Mittwoch, 28. August 2013

Haben Mädchen tatsächlich mehr Angst vor Mathe?

 Bildungsforscher aus Konstanz und Kreuzlingen untersuchen die angebliche Angst von Schülerinnen in Mathematik
Mädchen sind in mathematikintensiven Berufsfeldern immer noch unterrepräsentiert. Dies könnte unter anderem mit dem Vorurteil zusammenhängen, dass Schülerinnen im Fach Mathematik ängstlicher und gehemmter seien als ihre Mitschüler. Die empirischen Bildungsforscher Prof. Dr. Thomas Götz und Madeleine Bieg von der Universität Konstanz sowie der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) und Kollegen der LMU München, der HU Berlin und der McGill University in Montreal machten auf ein Problem bisher existierender Studien aufmerksam:

Dort wurden die Schülerinnen und Schüler außerhalb des eigentlichen Unterrichts nach der generellen Einschätzung ihrer Mathematikangst befragt, aber nicht während Mathetests und mitten im Unterricht – die Studien klammern somit das tatsächliche Befinden bei Prüfungen und im Mathematikunterricht aus. Anders als in bisherigen bildungswissenschaftlichen Studien blickten die Wissenschaftler mitten in den Mathematikunterricht hinein und erforschten das Befinden von rund 700 Schülerinnen und Schülern in der tatsächlichen Unterrichtssituation. Ihr Ergebnis: Schülerinnen schätzen sich zwar ängstlicher und weniger selbstsicher ein als Schüler, sind es in der konkreten Unterrichts- und Prüfungssituation faktisch gesehen aber nicht. Die detaillierten Ergebnisse der Studien werden am Mittwoch, 28. August 2013, in der Zeitschrift „Psychological Science“ veröffentlicht.
Im Rahmen zweier Studien befragten die Forscher rund 700 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 11, wobei sich eine Studie auf Mathe-Prüfungsangst und die andere auf Mathe-Unterrichtsangst bezog. In Studie 1 wurden sie zum einen nach einer allgemeinen Einschätzung ihrer Angst vor Mathe-Prüfungen befragt, zum anderen unmittelbar vor und während einer Matheprüfung zu ihrer aktuellen Angst. In Studie 2 wurden sie nach einer allgemeinen Einschätzung ihrer Angst im Mathematikunterricht gefragt sowie mehrmals zu ihrer aktuellen Angst während des Mathematikunterrichts mittels eines kleinen Handcomputers.

Die Auswertung der Studien zeichnet ein deutliches Bild: Bei der generellen Befragung schätzen die Schülerinnen entsprechend der Geschlechterklischees ihre Mathematikangst höher ein als ihre Mitschüler – und das trotz gleicher Noten. Die Befragungen während des Mathetests und mitten in der Mathematikstunde zeigten jedoch, dass sich Schülerinnen in der tatsächlichen Prüfungs- bzw. Unterrichtssituation keineswegs ängstlicher fühlen als Schüler. Die durchgeführten Studien konnten auch zeigen, dass ein Grund für die Diskrepanz der Einschätzungen beim durchschnittlich niedrigeren mathematischen Selbstkonzept von Mädchen zu suchen ist. Schülerinnen werden somit vermutlich vielmehr durch Geschlechterklischees und Stereotype als aufgrund tatsächlicher Leistung dazu gebracht, ihre Fähigkeiten in Mathe schlechter einzuschätzen, was zur Folge hat, dass sie ihre Angst im Bereich der Mathematik überbewerten. Die Frage, ob Mädchen also tatsächlich mehr Angst vor Mathe haben, lässt sich entsprechend dieser Forschungsbefunde klar mit „nein“ beantworten – Mädchen denken vielmehr nur, sie hätten mehr Angst. Dies wiederum ist sehr wahrscheinlich ein wichtiger Grund dafür, dass Frauen weniger häufig als Männer in mathematikintensive Berufsfelder gehen.
Originalveröffentlichung:
Goetz, T., Bieg, M., Lüdtke, O., Pekrun, R., & Hall, N. C., (in press). Do girls really experi-ence more anxiety in mathematics? Psychological Science. (http://pss.sagepub.com, ab 28. August 2013)
Julia Wandt Stabsstelle Kommunikation und MarketingUniversität Konstanz

Dienstag, 27. August 2013

Montag, 26. August 2013

Donnerstag, 22. August 2013

Tricks mit Trockeneis

Cheetah vs Greyhound - World's Fastest Dog In Super Slow Motion

Expertengremium fordert verbesserte Anpassung an Klimawandel in Deutschland

     Der Arbeitskreis „Klimawandel und Raumplanung“ der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) veröffentlicht heute seinen Forschungsbericht „Raumentwicklung im Klimawandel - Herausforderungen für die räumliche Planung“.

