 35? deutsche AKW zusammen 149TWh erzeugt. Jetzt soll durch gerade mal 7 AKW weniger ein Drittel dieser Menge fehlen? Das klingt für mich seltsam.

Anonym hat gesagt…

Vielleicht erst mal Informieren, bevor die Argumente des Atomforums übernommen werden: http://goo.gl/hYJwX

datenkind hat gesagt…

Deutschland hat 2010 im ersten Quartal 9 Gigawatt Strom exportiert, d.h. nicht mal fürs eigene Land. Der war überschüssig!

Das dumme Gelaber der Atomlobby, dass jetzt Strom fehlt, ist reine Propaganda und Verdummung. Diese Kraftwerke dienen allein dem Gelddrucken für die Konzerne und nicht dem Allgemeinwohl, dass unsere Lämpchen brennen.

Also, abschalten und nie wieder anknipsen.

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