Donnerstag, 26. Dezember 2013

10.000 Jahre Klimageschichte in 30 Metern Seesedimenten

     Wissenschaftler der Universität Jena untersuchen erstes vollständiges Klimaarchiv Südafrikas
Wenn einer eine Reise tut, dann hat er nicht nur viel zu erzählen, sondern meistens auch ein Souvenir im Gepäck. Kürzlich sind Geographen und Geologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena von einer Expedition nach Südafrika zurückgekehrt – und haben ein ganz besonderes Reiseandenken mitgebracht: einen rund 30 Meter langen Bohrkern mit dem ersten vollständigen Klimaarchiv Südafrikas für die letzten 10.000 Jahre. „Wir sind alle absolut begeistert, denn anfangs hatten wir nur mit sechs Metern gerechnet“, freut sich Dr. Torsten Haberzettl vom Lehrstuhl für Physische Geographie.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Merry Christmas and a Happy New Year!

Wenn sich das Klima abkühlt, werden Berge schneller abgetragen

     Geowissenschaftler der Universität Tübingen erforscht global den Zusammenhang zwischen Temperaturkurve und Erosionsrate

Rundgang über den Seenotkreuzer PIDDER LÜNG: Arbeitsboot und Fahrstände

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Erdkruste im Archaikum war instabil und ist in Erdmantel abgetropft

     Modellrechnungen zeigen, dass die Basis der verdickten Primärkruste aufgrund hoher Dichte abgetropft und in den Mantel zurückgeflossen ist

Dienstag, 17. Dezember 2013

Über 500 Millionen Jahre altes Chitin in einem Ur-Schwamm entdeckt

     Chitin, als sogenanntes Biopolymer einer der häufigsten Grundbausteine lebender Organismen, stand bereits vor über 500 Millionen Jahren und damit früher als bislang vermutet als biologisches Bauelement für die Ur-Bewohner unseres Planeten zur Verfügung. Diese Entdeckung hat ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung einer Forschergruppe für Biomineralogie und extreme Biomemetik an der TU Bergakademie Freiberg gemacht, das einen fossilen Hornschwamm aus dem Burgess-Schiefer der kanadischen Rocky Mountains untersuchte.

Montag, 16. Dezember 2013

Krater unterm Stethoskop

     Ein Meteoriteneinschlag hinterlässt nicht nur auf der Erdoberfläche sichtbare Spuren. Auch unterirdisch entstehen Risse und Spalten, abhängig von Größe, Energie und Einschlagswinkel des Himmelskörpers. Das Ausmaß dieser Schädigungszone können geophysikalische Messverfahren bislang nur ungenau erfassen. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) arbeiten deshalb daran, die Bildung von Kratern besser zu verstehen: Sie haben dafür Miniatur-Meteorite unter Laborbedingungen einschlagen lassen – und unterziehen die Krater einer Ultraschallanalyse.

Bergwerke als Pumpspeicherkraftwerke nutzen

Im deutschen Stromnetz sind Pumpspeicherkraftwerke eine feste Größe: Durch sie können momentane Stromüberschüsse gespeichert werden und bei Nachfragespitzen liefern sie schnell Strom. Das BINE-Projektinfo „Windenergie unter Tage speichern“ (18/2013) stellt ein Konzept vor, wie sich stillgelegte Erzbergwerke als Pumpspeicherkraftwerke nutzen lassen. Diese untertägigen Stromspeicher könnten die Speicherkapazitäten im Netz beträchtlich erweitern. Anders als bei den bisherigen oberirdischen Anlagen würden dabei massive Eingriffe in das Landschaftsbild vermieden.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Langzeitprognosen für die süddeutsche Geothermie

  Im Voralpenland boomt die Geothermie. Allein im Großraum München sind 15 geothermische Wärmezentralen bzw. Kraftwerke in Betrieb oder im Bau. Das BINE-Projektinfo „Tiefe Geothermie dauerhaft nutzen“ (17/2013) präsentiert die Ergebnisse einer grundlegenden Untersuchung zu den regionalen Auswirkungen. Mit dem dabei entwickelten Simulationsrechenmodell lassen sich die wechselseitige Beeinflussung der Anlagen, der Langzeitbetrieb und das Fündigkeitsrisiko neuer Planungen besser prognostizieren.

