Mittwoch, 29. Juni 2016

Globale Erwärmung vor 56 Millionen Jahren durch Freisetzung von Methan?

     Vor 56 Millionen Jahren hat sich das Erdklima um etwa 5 bis 8 Grad Celsius erwärmt. Als Ursache für diesen abrupten Klimawechsel wird die Freisetzung großer Mengen von Treibhausgasen diskutiert. Ob es sich dabei um erhöhte Emissionen von Kohlendioxid oder von Methan in die Atmosphäre handelte, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Die Göttinger Geowissenschaftler Prof. Dr. Andreas Pack und Dr. Alexander Gehler haben eine neue Methode entwickelt, die Konzentrationen von atmosphärischem Kohlendioxid anhand von fossilen Zähnen zu rekonstruieren. Weil sie damit keine erhöhten Werte nachweisen konnten, halten sie Methan-Emissionen als Ursache für den Klimawechsel für wahrscheinlich.


Globale Erwärmung vor 56 Millionen Jahren durch Freisetzung von Methan?
Göttinger Geowissenschaftler erhalten neue Hinweise durch Analyse fossiler Zähne
Vor 56 Millionen Jahren hat sich das Erdklima in einem geologisch sehr kurzen Zeitraum von nur wenigen tausend Jahren um etwa 5 bis 8 Grad Celsius erwärmt. Als Ursache für diesen abrupten Klimawechsel, auch Paläozän-Eozän-Temperaturmaximum genannt, wird die Freisetzung großer Mengen von Treibhausgasen diskutiert. Ob es sich dabei um erhöhte Emissionen von Kohlendioxid, unter anderem durch großflächige Waldbrände, oder um die Einbringung großer Mengen von Methan in die Atmosphäre handelte, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Die Göttinger Geowissenschaftler Prof. Dr. Andreas Pack und Dr. Alexander Gehler haben eine neue Methode entwickelt, die Konzentrationen von atmosphärischem Kohlendioxid anhand von fossilen Zähnen zu rekonstruieren. Weil sie damit keine erhöhten Werte nachweisen konnten, halten sie Methan-Emissionen als Ursache für den Klimawechsel für wahrscheinlich. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler die Verhältnisse der Sauerstoffisotope mit den Atommassen 16, 17 und 18 im Zahnschmelz fossiler Säugetiere hochpräzise bestimmt. Zusammen mit Prof. Dr. Philip D. Gingerich von der University of Michigan wurden hierfür Zahnproben aus Schichten, die sich vor, während und direkt nach dem Paläozän-Eozän-Temperaturmaximum abgelagert haben, ausgewählt. Dr. Gehler und seine Kollegen schließen aus ihren Ergebnissen, dass bedeutende Methanemissionen aus Meeressedimenten die wahrscheinliche Ursache für den abrupten Temperaturanstieg vor 56 Millionen Jahren sind. Große Mengen Methan sind auch heute in Methanhydraten in den Ozeanböden gebunden. Die Ursachen für eine mögliche plötzliche Freisetzung des Methans vor 56 Millionen Jahren sind bisher ungeklärt.
Originalveröffentlichung:

Gehler A., Gingerich P.D. and Pack A. (2016): Temperature and atmospheric CO2 concentration estimates through the PETM using triple oxygen isotope analysis of mammalian bioapatite. Proceedings of the National Academy of Sciences of the Unites States of America. Doi: 10.1073/pnas.1518116113, www.pnas.org/content/early/2016/06/21/1518116113.abstract
Romas Bielke ÖffentlichkeitsarbeitGeorg-August-Universität Göttingen


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