Mittwoch, 20. Juli 2016

Nachwirkung von Starkregen und Sturm: Klimawandel wird in Hamburg wieder bedrohlicher wahrgenommen

Bereits zum neunten Mal haben Wissenschaftler des Instituts für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht die Wahrnehmung des Klimawandels und dessen mögliche Folgen ermittelt. Die Telefonumfrage wurde durch das Meinungsforschungsinstitut forsa unter 500 Hamburger Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Ein Ergebnis: Aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Extremwetterereignissen und durch Medien-Berichterstattung fühlen sich wieder mehr Hamburger von Naturkatastrophen und Klimawandel bedroht.


Insgesamt zeigt die zwischen dem 4. April und 25. Mai 2016 im Auftrag des Helmholtz-Zentrum Geesthacht durchgeführte Umfrage, dass nach einem Rückgang im vergangenen Jahr, der Klimawandel in 2016 wieder als etwas bedrohlicher für die Stadt wahrgenommen wird. 56 Prozent der Bürgerinnen und Bürger empfinden den Klimawandel als „große“ oder „sehr große“ Bedrohung. Die gefühlte persönliche Betroffenheit der Befragten ist dabei in etwa gleich geblieben: 52 Prozent der Befragten fühlen sich persönlich betroffen, 47 Prozent nicht.


Ein Vergleich mit den Befragungsergebnissen einer US-amerikanischen Studie des Forschungsinstituts Gallup macht eine ähnliche Wahrnehmung deutlich: In den USA empfinden 57 Prozent der Befragten Auswirkungen auf ihr Leben oder ihren Lebensstil, während 41 Prozent dies nicht wahrnehmen.


Im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen stellte sich heraus, dass mehr Hamburger Bürgerinnen und Bürger in 2016 denken, dass sich die Klimawandelfolgen bereits heute zeigen (39 %); gleichzeitig sind aber auch mehr Befragte (23 %) der Ansicht, dass die Folgen erst in 30 Jahren auftreten werden.


Ein weiteres Ergebnis der Befragung zeigt den Einfluss persönlicher Erfahrungen: Stürme und Starkregenereignisse werden von den Hamburgerinnen und Hamburgern mit steigender Tendenz als Naturkatastrophe mit den schwersten potenziellen Folgen für Hamburg wahrgenommen. Hier spiegeln sich direkte persönliche und medial vermittelte, gesellschaftliche Erfahrungen mit Extremwetterereignissen der vergangenen Monate wider. Insbesondere nach den Sturmtiefs „Niklas“ und „Felix“ im vergangenen Jahr überrascht diese Entwicklung nicht. Der jüngste Tornado, der Anfang Juni 2016 über Teile der Stadt hinwegfegte, bestätigte noch einmal eindrucksvoll die Zunahme von Sturmereignissen in Hamburg.
Weitere Informationen:
http://www.hzg.de/public_relations_media/news/062932/index.php.de

Dr. Torsten Fischer PressestelleHelmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung



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