Giganten der Erdgeschichte geben noch immer viele Rätsel auf

Sauropoden, die größten Landbewohner der Erdgeschichte, geben den Wissenschaftlern noch immer große Rätsel auf. Die pflanzenfressenden Dinosaurier mit dem langen Hals und kleinen Kopf überragten alle anderen landbewohnenden Wirbeltiere mit einer Höhe von bis zu 10 Metern und mehr. Sie hatten eine Körpermasse von bis zu 80 Tonnen und wogen damit mehr als jedes andere bekannte Landwirbeltier. Eine der intensiv diskutierten Fragen dreht sich darum, wie die Riesen aus dem Tierreich ihre Körpertemperatur reguliert haben. Annahmen, dass die maximale Körpergröße wegen Überhitzungsgefahr durch die Körpertemperatur begrenzt worden sei, hat Dr. Eva Maria Griebeler von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) nun widerlegt.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Erste Messung der Strahlenbelastung auf dem Mars

     Kieler Instrument zeigt: Belastung für den Menschen vertretbar
Gab oder gibt es Leben auf dem Mars und sind bemannte Marsmissionen möglich? Um diese Fragen zu beantworten, messen Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die Strahlung auf dem roten Planeten. Seit der Landung am 6. August 2012 sammelt der von ihnen entwickelte Strahlenmonitor RAD (Radiation Assessment Detector) an Bord des Marsrovers Curiosity dazu Daten auf dem Mars. Die Informationen von den ersten 300 Marstagen von der Marsoberfläche wurden nun ausgewertet und heute (9. Dezember), im renommierten Fachmagazin Science veröffentlicht.

Bakterien entschärfen giftiges Kadmium im Boden

     Geomikrobiologen der Universität Tübingen untersuchen das Potenzial der unsichtbaren Helfer bei der Sanierung
Kadmium ist eines der weitverbreitetsten Schwermetalle auf Agrarflächen in der ganzen Welt und findet sich häufig in zu hohen Konzentrationen in Gemüse und Tabak. Die dauerhafte Einnahme von Kadmium kann bei Menschen zu Knochendeformationen und Krebs führen. Im Boden liegt Kadmium an Minerale gebunden vor. In dieser Form ist es nicht mobil und kaum schädlich. Seine Mobilität – und Gefährlichkeit – steigt jedoch durch den Einfluss von Bakterien, die Minerale auflösen und umsetzen können. Wie die Bakterien umgekehrt aber auch zur Reinigung kadmiumverseuchter Böden genutzt werden können, hat die Geomikrobiologin Eva Marie Mühe unter der Leitung von Professor Andreas Kappler und Dr. Martin Obst vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen untersucht. Die Ergebnisse wurden in zwei Studien in der Fachzeitschrift "Environmental Science and Technology" publiziert.

Soil and Rocks Lecture - Central Scotland Regional Group

Niedersachsens Böden: LBEG veröffentlicht neue interaktive Bodenkarte im Internet

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat jetzt auf seiner Internetseite eine neue interaktive Bodenprofilkarte veröffentlicht. Mit einem einzigen Klick kann sich dort jeder Interessierte ab sofort ansehen, wie der Boden in den verschiedenen Regionen Niedersachsens aussieht. Dieser Blick unter die Erdoberfläche eröffnet neue Eindrücke von einer normalerweise verborgenen Welt.
Zur interaktiven Bodenprofilkarte: http://www.lbeg.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=33744&article_id=113032&_psmand=4


Via LBEG 

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Geoengineering approaches to reduce climate change unlikely to succeed

     Reducing the amount of sunlight reaching the planet’s surface by geoengineering may not undo climate change after all. Two German researchers used a simple energy balance analysis to explain how the Earth’s water cycle responds differently to heating by sunlight than it does to warming due to a stronger atmospheric greenhouse effect. Further, they show that this difference implies that reflecting sunlight to reduce temperatures may have unwanted effects on the Earth’s rainfall patterns. The results are now published in Earth System Dynamics, an open access journal of the European Geosciences Union (EGU).