Klimawandel und Extremereignisse sind bereits heute in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens deutlich spürbar. Hochwasserschäden, wie sie zuletzt im Juli entstanden sind, kosten Deutschland mehr als 8 Milliarden Euro allein in diesem Jahr.
„Wir sind in Deutschland nicht ausreichend auf diese Art von extremen Wetterereignissen vorbereitet“, sagt Dr. Jörn Birkmann von der Universität der Vereinten Nationen, der den Arbeitskreis leitet. „Dabei müssen wir uns dringend im Rahmen der Entwicklung unserer Städte, Regionen und Infrastrukturen auf ein verändertes Klima und eine sich wandelnde Gesellschaft einstellen.“
Dazu gehört zum Beispiel, kühle Orte in urbanen Hitzezentren zu schaffen und die bereits vorhandenen Grünflächen in Innenstädten zu bewahren. Versiegelte Flächen und eine zu hohe Bebauungsdichte führen bei Hitzewellen hingegen zu einem Temperaturanstieg im Vergleich zum Umland. Begrünte Räume und Wasserflächen können dem entgegenwirken. Auch die Erhaltung und Entwicklung von Kaltluftschneisen ist eine wichtige Maßnahme. Durch Austauschbahnen kann kühlere Luft aus dem Umland in Stadtzentren fließen.
Insgesamt müssen aber nicht nur Gebäude, Infrastrukturen und Raumnutzungen verändert werden, sondern auch der Planungsansatz, so der Expertenbericht. Dabei kommt der räumlichen Planung eine zentrale Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel zu.
Laut des Expertenberichtes der ARL müssen dabei die Risiken im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Diese bestehen zum einen aus schleichenden Umweltveränderungen und Extremereignissen, die von außen auf Städte und Regionen treffen, wie z.B. Hitzewellen und Überschwemmungen. Zum anderen werden Gesellschaften auch durch schleichende Veränderungen, wie dem demographischen Wandel krisenanfälliger. So brauchen ältere Menschen zum Beispiel mehr Unterstützung bei der Bewältigung von Extremereignissen. Städte und Regionen müssen sich also nicht nur auf Klimaveränderungen, sondern auch auf den gesellschaftlichen Wandel einstellen, so der Expertenarbeitskreis.
Ziel ist eine Raumplanung, die sowohl den Erfordernissen des Klimaschutzes als auch der Anpassung an die Folgen des Klimawandels Rechnung trägt.
Über drei Jahre haben Experten aus Wissenschaft und Praxis zur Anpassung an den Klimawandel geforscht. Im Forschungsbericht des ARL-Arbeitskreises werden diese Ergebnisse nun veröffentlicht.
http://Link zum Report: http://shop.arl-net.de/raumentwicklung-klimawandel.htmlhttp://Mehr Informationen zum Arbeitskreis: http://www.arl-net.de/projekte/ak-klimawandel
Dipl.-Pol. Gabriele Schmidt Stabsstelle ÖffentlichkeitsarbeitAkademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL)

Via Informationsdienst Wissenschaft 

Montag, 19. August 2013

Donnerstag, 8. August 2013

Mittwoch, 7. August 2013

Montag, 5. August 2013

Turbulenzen in der Tiefe – Neue Studie zu Auswirkungen des Tohoku-Bebens am Meeresgrund

     Am Nachmittag des 11. März 2011 bebte vor der Küste der japanischen Region Tohoku die Erde für 150 lange Sekunden. Das Seebeben der Stärke 9 löste einen Tsunami aus, der weite Küstenstriche verwüstete und über 15.000 Menschen das Leben kostete. In der August-Ausgabe der Zeitschrift Geology beschreibt ein europäisch-japanisches Forscherteam jetzt, welche Spuren das Ereignis auf dem Meeresgrund hinterließ: Am Abhang des bis zu 7,5 Kilometer tiefen Japan-Grabens sackten mindestens 28 Quadratkilometer Meeresboden ruckartig in die Tiefe. Die oberflächennahe Grenze zweier Erdplatten verschob sich dadurch um sage und schreibe zwei bis drei Kilometer nach Osten!
Unmittelbar nach dem katastrophalen Ereignis vor der Insel Honshu entwickelten japanische und deutsche Geowissenschaftler Expeditionspläne, um den Folgen des Bebens auf den Grund zu gehen. Bereits zehn Monate später war das japanische Forschungsschiff MIRAI vor der Tohoku-Küste im Einsatz. Auf Initiative des damaligen MARUM-Direktors Prof. Gerold Wefer und gefördert von Bundesregierung (BMBF) und Deutscher Forschungsgemeinschaft fand im Februar/März 2012 eine deutsch-japanische Fahrt mit dem Forschungsschiff SONNE statt. Dabei wurde der Meeresboden östlich des Epizentrums kartiert und beprobt. Im Wissenschaftsmagazin Geology stellen die Expeditionsteams jetzt erste Ergebnisse der beiden Forschungsreisen vor.
Ziel der Expeditionen waren Gebiete, in denen die Pazifische Platte unter der Ochotsk-Platte mit dem japanischen Vulkanbogen abtaucht. Häufige Erdbeben sind die Folge. Das Tohoku-Beben erreichte die Stärke 9, weil an den ineinander verkeilten Plattengrenzen Energien freigesetzt wurden, die sich seit dem letzten Megabeben im Jahre 869 aufgestaut hatten. Schon vor ihrer Forschungsreise wussten die Forscher, dass das Tohoku-Beben die Erdkruste vor Honshu auf einer Länge von 400 Kilometern aufgerissen und Teile der Küste ruckartig um bis zu fünf Meter Richtung Osten versetzt hatte. Am Rand des Japan-Grabens betrug der Versatz von Teilen der Erdkruste sogar über 50 Meter. Unbekannt war indes, was sich im 7,5 Kilometer tiefen Graben selbst abgespielt hatte.

