Dienstag, 18. November 2014

Hamburg begrüßt die neue SONNE

     „Open Ship“ auf dem Tiefseeforschungsschiff SONNE
Das neu gebaute Forschungsschiff SONNE ist zu Gast in Hamburg und lädt Interessierte ein, einen Blick hinter die Kulissen eines hochmodernen Forschungsschiffs zu werfen beim
„Open Ship“ am Freitag, 21.11., und Samstag, 22.11., 10 bis 16 Uhr, letzter Einlass 15.30 Uhr, Hamburger Überseebrücke (bei der CAP SAN DIEGO).
Ausstellung: ein ganzes Deck voll Wissen

Anhand von Forschungsgeräten, Filmen und interaktiven Medien erfahren Besucher in einer Ausstellung, wie Meeresforscher arbeiten. Themen sind unter anderem Klima und Meer, Meeresbodenerkundung, Biodiversität in der Tiefsee und Naturgefahren. Bei einem Rundgang können auch die Brücke, das Arbeitsdeck und der Hangar besichtigt werden. Der Besuch der SONNE ist Teil einer zweiwöchigen Vorstellungsreise mit Stationen in Wilhelmshaven, Bremen, Hamburg, Warnemünde und Kiel.

Meeresforschung in unbekannten Tiefen


„Das neue Tiefseeforschungsschiff SONNE ermöglicht der deutschen Meeresforschung bisher nicht dagewesene Einblicke in das Klimaarchiv des Meeresbodens. Wir werden außerdem mögliche Gefahren durch Erdbeben, Vulkane und dadurch ausgelöste Tsunamis sehr viel besser verstehen lernen“, erklärt Christian Hübscher, Professor für Geophysik am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. „An Bord befinden sich Forschungswinden mit Drahtlängen von bis zu 12.000 Metern. Damit können wir Bodenproben von den tiefsten Punkten der Weltmeere nehmen.“ Eine weitere Besonderheit ist das 16 mal 8 Meter große Echolot am Schiffsrumpf, mit dem der Meeresboden mit einer bisher nicht gekannten Detailtreue vermessen werden kann. Die „schwimmende Stadt“ ist dafür ausgelegt, 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis zu fünfzig Tage zu beherbergen – neben einer 35-köpfigen seemännischen Besatzung. Während der Jungfernfahrt des FS SONNE erforschen Prof. Angelika Brandt vom Zoologischen Institut der Universität Hamburg mit ihrem Team sowie Kollegen des Kieler Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung GEOMAR eine der größten tektonischen Bruchzonen des Atlantiks. Sie gehen der Frage nach, ob der Mittelatlantische Rücken als Unterwasser-Gebirge im Atlantik eine natürliche Grenze für die noch wenig erforschten Lebewesen am Meeresboden darstellt.

Universität Hamburg koordiniert Forschungsreisen

„Die Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe an der Universität Hamburg hat den Auftrag bekommen, das Schiff zu managen“, freut sich der Leiter Prof. Detlef Quadfasel. Die Leitstelle koordiniert neben der neuen SONNE bereits die Forschungsschiffe MARIA S. MERIAN und METEOR. „Wir waren von Anfang an bei den Planungen zur SONNE beteiligt. Nun freue ich mich, dass dieses Schmuckstück in der Flotte der deutschen Forschungsschiffe Anfang Dezember seine erste große Fahrt antritt.“ Die neue SONNE wird überwiegend im Pazifik und Indischen Ozean unterwegs sein. Sie löst das 36 Jahre alte Forschungsschiff gleichen Namens ab.

Ute Kreis Referat Medien- und ÖffentlichkeitsarbeitUniversität Hamburg


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