Passend zum Sturm Xaver - Die Ballade von Nis Randers

Allen Rettungskräften da draußen eine möglichst ruhige Nacht, trotz "Xaver". Ich drücke euch alle Daumen!


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Orkan „Xaver“ – eine Folge des Klimawandels?

     Zum bevorstehenden Orkantief „Xaver“ haben wir für Sie die wesentlichen Fakten zu Stürmen und Sturmfluten in Norddeutschland noch einmal kurz zusammengefasst.

Und der Haifisch, der hat Zähne...

Montag, 2. Dezember 2013

Roter Planet ist eine CO2-Pumpe

     Der Mars ist eine einzige gigantische Gaspumpe. Sein Boden gibt in warmen Regionen Kohlendioxid und andere flüchtige Stoffe in die Atmosphäre ab und saugt sie in schattigen Gegenden wieder ein. Kein anderer Planet im Sonnensystem kann das. Diesen bislang unbekannten Mechanismus konnten Astrophysiker der Universität Duisburg-Essen (UDE) jetzt experimentell nachweisen. Ihre Untersuchungen haben international beeindruckt und sind in der aktuellen Ausgabe von Nature Physics veröffentlicht.

Mikroben in der Raumschiff-Werkstatt: Forscher entdecken neues Leben in Reinräumen der NASA und ESA

     Ein internationales Forscherteam hat eine neue Form von Bakterien entdeckt, die in Reinräumen der NASA und der ESA überleben können. In diesen Reinräumen werden Raumschiffe und Raumsonden gebaut. Gemeinsam mit Kollegen aus den USA konnten die Forscher um Dr. Christine Moissl-Eichinger vom Lehrstuhl für Mikrobiologie der Universität Regensburg die Mikroorganismen bereits an zwei Orten nachweisen, die zudem 4.000 km voneinander entfernt sind: im Kennedy Space Center in Florida/USA und im ESA-Raumfahrtzentrum in Kourou/Französisch-Guyana. 

Was treibt Nachbeben an?

Hochauflösende GPS-Signale geben neue Einblicke in die Mechanismen der Spannungsumlagerung in Subduktionszonen.
Am 27. Februar 2010 erschütterte ein Erdbeben mit der Magnitude 8,8 den Süden Zentralchiles in der Nähe der Stadt Maule. Das Hauptbeben erzeugte dabei an der Herdfläche einen Versatz von bis zu 16 Metern. Wie nach jedem starken Beben, erschütterten zahlreiche Nachbeben mit tendenziell abnehmender Stärke noch über Monate die Region. Ein erstaunliches Ergebnis stellte sich jetzt bei der Untersuchung der tektonischen Verschiebungen nach dem Beben heraus: bis zu zwei Meter zusätzlicher Versatz innerhalb von nur 420 Tagen entstand nach dem Hauptbeben durch nahezu bebenfreies Nachgleiten an der Grenzfläche der beiden Platten, und dieser Prozess lief über die Grenzfläche pulsierend ab. Eine interna-tionale Forschergruppe unter Leitung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ untersuchte das Beben selbst sowie die anschließende, postseismische Phase mit einem dichten Netzwerk von Messgeräten, darunter mehr als hochauflösende 60 GPS-Stationen (Earth and Planetary Science Letters v. 01. 12. 2013).

Steter Tropfen höhlt den Stein

     Was genau an der Grenzschicht zwischen Tropfen und Stein geschieht untersuchen Bremer Forscher parallel in Experiment und Computersimulation auf molekularer Ebene.
Wissenschaftler der Rice University, Texas, und des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen haben einen Weg gefunden, die Prozesse, die bei der Auflösung kristalliner Strukturen im Wasser ablaufen, um ein Vielfaches präziser beschreiben und vorhersagen zu können als bisher möglich. Ihre Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift The Journal of Physical Chemistry erschienen.
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