Deshalb kartierten die Wissenschaftler an Bord der SONNE zunächst den Kilometer breiten Japan-Graben mit Hilfe von bordeigenen Echolotsystemen. Als sie diese Daten mit jenen verglichen, die 1999 und 2004, also weit vor dem Beben erhoben worden waren, konnten sie sich ein genaueres Bild davon machen, wie das Beben die Gestalt des Meeresbodens verändert hatte.
Um mehr über die Umgestaltung des Meeresbodens heraus zu finden, zog das Expeditionsteam im Japan-Graben aus Wassertiefen von rund 7,5 Kilometer mehrere, knapp neun Meter lange Sedimentkerne. „Die im Lauf der Zeit abgelagerten Sedimentschichten waren weitgehend ungestört“, sagt Erstautor Prof. Michael Strasser von der ETH Zürich. „Damit konnten wir ausschließen, dass – ausgelöst durch das Beben – große Sedimentmassen abgerutscht, sich chaotisch hangabwärts bewegt und am Grund des Japan-Grabens wieder ablagert hatten.“ Lediglich an einigen wenigen Stellen fanden die Forscher Hinweise auf solch turbulent transportierte und umgelagerte Sedimente.
In einem weiteren Schritt analysierten die Wissenschaftler das in den Sedimentkernen enthaltene Porenwasser. Es findet in den Millimeter winzigen Räumen zwischen den Sedimentpartikeln Platz. „Wir haben Profile erstellt, die zeigen, wie sich die Sulfatgehalte im Meeresboden verändern“, sagt Dr. Martin Kölling, Geochemiker am MARUM. „Bei ungestörtem Meeresboden nimmt der Sulfatgehalt linear mit zunehmender Sedimenttiefe ab. Genau dieses Bild zeigte auch die Vielzahl unserer Proben.“ Einige der turbulent transportierten Sedimente boten die Möglichkeit, mit Hilfe von Modellen die Bewegungen im Japan-Graben zeitlich einzuordnen: Sie konnten sich erst in jüngster Vergangenheit ereignet haben und sind daher dem Tohoku-Erdbeben zuzuschreiben.
„Auf der Grundlage all dieser Untersuchungen gehen wir von folgendem Szenario aus: Der durch das Beben ausgelöste ruckartige Versatz der Erdkruste um 50 Meter führte dazu, dass am Rand des Japan-Grabens großflächig Sedimentpakete als zusammenhängende Blöcke absackten“, bilanziert Michael Strasser. „An manchen Stellen stauchten die absackenden Sedimente den Meeresboden. So entstanden Wülste und Tröge am Grund des Japan-Grabens.“
Besonders erstaunt war das Forscherteam indes über einen weiteren Befund: Durch die Bewegungen der Sedimentmassen verschob sich die oberflächennahe Grenze der eurasischen Platte um zwei bis drei Kilometer nach Osten! „Als Geowissenschaftler sind wir es gewohnt, in sehr langen Zeiträumen von Jahrhunderttausenden oder gar -millionen zu denken“, sagt Prof. Gerold Wefer. „Diese Expeditionen haben uns gezeigt, dass Plattengrenzen bisweilen auch von plötzlichen Ereignissen in Sekunden oder Minuten tiefgreifend verändert werden können.“
Publikation:
Geology, August 2013, S. 935 ff, M. Strasser, M. Kölling, C. dos Santos Ferreira, H. Fink, T. Fujiwara, S. Henkel, K. Ikehara, T. Kanamatsu, K. Kawamura, S. Kodeira, M. Römer, G. Wefer, R/V Sonne Cruise SO219A, JAMSTEC Cruise MR12-E01 scientists: A slump in the trench: Tracking the impact of the 2011 Tohoku-Oki earthquake
Albert Gerdes PressestelleMARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen


Freitag, 2. August 2013

Donnerstag, 1. August 2013

Teelicht auf Tauchstation

Brennt ein Teelicht eigentlich auch unter Wasser?

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