Montag, 18. April 2011

Riesensaurier in New York - Ausstellung entstand mit wissenschaftlicher Unterstützung aus Bonn

Der Argentinosaurus gilt mit 90 Tonnen als das größte Lebewesen, das jemals auf der Erde gelebt hat. Er und einige seiner etwas kleineren Verwandten sind Gegenstand der Ausstellung „The World’s Largest Dinosaurs“, die nun im American Museum of Natural History in New York eröffnet wurde und dort bis Anfang 2012 zu sehen ist. Den wissenschaftlichen Hintergrund der Ausstellung lieferten Wissenschaftler der Forschergruppe „Biology of the Sauropod Dinosaurs. The Evolution of Gigantism“ der Universität Bonn.
Unter der Leitung von Professor Dr. Martin Sander beschäftigt sich die Forschergruppe seit 2004 interdisziplinär mit der Biologie der Riesenechsen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert diese Forschungen über neun Jahre mit gut 5 Millionen Euro. Die Bonner Forscher interessiert unter anderem, wie sich die Saurier ernährten, wie schnell sie heranwuchsen und wie sie atmeten. Antworten geben nicht allein die gefundenen Skelette. Zwölf Arbeitsgruppen aus Paläontologie, Zoologie, Tierernährung, Geochemie und Materialwissenschaften untersuchen verschiedene Aspekte von Wachstum und Fortpflanzung, Physiologie und Biomechanik der Giganten.

Die Ausstellung in New York zeigt auf eindrucksvolle und interaktive Weise die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeit. Besonders Kinder lernen an zahlreichen Stationen und Modellen die Biologie der Riesensaurier kennen. Die Ausstellung wird im Anschluss an die Station in New York auf eine zehnjährige weltweite Wanderung durch naturkundliche Museen gehen.

Vorteil: Blätter ergreifen nicht die Flucht

Die Ergebnisse der Bonner Wissenschaftler fanden bereits im Mai 2010 Niederschlag in einem Fachartikel in der Zeitschrift „Biological Reviews“. Im Zentrum stand dabei die Frage nach der Ernährung der riesigen Sauropoden. Professor Sander fasste jetzt in der Eröffnungspressekonferenz zur New Yorker Ausstellung die drei wichtigsten Merkmale zusammen: „Vegetarische Ernährung, ein extrem langer Hals und möglichst wenig kauen, statt dessen schlingen!“ Vegetarier seien Fleischfressern in der Energiebilanz um den Faktor zehn überlegen, denn „Gräser, Farne und Blätter ergreifen nicht die Flucht.“

Zusätzlich brauchten die Sauropoden keine großen Reißzähne, sondern starke „Rupfzähne“, die auch dem nahrhaften, aber sehr rauen Schachtelhalm gewachsen waren. Dadurch habe der Kopf klein sein können und der Hals umso länger. Dieser erreichte „wie ein Kranausleger“ größere Weideflächen, ohne dass sich der Pflanzenfresser von der Stelle bewegen musste – gut für die Energieeffizienz.
via Informationsdienst Wissenschaft
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